Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 706 (3.12.1937)
- Date
- 1937-12-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 706 vom 3. Dezember 1Ö37 ■ ■ * DIB NEUE WELl Seite ft jCcs'ie'Voward Otivia deVaoiHand Bitte Dauis l^jfl HrugerKino I. MenturmKmo t k/otkeksfuefet Was uns fehlt Die altert Hasmonäer hatten die Menorah, Urnen fehlte nur das Oel. Wir dagegen haben vielleicht schon Dutzende. Fässer Stoff auf dem Altar der Menschenliebe ttnd Gerechtigkeit zu verbrennen. Uns fehlt aber die Menorah, die einzige Stelle, unser Licht aufflammen zu lassen. (Aus den Schriften von Baal Machschowes.) Die Macht des Nigun Den alten Chassidim galt die „Macht des Nigun" nicht minder als die des Gebets. Er entzündete in ihnen jenen „heiligen Funken", der, nach dem Worte der Chassidim, „Welten erzittern" machte. Wer einen Nigun unverfälscht, mit den echt chassidischen „Krechz", zu singen wußte, ward würdig befunden, in die geweihte Sphäre des ,iRebben" vorzudringen, fand Einlaß eher noch als der ihm an Gelehrsamkeit und Chassidut Ueberlegene Chemjo Winawer. luden in Schanghai „Die hier vorhandenen jüdischen Aerzte aus Deutschland haben fast alle eine Existenz, die sie mehr oder weniger gut ernährte, nach und nach bekommen, Dreien oder vieren ist es gelungen, sich etwas darüber hinaus zu, erheben. Allen geht es schlechter, als sie CafiAkkeehof I, Hoher Markt- LichtenstegNr.4 meistens in ihren Briefen angeben. Ein Vergleich mit wilderen Aerztegruppen, außer den russischen, konnte nie angestellt werden. Sicher'ist, daß für-die nächsten Jahre ein neuer Arzt, gleich welcher Art,'-hier' keine Chance haben wird." j; i(Aus einem Brief aus Schanghai vom 4. Okt.. 1937.) Gerade deswegen für die Teilung t . „Uns Engländern haben die Juden den Disraeli gegeben, und welchen Wert dieser Mann für die gesamte Entwicklung gehabt hat, ist Ihnen allen bekannt. Die Juden haben uns das Gepräge für Staatsmänner in Indien geliefert, und wir alle in England sind voll des Dankes für den Segen, den wir von den Juden durch ihre Begabung für die Staatsführung gehabt liaben. Nicht einen Augenblick bin ich in der'Sache im Zweifel und darum erkläre ich es in voller Bestimmtheit: Der Judenstaat wird eines von den neuen Weltwundern sein und diese alle noch überragen. Er wird beispielgebend sein durch die vitalen Kräfte, welche ihm innewohnen." Ormsby-Gore vor der Mandatskommission (Genf, August 1937.) Ein jüdischer General in China General M. A. Cohen, Instruktor der chinesischen Nordarmee, Sohn eines reichen Wollkaufmannes aus Manchester, hat unter den Chinesen in Kanada die ■Sprache des Gelben Reiches erlernt. Er, der in Frankreich mit den kanadischen Truppen gekämpft hatte, verstand viel von militärischen Dingen, aber seine Tapferkeit überstieg noch sein Wissen. Heute hält Cohen mit seiner Armee die Japaner am Gelben Fluh auf und kämpft mit derselben Verbissenheit und Energie, die ihm auf Frankreichs Boden das Band der Ehrenlegion eingebracht hat. „Prager Mittag", 25. Nov. 1937. Das vermißte Palästina-Flugzeug aufgefunden Aus Sofia (J. T. A.): Das vermißte Flugzeug „Douglas Sp-Asi" der polnischen Fluggesellschaft Lop, das auf dem Flug von Palästina nach Polen seit dem 23. November verschollen war, wurde am 27. November in der Gegend von Svetivrac in den Pirina-Bergen inBulgarisch-Mazedonien auf einem 2000 Meter hohen Berggipfel entdeckt. Das Flugzeug, das anscheinend in einen Schneesturm geraten und gegen den Berg gestoßen war, war völlig zertrümmert und ausgebrannt. Die Leichen der drei Passagiere — des palästinensischen Industriellen Rakowski, des Arztes Dr. Friedmann und des Kaufmanns Neugröschl — sowie der drei Mann Besatzung wurden erst nach langem Suchen im Schnee zum Teil über 100 Meter von derUnglücks st eile entfernt, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, aufgefunden. Sämtliche Insassen dürften auf der Stelle den Tod gefunden haben. An der Rettungsaktion nahmen von bulgarischer Seite acht Militärflugzeuge, Militär- und Ski-Abteilungen mit etwa 120 Personen und die örtliche Bevölkerung