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Die neue Welt · 1937-10-15 · Heft 694 (15.10.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 694 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I £4te 4 DIE NEUE WELT Nr. 694 vom 15. Oktober 103T Kolonienminister jedoch habe davon nichts hören wollen. Nun sei er endlich bereit »i2Ugeben, daß der Mufti der wirklich Verantwortliche ist. Besonders bedauerlich sei, daß erst ein britischer Beamter in Palästina ermordet werden mußte, damit die Regelung in Aktion trete Nun, da sie zugepackt hat und den Halsabschneidern das Handwerk legen will, wird die Labour Party besonders aufmerksam darauf achten, daß die Maß nahmen zur Unterdrückung des Terrors bis zu Ende durchgeführt werden. Die bisherige lange Erfahrung hat uns gelehrt, jeder Handlung der Regie rung mit Argwohn zu folgen. Falls diese Maß nahmen von der Regierung als nur vorübergehender Natur gedacht sein sollen, werden wir, die Arbeitervertreter, darauf achten, daß sie so lange fortgesetzt werden, bis das ganze Problem schließlich doch einer fairen Lösung zugeführt wird. Zum.Schluß erklärte Williams, nachdem er gesehen habe, wie die Juden aus allen Teilen der Welt nach Palästina gekommen seien, um dort ihr Schicksal selbst zu schmieden fühle er, daß der englische Arbeiter noch manches von den Juden zu lernen habe. Gegen die Einmengung arabischer Staaten Aus London: Der Versuch der arabischen Staaten, sich im Zusammenhang mit den jüngsten Regierungsmaßnahmen in die Verhältnisse 'in Palästina ein- . zumengen, wird mit besonderer Schärfe von der „Bir mingham Post" zurückgewiesen. Aufrufe und Proteste, schreibt das Blatt, sind blanker Unsinn. Der Großmufti hat sein Amt verloren und läuft Gefahr, seine Freiheit zu verlieren, weil «r aktiv mit einer Organisation verbunden war, die auf Grund ihrer Handlungen ordnungsgemäß als illegal erklärt worden ist; keineswegs, weU er Araber ist, und keineswegs, weil er Mohammedaner ist. Bs ist ein blanker Unsinn, ihn als Märtyrer zu behandeln. Er hat, zweifellos bewußt, aber gewiß unklug, auf das falsche Pferd gesetzt. Er hat offenbar damit gerechnet, daß England zögern wird, in Palästina scharf vorzugehen; und er hat zu seiner Ueberraschung erfahren, daß die Gewalttätigkeit der Araber schließlich eine wirksame Gegenaktion hervorgerufen hat. Es wäre natürlich närrischj zu behaupten,;-daß die arabischen Staaten, mit denen England noch immer freundschaftliche Beziehungen aufrecht zu erhalten hofft, heute nicht einigen Einfluß auf die britische Politik ausüben. Wenn die Herrscher des Irak, Saudi-Arabiens und des Jemen appellieren, wird dieser Appell sehr ernsthaft geprüft werden. Dennoch Ist es unwahrscheinlich, daß ihr Appell eine wesentliche Aenderung der Methoden herbeiführen wird,; die England, wenn auch spät und zögernd, anzuwenden gezwungen war, um den Frieden in Palästina zu wahren. Das Colonial Office kann die Prämissen dieses Appells, daß die Maßnahmen der letzten Wochen politische oder religiöse „V e rf o 1 g u n g" bedeuten, nicht akzeptleren. Noch weniger kann das Foreign Office die Schlußfolgerung des Appells akzeptieren, daß das Wohlwollen des Irak und Saudi-Arabiens und Jemens (gemeinsam oder einzeln) für England mehr b e d e ut e n, als Wahrung des Friedens in Palästina und Aufrechterhaltung des britischen Einflusses im Nahen Osten. Bin italienisches Regierungsblatt wirft England „WoifbruA" vor Aus R o m: Die italieniche Presse befaßt sich weiter ausführlich mit den jüngsten Maßnahmen der Palästina --Regierung zur Unterdrückung .des arabischen Terrors. Die Zeitungen veröffentlichen lange telegraphische Berichte aus den wichtigsten arabischen Zentren, die über Proteststürme gegen den „englischen