Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 704 (26.11.1937)
- Date
- 1937-11-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2 DIE NEUE WELT ■*■------ * - ■" - - - ---------- ■ -..... Nr. 704 vom 26. November 1937 ___i,__—-... ■■ 4 Sie werden es nie bereuen, wenn Sie den Rat befolgen, Ihren Körper widerstandsfähig und widerstandskräftig zu machen. Im Kampf ums Dasein spielt es eine große Rolle, daß Sie keinen Tag verlieren, daß Sie durch keine Erkältung gezwungen werden, tagelang Ihrem Beruf, Ihrer Beschäftigung fernzubleiben. Gebrauchen Sie ständig jeden Tag NA Franxbrartntweln mit MuntHol und Sie schützen sich am besten gegen alle Unbill des Wetters und des Alters. In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana", und nehmen Sie nur „Diana". Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. giösen und nationalen Unterschiede zwischen den Hörern der Hochschule zu machen. In einer Erklärung an die Presse betonte Michael Wawelberg, er werde unter keinen Umständen der Einführung von Ghettobänken in einer von seinem Vater gegründeten Schule zustimmen. Ein „Wegweiser" Den Besuchern der Münchener Ausstellung „Der ewige Jude" wird ein Wegweiser" in die Hand gegeben: „Der ewige Jude, 265 Büddokumente, gesammelt von Dr. Hans Diebow, Verlag Franz Eher Nachf., G. m. b. H., München-Berlin." Die Broschüre ist 128 Seiten stark und soll, wie es im Vorwort heißt, von der „jüdischen Barbarei" Zeugnis ablegen. Einleitend wird die Frage „Woher kommt die Judennase?" in „wissenschaftlicher" Weise erörtert. Es folgen hetzerisch illustrierte Aufsätze über die Wanderung der Ostjuden, über „Das Wesen der jüdischen Mimikrie", über das Haus Rothschild, „Das große jüdische Hassen" u. a. Die Broschüre enthält Porträts von Moses Mendelssohn, Heinrich Heine, Gustav Mahler, Bruno Walter, Max Liebermann, Albert Einstein, Stefan und Arnold Zweig, Max Rein- Corso dell' Imoero 184. Unter Aufsicht des Hamburger Vereines, Diraktion: Dr. med. Alftx Schwan hardt u. v. a. Die Porträts wirken keineswegs abstoßend, doch werden sie mit Texten.und Zitaten versehen, die, aus dem Zusammenhang gerissen, ihren ursprünglichen Sinn ins Gegenteil verkehren. Neben dem Bilde Sigmund Freuds, von dem gesagt wird, daß er „unter dem Deckmantel gelehrter Forschung zum Mord anUngeborenen und zu g emeinster Geschlechtsgier anstiftet", sieht man das Bild eines ..schwachsinnigen Sittlichkeitsverbrechers", sowie die Aufnahme aus einem Pariser Nachtlokal mit der Unterschrift „Der Jude in seinem Element: unter Schwarzen im Pariser Nachtlokal. Die lüsterne Welt der Perversen, das ist die Kultur, die der Jude den Völkern bringt, um sie zu entnerven und zu Unterjochen." Der New-Yorker Bürgermeister L a G u a r d i a wird „Ein schweinischer Coupletsänger" genannt. Auch die Porträts von Karl Marx, Rosa Luxemburg, Kurt Eisner, Erich Mühsam, Radek, Trotzki und Litwinow werden mit ekelerregendem Text versehen. Zum Schluß sind einige Abbildungen aus Palästina, sowie die Porträts von Herzl und Weizmann angefügt. Der begleitende Text wirft den Zionisten sowohl Mädchenhandel, als auch Weltherrschaftsge- 1 ü s t e vor. Duell aus rassischen Motiven Aus Budapest: In Szegedin (Südungarn) spielte sich zwischen dem bekannten Fechtchampion Max D o m a n und dem* Pf eilkreuzler H e j a s ein blutiges Duell ab. Alexander Hejas ist seinerzeit nach Zusammen1 bruch der