Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 694 (15.10.1937)
- Date
- 1937-10-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 694 vom 15. Oktober 198<? jgBB XlSiJg WJBbf Seäe 1 Slitgeftettte! SltöeUet!?ilitteiftttitb! profjc SÜiener tflciöcrhäuf« haben ficf> geeinigt «n9 geben 3hnen qcßcn 12 9ftosta!»ra!ett Aettettfte* hlctbituß au? ätedit» Söerlönflttt die noch beule die äaff eiluttn einer äreofianttJetfung, welche 0ie berechilflt* in drei ctitctt 2öicttcr äletbernättfetn ttngesnwugeit und ohne Btoifcftettiiclte biceftt eittguhatiien. - greife tu? {eftein (Stütft offm erfldjtlfcf). ttnforftccttttg uon ftteftft* antoeifuttnett nur fcbrtftlid) mittels ftotrefponbettsfctfttc «nt>r ttngabe oon Warnt> (Beruf und ttbreffc an „«fefto 15» Bcairh, GlemenUnenaaffe Ä8/N. fluch $tootn$! Die Stimmung In Palistina Weäim^d „Wie idi Zionisf wurde'' „Herzls Schriften sind zu wenig bekannt. Ich glaube, keinen Trugschluß mit der Behauptung zu tun, daß mancher langjährig dem Zionismus Angehörige Herzls Schriften nicht kennt. Ich muß es annehmen, weil mir nie Herzls Schriften empfohlen wurden. Die Aktualität z. B. des „Judenstaates", eine Aktualität, die nicht nur durch den Peel-Bericht hervorgerufen ist, ist eklatant. Mit größtem Interesse wird die Masse der Abseitsstehenden nach dieser Lektüre weitere Schriften Herzls verlangen. , Die dem- Zionismus Verschriebenen ' aber iperden staunend sehen, daß Herzl viele Oedanken ausgesprochen hat, die im Unterbewußtsein dieser Begeisterten ruhen" Walter Sarschmidt (Frankfurt). Kein Verzicht Im Namen des ludentums „Es gibt keine Teilung ohne gegenseitige Abkommen zwischen den Juden und den Arabern, in welchen jeder Partner für ewig auf den zweiten Teil verzichten muß. Wie ist es daher möglich, daß das Volk der Propheten, der wahren und gerechten Propheten, welche im Namen Gottes redeten und forderten: JHalte dich fem von der Lüge' — wie ist es möglich, daß dieses Volk eine solche Lüge unterschreibe, daß wir auf einen Teil von Palästina verzichten? Wie kann man im Namen des Judentums einen solchen Verzicht unterfertigen) wenn in derselben Zeit Millionen Juden sagen: ,Und wenn er zögert, trotzdem warte ich auf ihn, Tag für Tag, bis er kommt.'? .. '. Dieser Glaube verpflichtet uns doch, die erste Gelegenheit auszunützen, um das Land von neuem zu erobern." Oberrabbiner Amiel (Tel-Aviv)* Individuum und Gemeinschaft „So ist das Judentum. Der einzelne ist nichts ohne die Gemeinschaft. Aber die Kulturhöhe des Volkes hängt; vom individuellen Wert des Individuums ab. Die gesamte. Prophetie im Judentum entwickelte sich ja auf den Schultern des Volkes, aber sie wäre ohne die -Stellung des Individuums im Judentum nicht möglich gewesen." Dr. Max Nußbaum (Berlin}« Judentum und Christentum „Wenn man das Judentum aus sich heraus, von innen, von seinem Ursprung her betrachtet, ist eines hervorzuheben: Alles — die Moral, die'"Religion, die ganze Welt des Menschen — beruht auf dem Ebenbild Gottes im Menschen. ,Gott schuf den Menschen in seinem Ebenbild, im Ebenbild Gottes schuf er ihn, Mann und Weib, schuf er sie' Das ist das Bückgrat des Judentums." „Wer die Wahrheit sucht, wird leicht erkennen, daß das, was in der Moral des Christentums wahren Wert hat, durchwegs dem Judentum entnommen ist, nur daß das Christentum dem ein deutlicheres Gepräge gab, was das Judentum so geschaffen hatte, daß es der Außenwelt verborgen "blieb und einzig dem Herzen der Menschen anheimgegeben war." A. D. Gordon (Schriften)', Das vernachlässigte Transjordanien „Das ganze Gebiet des Ostjordanlandes, das ich durchquerte, ist heute