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Die neue Welt · 1937-10-29 · Heft 698 (29.10.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 698 (29.10.1937)
Date
1937-10-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit« 2 DIE NEUE WELT Nr. 698 vom 29. Oktober 1937 (©cfftföc Arbeiter > ftrouen, flerü6)"e, 3ucfetfranfe, hartleibige effen im I eigenen 3ntereffe baS öutifle, aromat 3imonfif)rOt* I ©efjr bequem: eimonSbrotpäcfcfien in Stanniol. 3n I aßen guten ^nifoitbanblmtgen unb oielen ®äc!ereten I ju tjaben. $a-3 erfte 93rot in btogienifc&er 93erpactung. I SimonÄbtotfabrif ©ten-Äagron 55. Sägt, ^ofttteri.^ Mittel außer Kraft gesetzt werden wird, bleibt sich gleich. Hauptsache ist. daß der kommende Zionistenkongreß vor eine Situation gestellt sein wird, die die Annahme historischer Beschlüsse zur Notwendigkeit macht. Das müßten sich insbesondere diejenigen zionistischen Kreise merken, die entschlossen sind, sich der Liquidierung des Zionismus zu widersetzen. Ich erfahre authentisch, daß die seinerzeitigen Bemühungen Ben Gurions um die Umstimmung von L. Brandeis in der Teilungsfrage Schiffbruch erltten haben. Eine bekannte zionistische Persönlichkeit Amerikas, die mit Brandeis politisch kooperiert, teilte mit, daß dieser sich von Ben Gurion nicht hat beeinflussen lassen und nach wie vor gegen die Teilung ist. Nun sandte Dr. Weizmann einen zweiten Boten nach Amerika, diesmal Herrn B. Katzenelson, der die Aufgabe hat, Herrn Brandeis für ein Kompromiß zu gewinnen. Es mag dahingestellt bleiben, ob es jetzt wirklich an der Zeit ist, zionistische Energie für ein derartiges nutzloses Spiel aufzuwenden. Weltpolitik dar Woche Was immer auf den diplomatischen oder militärischen Schauplätzen geschehen mag, gibt es für die Welt nur die eine Frage: Kommt es zum Krieg? Wenn man die Aeußerungen der einzelnen verantwortlichen Staatsmänner liest, so stößt man immer auf das Wort „Friede", bzw. auf den festen Entschluß, den Frieden zu sichern. Aber die Rollen sind unter den Mächten nicht gleichmäßig verteilt. In den letzten Jahren haben sich die Mächte nicht nur nach Weltanschauungen, sondern auch nach aktuellen Aspirationen geschieden, in der Weise, daß auf der einen Seite die^ demokratisch-stabilen, . auf der anderen Seite die faschistisch-aggressiven stehen. Bisher vollzog sich die Wirkung dieser Mächte aufeinander in der Weise, daß die großen demokratischen BANKGESCHÄFT Dr. OFFENBERCER Wien I, Freyung 1 Telephon: U - 27 - 2 - 11, U - 28 - 2 - 55 Durchführung sämtlicher Bank- und Börsetransaktionen Länder eine Position nach der andern aufgaben, nur um — wie die Phrase seit dem Weltkrieg heißt — jeden Konflikt zu „lokalisieren". Diese Lokalisierung gelang bisher in Abessinien, in Spanien, in China. Sie wurde aber teuer bezahlt. Der Glaube an die Gewalt ist so populär geworden, daß man ihm nunmehr jede Lösung politischer Schwierigkeiten anvertraut und daß die Schwachen vor den Starken zittern. Man hat Angst davor, daß die Welt einer Phase. entgegengeht, in der die bisher geübten Methoden der Einschüchterung und Erpressung noch intensiver geübt werden als bisher. Denn diese Methoden haben Erfolg gebracht: den Erpresser ermutigt, den Erpreßten eingeschüchtert. Um die politische Atmosphäre Europas messen zu können, muß man das Barometer Spanien ablesen. Der spanische Bürgerkrieg ist allmählich in einen internationalen Konflikt übergegangen. Auf spanischem Boden spielen sich Interessenkämpfe nichtspanischer Parteien ab. Den Anstoß zu dieser