Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1937-11-09 · Heft 700 (9.11.1937) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 700 (9.11.1937)
Date
1937-11-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2711613-2712245-2712325--6820-2720622
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr« 700 vom 0. November 1937 DIE NEUE WELT Seite 3 tkio€as£i£m. AmikikotS 1 ^■^V1BB1^^»»W flf |f»Wl^WW^ Jüsf ,;p$^oi> BOflNTURMt Verb« d* ludenitadttztottfefeit Oester*eidis Landeskonferenz Am 31. Oktober tagte Im großen Saal des Verbandshelmes die Landeskonferenz des Verbandes der Judenstaataaioniaten Oesterreichs. Nach der Begrüßung durch den Obmann Oberbaurat Robert Stricker wurden die Herren Ing. Buchbinder, Glasberg und Friedler (Leoben) ins Tagespräsidium gewählt. Den Rechenschaftsbericht und das Organisationsreferat erstattete Theodor G r u b n e r, das politische Referat Robert Stricker. Die Generaldebatte dauerte bis in die Abendstunden und ergab völlige Uebereinstimmung in allen zionistisch-politischen Fragen. Der abtretenden Leitung wurden Dank und Anerkennung ausgesprochen. Nach Konstituierung der neuen Leitung wurden nachstehende Resolutionen einstimmig angenommen: Resolutionen 1» Der Verlud der Judenstaatfiaioolsten Oesterreichs Jelptf die Tollung ralüstinag als nutzun4 sinnlose VaiftÜudiKuni am jüdischen Volke entschiedenst ab. £r erblickt «Je Lösung der Judenfrage, das Endziel des Zionismus, In der Schaffung eines auf der Basis sozialer Gerechtigkeit errichteten Judenstaates in den historisehen Grenzen. Diese» Ziel kann nur durch eine mächtige jüdische Volksbewegung erreleht werden. 2» Die Landeskonferenz dankt den österreichischen Delegierten hei der Weltkonierenx, der Judenstaatspartei in Paris und beim Züricher ZionisterikongreO für ihre Tätigkeit, insbesondere für ihr energische« Eintreten gegen den Teilungsplan. 3. DI« Landeskonferenz dankt der Weltexekutive der Jadenstaatspartei und vor allem dem überaus verdienstvollen. Präsidenten Meir Groß mann für ihre erfolgreiche Tätigkeit In den letzten zwei Jahren. Sie dankt insbesondere dem Mitglied der Weltexekutive, Obmann des Verbandes, der Judenstaatsrionisten Oesterreichs und Vizepräsidenten der Wiener KultusgeraeSnde» Oberbaurat Ing. Robert Stricker, für seine aufopfernde politische Tätigkeit und nimmt Gelegenheit, neuerlich ihrer innigen Verbundenheit mit seiner Person Ausdruck zu verleihen. Sie tut die» um so freudiger, als Robert Stricker vor kurzem das Jubiläum seiner vierzigjährigen Tätigkeit in der zionistischen Bewegung und im Dienste des jüdischen Pontes veneieluien konnte. . 4, Die Landeskonferenz dankt Herrn Großmann für dto Veröffentlichung der We i zm ann- Orm sby- <**rcWDe)ltmmente1. durch welche gefährliche, geheime MttorCr für die Teilung enthüllt wurden. IL Di» Landeskonferenz protestiert gegen das harte und aager^tbte Urteil des Ehrengerichtes der Zionistischen Welt Organisation, gegen unseren überaus verdienstvollen General- Sekretär TheodorGrubner. Sie versichert ihn ihres vollsten Vertrauens. 9. Die Landeskonferenz erklärt sich mit den bedrängten Bfttdern in Erez Israel solidarisch und entbietet beaottdere, herzliche Größe den Gefangenen in Akkö. 7. Die Landeskonferenz dankt insbesondere ihren Organisationen in der Ssterreichlsehen Provinz für deren ganz hervorragende, aufopfernde und erfolgreiche Tätigkeif. Sie beauftragt die neue Leitung, der Arbeit in der Provinz besondere Tirderung angedelhen iu lassen» Hsdassab gegen Teilung. 