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Die neue Welt · 1937-11-19 · Heft 702 (19.11.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 702 (19.11.1937)
Date
1937-11-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 702 vom 19. November 1937 DIB NEUE WELT Seite 3 Kay Träne {5 E^rolflynn J RWffl!"""8"™ n ÜUHHClfteHÄCHTfi ^'£6li^flfß^klH-;Mr£Ri0. ^ÖYEhTÜRH KINO I. .MUSIK- E.W. MORN&OLD VOTIVPARK KINO IX. It/oikekSfUegd AegyplB*die Gasllreundsdiall Fast noch anstrengender als die Wettkämpfe in ungewohnter Umgebung und unter fremden Verhältnissen waren die vielen feierlichen und großartigen Empfänge und Festlichkeiten, welche die ägyptischen Behörden und Vereine den Makkabim aus Erez Israel zu Ehren veranstalten. „Isr. Familienblatt" (Berlin, Nov. 1937). Die Konferenz für Redit und Freiheit Um so dankbarer muß man für solchen, tätigen Glauben sein, als wir täglich die entmutigende und beschämende Erfahrung machen, wie die Welt sich mit der doch auch für sie gefahrdrohenden, moralischen Verworfenheit des sogenannten Dritten Reiches, als sei es ein Staat wie ein anderer, abzufinden und einzurichten sucht. Thomas Mann, November 1937. Mehr tut Geld ♦ ♦ ♦ Es ist ein seltsames und für uns betrübliches Schauspiel, wie eine europäische Großmacht nach der anderen um die Gunst irgend eines halbwilden arabischen Staates buhlt und mit dem schlauen Despoten Verträge abschließt, der'sich „Europas übertünchte Höflichkeit" längst zu eigen gemacht hat und im nächsten Augenblick den Abgesandten eines anderen europäischen Staates empfangen wird, um ihm, mehr für Geld als für gute Worte — die gleichen Versprechungen zu machen, die er im Ernstfall bestimmt nicht halten wird. „Sturm über Oesterreich", 1937. Günstige Prognose Palästinas Wirtschaftsorganismus besitzt Unabhängigkeit und Stabilität, und ist in der Lage, unabhängig von der Einwanderung eine selbständige Existenz zu führen. Die Konjunkturschwankungen dürfen weder mehr noch weniger ernst genommen werden, als das entsprechende Auf und Ab in anderen Ländern. .Die Bedeutung des Hereinkommens von Menschen und Kapital liegt in der'belebenden Wirkung, die sich bis zur Aufhebung der. schlimmsten Wirkungeneiner Depressionsperiode auswirken, aber nicht an sich die Ursache von Prosperität oder Depression ist. „Palestine and Middle East" (Tel-Aviv," 1937). v Judenstaat wird begrüßt „Das größte Problem des heutigen Gesamtjudentums ist die Palästina-Frage. Und wiewohl der geplante Judenstaatr für diejenigen, die in ihm. eine neue Heimat 1ür< die: in E:uropa„k heipiatlos, gewordenen ' Juden. erwarteten, eine schmerzliche Enttäuschung bedeutet, muß iclix das neue Gebilde dennoch begrüßen, da es die Möglichkeit neuer Weiterentwicklungen in sich birgt und die daran geknüpften Hoffnungen voraussichtlich erfüllen wird." Hof rat Dr. S. Stern (Budapest). EISEN¬ SELCHWARE MAL TÄGLICH FRISCH IN ALLEN FILIALEN Das GhettoxPlebiszit Aus Lemberg: Der Rektor der Lemberger Universität hat eine Abstimmung unter den Studenten ausgeschrieben, welche darüber entscheiden soll, ob die jüdischen Hörer während der Vorlesungen auf abgesonderten Bänken Platz zu nehmen haben. Daraufhin haben sämtliche jüdischen akademischen Vereinigungen in Lemberg beschlossen, das . von dem Rektor vorgeschlagene Plebiszit entschieden abzulehnen. Die sozialistischen.Studenten verteilten Flugblätter, in denen die demokratische Jugend aufgefordert wird, das Plebiszit zu boykottieren. Mehrere Plugzettelverteiler wurden von nationaldemokratischen polnischen Studenten blutiggeschlagen.. Auch der Verband der demokratischen Akademiker beschloß, das Plebiszit zu boykottiren. Die „Front der zentralen Einheit", eine ukrainische faschistische Organisation, hat ihre Studentengruppen aufgefordert, gegen das Hochschulghetto und für das Zusammensitzen mit den Juden zu stimmen. Die ukrainischen Sozialisten werden das Plebiszit boykottieren, die bürgerlichen Ukrainer haben noch keinen Beschluß gefaßt. In einem nationaldemokratischen Flugblatt wird die Anordnung des Rektors als Sieg gefeiert und verlangt, daß die Ukrainer