Lage gab die Mitwirkung von sogenannten „Freiwilligenarmeen" fremder Staaten, zu denen in erster Linie Italien gehört. Die Intervention Italiens auf spanischem Boden hängt, wie man. weiß, mit dem Fragenkomplex betreffs des Mittelmeers zusammen, wo Italien bekanntlich seit der Okkupation Abessiniens auf die weltpolitischen Interessen Englands gestoßen ist. Will Italien das Imperium, das Mussolini seinem Volk zu schaffen versprach, sichern, dann muß es zuerst die empfindlichen Stellen dieses Imperiums immunisieren und die des britischen Imperiums beunruhigen. Hiezu ist ein dem Faschismus günstiges Regime in Spanien notwendig. Die pyrenäische Halbinsel ist für Mussolinis imperiales Konzept die Basis zur Beherrschung des Mittelmeeres. Da nun Italien in seinen Mittelmeer-Bestrebungen vom nationalsozialistischen Deutschland unterstützt wird, (wofür es sich bezüglich der osteuropäischen und mitteleuropäichen Aspirationen Deutschlands revanchiert) erscheinen diese zwei Mächte natürlicherweise als Verbündete gegenüber dem Konservativismus der beiden Weststaaten Frankreich und England, und es ist nicht abzusehen, auf welche Weise die Gegensätze zwischen i diesen Mächtegruppen beseitigt werden sollen. 1 Bisher haben die zahllosen Noten, Besprechungen und Konferenzen zu keinem Resultat geführt. Während i die englische Politik darauf gerichtet war, die unausl bleibliche Auseinandersetzung mit Italien im Mittel meer hinauszuschieben, hat Mussolini mit Deutschlands Unterstützung dem General Franeo alle Chancen des Enderfolges in die Hände gespielt, und heilte, wo die faschistischen Staaten Francos Endsieg vor Augen sehen, geben sie sich den Anschein, zu einer korrekten „N i c h t i n t e r V 6 n t i o n" bereit zu sein. Mit Verbitterung haben die demokratischen Massen in der Welt diesem Spiel zugesehen, noch immer in der Hoffnung, daß schließlich die weit- und vorausblickende Politik Englands und Frankreichs ein weiteres Hinauaschieben der Lösung des spanischen Problems nicht dulden werde. Um diese Hoffnung sehen sieh die fried liefernden: Völker betrogen. Man kann ohne Ueber treibung sagen, daß sie der täglichen Bulletins über die „Nichteinmischung", „Zurückziehung der Freiwilligen", „Symbolische Geste", „Entspannung", „Verschärfung" usw. überdrüssig sind. Wie weit die bisher siegreich gebliebene Aggressivität gediehen ist, kann man aus einer For derung Deutschlands in bezug auf Palästina er EISEN" WÜRSTE VERTRAUENSWARE DER KENNER I kennen. Nach einer Meldung des rechtsstehenden „J o u r" hat Ribbentrop bei seiner kürzlich stattgefundenen Zusammenkunft mit Mussolini Italien empfohlen, vom Völkerbund zu verlangen, daß das britische Mandat über Palästina durch ein internationales Regime ersetzt werde, an dem außer Italien und Frankreich auch Hitler- Deutschland beteiligt werde. Italien hat in der letzten Zeit eine deutlich erkennbare, ja betont proarabische Politik gemacht. Mussolinis Auftreten in Tripolis, wo er sich als Vorkämpfer arabischer Rechte deklarierte, die Lieferung von Waffen an den Imam von Jemen, die nachgewiesene Unterstützung der arabischen Terroristen und die herabsetzende Kritik der englischen Palästina- Maßnahmen gegen die Mörderbanden und Agitatorendurch den Sender in Bari bilden eine lange Kette offizieller Sympathiebezeugungen für die arabische Welt' ü'nd damit eine .bewußte Schädigung des englischen' Prestiges in. aUen mohämmedariischeh Ländern/Wenn Hitler-Deutschland" jetzt Einfluß in Palästina, das ist un Vorderen Orient, zu