'Aus NtWlork; Die Jubilaumskonferenz der Frauenorganisation Hadassah hat mit überwiegender Mehrheit eine Resolution angenommen, in der die SBonlstische Bbiekutlve aufgefordert wird, mit der britischen Regierung Uber eine konstruktive Politik zur voll- Ständigen Durchführung des Mandats in einemunge« fceilten Palästina zu verhandeln. " Der Abgeordnete des englischen Unterhauses Morgan Jone«, der den Verhandlungen der Konferenz beigewohnt hat, hielt eine durch den Rundfunk in ganz Amerika verbreitete Ansprache, in der er England beschuldigte, daß es das Palästina-Mandat nicht durchführe, Palästina sei zu klein, um in Stücke z e rschlagenzu werden'. Wenn die Ordnung im Lande wiederhergestellt und die Unheilstifter gezügelt werden, dann Sei Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden möglich, t— Der frühere Präsident der Zionistischen Organisation Amerika», Robert Szold, hatte im Verlauf der Beratung (erklärt, dfe Teilung sei geographisch willkürlich, wirtschaftlich undurchführbar und politisch zwecklos. Er glaube, daß die britische Regierung die Zwecklosigkeit des Planes einsehen werde, sobald sie an die Verwirklichung des Planes herantreten wird. Wa* für „Murterbetariebe** der Herzog von Windsor besacht hat Aua Prag (J. T. A.): In einem der kürzlich vom Herzog von Windsor besuchten „Musterbetriebe1* Berlins wurden die wenigen noch vorhandenen jüdischen Angestellten e'taschließlich der jüdischen wissenschaftlichen Arbeiter zum Direktor des Werks gerufen, der ihnen mitteilte, daß die nationalsozialistischen Angestellten nicht mehr mit ihnen in demselben Speisesaal zu essen wünschen. Der Vorschlag, einen besonderen Speiseraum für die jüdischen Angestellten zu schaffen, war deshalb nicht durchführbar, weil nach den Nürnberger Gesetzen Arierinnen unter 45 Jahren Juden nicht bedienen dürfen und deshalb kein Personal gefunden werden konnte. Den jüdischen In-« genleuren wurde mitgeteüt, daß sie in Zukunft zu Hause oder in einem Restaurant zu essen haben, PALÄSTINA Ohne Huberman und Toscamn. Konxertsai'son in Palästina Aus Tel-Aviv wird uns geschrieben: Programmgemäß wurde die diesjährige Spielzeit des Palästina- Orchesters im Konzertsaal des Tel-Aviver Messegeländes mit einem Beethoven-Abend eröffnet. Allerdings fehlte Bronislaw Hub er man, der das Violinkonzert von Beethoven hätte spielen sollen. Seine Anhänger und Freunde — deren Zahl ist überaus groß — waren über die ersten Nachrichten von seiner Verletzung infolge des Flugzeugunglücks bestürzt und der ganze jüdische Jischuw war in Sorge über sein Befinden und über das Schicksal des von ihm gegründeten Orchesters. Zum Glück erwiesen sich Hubermans Verletzungen als ungefährlich. Mit großer Genugtuung wurde bei Beginn des Konzerts ein Telegramm Hubermans aufgenommen, in dem er sein Bedauern ausdrückte, nicht am Eröffnungskonzert anwesend sein zu können. Er hoffe aber, daß es ihm nach Wiederherstellung seiner Gesundheit möglich sein werde, noch in dieser Saison nach Palästina zu kommen und mit dem Orchester zusammenzuarbeiten. Arturo Toscanini sollte programmgemäß in der ersten Novemberwoche nach Palästina kommen. Wie wir erfahren, hat er seine Reise nach Palästina wegen der arabischen Unruhen verschoben und sich nach Eilen Sie zur „GlUckstelle Stein" (an der „Hohen Brücke") #tcl)wtö 5$on aUitttood), um Va3 tlbr «adjunttagS. SefteHen ©tc nodj Ijeute 3f)re Älaffenlofe her Sßoftfarte. Sbtclrc^t fdjüu mit 3 S. Äaffaftwtben tum 8 Uhr früh bi§ 6 M>r abertbg. %tl 11-21=5*45. OlHeS lauft maffettfofe hei fcev „©lütfftelie Stein" SSiew, I. SötWltttßctfte. 