Terror" in* Palästina melden, und geben unverhüllt ihrer Sympathie für die arabischen Nationallsten Ausdruck. Manche Zeitungen bringen auf der ersten Seite das BilddesMufti. Die der Regierung nahestehende „A z i o n e C o 1 o n i a 1 e" schreibt unter dem Titel „Die Fehler der englischen Politik in Palästina und ihre Rückwirkungen in der arabischen Welt" u. a.: „Englands größter Fehler besteht darin, daß es den einmal beschrittenen verfehlten Weg weitergehen will. England hat aus den arabischen Führern, indem es sie deportierte, politische Märtyrer gemacht. Es spielt in der ganzen mohammedanischen Welt mit dem Feuer. Wenn England seine blinde und brutale Politik fortsetzen wird, wird es gegen sich einen arabischen Sturm entfachen. Die Nichterfüllung der Versprechungen an die Araber ruft allgemeines Mißtrauen gegen England hervor, ein Mißtrauen, daß im ganzen Nahen Osten und unter den Mohammedanern Indiens schwere Folgen zeitigen und für das Prestige Englands schädlicher sein wirdals sogar ein verlorener Krieg." Verschürfte antienglisdie Kampagne Italiens im Nahen Osten Aus London: „Daily Herald" berichtet, daß die italienische Propaganda unter den Arabern, die insbesondere durch den Rundfunksender in Bari betrieben wird, in der letzten Zeit nahezu den Charakter einer „Aufreizung zu Gewalttaten angenommen hat. Im Zusammenhang mit den jüngst von der Palästina-Regierung gegen die extremistisch-arabischen Führer ergriffenen Maßnahmen Heztjreite der Senderf alscKe Gerüchte, die in i den arabischen Ländern eine englandfeindliche Stimmung erzengen sollen. Das Blatt Weiß auch zu berichten, daß die arabischen Extremisten in Damaskus engste Beziehungen zu dem italienischen Konsulat in Damaskus nahestehenden italienischen Kreisen unterhalten. Soeben erschienen 1 ■ , Dr. I. Z. KANNtft: Die arabiidtan NadibontadUn Palditlndi. Reich illustriert — Leinen B 3.48 Die Heiligt Schrift von Dr. Zum Neue Ausgabe — Leisen S 10.50 Verlai Jota! naH, Wien I, Raatniftlf i Noch immer $ Teilungsplan-Kampagne Zum Wiener Vortrag Nahum Goldmanns Der Wiener Ring der Altherren-Verbände hatte das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Dr. Nahum Goldmann, zu einem Vortrag eingeladen, und da der Abend die Marke „P a 1 ä s t i na —ein W el t p t o b l'e m" trug, war klar, daß der Vortrag eine große Anzahl von Interessenten finden werde. Man muß den Veranstaltern für den Vortrag schon deshalb dankbar sein, weil er nochmals, nach den schrfterzllchen Tagen von Zürich, die Fortsetzung der unheilvollen offiziellen Politik erkennen läßt und damit zum Widerstand aufruft. Es war betrübend, zu hören, in welch defaitistischer Weise Dr. Goldmann die beiden Instrumente Baifour- Deklaratlon und Mandat interpretierte, mit welch dürftigen Argumenten er die englische Politik und den arabischen Nationalismus gegenüber denlegitimen Ansprüchen des jüdischen Volkes auf Palästina charakterisierte und immer noch dem Auditorium die Illusion eines wirtschaftlichen Fortschritte ohne die Notwendigkeit politischer Sicherungen vorzaubern wollte. Die Konzeption der offiziellen, das ist der Weizmann-Politik, erklärte Goldmann, beruhte auf der These, daß die Zionistische Organisation ohne wesentliche Störung durch die englische Administration und die extremnationalistische arabische Führung noch weitere 10 bis 15 Jahre würde arbeiten ■ können — bis zu dem Zeitpunkt, wo die jüdische Majorität, im Lände alt* gegebene Tatsache würde anerkannt werden müssen. Dieses Konzept sei vom arabischen Nationalismüs gestört worden, der durch seine terroristischen Aufstände eine Entscheidung herbeigeführt habe, eine Entscheidung in einem Augenblick, der uns nicht genehm sein' könne, in einem für die zionistischen Aspirationen ve r-; f r ü