würfschen markiert, so ge>- schiebt; dies nur, um. seinemFreund Italien in seinem—1 vorläufig moralischen— Kampf gegen England Beihilfezu reisten;; Denn fö'äärtäft •^'•Forderung Deutsch-' lands, daa Schicksal Palästinas mitzubestimmen, eine unerhörte Herausforderung Englands und des jüdisheen Volkes. Aber wie dem auch sei — die Nervosität in der Welt wächst unter dem Eindruck, daß bisher eine geschlossene, tatbereite Front gegen die Raubgelüste gewisser Staaten in Europa und Asien nicht zustaridegekommen ist. * Die Jahre seit 1933 haben uns wissen lassen, wie es um die Mentalität der Mächte bestellt ist, die für Bei Magendarmstörungen, besonders dann, wenn der Verdauungsapparat durch zuviel Essen und Trinken überlastet ist, erweist sich ein Glas natürliches „Franz- Josef „-Bitterwasser oft als eine wahre Wohltat. Fragen Sie Ihren Arzt. das Schicksal Europas verantwortlich 9ind. Man kennt die Aspirationen dieses und jenes Regimes und hat schon genug Attacken gegen Recht und Vertrag mitgemacht, und man weiß auch, von welcher Seite immer wieder Herausforderungen zu erwarten sind. Darüber gibt es keinen Zweifel, darin gibt es keine Ueberraschungen. Nur das eine ist unklar: wie weit man die Gewalt gewähren läßt und sie sozusagen sanktioniert, indem man ihr nichts entgegensetzt. Die Unsicherheit OPTIKER KARL SEIDNER I, Frani-Josefs-Kal 33 ' II, HollandatraDe 7 Fachmännischer Rat / Reiche Auswahl / Beste Qualität / Preiswert in diesem Punkt bringt die Unsicherheit über alles andere mit sich. Oder anders gesagt: Was alles darf sich die Gewalt erlauben, ohne daß man ihr entgegentritt? Oder ganz genau: Wie lange werden die westlichen Großmächte die Herausforderungen ruhig hinnehmen? Der Schlüssel zu diesem Unbekannten liegt vielleicht in der Aeußerung des englischen Landesverteidigungsministers Sir Thomas Inskip, daß Großbritannien weiterrüsten werde und niemand sich einreden dürfe, England werde hiebei der Atem ausgehen. Liegt darin eine Hoffnung für diejenigen, welche nach all den Erfahrungen der letzten Jahre den* Glauben an Recht und Humanität fast verloren haben? ' - p. r. Terror in Palästina dauert an Seit dem energischen Eingreifen der Palästina- Regierung hat sich die Lage nicht gebessert. Die Deponierung der Agitatoren und die Flucht des Mufti haben keine Aenderung der Lage in bezug auf Ruhe und Sicherheit gebracht. Ueber die letzten Ereignisse liegen folgende Meldungen der J. T. A. vor: Aus Jerusalem (25. Oktober): Zwischen Terroristen und Polizei entstanden am 25. d. an mehreren Orten wieder Zusammenstöße. In Haifa wurde ein Jude bei einer Schießerei schwer verletzt. An der Elsenbahnstrecke bei Gaza wurden drei Bomben gefunden. Gegen den Schlachthof in T e 1 - A v i v wurden Schüsse abgegeben. In der Nähe Von Jerusalem wurden auf der Hauptstrecke die Gelelse aufgerissen. Die Telephonverbindung zwischen Palästina und Aegypten, insbesondere längs der Strecke Lydda—Kantara, wurde an zahlreichen Stellen durchschnitten. Die Polizei hat mehrere Personen verhaftet. Alle Polizeistationen wurden mit Kurzwellenempfängern und die größeren Stationen mit Kurzwellensendern ausgestattet. Dadurch wird die Arbeit gegen die Terroristen bedeutend erleichtert, die sich in den Bergen aufhalten und oft die Telephondrähte durchschneiden. Beschädigte Oelleitung Aus Jerusalem (26. Oktober): Die Oelleitung der Iraq Petroleum Company ist in der Nähe von Endor von arabischen Terroristen an zwei Stellen angebohrt worden, das ausfließende Erdöl wurde