21 an her „Soften VStMt" Filialen: I. ßärntnerfrrafje 34 - II. Sa&orftra&e 20 VI. 3RariahUferftra|e 85 X. ganoritenftoa&e 101 Ober die „Hohe Brücke" Führt der Weg zum Glücket Amerika begeben, von wo er erst im kommenden Frühjahr nach Palästina reisen wird, um einige Konzerte des Symphonie-Orchesters zu dirigieren. Obwohl diese beiden Persönlichkeiten, Huberman und Toscanini, bei Beginn der Konzertsaison fehlen, hat sich das Musikinteresse des jüdischen Publikums nicht vermindert. Das erste Konzert, von H. iW. Steinberg dirigiert, war nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis. 2500 Menschen füllten den Saal. Zahlreiche Vertreter der Palästina-Regierung waren gekommen. Der Abend bot ein prächtiges Bild. Auf dem Programm standen zwei Symphonien, Beethovens, die Sechste (Pastorale) und die Achte, beide äußerst populäre Werke, die den palästinensischen Juden von ihren Herkunftsländern bekannt sind. Außerdem gab es das Triple-Konzert für Piano, Violine und Cello; also ein sehr reiches, vielleicht zu reiches Programm für einen Abend. Die künstlerische Hingabe des Orchesters ist Ohne Huberman und Toscanini die alte geblieben. Der Streichkörper ist zweifellos reifer geworden, man spürt einen künstlerischen Ernst, der durch die schweren Bedingungen, unter denen jetzt in Palästina gearbeitet wird, nicht gelitten hat. Das Konzert wurde in Jerusalem wiederholt. Für die nächste Zeit ist ein Gastspiel in Aegypten geplant. Teworakte Aus Jerusalem wird gemeldet: In den Hof des Betar-Heimes in der Jerusalemer Altstadt wurde von arabischen Terrox'isten eine Bombe geworfen. Das östereichische Krankenhaus in Nazareth wurde beschossen. Eine bewaffnete Bande überfiel den Polizeiposten in Beisan. In Nablus wurde zur Bekämpfung des Terrors in dieser Gegend ein militärisches Hauptquartier eingerichtet. Bei Jerusalem wurden zwei englische Soldaten aus dem Hinterhalt von zwei arabischen Terroristen erschossen. Die Täter flüchteten in ein benachbartes Dorf. Bei den darauffolgenden Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche Araber verhaftet, einer auf der Flucht erschossen. Ende November werden weitere Truppeny e r Stärkungen in Palästina eintreffen, Die dritte Makkabiade abgesagt. Aus Prag: Der Makkabi-Weltverband teilt den* tschechoslowakischen Makkabl-Kreis mit: Einer amtlichen Mitteilung zufolge ist die Durch-* führung der Dritten Makkabiade im Jahre 1938 aus4 geschlossen. Die Exekutive des Makkabi-Weltver« böndes sieht sich deshalb veranlaßt, die Dritte Makkabiade zu vertagen. Der M a k k a b i- Kongreß Dvlrd In der ersten Hälfte 1938, wahrscheinlich in London, stattfinden. Ueberschniwemungen Infolge der heftigen Regengüsse sind mehrere Orte des Landes überschwemmt worden, doch ist der Schaden geringer als im vorigen Jahr. Die niedriggeiegenen Vororte von Tel-AiMv, insbesondere die an der Grenze Jaffas gelegenen, stehen unter Wasser. Mehrere kleine