gemeinsam mit Juden und getauften Juden abgesondert werden. Chajes-Ausstellung;. Der Zionistische Landesverband für Oesterreich veranstaltete in seinen Räumen, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5, in -der Zeit vom 21. bis 28. November eine Chajea-Ausstellung. Es soll hiedurch aus Anlaß des zehnjährigen Todestages unseres unvergeßlichen Oberrabbiners ein lebendiges Bild seiner Persönlichkeit und seines Wirkens gegeben werden. — Die feierliche Eröffnung der Ausstellung findet Sonntag, den 21. November, um 11 Uhr vormittags statt. Diese Ausstellung ist täglich (außer Freitag und Samstag) von 15 bis 21 Uhr geöffnet. Eintrittspreise 50 g. Gruppenftthrungen gegen vorherige Anmeldung, ermäßigter Regietoeitrag. Wie man uns täuschen wall! Höchstens noch 400.000 Juden im geplanten „Judenstaat" In der soeben im Verlage der „Neuen Welt" erschienenen Schrift „Zwerg-Judenstaat" von Robert Stricker wird an Hand von Ziffern und Fakten das Märchen von der großen Fassungskraft des nach Teilung Palästinas verbleibenden „Judenstaates" erledigt. Nunmehr ergreift ein unpolitischer Fachmann das Wort und bestätigt in vollem Sinne, was Stricker geschrieben hat. Nur mit der Behauptung, im neuen „Judenstaat" hätten noch zweibisvierMillionenJudenPlatz, haben es Präsident Weizmann und seine Helfer dahingebracht, daß die Majorität auf dem Züricher Kongreß den Widerstand gegen den Teilungsplan aufgegeben hat. Jetzt ergreift ein Mann, der dem zionistischen politischen Leben ferne steht, ein berufener Fachmann das Wort und erledigt die Lügen um die Fassungskraft des neuen „Judenstaates". * Die J. T.-A. meldet aus Jerusalem: In einem Gespräch mit dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen- Agentur erklärte Mo.sc he D o u k h a n, der von 1921 bis 1936 Vizedirektor des B odendeparte- Soefef* ec&cUietieto! ROBERT STRICKER: „Z(ÜERG-JÜDEHSTAAT" INHALT: Einführung — Judenstaatler auf Befehl — Märchen um die Fassungskraft des Zwerg-Judenstaatet — Die Dokumentenaffäre Weizmann—QroBmann — Der Negew — Karte des geplanten Judenstaates PREIS 30 GROSCHEN Erhaltlich bei: „Die Neue Welt". IX, UniversitSts- «traflo 8, Buchhandlung Belf, I, Rabensteig, Buchhandlung Rath, II, TaborstraBe 20. Auch durch die Post gegen Voreinsendung von 40 Groschen in Briefmarken. Postversand auch ins Ausland ments der Palästina-Regierung gewesen war, auf dem Gebiete des jüdischen Staates, den die englische Regierung in Palästina zu errichten plane, können — falls Neu-Jerusalem und Haifa in das Gebiet des zu errichtenden Staates miteinbezogen werden — höchstens noch 400.000 jüdische Einwanderer Platz finden. „Auf Grund meiner Kenntnisse der Dinge als Fachmann in Bodenfragen", erklärte Doukhan-. „schätze ich, daß kaum mehr als eine halbe Million Dunam innerhalb der Grenze;; des geplanten jüdischen Staates, einschließlich der bewaldeten Gebiete und des Oedlandes für eine jüdische Ansiedlung geeignet sind. Eine Transferierung der gegenwärtig auf dem für den künftigen jüdischen Staat in Aussicht genommenen Gebiet lebenden arabischen Bevölkerung ist nicht möglich. Keine Macht auf Erden ist imstande, dies zu tun. Es gibt nicht genügend Divisionen in^ der britischen Armee, um die auf diesem Gebiete befindlichen 300 arabischen Dörfer auf ein anderes Gebiet zu verpflanzen." „Wenn man davon spricht", fuhr Doukhan fort, „daß noch zwei Millionen Juden auf dem Gebiet des geplanten jüdischen Staates angesiedelt werden können, so ist das entweder Unkenntnis der Probleme oder bewußte Nichtbeachtung der Tatsachen. Ich schätze, daß der jüdische Staat einschließlich der Hule-Konzession höchstens noch Platz für 3 0.0 00 in der Landwirtschaft tätige Familien und für etwa weitere 10.000 in anderen Positionen tätige Familien, zusammen also für etwa 200.000 Seelen, bietet. Falls Neu-Jerusalem, Haifa und andere Gebiete, die laut dem Bericht der Kgl. Kommission zeitweilig unter britisches Mandat gestellt werden sollen, in den jüdischen Staat mit einbezogen werden, könnten schätzungsweise weitere 200.000 Einwanderer in ihm Platz finden. Dabei ist meiner Ansicht nach