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Die neue Welt · 1937-11-26 · Heft 704 (26.11.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 704 (26.11.1937)
Date
1937-11-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 704 vom 26. November 1937 DIE NEUE WELT Seite 3 Clark Gable, Myrna Loy Feuer Uber Irland (Der Roman eines Diktators) $ Ab heute im chweden-Kino %3, 5, %8 und'AlOUhr toedteHSfüegd Alles für Palästina Palästina ist ein Land und eine Idee, für die es Sich lohnt, alles zu geben — selbst das Blut. Prof. Franz Oppenheimer (Berlin 1Q37). An jüdische Emigranten Wer es nicht fertigbringt, unter das Gewesene einen dicken Strick zu machen, wer die guten Ratschläge des dortigen (brasilianischen) Hilfsvereines nicht befolgt, wer sich nicht abgewöhnt, immer davon zu sprechen, wie schön es früher war und was er alles gewesen ist, der wird sich nach meiner Ansicht, gleichgültig, ob in Brasilien oder in einem andern Land, nirgends wohl fühlen. Wer dagegen körperlich kräftig, gesund ist und jede ihm gebotene Beschäftigung annimmt, findet auch heute noch trotz mancher Schwierigkeit hier eine Anstellung und Aufstiegsmöglichkeit. Erwin Cohen (Sao Paolo). Ein neuer Beruf in Palästina Bandit zu sein, ist heute ein Beruf in Palästina, der den Mann und seine Familie ernährt, und zwar besser als viele andere Berufe, die darniederliegen. > Dr. Elias Auerbach (Haifa). luden in Argentinien Die Juden aus Deutschland hatten bis vor einigen Jahren so gut wie keine gemeinsamen Interessen. Erst die letzten Jahre haben ihr jüdisches Gewissen und Bewußtsein etwas aufgerüttelt, sie haben sich mehr zusammen- CafeUmatu^en I, OPERNRING 11 Täglich Abendkonzerf 9 Normale Tagespreise Angenehmer Aufenthalt O Treffpunkt der besten Gesellschaff Sämtliche inu. ausländische Zeitungen liegen auf gefunden, haben auch einigen Kontakt zu den Ostjuden bekommen, zum mindesten das meist unberechtigte Vorurteil abgestreift, und es ist zu hoffen, daß dieser Aufschwung in der jüdischen Bevölkerung Argentiniens kein vorübergehender ist, sondern ein stetig wachsender, denn viel Wertvolles wäre noch zu schaffen und zu erreichen. H. Bachmann (Buenos Aires). Gott und Welt Die Grundhaltung des Chassidismus ist ein großartiger Optimismus gegenüber Welt und Leben, der sich auf die Ueberzeugung von der Allgegenwart Gottes gründet. In allen Menschen imd Dingen ruht ein göttlicher Funken, der erkannt und entflammt werden kann, so daß seine Göttlichkeit offenbar wird. Die Liebe zu Gott, dem Schöpfer imd All-erhalter, schließt ein und erfordert also die Liebe zu allem Geschaffenen, Weltoffenheit und Nächstenliebe. Dr. Walter Laaser (Berlin). Der historische Anspruch Wenn unser Anspruch auf Palästina hauptsächlich auf den historisciien Erinnerungen und auf der religiösnationalen Heiligkeit beruht, hat Neu-Jerusalem in dieser Hinsicht gar keine Bedeutung. Unsere Propheten haben nicht dort residiert. Unsere große und ruhmreiche Geschichte, welche aus Palästina, die Seele des Judentums volle Preise. Näheres In Fachgeschäften und das Licht der*Welt machte — fand ihren Ausdruck gerade in Alt-Jerusalem. Und wenn bei uns die Hauptsache ist, daß wir jüdische Viertel mit einer Einwohnerschaft von etwa 80.000 Juden in Neu-Jerusalem haben, dann ist unser historischer Anspruch nichts wert. Und wieder ohne historischen Anspruch und ohne die spezielle Beziehung zu all dem, was eine religiös-nationale Heiligkeit hat, ist nicht zu verstehen, warum wir uns an Palästina heften und nicht an Uganda, Madagaskar, Birobidschan... .Prof. Josef Klausner (Jerusalem). Es geht um Ihr kostbarstes Gut, „Ihre Augen"! Lassen Sie sich fachmännisch unverbindlich beraten von Optiker Karl Seidner, I., Franz-Josefs-Kai 33, und II., JJollandstraße 7, (Siehe Inserat.