angezündet. Einer herbeieilenden Wache gelang es, den Brand zu löschen. Auf ein Transportauto der Shell Company wurde nahe Jerusalem ein Anschlag verübt. An der Stadtgrenze Tel-Aviv—Jaffa explodierten drei Bomben, ohne jedoch Schaden anzurichten. In Safed und bei Jerusalem kam es zu Zusammenstößen. Hausdemolierungen notwendig Aus London (26. Oktober): In einem Leitartikel des „S p e c t a t o r" wird erklärt, die Lage in Palästina gebe Anlaß zu Besorgnis. Es seien Anzeichen dafür vorhanden, daß der arabische Terror sich eher verstärke als daß er abnehme. Das Blatt schreibt weiter, es sei fast unmöglich, die wahren Verbrecher zu fassen, doch seien strenge Maßnahmen der britischen Behörden unerläßlich, wenn der Terror unterdrückt werden soll. „New Statesman and Nation" betont* eines sei sicher: Der Mufti werde, wohin immer er sich begibt, Unruhe, stiften. Zu der Sprengung arabischer: Häuser als Repressalie für die Terrorakte wird erklärt* es sei eine beklagenswerte Aufgabe für die Mandatärmacht, dies zu. tun, und einige Fälle seien in der Tat nur schwer zu rechtfertigen. Um die Aufgabe an sich aber; könne man sich nicht drücken, sonst werde die Lage int Palästina noch schlimmer werden, als sie es ohnedies schon' ist. ' Begräbnis Yellins Aus Jerusalem (26. Oktober): per Inspektor der Regierungsschulen Avinoam Y eil in, auf den am Donnerstag, 21., Oktober, als er am Morgen sein Büro auf dem Ziohsberg betreten wollte, ein Revolverattentat verübt wurde, ist seinen lebensgefährlichen Verletzungen erlegen. An dem Begräbnis, das amf Sonntag stattfand, nahmen 5000 Personen, unter ihnen zahlreiche. Beamte der Palästina-Regierung sowie die Führer des Jischuw, teil. Die Regierung hat für die Ergreifung der Mördeij Yellins eine 1000-Pfund-Prämie ausgesetzt. „Dawar" eine Woche verboten Die hebräische Tageszeitung „Dawar" ist wegen An«< griffe gegen die Regierung im Zusammenhang mit der neuen Einwanderungsverordnung für die Dauer einer Woche verboten worden. Einer Meldung des „Feiestin" zufolge, hat die Palästina-Regierung die Einfuhr aller syrischen und libanesischen Zeitungen für die Dauer von drei bia sechs Monaten verboten. „AI Liwa", das Organ des geflüchteten Mufti von Jerusalem, das für die Dauer von sechs Wochen verboten worden war, ist, obwohl diese Frist bereits verstrichen ist, nicht wieder erschienen. Man nimmt an, daß das Erscheinen des Blattes wegen finanzieller Schwierigkeiten eingestellt wurde. Wie wird man Millionär? Kann man denn Millionär werden? Gewiß kann man es. In der neuen 38. österreichischen Klassenlotterie beträgt der Hauptgewinn 1 Million Schilling, welche in barem Gelde ohne jeden Abzug ausgezahlt wird. Ferner sind zu gewinnen: S 200,000,. 100.000, 60.000, 50.000 usw. Zweimal monatlich Ziehungen: A-Ziehungen in der ersten Monatshälfte und B-Ziehungen in der zweiten. Lospreise pro Klasse für A- und B-Ziehungen zusammen: i/8 Los S 6.—, */* Los S 12.—, t/9 Los S 24.—, i/i Los S 48.—. Schon durch Zahlung des halben Lospreises, also mit S 3.— für Vs Los, kann man sich an der A-Ziehung beteiligen. Beachten Sie die in unserer heutigen Auflage enthaltene Beilage der „Glücksstelle Stein" an der „Hohen Brücke". Bestellungen auf Klassenlose aufs den Bundesländern sind per Postkarte zu richten an die „Glücksstelle'Stein", Wien, I., Wipplingerstraße 21, an der „Hohen Brücke". Wiener Filialen: I., Kärntnerstraße 34, II., Taborstraße 20, VI, Mariahilferstraße 8fy X.„ Favoritenstraße 101. M

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