Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 700 (9.11.1937)
- Date
- 1937-11-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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••{ { Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 7ÖÖ vom &. Novemtier löSf i i »n iH i ■ < ii '' j* 1 41 t- *11;i \.1 ü;' Jf'I t -/ i w,tI i '. }■ j l?( '* ' < ■ •:''}\ im V s [ IM H** \ . «l I * f*. J»,? ' f' i i|w 4? i!?!• M * JI»' A'l! ■* •< *\ .'; 1:? * 11 ' 'M' | I 'i | jt ös fii Ä » 4 h i * \i >UÄ c £ kUi Vi'} i\ % ti AUS ALLER WELT Fünfzig polnische Professoren gegen das HodtschuIsOheffo Aus Warschau: Fünfzig Professoren und Dozenten der Warschauer Hochschulen haben eine Protestversammlung gegen das Hochschulghetto abgehalten. Viele andere Professoren haben schriftlich ihre Zustimmung gegeben. Die versammelten Professoren erklärten sich solidarisch mit der von Prof. M i c h a 1 ow i c z in der Frage eingenommenen Haltung und besprachen die Mittel zur Beseitigung des jetzigen Zustandes an den Hochschulen. Der pädagogische Rat der humanistischen Abteilung auf der Warschauer Universität hat den Rektor aufgefordert, die Verordnung über die Einführung der Ghetto-Bänke zurückzuziehen, da diese Verordnung der Verfassung widerspreche und unsittlich sei. Die Anordnung des Rektors über die Einführung »esondererSitzplätze für die jüdischen Studenten wurde auf der gynäkologischen Klinik der Warschauer Universität von Prof. Czyzewicz verlesen. Der Pro- Xe**or fügte hinzu, er erfülle damit formell einen Auftrag, müsse aber als Mann der Wissenschaft erklären, daß er ein entschiedener Gegner dieser Rückkehr zum Mittelalter sei. Er wünsche sich und der polnischen Kultur, daß dieses Spiel mit den Ghettobänken möglichst bald sein Ende finde. Die jüdischen Studenten dankten dem Professor für seine Erklärung, sie wohnten der Vorlesung stehend bei. An der Landwirtschaftlichen Hochschule in Warschau wurden getrennte Uebungssäle für Juden und Christen eingeführt. Die jüdischen Studenten haben zum Protest die Uebungen verlassen. Der Professor der Mechanik an der Wawelbergschen Technischen Hochschule, Ing. Krusewski, gab zu Beginn der Vorlesung seinem Bedauern über die Teilung der Studenten in zwei Gruppen Ausdruck. Er erklärte, es falle ihm unter solchen Umständen schwer, seine Lehrtätigkeit auszuüben. Er hoffe, daß die Gerechtigkeit siegen werde. * An sämtlichen Warschauer Hochschulen wurde ein Aufruf gegen die fortschrittlich gesinnten Professoren, die das Hochschulghetto nicht akzeptieren wollen, verteilt. Der nationaldemokratische „Dziennik Narodowy" gibt bekannt, daß die antisemitische Studentenschaft beschlossen habe, die jüdischen Studenten zum Sitzen während der Vorlesungen zu zwingen und demonstratives Stehen zu verhindern. In Lemberg veranstalteten die nationaldemokratischen Studenten vor dem Hause des Rektors Kulcynski, der mit seiner Gattin am Bette seines erkrankten K'i n d e s weüte, einen Exzeß. Die Gattin des Rektors veröffentlichte in den Zeitungen einen offenen Brief „a n die polnischen Mütte r", in dem dieser Vorfall geschildert wird. Der Rektor der Universität W i 1 n a gab bekannt, daß die Sitzordnung die . gleiche bleiben wird wie im Vorjahr, d. h. die Ghettobänke bleiben. itsasad U5MilL Juden auf der Welt Aus New York: Das vom American Jewish Committee herausgegebene „American Jewish Yearbook" für das Jahr 5698 enthält eine Zusammenstellung über die Zahl der Juden in den verschiedenen Ländern auf Grund der neuesten Statistik aus amtlichen Quellen. Von den rund 15,500.000 Juden auf der Welt entfallen 7,620.000 auf Osteuropa und das östliche Mitteleuropa (Polen, Danzig, Litauen, Lettland, Oesterreich, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Teile des europäischen Rußland, wie die Krim, die Ukraine und Weißrußland); in diesem Gebiet bilden die Juden fast 6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ueber 4,400.000 Juden leben in Nordamerika und Westindien; die jüdische Bevölkerung macht hier fast 3 Prozent der Gesamtbevölkerung aus..In Palästina und seinen arabischen Nachbarländern leben 503.000, in den arabischsprechenden Ländern Nordafrikas 450.000 Juden (1,4 Prozent). In größerer Zahl leben Juden ferner noch in Holland (fast 2 Prozent), in Südosteuropa — Griechenland und europäische Türkei (1,74 Prozent), in Südafrika, wo sie 1 Prozent der Gesamtbevölkerung und fast 5 Prozent der europäischen Bevölkerung ausmachen, und in Argentinien, wo sie über 2 Prozent der Gesarntbevölkerung bilden. In allen übrigen Ländern ist der Anteil der Juden an der Gesarntbevölkerung niedriger als 1 Prozent. West- und Südeuropa haben eine jüdische Gesamtbevölkerung von nicht ganz 1,600.000 Seelen. Knapp 200.000 Juden wohnen in Nordeuropa und den Teilen des europäischen Rußland außerhalb des früheren Ansiedlungsrayons. 