teil. Auch von griechischer Seite war eine Rettungsexpedi- #on ausgesandt worden» Nodi immer arabische Terrorakte Bombenwürfe In Jerusalem Aus Jerusalem wird gemeldet: Im Laufe des Samstag, 7. November, haben arabische Terroristen im Norddistrikt von Palästina eine Reihe von Ueberfällen verübt. Die Polizeistation in Sedjera und die Kolonie Afuleh wurden beschossen. Auf eine Polizeipatrouille, die sich auf dem Wege nach Jenin befand, wurden mehrere Schüsse abgegeben. In Jerusalem wurde in der Nähe der amerikanischen Kolonie eine Bombe geworfen, die einem mit britischen Soldaten besetzten Lastkraftwagen galt. Obwohl die Soldaten sofort die Verfolgung des Attentäters aufnahmen, konnte dieser unerkannt entkommen. Eine zweite Bombe explodierte in der King George Avenue, einer der größten Geschäftsstraßen Jerusalems, die insbesondere Samstag außerordentlich, belebt ist. Verletzt wurden das 16jährige jüdische Mädchen Hilde Löwenstein, der 12jährige jüdische Junge Gahib Levy und der 12jährige jüdische Junge Naaman Zion. Dem Attentäter gelang es zu entkommen. Die verletzten Kinder wurden in das Hadassa-Hospital gebracht. EISEN¬ SELCHWAREN 3 MAL TÄGLICH FRISCH IN ALLEN FILIALEN Die Polizei der großen jüdischen Kolonie Rechowoth nahm in einem der benachbarten arabischen Dörfer eine Durchsuchung vor und beschlagnahmte Waffen und Munition. Zwei Araber, die dort bewaffnet angetroffen wurden, wurden festgenommn, sie werden in den nächsten Tagen vor das Militärgericht in Palästina gestellt werden. Das Polizeihauptquartier teilt mit, daß im Verlauf des Oktober .45 Flinten, 65 Revolver, 11 große Gewehre und 1125 Pakete Munition, hauptsächlich im Beerscheba-Distrikt, beschlagnahmt wurden. Nach der Hinrichtung des Banditen- ' fährers Saadi Teilstreik und Demonstration Aus Jerusalem wird gemeldet: Als Protest gegen die Hinrichtung des Scheich Farhan es S a a d i,. veranstalteten Araber in Nablus, Jenin, Akko und Hebron Streiks, die aber keineswegs total waren. Nur ein Teil der Geschäfte war geschlossen. In Nablus veranstalteten arabische Schüler eine Straßendemonstration, die von der Polizei auseinandergetrieben wurde. In einer Bekanntmachung der Regierung wird die Schließung der von der Regierung erhaltenen arabischen Mittelschulen in Nablus, die ein Zentrum nationalistischer Agitation geworden sind, angeordnet. In Bagdad fand eine Riesenprotestdemonstration gegen die Hinrichtung Saadis statt, eine Abordnung der Demonstranten wurde vom Premierminister des Irak, Jamil Matfia, empfangen. Aus Damaskus wird telegraphiert, daß Minister Juatli eine Abordnung der dortigen Demonstranten empfangen hat. (J. T. A.) Memorandum der Palästina Beamten zum Teilungsplan Aus Jerusalem: Die arabische Zeitung „Falestin" teilt mit, daß die Leiter der Regierungsdepartements dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope nach dessen Rückkehr aus London eine Reihe Memoranden, betreffend die Teilung Palästinas, unterbreitet haben. In diesen Memoranden wird die territoriale Erweiterung des geplanten arabischen Staates durch Einverleibung eines Teiles von Galiläa vorgeschlagen. Der High Commissioner habe diese Memoranden bereits an das Colonial Office in London geleitet, welches sie der neuen Palästina-Kommission zur Prüfung übergeben wird, (J. T. A.)( AUS ALLER WELT Fünf Millionen, Juden ernstlich bedroht Aus Washington: Die Jahresversammlung des American Jewish Congress, deren Aufgabe u. a. die Schaffung einer Einheitsfront im Kampfe gegen den Antisemitismus ist, wurde mit einer Erklärung eröffnet, in der darauf hingewiesen wird, daß die Existenz von fünf Millionen Juden in Europa durch die totalitären Regierungen ernstlich bedroht sei. Der Kongreß halte dafür, daß es eine Angelegenheit der Juden in den Vereinigten Staaten sei, die Verantwortung für die Sicherung der Existenz der Juden in allen Ländern der Welt zu übernehmen. Der englische Abg. Colonel We dg wo od hatte aus London an den Kongreß folgendes Telegramm gesandt: „Ich bin mit ganzem Herzen bei Ihnen auf der Tagung des American Jewish Congress, der