Bolschewikenherrschaft in Ungarn dadurch berüchtigt geworden, daß er eine Bande gebildet hat, mit ihr in mehrere südungarische Städte einfiel und zahlreiche angesehene Juden, zum Teil ganze Familien, die nichts mit Bolschewismus zu tun hatten, abschlachtete. Hejas hatte zunächst ritterliche Genugtuung für Doman mit der Begründung zu verweigern gesucht, daß er sich mit Juden nicht duelliere. Der Fechtverband verpflichtete ihn jedoch, Genugtuung zu geben. Die Vorgeschichte reicht auf den März dieses Jahres zurück. Die Szegediner Pfeilkreuzler verbreiteten damals Flugschriften, in denen sie sich mit höhnischen Bemerkungen über die jüdischen Sportler von Szegedin äußerten. Alexander Hejas hatte als verantwortlicher Herausgeber gezeichnet und war deshalb von mehreren Seiten gefordert worden, namentlich von denen, die er mit Namen genannt hatte. Es kam zu mehreren Duellen, darunter mit dem Kaufmann Paul Hay. Im Laufe des Duells erlitt Hejas damals eine schv/ere Verletzung, Bei dem jetzigen Duell mit Max Doman erlitt Hejas im dritten Gang eine 15 Zentimeter lange Wunde am Hals und am Schlüsselbein sowie Verletzungen auf der Brust, worauf das Duell abgebrochen wurde. Die Gegner schieden unversöhnt. Ablenkungsmannover Von Dr. Martin L i c h t n e r (Leitnieritz) I Der Präsident der Judenstaatspartei Meir Öroßmann ist vor das Zionistische Bhrengerlcht gestellt worden, weil er die vom Präsidenten Welzmann und defift eiig- Itechen Kolonialminister geheim getroffenen Abmachungen über die Teilung Palästinas enthüllte. f* Das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation, jene Institution, die im kongreßlosen Jahr die .höchste Iiistanz der Bewegung ist, welcher selbstverständlich auch die Exekutive untersteht, hatte im Frühjahr dieses Jahres einen eindeutigen Beschluß gegen die Teilung Palästinas gefaßt und jeden Versuch nach dieser Richtung entschieden zurückgewiesen. Es ist klär, daß die Exekutive der & ÖM äh diesen Beschluß absolut gebunden war. In Wirklichkeit aber verhandelte der Präsident der Z. O., ohne sich an diesen Beschluß zu halten, mit Minister Ormsby-Gore bereits über die Modalitäten der Teilung und machte ganz bestimmte Zusagen bezüglich der Haltung der Z. 0. inr positiven WZ Restaurant Stefanie UPS II, TaborstraJe 12 © Telephon R<48*4-46 HUGO und JULIE HERLINGER geb. Zollner Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung Täglich frische Fische ' Neu renovierter Speisesaal / Angenehmer Aufenthalt «f Sinne. Bereits vor dem Kongreß in Zürich erschienen« Artikel in der Presse der Opposition^ weiche diese Handlungsweise des Präsidenten der Z. Ö. als Tatsache behandelten und verdammten. Die Presse der Mehrheit nannte diese Artikel Ausgeburten der Phantasie und des abgrundtiefen Hasses und schließlich sah sich sogar ein Mitglied der Exekutive, Herr Ben Gurion, veranlaßt, in der ,,Ost jüdischen Zeitung" einen geharnischten Protest gegen diese „Verleumdungen" loszulassen und ausdrücklich namens der Exekutive als auch im Namen Weizmann s zu erklären, daß kein Mitglied der Exekutive, 'weder offiziellnoch inoffiziell, über die Teilung verhandle oder verhandelt habe. Jede andere Mitteilung bezeichnete Ben Gurion dort als Verleumdung und Übelwollende Unterstellung. Man muß '.'zugeben; daß auch in den Reihen der Opposition diese Erklärung ihre Wirkung nicht verfehlte.