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Die neue Welt · 1937-11-12 · Heft 701 (12.11.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 701 (12.11.1937)
Date
1937-11-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 DIE NEUE WELT i i Nr. 701 vom 12. November 1937 Ma« ^M^*.m*m*±.^* m sieht man in nOl 96115 jedem Hauae DIANA- Franzbranntwein mit Menthol im Gebrauch. Warum girade ditianT 1. Well die meisten Menschen gewohnt sind, ihren Körper mit Dl&na-Fr&nabranntweln einsurelben und ihn duntt für die Mühen des Tages in stahlen und die Tätigkeit der Haut anzuregen, die Blutzirkulation zu beleben und die Nerven der Haut au kräftigen. 2. Wer leicht «um Schwitten neigt, muß unbedingt das Morgens den Körper mittels eines in Dlana-Fransbranntwein getauchten Lappens frottieren, damit der geschilderte Uebelatand behoben wird. 3. Bei. Brüchigkeit des Haares, Schuppen uaw. ist Diana* Franzbranntwein von ganz ausgezeichneter Wirkung. 4. Infolge des angenehmen Geruches und Geschmackes des Diana-Franzbranntweines sowie dessen Eigenschaften gibt derselbe ein ausgezeichnetes Zahn- und Gurgelwasaer. 5. Wer in der Frühe einige Tropfen Diana-Franzbranntwein in Wasser aufschnupft, beseitigt die häufig auftretende Verstopfung der Nasenkanäle. In jedem besseren Geschäfte erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „DIANA" und nehmen Sie nur „DIANA". Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen klarer wurde mir, daß er sich hart am Rande «iiner Katastrophe befindet. Der Zionismus entfernt sich immer mehr von seinem ursprünglichen Ziel, der Schaffung eines jüdischen Staates in Palästina. Vielleicht kann nur ein in der Bewegung neuer Mensch da» ganze Ausmaß des Verfalles der Organisation erkennen. . Dann kam ich nach Zürich; um die Tätigkeit der höchsten Instanz der Zionistischen Organisation zu beobachten, des Kongresses. Ich 'sah die Führer afl ihrer Arbeit; ich hörte ihre politischen Reden; ich verfolgte die Beratungen der verschiedenen Gruppen Und Parteien; ich sprach mit den Delegierten — und, ich'kam zu'einem betrüblichen-Ergebnis: 1 Uns Juden fehlt vor allem, und besonders in politischer Hinsicht, der Wirklichkeitssinn;' "dessen'vermeintlichen Besitz man uns so oft vorwirft. In jede* Hinsicht sind wir konservativer als die anderen Völker.. Sind wir krank, so gehen wir zum Arzt?- Die besten ' Lehrer sind uns gerade gut genüg'zur Erziehung unserer Kinder. Für unsere Geschäfte ziehen wir die ersten Fachleute zu Rate. Handelt es'sich aber um die Lösung Unserer jüdischen Probleme, um die Zukunft unserer'Kinder, so' verlieren wir plötzlich jeden Sinn für die Wirklichkeit und lassen die Dinge ihren Lauf nehmen. Jahre hindurch ließ man die Führung der Geschicke unseres Volkes in den denkbar ungeeignetsten Händen-. Ein Fehler folgte dem anderen, ei» Mißgriff dem ' zweiten, ab er; m-an b e h i e 11 dieselben Führer und dieselben Methoden bei. Der Zionismus schreitet von einer Niederlage zur anderen, diejenigen jedoch, welche von jeher dieses Resultat vorausgesagt habenr sind immer noch von der Führung des Zionismus ausgeschaltet. Ein Volk, das um seiner Bankiers und Finanzleute willen berühmt ist, ist außerstande, seiue ökonomischen Institutionen gehörig zu leiten und zu verwalten! Es war mir betrüblich, die Haltung der zionistischen Führer gegen-solche Zionisten zu beobachten, die anders denken als sie selbst, wie auch ihre Einstellung zu der großen Masse, von