Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 700 (9.11.1937)
- Date
- 1937-11-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit* 2 OPTIKER KARL SEIDNER I, Frans-Jesefs-Kal 33 / Ii, Hollandstraft« 1 Fachmännischer Rat / Reiche Auswahl / Beste Qualität / Preiswert „A bas le Juifs!" nicht einschüchtern. Von JSeit au Zeit werden in Frankreich die ewigen Formeln der Menschenrechte in nicht mißzuverstehender Weise von neuem deklariert Der Dritte im Bunde mit der neo-faschistischen Agitation ist Sir Artur Mosley, der Führer der englischen Schwarzhemden. Vor kurzem wurde dieser elegante, vornehme Aristokrat, als er mit seinen Anhängern in das jüdische Viertel Londons Whitchapel eindringen wollte, von einer riesigen Gegnermasse aufgehalten und mußte, durch einen Steinwurf verletzt, für eine gewisse Zeit von der politischen Tribüne abtreten. Auch schadete ihm das im englischen Parlament beschlossene Verbot des öffentlichen Uniformtragens. Im übrigen wurde seitens der Regierung erklärt, daß sie keinerleit Attacken gegen friedliche Bürger und keinerlei Aufhetzung dulden werde. Die letzten Wahlen in England haben bewiesen, daß das englische Volk sich in keine innenpolitischen Abenteuer einlassen wird. Mosleys Partei hat kein einziges Mandat bekommen. Das Beispiel des nationalsozialistischen Deutschland hat bei den Briten keine Nachfolge gefunden. Aus Amerika kommt die Nachricht, daß La Guardia wiederum zum Bürgermeister von New York gewählt worden ist. Symptomatisch für die Lage ist die Gratulation des Präsidenten Roosevelt an (seinen politischen Gegner) La Guardia. Roosevelt gehört der demokratischen, La Guardia der republikanischen Partei ah. Für die Judenheit ist die Wiederwahl La Guärdias deshalb von Interesse, weil sich dieser durch sein vernichtendes Urteil über den deutschen Nazismus und das hitleristische Regime als ein Mann deklariert hat, der in seinem Bereich die wSde Hakenkreuzpropaganda und die Aufstellung ge- MUidAÜMcUl für Volksschulen, Hauptsehukm, Mittelschulen und and. Lehranstalten in den richtigen Auflagen, auch antiquarisch, solche zu allerniedrigsten Preisen Uefert Adiquaüal Uwn. TmcUhm wmammmmummmmmmmmmmmmmmmmmmsmmamm II, Icke TaboratraB« 92 / Telephon R-41-4-20 Ankauf, TaUSCh zu günstigen Bedingungen ■■■■■■■■■■■HHVHHMHMMaMjl fährlicher nationalsozialistischer Formationen nicht duldet und sich hiebei keinerlei diplomatischer Floskeln bedient Natürlich darf man sich nicht dem Glauben hingeben, daß damit in den Vereinigten Staaten bezüglich der Juden alles in Ordnung sei. An den kleinen Universitäten, den sogenannten Colleges, findet man öfters die Tendenz, den jüdischen Studenten zurückzusetzen. Auch wirtschaftlich gibt es da und dort Erschwerungen und Hindernisse für jüdische Initiative. Aber Geschehnisse, wie die Wiederwahl La Guardias und die Stellung des Präsidenten Roosevelt zu diesem New-Yorker Bürgermeister, erscheinen wie Blitzlichter auf dem dunklen Firmament der jüdischen Gegenwart, wie ein Hoffnungsschimmer und wie ein Trost in diesen umdüsterten Zeiten. o. r. Cafe AkkeeUoQ u&s Die „Protokolle" in italienischer Ausgabe Aus Rom: Soeben ist eine bülige Volksausgabe der „Protokolle der Weisen von Zion" italienisch erschienen. Im Vorwort wird betont, daß die „Protokolle" authentisch sind und den Beweis dafür erbringen, daß die Juden mit allen Mitteln die Weltherrschaft anstreben. Die Zeitschrift ,X> a v ita 11 aIiana" schreibt: „Es ist möglich, daß man sich gegen die „Protokolle" auf den Prozeß berufen wird, den die Juden in Bern provoziert haben. Dazu behaupten wir, daß alles, was wir in diesem Zusammenhang veröffentlicht haben, ungeachtet der Manöver der verjudeten Presse, der Wahrheit entspricht." In der genannten Zeitschrift wird auch der Verlag der „Italienischen Enzyklopädie" scharf angegriffen, weil er die Redigierung des Stichwortes „A n t isemltisraua" dem jüdischen Gelehrten Alberto Pincherle, Professor für Geschichte der Religionen an der Universität Rom, übertragen hat. „Der Jude Pincherle hat diese Gelegenheit natürlich dazu ausgenützt, um die Echtheit der Protokolle, die seit 25 Jahren die jüdische Rasse nicht ruhen lassen, zu leugnen und ihnen jeden Wert abzusprechen," DIC NEÜK WELT Meir Großmann Die J. T. A. telegraphiert aus Jerusalem: Das Zionistische