vollständig vernachlässigt und fast menschenleer. Leider hält Emir Abdullah nicht viel davon, die Beduinen moderne Landwirtschaftsmethoden zu lehreii. Sie sollen bleiben, wie sie sind — meinte er» Und so wird Transjordanien noch einige Zeit auf seine ^tiferstehtmg warten müssen." Gunard Sommerfeld, Chef der dänischen Palästina-Expedition, Was sie nicht verstanden haben ,jLcha<£ Haan, der seit dem Bestehen des politischen Zionismus jeden Schritt verfolgte und kritisch «ersetzte, der auf der Minsker Konferenz der russischen Zionisten im September 190» einen großen Erfolg errungen und dort die Schaffung einer großen Kulturellen Organisation gefordert hatte, und dessen Lehren — nicht zuletzt durch die Propaganda der ,Jungzionisten' um Weizmänn, Motzkin und Buber —■ auch im Westen zu wirken begannen, sah von den positiven Eigenschaften des Buches (,Alt-Neuland') nichts: nicht die geniale Voraussicht in die Entwicklung des Landes, die tiefe Liebe zu Palästina und den Glauben an die Zukunft des Landes und des Volkes, nicht die Schöpferfrvude, nicht den ernsten ethischen Willen, der alles durchdrang." Herzl-Biographie von Alex Bein, Nach den ersten rigorosen Maßnahmen der Palästina-Administration ist noch nicht zu schließen, welche Haltung in politischer Hinsicht von nun ab eingenommen werden wird. Die britische Regierung erklärt nämlich, daß ihre Aktionen sich gegen den arabischen Terror richten und nichts mit politischen Entscheidungen oder einer Wendung der britischen Palästina-Politik zu tun haben. Wenn wir diese Erklärung richtig einschätzen, dann müssen wir uns hüten, voreilige Schlüsse zu ziehen. Vorläufig nimmt die militärische Sicherung des ' Landes ihren Fortgang. In ganz Palästina finden Manöver unter der Leitung des Generalmajors Wavell statt. Versuche arabischer Terroristen, Streiks hervorzurufen, werden unterdrückt. Irak und Syrien Der Jerusalemer Korrespondent des, „Daily Telegraph" meldet seinem Blatt, er habe in Erfahrung gebracht, daß in Damaskus ein neuer Oberster Arabischer Ausschuß für Palästina in Bildung begriffen sei. Die Initiatoren der neuen Zentrale der arabischen Terroristen sind der aus Palästina geflüchtete Präsident der arabischen Nationalpartei, Jamal el Hussein!, * ferner Izzat Darwaga, die „rechte Hand des Mufti", und Auni Bey Abdul Hadi, der der arabischen Delegation in Genf angehört hat. Der Bagdader Korrrespondent des „Tele- BANKGESCHÄFT Dr. OFFENBERGER Wien I, Freyung 1 Telephon : IT -27- 2-11, U - 28 - 2 - 55 Durchführung Ilm tllchcr Bank* und Börsetrannaktionen graph" berichtet, daß die Presse des Irak in immer schärferer Weise die Maßnahmen der Palästina-Regierung zur Liquidierung des Zustandes der Gesetzlosigkeit in Palästina kommentiert. „Falastin" berichtet, die Irak-Regierung habe beschlossen, einen Beobachter nach Palästina zu entsenden, der die politische Entwicklung im Lande während der Untersuchungsarbeiten der neuen Palästina- Kommission verfolgen soll. Die Wahl wird wahrscheinlich auf den Rektor der Bägdader Universität, Mufak Alusi, fallen. Im Zusammenhang, mit den aus arabischer Quelle stammenden Meldungen, daß der Vorsitzende der Muf ti- Partei, Jamal el Husseini,' sich nach Damaskus begeben habe, um dort einen neuen Obersten Arabischen Ausschuß für Palästina zu organisieren, berichtet das Büro Reuter, daß der französische Hochkommissär die syrische Regierung aufgefordert habe, jede gegen Palästina gerichtete umstürzlerische Bewegung in Syrien zu verbieten. Die arabische Tageszeitung „A Difaa" (Organ der Istaklal-Partei) veröffentlicht einen aufsehenerregenden Bericht aus Bagdad» demzufolge