Juden, die noch außerhalb der Zionistischen Organisation stehen. * "Die jetzigen Führer des Zionismus haben es nicht verstanden, den Begeisterungswillen der Juden in aller Welt gebührend auszuwerten. Sie unterließen es, die Basis der zionistischen Bewegung zu erweitern, und es gelang ihnen auch nicht, sich die Mitarbeit bedeutender Gruppen im Judentum zu sichern, die aus ersichtlichen Gründen in jüngster Zeit sich ihres Jydeselns bewußt geworden sind. Durch den Hitleriamus ist in vielen Juden der Sinn für jüdische -Würde wieder erwacht, und sie sind von dem Wunsche beBeelt, sich der Sache des jüdischen Volkes zu widmen. An wen jedoch »ollen siesichwenden? Niemand ist da, um ihnen Gelegen-, heit "zur Betätigung zu geben, um sie aktiv an, den Angelegenheiten des Judentums zu interessieren und sie in, den Kreislauf der zionistischen Arbeit zu ziehen. '* Etwas Gewaltiges hat sich im Judentum ereignet und wie Erdbeben hat der Schock alle Teile unseres Volkes erfaßt. Im Westen und im Osten, in Amerika und in Europa ist die Judenfrage akut geworden, Der' Augenblick war reif, eine wirksame Aktion in großem Maßstabe zu unternehmen, um einen neuen energischen Plan des Wiederaufbaues in Erez Israel und der Diaspora zu schaffen und zu realisieren. Statt dessen blieb die zionistische Bewegung da, wo sie vor zehn Jahren gestanden hat: die gleichen Schlagworte, dieselben Methoden, dieselben Menschen; vielleicht weniger Enthusiasmus, weniger Glaube an den endlichen Sieg unserer Sache — mehr Kompromisse, mehr Rückschläge, mehr Enttäuschungen In jeder Hinsicht. •; ' * Wie sieht heute die Bilanz der letzten fünfzehn Jahre zionistischer Tätigkeit aus? Die zionistischen Führer haben es nicht nur nicht vermocht, (Jen Idealismus für zjpo, zu y&rtiefen, was 1 eine Vorbedingung aller erfolgreichen zionistischen Ar-- beit ist, sondern waren nicht einmal in der Lage, den bestehenden Idealismus in den leidenden judischen Massen Osteuropas zu erhalten. Politisch gesehen, waren Ihre Erfolge noch klägUcher. Die Balfour-Deklaration schloß Trun«- jordanien als einen Bestandteil Palästinas ein; Tran»Jordanien würde Abgetrennt, Die Jewish Agency war durch das Mandat mit erheblichen Hechten ausgestattet worden) systematisch wurden diese Rechte allmählich unwirksam gemacht und aufgehoben. Man erwartete 8taatsiftnderoion für die Zwecke der Jüdischen Kolonisation; nichts erhielten wir. Man erwartete, daß die Tore Palästinas weit der jüdischen ' Einwanderung geöffnet werden, würden — jedoch wurde die Einwanderung tuhächfct kontrolliert, später eingeschränkt und sohÜeßUcn gev sperrt. Ich will Hier nicht auf die Details eingehen, wie das Zukurzkommen der jüdischen Kolonisation in Palästina, die Armut der nationalen Fonds, den Grundfehler, die ganze Bewegung auf das Schnorrsystem basiert zu haben, die Unbedeutendheit der finanziellen Institutionen, das Arbeitsmonopol in Palästina, die Hoffnüngs-, losigkeit des jüdischen Mittelstandes, denen kaum nennenswerte Hilfe Von selten der Zionistischen Organisation geleistet wurde. Wenn man die oppositionellen Reden auf den letzten sechs Zionistenkongressen liest, findet man dort genügend Material für ein vernichtendes „j'aecuse". Aber ich glaube, daß ich schon genug, gesagt habe, um zu zeigen,' daß zu einer Zeit, wo das Judentum eine der entscheidendsten Epochen seiner Geschichte durchlebt, wir von Männern geführt werden, deren Fähigkeiten der schweren,; erdrückenden