- Ich selbst hatte kurz Vorher in diesen Blättern die Meldungen aus London registriert und die Erwartung ausgesprochen, daß die Exekutive end- BANKGESCHÄFT Dr. OFFENBERGER Wien I, Freyung 1 Telephon: U - 27 - 2 - 11, U - 28 - 2 - 55 Durchführung sämtlicher Bank« und Bö rie tra nsaktionen lieh dementieren werde, wenn sie nicht tätsächlich sich schuldig gemacht habe. Ich war nach dieserv Erklärung Ben Gurions tatsächlich überzeugt, daß ein unlauterer Feldzug'gegen Weizmann inszeniert .worden sei. Am Kongreß selbst ereignete sich nun eine höchst merkwürdige Sache: Meir Großmann, der Prä- Gegen Hartleibigkeit und Hämorrhoiden, Schmerzen im Kreuz und im Rücken ist das rein natürliche „Franz-Josef'-Bitterwasser — in kleinen Mengen täglich mehrmals genommen — ein herrliches Mittel. Fragen Sie Ihren Arzt. sident der Judenstaatspartei, fand eines Tages auf seinem Tisch ein Dokument in. Form eines offiziellen Protokolls, das einwandfrei bewies, daß Dr. Weizmann tatsächlich mit Minister Ormsby-Gore über die Modalitäten der Teilung verbindlich verhandelt und zugesagt habe, die Zionistische Organisation für die Teilung zu gewinnen. Was tut ein verantwortlicher Volksvertreter, wenn von unbekannter Hand (Eingeweihte haben einen sehr bestimmten Verdacht auf eine außerordentlich exponierte jüdische Persönlichkeit) ihm ein Dokument, von dessen Echtheit er sich überzeugt hat, in die Hand gespielt wird, das offen und eindeutig beweist, daß der Regierungschef einer demokratischen Organisation gegen den ausdrücklichen und bindenden Beschluß der Volksvertretung gehandelt hat? Seine einzige Pflicht ist — und darüber kann es gar keine Diskussion geben — dieses Dokument der höchsten Instanz seiner Organisation vorzulegen. Das hat Meir Großmann getan. Unnötig, zu sagen, daß von Sensationslust und dergleichen keine Spur vorhanden war, unnötig, zu sagen, daß Meir Großmann nach den klaren Gesetzen des demokratischen Prinzips handelte, vor welchen eben der Präsident nicht mehr gilt, als das letzte Mitglied. Daß daraus eine Sensation wurde — nicht am Kongreß, sondern in der englischen Presse und Oeffentlichkeit —, ist nicht Großmanns Schuld oder Verdienst, sondern ausschließlich die Schuld jener, die sich schwer an den Gesetzen vergangen hatten. Was aber pflegt nach solchen Dingen, normalerweise zu geschehen? Entweder der durch dieses Dokument bloßgestellte Präsident erklärt es für falsch und weist die Fälschung nach oder er erklärt es für wahr, dann pflegt er die Gründe für sein Vorgehen darzulegen, eventuell vor einer nichtöffentlichen Kommission de's Parlaments. Es kann Gründe im höheren Interesse geben, die einen verantwortlichen Leiter der Politik eines Volkes zwingen, gegen ausdrückliche Beschlüsse der höchsten Körperschaften dieses Volkes zu handeln. Dann stimmt das Parlament nach Anhörung dieser Gründe zu und die Angelegenheit ist erledigt. Nichts von dem geschah. Sondern es geschah etwas völlig Absurdes. Unerwartetes, Lächerliches! Man stellte den Volksvertreter, der seine unbedingte Pfl i ch t getan hat, vor ein. Gericht, vor das Ehrengericht der Zionistischen Organisation, und klagt ihn de3 Disziplinbruches an, begangen durch Nichtachtung der Prärogativen der Zionistischen Exekutive! Der Laie schüttelt den Kopf, der Fachmann erkennt den Nonsens. Wenn Großmann mit einer Regierung oder anderen verantwortlichen politischen Faktoren der Welt über politische Maßnahmen verhandelt hätte, ohne