h t e n Augenblick, so da^wir heute -aus dieser uns aufgezwungenen "Entscheidung das " Beste .lierausholen müssen':" eine Lösung 'der Palästina-Problems nicht auf Basis* der Balfour-Deklaratlon und de«) Mandats, die sieh Von heute ab als untaugliche Instrumente erweisen (weil Wir ^angeblich 'gegen die passive' Einstellung der :erfglischen\ Beamtenschaft in Palästina und gegen das Fehlen des arabischen Verständigungswillens' nichtankämpfen: können), sondern auf Basis des von der Kgl. Kommission und der englischen Regierung inaugurierten und von; der Mandatskommission wohlwollend betrachteten Teilungsplanes.' Dr. Goldmann rühmte, sich der Tugend, auf die Dar-, Stellung der NachteUe des bisherigen Teilungsplanes in der. Herzl-Stadt IWlen verzichten zu können. Es war dies eine; bequeme Geste und ein psychologisch vorteilhaftes Manö-> ver. Denn während der Redner, schließlich ein < verantwortungsvoller Faktor der Zionistischen Exekutive, sich; seinen Pessimismus bezüglich des Wertes von Balfour-: Deklaration und Mandat durch nichts wollte miesmachen lassen, schwärmte er geradezu vom kleinen, geteilten,! wenn mir eine Chance bietenden Zwerg-Palästina, in das; die derzeitigen Herren der Zionistischen Organisation und; Verwalter der ziönistischen Fonds im Verlauf von 10 bis. 15 Jahren 1 bis 1,5 MUlion Juden transportieren wollen.; Daß auch dieses kleine Palästina — so klein wie der Kampfwille des offiziellen Zionismus — ohne politische Sicherungen gefährdet ist und demselben Schicksal entgegeneilt wie eine jUdische Minorität im Rahmen' eines arabischen Palästina; erzählte Dr. Goldmann dem Auditorium nicht; denn es kam ihm in diesem Zusammen-, hang bloß darauf an, die Linie fortzusetzen, die der Weizraannismus 20 Jahre lang verfolgt und auf dem XX. Züricher, Kongreß ,als der Weisheit letzten Sohluß deklariert hatte: mit geschlossenen Augen von Realitäten zu sohwärmen, die leider als Illusionen entlarvt wurden, und Irrationales zu ironisieren, das sich für das Schicksal des Judentums in der Welt als entscheidend erwiesen hat. Die Widersprüche in den Ausführungen Goldmanns hier zu verzeichnen, hat keinen Wert. Sie sind aus den Reden der Ja-Sager in Zürich bekannt. Während ajber dort-die Befürworter der Teilung sich im Augenblick eindrucksvoller und vom Tempo einer Kongreßentscheidung bestimmter Argumente bedienten, war Nahum Goldmanns Begründung von geradezu erschreckender Dürftigkeit, von geradezu erstaunlicher Banalität; erstaunlich darum, weil man berechtigt war, zu erwarten, daß der Vortragende immerhin ein gewisses Maß von Denk- und Erinnerungsvermögen bei seiner Hörerschaft voraussetzen mußte. Die Hartnäckigkeit, mit der Doktor Gpldmann den Teilungsplan als einzig mögliche jUdische Problemlösung hinstellte, mußte gerade jetzt abwegig erscheinen, wo erstens der V ö 1 k e r b u n Ü r a t sich; zu einer Verschiebung der Entscheidung' entschlossen und wo zweitens die neue englische Untersuchung*- jkommission für Palästina mit ihren Arbeiten noch \ nicht begonnen hat, sondern über die Pläne betreffs Palästinas noch keinerlei authentische Anhaltspunkte vorliegen. Man muß allerdings Dr. Goldmann zugute halten, daß ■. er die Magerkeit seiner Thesen nicht mit fetten Phrasen aufzufüttern bestrebt war. Seinem Referat kam die Aufgabe zu, in rednerischen Kaskaden zu glänzen, aber es hätte nicht die Kraft, die innere Ueberzeugung des Redners glaubhaft Zu machen. Man hatte das Gefühl, daß er selbst nicht völlig glaubte, was er sagte. Es gab hohle, falsche Töne in Menge. Die Sprache und die Sache, der sie dienten, fanden sich in Harmonie. . o, r. Hakenkreuz und Palästina In den „Münchner Neuesten Nachrichten" beurteilt der von dem Blatt als ,,bekannter Palästina-Kenner" bezeichnete