Verantwortung; die auf ihnen ruht, bei weitem nicht gewachsen sind. \ ... . Ihr Vorgehen in der Teilungsfrage beweist deutlich, daß die Führer der Zionistischen Organisation den Mut verloren haben. Ja, es scheint, als ob sie bereit seien, die jüdischen Rechte aufzugeben, ohne sogar nur einen Versuch zu wagen, den jüngsten Angriff auf unsere fundamentalen Rechte abzuschlagen. Der letzte Kongreß — der erste, an dem ich teilnahm — machte auf mich einen tief deprimierenden Eindruck. Sehr bald wurden mir die Schwierigkeiten der Bewegung klar, und ich begriff, daß die großon alten Parteien 'n ihrer Handlungsfreiheit nicht unabhängig waren. Schlimmer jedoch ist es noch, daß sie das gesamte jüdische"Volk für ihre eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten verantwortlich mächen.- Und indem sie uns äis schwach, ohnmächtig und hilflos hinstellen, schaffen sie in unseren Reihen eine deiaitisti-. sehe Stimmung. . . u, . . . . ._ Üeberätf in der Welt ,Ist' jedoch die Lage des Judentums derart ernst, daß wir uns nicht den Luxus leisten können, den Zionismus bänkerottgehen zu lassen. Der Zionismus muß zum Ziele kommen, er muß es auf der ganzen Linie und in jeder Hinsicht. Die Frage der persönlichen Empfindlichkeiten darf keine Rolle spielen, ,ünd an die Spitze der Bewegung müssen wir Männer berufen, die fähig sind, die heute amorphen jüdischen Massen zu aktivieren und in ihnen jene konstruktiven Kräfte lebendig zu machen, welche latent in ihnen schlummern, welche aber die bisherigen Führer des Zionismus nicht in der Lage waren, an die Oberfläche zu bringen. * ' Als ich im Züricher Stadttheater, wo der Kdngreß stattfand, um mich schaute, sah ich unter den Hunderten von Delegierten eine kleine Schar von Männern, . welche nicht davor zurückschreckten, konsequent die Wahrheit zu verkünden und für'sie einzustehen. Offen kämpften sie gegen den Teilungsvorschlag, und offen bekämpften sie die' alten zionistischen Führer, ohne, jedoch zu unsachlichen Angriffen und persönlichen Verleumdungen überzugehen. , Ich las ihr Programm, das einfach, klar und direkt ist und dessen Grundsätze ich guthieß. Wenn nun das Programm gut ist, und es von mutigen, aufrechten Mehsoheh, verfochten wird, , welcher anderen Partei^ sollte ein Mensch wie ich , .unter den heutigen Umständen beitreten, der »eine Tätigkeit nicht nur auf ein bloßes Beisteuern zu den zionistischen Fonds beschränken möchte, sondern gedenkt, am Schicksal seines Volkes aktiv mitbauen ■ i zu dürfen. , Naturgemäß trat ich also der. Judenstaatspartei bei,; die ich als wichtiges Instrument ansehe, welches verbessert, vergrößert und verstärkt werden kann, um der ganzen zionistischen Bewegung zu dienen, Sie sollte u. a. ihr Bestreben darauf richten, im Judentum eine nationale Konzentration zustande zu bringen, denn fid ist heute dringend notwendig, so schnell wie möglich einen neuen Geist in den Zionismus zu bringen und seine Basis bedeutend zu erweitern. Das kann nicht ein Werk der bisherigen alten und verkalkten Methoden sein, die schon heute solch klägliche Resultate aufweisen, das kann auch nicht ein Werk der alten Menschen sein, wir brauchen dazu neue Methoden und neue Menschen. CafipAtikttufe* I, O. P E R NU 1 HC 11 -jaöjleh Abendkonzert # Normale Tagespreis* An* flenshmer Aufenthalt Treffpunkt der besten Gesellieheft Sdmtliche inu. ausländische Zettungen liegen auf w ■UM, San Remof Penslone FelKe Corso d«ll> Imfrqro 1M Hamburger VtriinM.Dirsititn: 