Auftrag, gegen den Auftrag, hinter dem Rücken und ohne Wissen der Zionistischen Organisation oder deren Exekutive, dann hätte er tatsächlich die politischen Prärogativen der Zionistischen Exekutive mißachtet und sich nach den scharfen .Disziplinbestimmungen, die die Zionistische Organisation vor wenigen Jahren hauptsächlich gegen selbständige politische Aktionen der Revisionisten gefaßt hat, strafbar gemacht. Aber nichts davon hat er getan. Er hat ein Dokument, welches das Doppelspiel der Exekutive enthüllte, der Instanz vorgelegt, der er es vorlegen mußte, wollte er sich nicht als Mitwisser eines Vertrauehsmißbrauches mitschuldig machen. Er hat das getan, wozu jeder Staats-, O P T 1 K E R KARL SEIDNER 1, Franz-Josef s-Kal 33 / II, Hollandstrafle 7 Fachmännischer Rat / Reiche Aus-: wähl / Beste Qualität / Preiswert bürger im bürgerlichen Leben gesetzlich verpflichtet ist, . denn auch dieser muß,- wenn er von einem Ver«? gehen gegen den Staat erfährt, .dieses Vergehen zur Anzeige bringen, sonst wird er selbst strafbar. Er hat nachgewiesen, daß das Dementi Ben Gurions eine b ewußte Irreführung der zionistischen OÖffentlichkeit war. Er hat bewiesen, daß die Exekutive, bzw. ihr verantwortlicher Leiter, gegen den Willen, gegen den Beschluß, gegen den Auftrag des Volkes und seiner berufenen Vertreter gehandelt hat. In jeder anderen Organisation, bei jedem anderen Volke hätte man dem Präsidenten, der so handelt, zumindest das Vertrauen verweigert, wenn schon nicht ihn unter Anklage gestellt. Bei uns ging die Mehrheit des Kongresses über diese Demaskierung eines Systems zur Tagesordnung über, nahm sie einfach nicht zur Kenntnis, wählte wieder denselben-Präsidenten, gab ihm Direktiven ganz bestimmter Art, obwohl man sich klar sein mußte, daß er diese Direktiven genau so mißachten Werde, wie die vorangegangenen. Dafür läßt man den Mann, der seine nationale, demokratische, patriotische Pflicht erfüllt hat, unter Anklage stellen. Warum? Weil die Exekutive ein Ablenkungsmanöver braucht! Weil die Exekutive genau weiß, daß die Teilung vom jüdischen Volke abgelehnt wird und weil sie mit dieser Anklage das Haupt der Neinsager treffen will, um das sich die Gruppen konzentrieren könnten, um am nächsten Kongreß der Teilungsexekutive die Niederlage zu bereiten. Man stellt den Spiritus rector des kommenden Neinsagerblocks unter Anklage, in der sicheren Hoffnung, daß er als Verurteilter aus dem Verfahren hervorgehen wird. Und damit glaubt man, die Ideologie der Neinsager selbst ins Herz zu treffen. Das ist das Spiel, das gespielt wird, wider alle Spielregeln. Man muß es aufdecken und seine Hintergründe beleuchten. Aufgabe der zionistischen Oeffentlichkeit ist es, diesem gefährlichen Spiel entgegenzutreten. Diei öffentliche Meinung muß zu allergrößter Aufmerksamkeit und Widerstandsbereitschaft aufgerufen werden. Der Prozeß Großmann ist ein Prozeß gegen das jüdische Volk und seine „Politischen Prärogativen". Diese aber lauten: Erfüllung des zionistischen Programms, die Zionistische Exekutive aber will das Gegenteil. (Ein Schlußartikel folgt.) Keine jüdischen Apotheken in Danzig Aus Warschau: Da die Danziger Behörden den fünf auf dem Gebiet des Freistaates Danzig befindlichen jüdischen Apotheken die Konzession nicht verlängerten, sind diese liquidiert worden. Eine von ihnen ist gänzlich geschlossen worden, vier sind in „arischen" Besitz übergegangen.