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Die neue Welt · 1937-11-26 · Heft 704 (26.11.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 704 (26.11.1937)
Date
1937-11-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 704 vom 26. November 1Ö37 DIE NEUE WELT Seite 5 Palästina-Redaktion „Die Neue Welt II ff Tel-Aviv, Dizengoffstraße Nr. 6 Was hört man vom Judenstaat? Von Baruch Weinstein (Tel-Aviv) tiefährlidie Illusionen Man erzählt mir — und diese Information stammt aus Kreisen, welche der zionistischen Leitung nahestehen —, daß schon Kommissionen bestehen, welche die neuen strategischen, militärischen und finanziellen Projekte im Zusammenhang mit der Errichtung ides Judenstaates ausarbeiten. Man bereitet sich, für die neue britische Kommission vor, die nach'den Nachrichtender Jewish Agency bereits im Monat Dezember nach Palästina kommen soll. Mit allem Nachdruck wurde uns das vor einigen Wochen erklärt. Aus den englischen Zeitungen erfahren wir nicht, ob bereits ein genaues Datum für die Abreise der Kommission festgesetzt ist. Wahrscheinlich ist die zionistische Leitung an der Forcierung der ganzen Angelegenheit sehr interessiert, und es ist nicht ausgeschlossen, daß führende Zionisten I; Hoher Markt - LichtenstegNr.4 eine energische Agitation unter den englischen politischen Kreisen betreiben, damit so rasch als möglich die Teilung durchgeführt werde. Es ist interessant und charakteristisch, daß wir bis heute nicht genau durchkontrollierte Ziffern betreffs des Judenstaates, seiner kolonisatorischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten besitzen. Schon auf dem Züricher Kongreß haben ernste Männer eingewendet: wie denn eine Leitung mit einem grundsätzlichen schicksalsschweren politischen Plan kommen könne, ohne in ihren Händen genaues' 'statistisches Material zu haben. Man hat in Zürich mit Arithmetik getändelt, mit astronomischen Ziffern jongliert, und auch in der politischen Kommission haben wir keine Gelegenheit gehabt, zu erfahren, wieviel Juden in den Staat hineingelangen können, wie groß die Bodenfläche ist, ■ wie unsere Bodenpolitik in dem neuzuschaffenden Staat beschaffen sein wird, usw. Auch jetzt phantasiert man noch herum, spricht von 50.000 jungen Juden in der Galuth, aus denen die künftige jüdische Armee bestehen wird. Wenn die Meinung sidi ändert Und zufällig treffen Nachrichten ein, die die arithmetische Quintessenz des» Judenstaates enthalten. Ich spreche heute nicht über die große Opposition gegen die Teilung', die sich nicht nur in den jüdischen Kreisen, sondern hauptsächlich in den internationalen politischen Sp.härenkonsolidiert. Auch in England selbst befinden sich nicht kleine und nicht unbedeutende Gruppen, die das ganze Teilungsproblem mit einem großen Fragezeichen versehen, und es ist absolut nicht wichtig, die wahren Ursachen dieser Gegnerschaft zu analysieren. .. Gewiß finden sich unter den nichtjüdischen Neinsagern Elemente, deren Nein auf einer Feindschaft oder auf einer gegnerischen Stellungnahme gegenüber den Juden und Zionisten basiert. Uns jedoch interessiert die auf die allgemeine politische Stimmung Einfluß habende Generallinie. Hier will ich von den jüdischen Meinungen, und just nicht von den oppositionellen, sprechen, die klar und deutlich beweisen, wie