sogar diese Zahl schon zu hoch gegriffen!" In acht Monaten dürfen 1500 jüdische Arbeiter einwandern Dafür 1600 Nichtjuden! Aus Jerusalem wird gemeldet: Das Amtsblatt der Regierung hat einen Erlaß veröffentlicht, in welchem das Einwanderungsmaximum für die Zeit vom 1. August 1937 bis 81. März 1938 festgesetzt wird. Zum ersten Male sind Zertifikate fürNichtjuden vorgesehen! Die Gesamtziffer (Juden und Nichtjuden) beträgt 9600. Hlevon werden 1600 für Nichtjuden reserviert. Auf die Juden entfallen 8000. Von diesen entfallen 6200 auf verschiedene (Kapitalisten mit über 1000 Pfund, religiöse Funktionäre, Studenten, Verwandte von Ansässigen usw.). Lediglich 1780 Zertifikate sind für Arbeiter bestimmt, von welchen aber die Regierung 280 in Reserve hält. D e r Zionistischen Exekutive stehen also für acht Monate lcdiglichl500 Zertifikate für jüdische Arbeiter zur Verfügung, also nicht ganz 200 pro Monat. Ueber die ins Land zu lassenden „Nichtjuden" wird nichts Näheres gesagt. Sind es Araber, Engländer, Italiener, Deutsche? ... Interessant ist die Gegenüberstellung von Kapitalisten und Arbeitern. 900 Kapitalisten und 1500 Arbeiter! Also auf einen Kapitalisten sage und schreibe 12/;, Arbeiter! Smilanski sattelt um Auf dem Züricher Kongreß war der Führer der palästinensischen Kolonisten Smilanski einer der eifrigsten Verfechter des Teilungsplanes. Präsident Weizmann zog in Begleitung Smilanskis von Klub zu Klub, um Anhänger für die Teilung zu gewinnen. Dann hielt Smilanski in Paris und London begeisterte Referate für Bei Unwohlsein — insbesondere bei träger Darmtätigkeit und bei Kreuzschmerzen — ist das natürliche „Franz-Josef'-Bitterwasser ein angenehm wirkendes Hausmittel, die Beschwerden erheblich zu verringern, zumal oft schon geringe Mengen sicheren Erfolg haben. Fragen Sie Ihren Arzt. die Teilung, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus. Nun wird aus Jerusalem gemeldet: Der Präsident des jüdischen Kolonistenverbandes Mosche Smilanski erklärte in einem Gespräch mit dem J.-T.rA.-Vertreter, eine Umwandlung Palästinas in eine britische Kronkolonie könne die ökonomischen Schwierigkeiten des Heiligen Landes lösen helfen. Er habe zwar auf dem Zionistenkongreß in Zürich dafür gestimmt, daß man auf der Basas des Teilungsplane» Verhandlungen mit der englischen Regierung führe und sei noch jetzt der Ansicht, daß sogar ein definitiver Beschluß, betreffend die Teilung Palästinas für die Wirtschaft des Landes besser wäre als die gegenwärtige ungeklärte politische Situation. Aber «die U mwandlung Palästinas in eine Kronkolonie würde eine wahrhaft große Wiederbelebung der Wirtschaft zur Folge haben. Es geht um Ihr kostbarstes Gut, „Ihre Augen"! Lassen Sie sich fachmännisch unverbindlich beraten von Optiker Karl Seidner, I., Franz-Josefs-Kai 33, und II., Holjandstraße. % (Siehe Inserat!)j „La Stampa" gegen den Zionismus Aus Rom: Nach der römischen Tageszeitung „II Tevere" richtet nun auch die Turiner „La Stampa" scharfe Angriffe gegen Oberrabbiner Professor David Pra to und gegen den Zionismus im allgemeinen, Das Blatt schreibt, „Italiens Mittelmeer-Interessen stehen in absolutem Widerspruch zu der Errichtung hebräischer Vasallen-Siedlungen des britischen Imperialismus. Wer zionistische- Bestrebungen fördere, entfalte eine italienfeindliche Tätigkeit. Der Oberrabbiner und seine Glaubensgenossen sollten sich darüber Rechenschaft geben, da sie die Ehre und das Vorrecht genießen, zu den italienischen Statasbürgern zu zählen". England fordert von Italien Verzicht auf die antibritische Propaganda Aus London: Wie die Presse meldet, hat der britische Botschafter in Rom, Lord'Per th,'. mit'dem italienischen Außenminister, Grafen Ci an o, eine wichtige Unterhaltung gehabt, deren Grundlage vier Forderungen Englands bildeten, von denen die erste lautet: Verzicht auf die antibritische Propaganda Italiens in Aegypten und Palästina. I B ANKGESCHKF Dr. OFFENES Wien I, Freyung 1 Telephon: U - 27 - 2 - 11, U - 28 - 2 - 55 Durchführung sämtlicher Bank- und Börsetransaktionen

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