^ Der Minister mit dem schlechten Gedächtnis (Von unserem londoner Korrespondenten) London, 23. November. Immer klarer wird, welche unheilvolle Rolle der Kolonialrain ist er O r m s b y-G o r e in der Palästina-Politik spielt. Solange dieser Minister Einfluß auf die Vorgänge in Palästina hat, ist nicht daran zu glauben, daß man energisch gegen die Aufrührer und Mordbrenner vorgehen wird. Er hat sich nun einmal darauf festgelegt, die Aufständischen zu schonen und stellt sich taub und blind, wenn es um die Bebellen geht. Er schreckt hiebei auch nicht vor bewußter Unwahrheit zurück. Das beweist ein Vorfall, der sich vor wenigen Tagen im englischen Parlament abgespielt hat. Merkwürdige Unkenntnis Abgeordneter Wedgewood fragte den Kolonialminister Ormsby-Gore, ob gegen die Richter Palästinas, welche ein Memorandum mit falschen Darstellungen und rebellischem Inhalt der Regierung übergaben, Anklage erhoben wird. Mr. Ormsby-Gore gab die Uberraschende Antwort: „Ich weiß nicht, was der Herr meint, wenn er von einem Memorandum spricht, welches die Richter der Regierung übergeben haben. Ich persönlich habe keine Ahnung davon." Frischen wir seine Erinnerung ein wenig auf, die allerdings im August dieses Jahres, als er vor der Mandatskommission erschien, noch sehr frisch war. Am SO. Juni 1986 wurde ein Memorandum, das vo(n 18 7 arabischen Beamten, unter denen sich auch Richter und Verwaltungsbcamte befanden, unterschrieben war, dem High Commissioner unterbreitet. In diesem Dokument nahmen die Unter» zeichneten scharf gegen die Politik der Regierung, in Bezug auf das Jüdische National» heim Stellung, protestierten gegen die Versuche, Aufruhr mit Gewalt zu unterdrücken, verteidigten das Benehmen der arabischen Führer und drängten auf E i nstellung der jtidisclicn Einwanderung. Ein. Mitglied der Mandatskommission behauptete nun, daß sich die Beamten, die dieses Dokument unterzeichnet hatten, in Rebellion gegen die Regierung befänden; der Vorsitzende erwähnte die Milde, mit der der Sekretär, Mr. Hall, diese Beamten betrachtete, und die zahlreichen mildernden Umstände, die er zu ihren Gunsten vorbrachte. Unter dem Druck der Kommission mußte Mr. Ormsby-Gore bekennen, daß ihm bei näherer Betrachtimg die Form des Gesuches und die Anordnung der Unterschriften besonders aufgefallen sei: Zuerst kamen, nämlich die Unterschriften der Richter und dann erst die der andern. Es muß also Mr. Ormsby-Gore genau so Idar sein wie uns, daß das die falschen und rebellischen Darstellungen der Richter waren, auf die Mr. Wedgewood hinweist. Der Kolonialminister ist, wenn er es für gut hält» berechtigt, zu sagen, daß es jetzt zu spät sei, Schritte zu unternehmen, wenn bis jetzt nichts geschehen ist, aber er stellt unsere Geduld auf eine harte Probe, wenn er vorgibt, nicht zu verstehen, was Mr. Wedgewood meint. Cafe Weghuber Samstag und Sonntag Kapelle Gustav Macho hinter Deutschem Volkstheater (Diener Musik in Reinkultur Beginn Vi9 Uhr abands Vom englischem Unterhaus Palästina-Fragen Aus London: Im Unterhaus am 18. November fragte Abg. Geoffrey Mander den Kolomenminister, ob er Kenntnis davon habe, daß die französische Regierung an der Hebräischen Universität in Jerusalem einen Lehrstuhl gründe, daß sie ferner Fonds zum Ankauf von Büchern für die Universitätsbibliothek bewillige und daß sie Stipendien stifte, durch die es Lehrern oder Hörern an der Hebräischen Universität ermöglicht werden soll, in. Prankreich Studien zu betreiben; ferner, ob der Minister wisse, daß die italienische Regierung an der Jerusalemer. Universität einen Lehrstuhl errichtet habe; schließlich, welche ähnliche Förderung die britische Regierung der Hebräischen Universität habe angedeihen lassen. Kolonienminister Ormsby-Gore erwiderte: Von den in den ersten beiden Teilen der Frage gemachten Feststellungen habe ich Kenntnis. Soweit mir bekannt ist, stand eine ähnliche Aktion seitens der Regierung Seiner Majestät bisher nicht konkret zur Frage. * Abg. Mander fragte den Kolonienminister weiter, was er im Zusammenhang mit dem am 30. Juni 1937 sieren, klarmachen, daß das Spiel, das sie treiben, sich nicht länger lohnen wird. Die Zeitung gelangt zu dem Schluß, daß ein starkes und freundschaftliches Palästina im gegenwärtigen Augenblick für Großbritannien wichtiger sei denn je. England dürfe daher nicht eine, Politik