die ganze Sache wackelt. Vor kurzer Zeit fand in Jerusalem eine Pressekonferenz des Keren Kajemeth statt. Der Zweck dieser Konferenz war ein sehr einfacher: Knapp vor einer neuen Sammelaktion die Presse zu bearbeiten. Unter den Rednern bei dieser Pressekonferenz befand sich auch Dr. Granowsky, der leitende Beamte des Keren Kajemeth, ein Spezialist in Bodenfragen und ein Zionist, der den Teilungsplan unterstützt und dem Züricher Zionistenkongreß eine genaue Bodenkarte vorgelegt hat, die beweist, daß der ganze ,,Rahm", das Fettauge auf der Suppe Palästina, in unsere Hände fallen wird. Jetzt kommt derselbe Dr. Granowsky und erklärt, man müsse mit den Illusionen Schluß machen, die bei den Juden bestehen, daß wir im Zusammenhang mit der Errichtung des Judenstaates keinen Keren Kajemeth mehr brauchen, da die Regierung selbst die Bodenfrage regulierenwerde. Eine gefährliche Illusion — erklärte dieser Sachverständige. Man dürfe nicht vergessen, daß 54 Prozent des Bodens, der sich laut Peels Teilungsplan im jüdischen Staat befinden werde, Eigentum der Fellachen oder arabischer Kleinbauern sei. Diese große Bodenfläche werde man nicht durch' Regierungsreformen, wie z. B. Expropriation, erobern. Die Agrarreform im künftigen jüdischen Staat werde nur ein Minimum von Boden freibekommen können. Das heiße, daß wir mit Geld diesen Boden werden kaufen müssen. Und eine interessante Einzelheit hat Dr. Granowsky erzählt, eine Einzelheit, mit der die Ja-Sager in sehr gefährlicher Weise spekulieren — der Transfer von Arabern aus dem jüdischen Staat kann nicht mit den Kräften der Regierung und auf ihren Befehl durchgeführt werden — der Transfer erfordert eine Unmenge Geld. Wahrheiten eines Sachverständigen Der gewesene Vizedirektor des Bodendepartements bei der Palästina-Regierung, eine neutrale zionistische Persönlichkeit ohne Parteischattierung, ein Kenner des Agrarproblems, stellt eine Rechnung betreffs der Möglichkeiten des jüdischen Staates auf. In einem Interview mit der J. T. A. hat der Fachmann zu verstehen gegeben, daß das Maximum der Juden, die sich in dem Staat werden niederlassen können, inklusive Neu-Jerusalem und Haifa, 400.000 Menschen betragen werde. Der Experte in der Bodenfrage stellt jetzt fest, daß nicht mehr als eine halbe Million D u n a m dem Juderistaät für Kolonisationszwecke zur Verfügung stehen werden. Und was den Transfer der arabischen Fellachen anlangt, ist dieser Plan eine bloße Phantasie: Keine Kraft der Welt wird die Araber zwingen können, den jüdi- Sätyttetoie^erlett jmb ein ©efcfjen! Der Statur, (Chatten ©ie fid) biefc föftlicfje ©aöe burd) üorforgltc&e W*W> am Bef*en (ä)hxobonU&al)npa)te, b.em ■Äulturbeßtiff für jtoechnäfeige 3<ri)tü)flege. (Eblorobont hält ftfirc Qfifyviit ölenbeub toetfj unb fleftmb unb fd)ü£t fie bor bem I)äDlicßen unb 'gefä^r* lic&en 3oT?nbe|ag. £u&e (fdjäumcnb ober ntdjtfdjäumenb) S —-90. ©enlen «Sie immer barem: Morgens, als Erstes, abends als Letztes Chlorodont •J^l^eS^-m -' '■■ i;'.:'</.'