Ehrengericht hat im Sinne des Statuts anläßlich des Verfahrens, das gegen den Vorsitzenden der Judenstaatspartei, Meir Großmann, wegen Veröffentlichung eines Dokumente über die Verhandlungen Welzmanns mit Kolonienminister Ormsby-Gore eingeleitet worden ist, die Rechte Großmanns als Mitglied des Aktionskomitees, seines Präsidiums und des Kiemen Aktionskomitees bis ans weiteres suspendiert. * Dem Züricher Zionistenkongreß, welcher über die Stellung zur Teüung Palästinas entscheiden sollte, hat Meir Graßmann Dokumente vorgelegt, durch welche ein Betrug am Kongreß und am jüdischen Volke enthüllt wurde. Aus den Dokumenten ging hervor, daß Präsident Weizmann bereits am 19. Juli (der Kongreß begann am 4. August) in einer Aussprache mit dem Koloniemninister Ormsby-Gore dem Tei- Polif a§dhe Korrespondenz der Weltleitung der Judenstaatspartei Tel-Aviv, Anfang November. Da man jetzt im Auslande die jüdische Oeffentlichkeit mit der Behauptung irreführt, der gesamte Jischuw (Judenschaft Palästinas) sei für die Teilung, muß diesem Manöver energisch begegnet werden. Im Laufe der letzten Wochen haben wir die Stimmung der verschiedenen Bevölkerungsschichten des Jischuw geprüft und können feststellen, daß die obenerwähnte Behauptung weit von der Wirklichkeit entfernt ist. Selbst unter den Orangenpflanzern, den treuesten Gefolgsleuten des Teilungsapostels Smi- I a n s k i, gibt es Elemente, die Gegner des Teüungsplanes sind und an seiner Durchführbarkeit begründete Zweifel hegen. Die Neinsager-Gruppe in der sozialistischen Arbeitergewerkschaft ■ „Histadruth" hat nicht wenig Anhänger, jedoch wird das Vorhandensein dieser Elemente gewaltsam vertuscht. * Es kann nicht geleugnet werden, daß Palästina augenblicklich eine ökonomische Krise durchmacht. Wenn wir zu Beginn des italienisch-abessinischen Krieges behauptet haben, daß es falsch wäre, von einer Krise zu sprechen, und daß die palästinensische Wirtschaft sich gehalten hat, so hat sich jetzt das Bild geändert. Die Gründe hiefür sind nicht ausschließlich politische. Das Unterbrechen der Einwanderung und der Investierungen steht wohl in einem direkten Zusammenhang mit der politischen Situation des Zionismus in Palästina. Andererseits aber leidet die Wirtschaft in einem starken Maße an dem Mangel jüdischer rationaler Wirtschaftspolitik. Es ist die allmächtige Histadruth, die diese verfehlte Politik führt. Die Arbeitslosen und der Mittelstand befinden sich jetzt in einem verzweifelten Zustand. Einerseits sorgen die Wirtschafts- und Bankinstanzen nicht für sie, andererseits haben diese Elemente nicht die schöpferische Kraft, sich selbst zu helfen. In einem bestimmten Grade ist die Zionistische Organisation für die bestehende ökonomische Krise verantwortlich. * Seitens der offiziellen zionistischen Kreise wird unsere politische Lage nach den Genfer Sitzungen als eine schlechte bezeichnet. Doch scheint uns, daß die gedrückte Stimmung der zionistischen Führer darin ihren Grund hat, daß das von ihnen gewünschte rasche Tempo in der Durchführung des Teilungsprojektes nicht erreicht wurde. Es ist bekannt, daß die-zionistischen Politiker in Genf eine aktive Pro-Teilungskampagne nicht nur unter den Juden und Journalisten geführt, sondern auch Regierungspersönlichkeiten, die gegen die Teilung waren oder zumindest keine bestimmte Stellung in dieser Frage hatten, für die Teilung zu beeinflussen versuchten. Einerseits hat der englische Außenminister Eden alle möglichen Schritte unternommen, um eine gegenüber England und seinem Projekt loyale Kom- Große Kundgebung Dienstag, den 9. November, halb 9 Uhr abends, Hotel Continental, II, Taborstraße KAMPF UM DEN JUDENSTAAT Es sprechen: s Dr. Oskar Rabinowitsch Mitglied der Weltleitung der Neu-Zionlst. Org. Dr. Edmund Schachter Präsident der Neu-Zionistischen Org. Oesterreichs JUDEN WIENS1 KOMMT UND HORTI Nr* 700 vom & November 193? .......■......- .....