Wohnhäuser wurden Von den Fluten fortgeschwemmt. Die Tel-Aviver Feuerwehr mußte wiederholt eingreifen, so in der Herzlstraße, an der Kreuzung der Straße Tel-Aviv- Jaffa, wo der Verkehr längere Zeit hindurch gestört war. Die Bewohner der überschwemmten Gebiete befinden sich außer Gefahr. In Ber-Scheba sind bei den Ueberschwemmungen neun Beduinen ertrunken. An der Grenze der Sinai-Wüste ertranken fünf Beduinen mit ihren Herden. In Transjordanien hat das Unwetter größeren Schaden verursacht. Die Bahnlinie Amman—Modin ist an drei Stellen beschädigt worden. Ein Lager nomadisierender Beduinen wurde völlig überschwemmt, mehr als fünfzig Familien wurden obdachlos. Die Straße nach Aegypten ist an verschiedenen Stellen zerstört worden. Neue Konzentrationslager Die Gefängisse in Palästina sind so überfüllt, daß die Behörden darangehen, in mehreren Teilen des Landes Konzentrationslager zur Internierung von Terroristen zu errichten. Das größte Lager wird Sarafand sein, wo bereits während der Unruhen des Vorjahres hunderte Araber interniert waren. Das Lager wird in zwei Teüe gesondert, von denen der eine für Araber, der andere für Juden bestimmt sein wird. Jüdische Schiffahrt Der Direktor des „Palestine Maritime Lloyd", Lazar Be reo viel, erklärte Vertretern der Presse, daß für jüdische Schiffahrtsunternehmungen gute Entwicklungsmöglichkeiten bestehen. Seine Gesellschaft, die die Dämpfer „Här Zion" und „Har Carmel" in Dienst gestellt hat, konnte im Jahre 1937 besonders erfolgreich arbeiten. Trotz der Konkurrenz subventionierter fremder Schiffahrtsgesellschaften hat sie sich im Verkehr zwischen Rumänien und Palästina eine bedeutende Stellung mit ständig wachsendem Passagier- und Frachtverkehr gesichert. In den fünf Monaten der Saison waren alle Plätze ausverkauft. An dem Zitrus-Export nach Rumänien waren die beiden Schiffe mit 60 Prozent beteiligt. Araber, die den Frieden wollen Aus Jerusalem: Am 5. November erschien in der Zeitung „AI Islam ia" ein Aufruf an die Araber, den Terror zu beenden. Das Blatt führt aus, daß die Araber mehr als alle anderen den Frieden herbeisehnen. Bisher sei jedoch die arabische Politik eine rein negative gewesen; auf jedes Angebot, das ihnen unterbreitet worden sei, hätten sie mit Nein geantwortet, ohne jedoch selbst konkrete Gegenvorschläge zur Diskussion zu stellen. Die Araber wüßten, was sie wollen, hätten nur nicht den Mut, es offen auszusprechen* (Palcor.). Flugplatz für Tel-Aviv Aus Tel-Aviv: Die Tel-Aviver Stadt-* Verwaltung hat ein Grundstück von 300 Dun am am gegenüberliegenden Ufer des Jarkon bestimmt, auf dem ein Flugplatz für die Stadt Tel-Aviv errichtet werden soll. Eine Anzahl von Juden hat sich bereit erklärt, Kapital für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Sobald die Zustimmung der Regierung vorliegt, wird mit den Arbeiten begonnen werden. (Palcor.), AklCfiHuh der bekannte Verfasser der Schrift „Juden und Deutsche", der Börne-Biographie, der Aphorismensammlung „Von Goethe abwärts", spricht über 91 Die jüdische Sünde" Sind die Juden gescheit Donnerstag, 11. November 1937, 8 Uhr abends, Offenbachsaa!, IV. Operngasse. Karten bei der „Jüdischen Kulturstelle", I, Franz-Josefs- Kai 3 (Tel. R-28-2-36), bei Konzertkasse Hohenberg (Operngebäude), und Gronner, I, Graben 28

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.