^v'<■•' sehen Staat zu verlassen, und auch das englische Militär wird nicht imstande sein, 300 arabische Dörfer zu transferieren. Laut Rechnung dieses Sachverständigen wird der jüdische Staat zusammen mit der Huleh-Konzession die Möglichkeit geben, 30.000 jüdische Familien landwirtschaftlich anzusiedeln; dazu kämen noch 10.000 Familien mit anderen Berufsgattungen, zusammen 40.000 Familien oder 200.000 Seelen. Wenn die anderen Gegenden, wie Neu-Jerusalem und Haifa, und Gebiete, welche die Kgl. Kommission unter einem zeitweiligen britischen Mandat belassen hat, dem jüdischen Staat einverleibt werden sollten, wird es möglich sein, noch 200.000 Menschen anzusiedeln. Das ist alles. Mehr kann man nicht erzielen. Andere Kalkulationen sind leere Schaumschlägerei. Dabei darf nicht vergessen werden, daß jetzt in englischen Regierungskreisen neue Grenzpläne zirkulieren, laut welchen der Galil (Obergaliläa im Norden des Landes) und der fette Landstrich von Akko nicht zum jüdischen Staat gehören sollen. (Wird fortgesetzt.) PaIä§tiita&Wfoi$diaff (Den Berichten der Palästina-Regierung entnommen) Elektrizitiitskonsum 1987. Der Konsum ist im Jahre 1937 gestiegen. Er betrug in den Monaten Jänner bis Juli 41,535.070 Kilowatt gegenüber 36,959.092 Kilowatt im Vorjahre. Industrie und Handwerk verbrauchten 16,149.997 Kilowatt gegenüber 15,322.179 Kilowatt im Jahre 1936. Der stärkere Konsum erhöhte die Zahl der in den Elektrizitätswerken beschäftigten Arbeiter. In Tel-Aviv wurde jetzt eine neue elektrische Station errichtet. Neue Gesellschaften und Kapitalserhöhungeii. In der Zeit vom Jänner bis August 1937 wurden im Register der Regierung 141 neue Gesellschaften für Händel, Industrie usw. mit einem Kapital von 789.664 Pfund eingetragen. Ferner haben 32 Gesellschaften * ihr Kapital um den Betrag von 2,647.900 Pfund erhöht. Stmonsbrot nod) immer unerreicht als ©efunbfjeit«. unb ßraft» brot. Steicö on ben fo imcbttgen Sfttytjalaen. <Sel)t bequem: @tmon§brot*@cbmttenpäcfcben in Stanniol. griid)tenbrot: Aufbau» unb 2)orm»9?egutntor. ßu tjaben in $einfofthanbtungen unb in ötelen SBäcfercien. V»@inton§brotfabrif 2Bien*$anran55. Sägl. ^offuerf.. Die Zunahme des registrierten Kapitals (neue und alte Unternehmungen) während der ersten acht Monate des Jahres 1937 betrug daher 3,437.564 Pfund. Der Zuwachs des registrierten Kapitals betrug im ganzen Jahr 1936 nur 1,869.831 Pfund. Einnahmen und Ausgaben der Regierung. Die Einnahmen betrugen in den letzten fünf Monaten des Budgetjahres, in den Monaten April bis August, 2,012.876 Pfund gegenüber den Einnahmen im gleichen Abschnitt des Jahres 1936 von nur 1,635.523 Pfund. Die Ausgaben betrugen in den genannten fünf Monaten 1,915.431 Pfund. Der Ueberschuß beträgt daher 97.445 Pfund. Insgesamt befindet sich jetzt im Staatsschatz ein Ueberschuß von 4,932.574 Pfund. Depots in Banken. Anfang 1937 betrugen die Depots in den palästinensischen Banken 17,070.759 Pfund. Hievon in Genossenschaftsbanken 2,745.378 Pfund, die übrigen größtenteils in der Anglo Palestine Bank und in der Barklays-Bank. Im Monat Juli 1937 betrugen die Depositen 16,901.930 Pfund, hievon in Genossenschaftsbanken 2,913.792 Pfund. ~ Telephon- und Radioanschltlsse. Anfang 1937 gab es 12,7 22 Telephonanschlüsse, im Monat Juli 14.194. Die Zahl der Rundfunkanschlüsse betrug anfangs 1937 21.193, im Juli 25.748. Autoverkehr. Im Jahre 1937 ist der Autoverkehr stark angestiegen. Im Juni d. J. gab es 1816 Personenwagen und 616 Autobusse, ferner 130 Kleinautos und 185 Lastautos. Vierzigprozentige Steigerung des Warenumschlages in den palästinensischen Häfen