■ .....n,,,,- m », ■.........r, ■ >M4 — „suspendiert" lungspian zugestimmt und versprochen hattet alles zu tun, um den Plan *u fördern. Weift» mann und die Zionistische Exekutive haben «Ich ge« weigert, dem Kongreß Rechenschaft über Ihr hinter« listiges Spiel abzugeben, worauf Meir Großmann über Beschluß der Judenataatspartef die Dokumente veröffentlichte. Statt Weizmann und seinen engeren Stab vor das Gericht der Weltorganisation zu stellen, wurde Meir Großmann angeklagt und Jetkt, vor Verband« lung und Urteüsfallung, seiner Rechte in der Zionisti« sehen Organisation beraubt. Hier liegt der unerhörte Gewaltßtreich eineU Leitung vor, welche den Zionismus von Niederlage zU Niederlage geführt hat, und nun die Opposition, welche ihr Treiben enthüllt hat, mundtot machen und aus der Organisation hinausdrängen will. Die Judenstaatspartei steht geschlossen hinter ihrem Führer und wird mit ihm den Kampf für Wahrheit und gegen Lüge im" Zionismus weiterführen. mission aufzustellen, andererseits waren die zlonlstln sehen Führer in dieser Frage tätig. Trotz allem abetj hat die offizielle zionistische Politik in Genf eine Niederlage erlitten. Uns sind die politischen An« sichten und Berechnungen der Zionistischen Exekutive zur Genüge bekannt. Sie hegte den festen Glauben, daß schon im Oktober die zweite britische Köm-» mission nach Palästina entsandt werde, daß sie be« reits im Dezember ihre Untersuchungen ab«« schließen, daß Anfang 1938 die Debatte im Parlament stattfinden wird und daraufhin die Sitzung der Mali« datskommission. Nach ein paar Monaten . wird der* Völkerbundsrat in dieser Frage zusammentreten und bereits imJulil938 werden wir die Kommission für 1 die Grenzuntersuchung hier im Lande haben.« Sowohl Dr. Weizmann als Dr. Goldmann waren sicher, daß der Teilungsplan im Laufe von etwa sechs Mo>- naten unter Dach und Fach gebracht sein würde. Sie haben sich geirrt. * In England selbst hat die Anü-TeÜungstendenz an Boden gewonnen. Besonders bemerkenswert ist die Gegnerschaft der militärischen Kreise, die diesen Plan vom rein englisch-strategischen Standpunkt betrachten. Das Mittelmeer-Problem, das im Laufe der letzten Monate im Brennpunkt des Interesses steht und dessen Lösung zu den Hauptaufgaben: der englischen Strategie gehört, ist eng mit Palästina' verbunden. Die militärische Beratung, die dieser Tage in Alexandrien unter dem Vorsitz des englischen: Marmeministers Copper stattfindet und an der wich«* tige militärische Persönlichkeiten Anteil nehmen wer«» den, wird ohne Zweifel auch die Frage bezüglich Palästinas anschneiden. Auch in den zivilpolitischen Kreisen Englands stärken sich die Zweifel und die Anti-Teilungstendenzen. Man glaubt, daß Herr Ormsby-i Gore zu viel Eile gezeigt hat. In diesen Kreisen kristallisiert sich allmähUch! eine neue Tendenz heraus, die einerseits England vom dem Mandat befreien will, andererseits aber eine große Gefahr in der Teilung erblickt. Man Ist auf der Suche nach einem neuen Weg und beginnt bereits den Plan eines Dominiums oder einer Kolonie aufzuwerfen. Die Tatsache, daß die palästinensische Administration noch vor einigen Monaten eine Liga; die die Absicht hatte, Palästina in eine Kronkolonie zu verwandeln, nicht legalisieren; wollte und es jetzt doch getan hat, ist ein bezeichnen« des Symptom. Ein interessanter RadfovoHrag Am Freitag sprach im Rundfunk Generalkonsul Kommerzialrat Josef Stein, Chef der Glückstelle Stein* über das Thema: „Warum spielen wir in der Klassen« lotterie". Die interessanten und fesselnden Ausführungen über das Glücksverlangen der Menschen, über das Wesen des Glückes und den „Weg zum Glück" erinnerten an zahlreich« Aussprüche berühmter Dichter über das „Glüok" und allegorische Darstellungen der „Glücks« göttin". Schließlich wies der Vortragende auf die zahl« reichen Glücksmöglichkeiten kin, welche die am 10, New vember beginnende „Winterklassenlotterie" für einen bescheidenen Einsatz bietet. Vielen Tausenden liaben hohe Treffer die „Tür zum Glücke" geöffnet. Oft wurde die Ausdauer und Beständigkeit derjenigen, die Jahr um Jahr die gleiche Losnummer spielten, mit einem MÜ-» lionengewinn belohnt. Auf die Frage: „Soll ich mir wieder ein Klassenlos kaufen?" gibt es nur eine Antwort; „Lerne nur das Glück ergreifen, denn da» Glück ist immer da»" Bei Magen« und Darmbeschwerden, Verstopfung, Aufblähung, Sodbrennen, Aufstoßen, Eßunlust, Benommen« hejt, Schmerz in der Stirn, Brechreiz bewirken ein bis zwei Glas natürliches „Franz-Josef"-Bitterwasser gründliche Reinigung des ganzen Verdauungsweges. Fragen Sie Ihren Arzt? EL WIENER JUDEN! Den freiwilligen 20Voigen Zuschlag zur Kultussteuer zu leisten, ist jüdische Pflicht in schwerster jüdischer Notl