führen, die ihm den Zionismus zum Feind macht. Die geplante neue Regierungskommission, heißt es zum Schluß, müsse so schnell wie möglich ihre Arbeit in Palästina in Angriff nehmen. EISEN¬ WURSTE „_. VERTRAUENSWARE DER KENNER■ Uberreichten, von 13 7' höheren arabischen Beamten, unter ihnen Richtern, gezeichneten Memorandum an den High Commissioner zu tun gedenke. In diesem Memorandum seien die Politik der Regierung hinsichtlich des Jüdischen Nationalheims und ihre Versuche, die Unruhen gewaltsam zu unterdrücken, verurteilt, das Verhalten der arabischen Führer g erechtfertigt und die Einstellung der jüdischen Einwanderung gefordert worden. Auf diese Frage erwiderte Minister Ormsby-Gore schriftlich: Der High Commissioner hat auf dieses Memorandum eine wohlerwogene Antwort erteilt. Eine weitere Aktion in diesem Zusammenhang ist nicht geplant. Anm. der Red.: Plötzlich erinnert sich Herr Ormsby-Gore doch, daß es ein solches Memorandum gibt. Siehe vorstehenden Bericht unseres Londoner Korrespondenten. Ein freundschaftliches Palästina Aus London: „Manchester Guardian" befaßt sich in einem Leitartikel mit der Lage in Palästina und schreibt, der beste Ausweg aus der gegenwärtigen Situation sei die möglichst schnelle Schaffung eines jüdischen Staates in einem Teile Palästinas und die Transferierung der heute noch in dem für den jüdischen Staat vorgesehenen Gebiet lebenden Araber nach den benachbarten arabischen Ländern. Dies sei auch der beste Weg, um das Land von der Terrorwelle zu befreien. Die Palästina-Verwaltung müsse vor allem jenon, die xow, Aualand in er den Terror im Lande organi- London und Rom Aus Paris wird berichtet: Die einflußreiche „Corre,spondence d'Orien t", die im allgemeinen als Sprachrohr der christlich-arabischen Kreise in Syrien gilt, erörtert in ihrer Novembernummer die gegenwärtige Situation in Palästina und kommt , zu dem Schluß, daß eine Verständigung zwischen Juden und Arabern in Palästina so lange nicht zu erwarten sei, als es nicht zu einem Uebereinkommen zwischen London und Rom kommt. Das Blatt erklärt, daß die Berichte über einen Bürger- oder Rassenkrieg in Palästina unrichtig seien* Die offenkundige Feindseligkeit der Araber gegen Eng-» land sei nur eine bedingte. In den 18 Jahren des Be« Stehens des Mandats, schreibt das Blatt, hat Groß« britannien versucht, die beiden feindlichen Brüder, Juden, und Araber, zu versöhnen. Aber vergeblich. England tue seine Pflicht, es erwidere Gewalttaten mit Gewalt. England werde letzten Endes Sieger bleiben, aber ein Sieg der Waffen bedeute noch nicht Frieden; Waffen seien nur. ein Mittel zur Herstellung des Friedens. Das Blatt schlägt einen fünfjährigen Waffenstillstand zwischen Juden und Arabern vor. Während dieser Zeit müssen sich die Araber verpflichten, die jüdische Einwanderung nicht zu bekämpfen; die Zionisten müßten sich andererseits verpflichten, die jährliche Einwanderung auf eine bestimmte, von der Mandatarmacht garantierte Ziffer genau zu beschränken. Insofern es auf die interessierten Parteien, nämlich, die Juden, die Araber und Großbritannien, ankommt —• schreibt das Blatt —, kann dieser Plan verwirklicht werden; es scheine aber, daß gegenwärtig die Wieder« herstellung des Friedens in Palästina sehr schwer ist, weil das Palästina-Problem nicht unab« hängig von anderen Faktoren gelöst werden: kann. Es sei ein Teil des Komplexes der Mittelmeer« Probleme; der Schlüssel zur Lösung liege nicht bei der Klagemauer, in Damaskus oder in Bagdad, auch nicht in London, sondern in Rom. Wenn London und Rom zu einom Uebereinkommen gelangen werden, werden auch die Juden und die Araber in Palästina, sei es auch nur für eine kurze Zeit, zu einer Verständigung kommen. Der Papst und die Palästinafrage Aus Rom (J. T. A.J*: Wie der J.-T.-A.-Vertreter aus maßgebenden Kreisen des Vatikans erfährt, wird deo Papst im nächsten öffentlichen Konsistorium. — Zusammenkunft des Kardinalkollegiums, die nur in ganz besonders wichtigen Fällen einberufen wird — .ein»

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