Aus Jerusalem: Der Warenumschlag in den fünf palästinensischen Häfen Haifa, Jaffa, Tel-Aviv, Akko und Gaza zeigte in den ersten acht Monaten dieses Jahres eine mehr als 20prozentige Steigerung gegenüber denselben Monaten des vorangegangenen Jahres; er betrug 950.000 gegenüber 769.000 Tonnen. Davon gingen über Haifa 70 Prozent oder 678.000 Tonnen (1936: 579.000 Tonnen), über Jaffa 184.000 (178.000) und über Tel-Aviv 73.000 Tonnen. Von der gesamten ausgeladenen Warenmenge entfallen auf Haifa 576.000 Tonnen (76 Prozeiit), von-der verladenen 202.000 (60 Prozent). Insgesamt wurden in den fünf Häfen vom Jänner bis zum August 625.000 Tonnen gelöscht und 325.000 Tonnen verladen (in der gleichen Periode 1936 waren es 572.000, bzw. 198.000 Tonnen). Kraftfahrwesen in Palästina Aus Jerusalem: Wie aus einer amtlichen Statistik hervorgeht, sind von Oktober 1936 bis Juni 1937 über 52 Millionen Passagiere mit Kraftwagen von 14 jüdischen und 3 arabischen Transportgenossenschaften befördert worden. Im März allein wurden fast 6,5 Millionen Passagire mit 586 Autobussen und 16 Kleinwagen befördert, im Juni etwa 6 Millionen mit 616 Autobussen und 130 Kleinwagen. Mit der Personenbeförderung innerhalb der Städte befaßten sich acht Genossenschaften; die Zahl der Passagiere betrug 42,421.000, die Zahl der Autobusse stieg von 256 im Jänner auf 291 im Juni; außerdem standen 23 Kleinwagen zur Verfügung. Neun Genossenschaften, von denen „Egged" die größte ist, besorgten den Ueberlandverkehr. Von Oktober 1936 bis Juni 1937 wurden 9,600.000 Fahrgäste in 325 Autobussen und 107 Kleinwagen befördert. Der Rohertrag des Ueberlandverkehrs machte 248.000 Pfund aus. Verband der Juden§taat§z zionfeten Oe§teri»eidi§ Sektion Prater, II., Erlaf straße 5. Samstag, den 27. ds., halb 9 Uhr abends, Vortrag Kultusvorsteher Ing. Eugen Buchbinder: Berufsberatung und Umschichtung. Anschließend: Lichtbilder aus Palästina. Kinder-Chanukafeier. Sonntag, den 28. November, halb 4 Uhr nachmittags, im Restaurant Lustig, IL, Venedigerau. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 33. Mittwoch, den 1. Dezember, halb 9 Uhr abends, im Heim Vortrag Ing. Eugen Buchb in der: Der Fall Großmann. J u d e n s t a a t s j u g e n d. Dienstag, den 30. ds., halb 9 Uhr abends, im Zentralheim, II., Praterstraße 30, Vortrag Redakteur Egon Schmerzler: Englands Alittelmeerpolitik. Gäste willkommen. — Sonntag, den 38. ds., 8 Uhr abends, im Sektionsheim, IL, Erlafstraße 5, Akademie und Tanz. Kleiner Regiebeitrag. Gäste willkommen. Der Verband der Judenslaatszionisten gratuliert seinem Mitglied Frl. Lily Dach Inger zu ihrer Vermählung mit Herrn Adolf Hönig aufs herzlichste. VERBAND DER IUDENSTAATSZIONISTEN ÖSTERREICHS Samstag, den 4. Dezember 1937, um halb 9 Uhr abends im Festsaale des Hotel Kontinental, Wien II, Taborstraße 4 feseMsttoftsa&eHd Akademie not tau* pAtocpatnin: Oberkanlor JOSEF FEUER HILDE DULITZKAJA PAUL O'MONTIS BODY WEISER Tanzkapelle« „tuhs* wif ly vexevs" EnSre S 1,50 *) Vor Verkaufsstellen: J udische Kulturstelle, Wien, I., Franz Josefa-Kai 3 — Bücherstube Rath, IL, Taborstraße 20a — Redaktion „Neue Welt", IX., Universitätsstraße 8 — Juwelier J. Hauben, Wien, IL, Taborstraße 30 — Judenstaatsheini, Wien, IL, Erlafstraßc 5.

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