G. Wirsing die letzten Ereignisse in Palästina u. a. wie folgt: „Mit Ausnahme von zwei Mitgliedern, die sich in. Europa aufhalten, sind nun alle Männer des Obersten Arabischen Ausschusses ihrer Wirkungsmöglichkeit beraubt. Der Handstreich des 1. Oktober, wie immer er durch die Terrorfälle begründet werden möge, hatte den angestammten arabischen Bevölkerungsteil Palästinas seine legitime nationale Führergut eingeführt, in Arbeiterbezirk, ist sofort zu verkaufen. Zuschriften unter „Spottbillig" an die Administration dieses Blattes A schicht gekostet. Was übrig geblieben ist, sind lediglich noch einige von England mehr oder weniger bezahlte oder doch abhängige Mitglieder der Nashashibi« Famüie und die Masse der zunächst ratlosen Fellachen« Der jü.dische Triumph in Palästina, den wir seit Monaten herannahen sahen, ist so gut wie vollständig. | Die 'Verquic^ung der britischen und der jüdischen Inter-;' esSen .wird" Sich schließlich für England peinlich auswirken. Denn nicht das Judentum ist es ja, das sich bei all diesen Handlungen exponiert. Nicht Herr Chaiia W e i z m a n n ist ja verantwortlich für die Gewalttaten gegen die arabische Führerschicht in Palästina, sondern England. Es läßt sich heute schon ganz klar sagen, daß; arabische Länder, die noch vor einem halben Jahr England zumindest nicht feindlich gegenüberstanden, sich an das arabische Sprichwort zu erinnern beginnen: ,Ich bin der Feind meines Bruders, mein Brudeff und ich sind der Feind unseres Vetters, mein Vetter, mein Brüder und ich aber sind der Feind dessen, der uns bedroht.'" Seibdändi^u ty&i&Uc. foutfhtann 170 cm groß, gut aussehend, nachweisbar schuldlos gesch., sucht zwecks Ehe Bekanntschaft einer hübschen jungen Jüdin bis 30 Jahre alt, mit entsprechender Mitgift aus gut jüd. Hause. Zuschrift mit Photo, welches ehrenwörtlich retourniert wird erbeten unter „Guter Zionist" an die Adm. dieses Bl. Schöne weiße Zähne üben eine starke Anziehungskraft aus, ale sind'der schönste, natürlichste Schmuck. Es ist so leicht, schöne, weiße Zähne zu haben, wenn man morgens und abends die bekannte Qualitäts-Zahnpaste Chlorodont benützt. Wählen Sie Chlorodont, schäumend oder nichtschäumend, nach Ihrem persönlichen Geschmack. Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes.) Frankreich: Roman eines Schwindlers — Die Perlen der Krone — Der geliebte Vagabund — La belle Equipe — Menschen unter Menschen — Liebe macht blind — Die rote Robe — P6p6 le Moko — „Le Mioche" — „Le Roi". Amerika: Die gute Erde — Sensation um Galahad — Die kleine Ching-Ching — Eskapade — Quality Street — Schrecken der Meere — Bulldog Drummond — Maienzelt — Geschichte wird bei Nacht gemacht — Entgleist — Schwarzes Gold — Flucht aus San Quentln — Saratoga — Eine Dame der Gesellschaft — Darf ich bitten? — Die Eisprinzessin — Die Frau des G-Man -- Meuterei in Slng-Sing — Man trifft sich in Paris — Leidenschaft — Wir in der Todeszelle — Das Leben Emile Zolas — Der Seeteufel — Im Schatten der .Wolkenkratzer — Königin Victoria — Der letzte Zug aus Madrid. Filme untet Arierparaqraph Karussel — Stärker als Paragraphen — Die graue Dame — Das große und das kleine Glück — Millionäre — Mein Sohn, der Minister — Mein Verhängnis sind «He Frauen — 7 Ohrfelgen — Liebe geht seltsame Wege —- Puszta-Komtesse — Madame Bovary — Versprich mir nichts t~ Wenn du eine Schwiegermutter hast — AusteriiliUI — Die milde Helene -— Patrioten — Unternehmen Michael — Mysterium des Lobens — Liebe kann lügen — IA in Oberbayern — Caprlolen — Unentschuldigte Stunde — Land der Liebe — Liebesregiment —> Zauber der Boheme — Das Schweigen im Wuldu — Die Stimme des Herzens — Zu neuen Ufern — Ein VoUiafetad — Sherlook Holmes.

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