27.000 Juden leben in Australien und Neuseeland. Die Zahl der Juden in Kleinasien, Mittel- und Nordasien beträgt 225.000, die der Juden in Süd- und Ostasien, Zentralafrika, Ozeanien und Mittel- und Südamerika außer Argentinien nur rund 140.000. Außerdem soll es in Abessinien 51.000 Falaschas geben. Von den 15,500.000 Juden der Weit leben 9,400.000 in Europa, 600.000 in Afrika, 770.000 in Asien, 27.000 in Australien und 4,750.000 in Amerika. Von der Gesamtjudenheit entfallen somit 60,48 Prozent auf Europa, 30,53 Prozent auf Amerika, 4,99 Prozent auf Asien, 3,82 Prozent auf Afrika und 0,17 Prozent auf Australien. Nürnberger Rassengesetzc auch in der C. S. R. respektiert Aus Prag: Anknüpfend an die Mitteilung über Anerkennung der Nürnberger Gesetze bei Eheschließung von Deutschen in Dänemark schreibt das „Prager Tagblatt": „Wenn ein Nichtarier, der aus Deutschland mit seiner arischen Braut (oder ein Arier mit seiner nichtarischen Braut) wegen Rassen schände flüchten mußte, in der Tschechoslowakei heiraten möchte, so müssen sie beide, wie jeder Bürger dieses Staates, der eine Zivilehe schließen will, ein Ehefähigkeitszeugnis vorzeigen. Dies können sie natürlich aus Deutschland nicht bekommen. Nun verlangen sie beim Magistrat einen Dispens vom Ehefähigkeitszeugnis, wie er sonst ohneweiters gewährt zu werden pflegt. Aber in diesen Fällen wird das Gesuch grundsätzlich abgewiesen, mit der Begründung, daß in Deutschland so eine Ehe verboten und daher ungültig ist und diese deutsche Gesetzesbestimmung hier respektiert werden muß. So werden die Nürnberger Gesetze — wenn auch nicht expressis verbis — auch in der Tschechoslowakei anerkannt." Verband der Juüenstaatszionlsten, Sektion Prater. Samstag, den 13. ds., 8 Uhr abends, im Heim, II., Erlafstraße 5, Vortrag Oberbaurat Robert Stricker: Der Fall Meir Grcßmann. ^__ Anton Kuh spricht bei der Jüdischen Kulturstelle. Der Jüdischen Kulturstelle ist es gelungen, Anton Kuh für einen einmaligen Vortrag zu gewinnen. Kuh, der in seinem vor sechzehn Jahren erschienenen Buch „Juden und Deutsche' 'die Entwicklung dieses Problems vorausgesehen hat, hat zum Thema seiner Gauserie die Frage „Sind die Juden gescheit?" (Die jüdische Sünde) gewählt. Der Vortrag findet am Donnerstag, den 11. November, 8 Uhr abends, im Offenbach-Saal, IV., Operngasse (Eingang Treitlstraße), statt. . Jüdische Künstlerspiele. Ab Freitag, den 12. d., die Komödie mit Musik „A ^Wab oif a tug", mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle. KINO-PROGRAMME Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen 8. Woche prolongiert! Ur- und Allelnaufführung in Wien Der erste Tonfilm in jidd. Sprache Kino Jidl mit'n II, Untere Augarienstraße 28 Telephon A-40-5-08 Beginn : s/»4, VA VA V,10 Uhr Fidl mit deutschen Fußtiteln Mit MALY PIC0N Oeldrausdi (The Toast of New York) Während des amerikanischen Bürgerkrieges ar-* beitet sich Jim Fisk, ein einfacher Hausierer, mit seinem Partner Nick Boyd durch Baumwollschmuggel zu einem reichen Mahn hinauf. Ihr Gewährsmann Luke Hawkins verkauft jüe Ware im Norden und legt den Erlös in Cönfederate Bonds an, die zum Kriegsende ihren Wert ver- 1 lieren, so daß Fisk wieder zum armen Mann wird. Er 1 beginnt aber das Leben eines großen Spekulanten und gewinnt durch einen Bluff eine halbe Million Dollar. Vanderbilt greift ein und tritt gegen Jim Fisk auf, der in seiner Verblendung so "weit geht, ein eigenes Opernhaus > zu kaufen, damit seine Geliebte darin auftreten kann. Er schreckt selbst davor nicht zurück, den Goldmarkt zu er- > schüttern, und das führt zu dem berüchtigten „S c h wa r-' zen Freitag" des Jahres 1869 (24. September), an s. dem "Fisk zugrunde geht. Dieser sehenswerte Rädio-Film „Geldrausch" läuft ab Montag, den 8. November, im Rotenturm-Kino, Wien, I. Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberhaurat Robert Stricker. ' Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kblb. — : Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinraann, 1 alle Wien, IX., Uhiversltätsstraße 6-8. ' " Für das Kind Matrosen-Mfintel gefüttert, für Mädchen IT oder Knaben, Größe 55 S1M (laut Bild) Knaben SportanzQge DAMEN-MÄNTEL mit Knick'erbocker Q aufwärts von S w 80 Schulstiefel p0 schwarz......ab S *» Stoffe ff. Seide: yorarltergerUlInter- Dirnfllstoffe^Ägute r» Markenware, per m S M Woll-Tweed r50 für Kleider ... . S U lim Satin (K,seidej r*» alle Modefarben . . . S m CIoguG rellef fr50 neuart.Bind.,U0cmS * Köper-Samt v° florfest, 70 cm . . S *J Hoppen-BouclS fr90 ■ für Mäntel, 140 cm S T Uerbröm. Plüsche . Breitschwanz-Imit. h 115 cm breit . . . S T Fiscngrat i9° für Mäntel . . . . S M Hubertus-Mantel Trenchfasson f. 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