9t, i i ' '*; m" l V l II , Unter AuUluUtU« tM4. Ales MNwur* ,i ,,i,i,,ir'mllill r Die Judenstaatspärtel ist jung und daher nicht konservativ, sondern elastisch und den Erfordernissen des Augenblickes anpassungsfähig, sie Iii wie eine Insel In W M*er der zionistischen Rückständigkeit und Hilflosigkeit. ' * * \ Durch meinen Beitritt zur Judenstaatspartei habe ich etwas getan, Was im allgemeinen Juden wie ich nicht tun. Ich tat es nach reiflicher Ueberlegung und. Abwägung des Für und Wider. Als Mitglied dieser Partei werde ich in erster Linie und Über allenanderen Dingen stets die allgemeinen Interessen des Zionismus als den tWeg zur Lösung der Judenfrage im Sinne haben. Seitdem ich Mitglied der Judenstaatspartei bin, hat sich meine Ucbcirscuffuug verstärkt, daß ihre Mitglieder genug jung, energisch, idealistisch und fähig, sind, um, bei entsprechender Unterstützung, dem Zionismus große Dienste leisten zu können. Ferner glaube ich, daß diese Partei ein Anziehungspol für all die werden kann, die gleich mir die Notwendigkeit begreifen, daß etwas Neues getan'werden müsse, um der jüdischen nationalen Bewe» gung zu helfen. . . Dies sind die Gründe, weshalb ich mit ganzem Herzen der Judenstaatspärtel beigetreten bin. BANKGESCHÄFT Dr. OFFENBERGER ■ ..... Wien I, Freyung 1 "Telephon: U - 27 - 2 - 11, U- 28- 2 -55 Durchführung sämtlicher Bank« lind Börsetransaktionen Winterhilfiaklion der Israelitischen Kultusgemei'nde Der Vorstand; der Israelitischen Kultusgemeuide Wien wandte , sich an. 39.600 tSeuerzahler mit einem Aufrufe um Leistung eines 20prozentigen, freiwilligen Zuschlages zur Kultussteuer für die Winterhilfe und die rt ^yerscWedenen Jr^rsprgeaJ^onen des kultusge* memde. darf sich ausschließen! .:?»;' ■,..;, Juden.Wiensl Helfet in.dieser Zeit der.Not und zahlet den ZOprozentigen Zuschlag ehestens ein! EISEN¬ WÜRSTE I VERTRAUENSWARE DER KENNER Seit 450 Jahren wieder ein jüdischer Kalender in : Spanien ' Aus Barcelona (J. T. A.): Die aschkenasische und die sephardische Gemeinde in Barcelona, die zusammen. Über 400 Angehörige zählen, haben sich zusammengeschlossen. Der neugewählte Vorstand hat einen jüdisohen Kalender für das Jahr 5698 in spanischer und hebräischer Sprache herausgegeben. Es ist dies seit der Vertreibung der Juden aus, Spanien, also seit ungefähr 450 Jahren,' das erste Mal, daß in Spanien ein jüdischer Kalender erscheint. New-Yorker Juden an hohen Verwaltungsstellen Aus New York: Der Rechtsanwalt und Präsident ders Jüdischen Pädagogischen Gesellschaft, Stanley MV i s'a a c s, ist' bei den Wahlen der Stadt und de» Staates New York auf der Liste des wiedergewählten Bürgermeisters Florello H. LaGuardia zum Präsidenten der Stadtgemeinde Manhattan gewählt worden. Richter Irving Lehman, der im Jahre 1924 für die Dauer von 14 Jahren zum Mitglied des Appellationsr gerlchtesf des höchsten Gerichtshofes des Staates New York, gewählt worden war, ist für weitere 14 Jahre auf; diesen. Posten wiedergewählt worden. Irving Lehman ist ein Bruder des Gouverneurs des Staates New York, Herbert H. Lehman. Die Richter Aaron J. L e v y und Algernon I. N o v a sind' zii Mitgliedern des Obersten Gerichtes in New York wiedergewählt worden. MjeUE \Ä^ELT erscheint wegen des österreichischen Feiertages (Leppoldl, 15, Nbvehiber) in der kommenden Woche nur einmal, und zwar am Mittwoch, den 17. November ' in vergrößertem Umfang,; >*<\ ]

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