demokratischen Front zum Kampfe für Menschenrechte. Demokratie und Gerechtigkeit für das jüdische Volk stehen und fallen miteinander. Einigkeit der fortschrittlichen Kräfte verbürgt allein den Sieg unserer gemeinsamen Sache." Konferenz der ICA — Klage gegen Brasilien Aus London: Der Präsident der Jewish Colonisätion Association (ICA), Sir Osmond d'Avigdor Goldsmid gab auf der in London abgehaltenen Jahresversammlung einen Umriß der Lage der Juden in der Welt. Mit tiefer Betrübnis, sagte er, stelle ich fest, daß das Bild der materiellen und seelischen Lage unserer Glaubensbrüder sich im letzten Jahre noch mehr verdüstert rigkeiten, wie ungenügende landwirtschaftliche AusbH* dung der Siedler, vorzüglich. In diesem Jahre wurde ein erweitertes Programm in Angriff genommen. Die jüdischen Siedler in Argentinien befestigen ihre Position. Ich danke dem Lande Argentinien im Namen des ganzen jüdischen Volkes für das uns erwiesene Entgegenkommen. Im Vertrauen auf die Zusicherungen, die uns die brasilianischen Behörden gegeben haben, fuhr Sir Osmond fort, hatten wir unter beträchtlichen Sun Remo, Penslotie Felfce Corso dell' Impero 184. Unter Aufsieht des Himburger Vereinet. Direktion: Dr. med. Alax Schwan I I LÜMAGK,nÄa9en Gesundheitswagen WachJtuchloie luftdurchlässige Polsterung daher kein Schwitzen des Kindes Patentierte Schwingachsenfederung daher kein Erschüttern und kein Erbrechen des Kindes VII. Heubaug. 2t, X.Uxenburgerstr.32, XVII. Kulmg. 34, XX. Jigerstr. 41 I I hat. Es gibt kein Land, in welchem man nicht unglücklichen Flüchtlingen begegnet, die eine Heimat suchen. Die ICA und die anderen großen jüdischen Organisationen müssen ihr Aeußerstes tun, um eine Katastrophe abzuwenden. Was uns betrifft, so sind wir entschlossen, im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden technischen und finanziellen Mittel unsere Pflicht zu tun. Was die Uebersiedlung der ICA betrifft, so erinnere ich daran, daß unser Generaldirektor nach seiner Südamerika-Reise uns ein Programm zur Absiedlung einer möglichst großen Zahl deutsch-jüdischer Familien auf unseren Reserveländereien in Argentinien unterbreitet hat. Das Programm wurde angenommen und durchgeführt. Das erste mit einem Dutzend, Familien gemachte, Experiment gelang trots verschiedener, Schwie- Opfern Vorbereitungen zur Neuansiedlung von Juden in Brasilien getroffen und gingen daran, im Staate Rio de Janeiro eine landwirtschaftliche Kolonie zu errichten. Ein Territorium wurde gewählt und angekauft, Wege, Brücken und Häuser gebaut, Meliorations- und andere Arbeiten durchgeführt; man war schon so weit, daß die Siedler bei ihrer Ankunft in der Lage gewesen wären, die erste Ernte einzubringen. Zu unserem großen Bedauern aber ist von der brasilianischen Regierung die Ermächtigung zur Ansiedlung der sorgfältig ausgewählten und ausgebildeten. Familien moralisch hochstehender deutscher Juden verweigertworden. Muß die entmutigende Wirkung einer solchen Situation noch betont werden? Diese Haltung der brasilianischen Behörden erscheint uns weder vom juristischen, noch vom wirtschaftlichen, geschweige denn vom humanitären Standpunkt erklärlich. Wir können nicht glauben, daß ein Staat, dessen Politik bisher von Humanität und Edelmut diktiert war, bei seiner Weigerung bleiben wird. Wir hoffen denn auch, daß in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Die polnische Advokatenkammer lehnt Ausschluß der luden ab Aus Warschau: Die allgemeine Versamm* lung der Warschauer Advokatenkammer, an der mehr als 1600 Advokaten aus Warschau und Kongreßpolen teilgenommen haben, verlief außerordentlich stürmisch. Die Advokaten aus dem Lager der Nationaldemokraten, der Nation nalradikalen und der Regierungsfront hiU deten einen Block zur Bekämpfungder jüdischen Position innerhalb der Kammer. Ihnen stellten sich , alle demokratischen und sozialistischen Elemente, Nichtjuden und Juden, entgegen. Die jüdischen Advokaten bildeten einen eigenen Wahlblock und nominierten, zwei Kandidaten aus ihrer kitte. In; den obersten Advokatenrat wurde fav: Kandidat dsfc