die Irak- Regierung in den letzten Jahren der arabischen nationalistischen Bewegung in Palästina zur Unterstützung der antibritischen und antijüdischen Propaganda 20.000 Pfund zur Verfügung gestellt habe. Das Geld teel insbesondere zur Herausgabe von Zeitungen und anderen Druckschriften verwendet worden. Aus offiziellen Kreisen will das Blatt erfahren haben, daß die Palästina-Regierung eine Aenderung des Palästina-Mandates vorbereite, wobei die Balfour¬ Deklaration abgeschafft werden soll. High Commissioner Sir Arthur Wauohope führe die diesbezüglichen Verhandlungen mit der britischen Regierung. Die neuen Terrorakte Der jüdische Hilfspolizist Jakob Bodenstein ist in der Nacht zum 9. Oktober, als er an den heißen Quellen in Tiberias den Dienst versah, von arabischen Terroristen OFEN SCHWEMME IX, PORZELLANGASSE 2 KONKURRENZLOSE PREISE überfallen und durch mehrere Revolverschüsse am Arm schwer verletzt worden. Die Verletzung Bodensteins ist so schwer, daß ihm der Arm amputiert werden muß. Ebenfalls in der Nacht zum 9. Oktober gaben arabische Terroristen auf das Sanatorium „A c h w a", nahe der Kolonie Moza, unweit von Jerusalem, mehrere Schüsse ab. Die Terroristen durchschnitten auch die Telephondrähte, die die Kolonie mit Jerusalem verbinden. Herbeieilende Hilfspolizisten erwiderten das Feuer und vertrieben die Angreifer. Auf der Straße Nablus-Jenin wurde ein Auto der ShellCompany, das Petroleum führte, von arabischen Terroristen beschossen. Das Auto wurde stark beschädigt. Bei Ramalla ist einbewaffneterAraber, der den Anruf eines arabischen Hilfspolizisten, zur Ausweisleistung stehen zu bleiben, nicht beachtet hatte, nach kurzem Kugelwechsel erschossen worden« Der Mufti hat, zum erstenmal seit der Auflösung des Obersten Arabischen Ausschusses, in der Omar- Moschee gepredigt. Am Sonntag, den 10. d. M., wurden sieben Automobile, die, aus Libanon kommend, die libanesischpalästinensische Grenze passierten, von einer bewaffneten Araberbande überfallen. Die Insassen wurden ihres gesamten Barvermögens und ihrer Wertgegenständc beraubt; einigen von ihnen wurden sogar die Kleider vom Leib gerissen. Eine Reihe von Dörfern in der Umgebung von Nablus sowie die Autos, die die Damiabrücke nach Transjordanien passieren, sind von britischen Polizeiabteilungen und Geheimpolizisten durchsucht worden. Die Nachforschungen gelten angeblich dem geflüchteten Mitglied des Obersten Arabischen Ausschusses, Izzat Dar« waza, von dem es heißt, daß er in Syrien an der Reorganisation des Obersten Arabischen Ausschusses ar-. beiten will. In Nablus, wo der Verkaufsstreik der arabischen Ladenbesitzer am längsten gedauert hat, wurden die Geschäfte wieder geöffnet. Die Aktivisten der Husseini-Partei sind aus der Stadt geflüchtet; in derselben herrscht absolute Ruhe. Eine Besatzung von 500 Mann ist aus Jerusalem in Nablus eingetroffen. Veränderungen in der palästinensischen Beamtenschaft Das Colonial Office gibt folgende Ernennungen, Transferierungen und Beförderungen im palästinensischen öffentlichen Dienst bekannt: Oberrichter W. C. C u r ry wird stellvertretender Kreisgerichtspräsident; der Beamte der Abteilung für Verrechnung und Statistik W. G. Peasley wird ins Steuerdepartement versetzt; der Kreissanitätsbeamte in Cypern W. J. E. Phillips wird leitender Sanitätsbeamter der palästinensischen Gesundheitsabteilung; G. B. Simmons wird zum leitenden Beamten für tierärztliche Untersuchungen bei der palästinensischen Regierungsabteilung für Landwirtschaft und Fischerei ernannt, J. H. Haleblian wird als Chemiker der Regierungsabteilung für Altertümer zugeteilt. - t.> i n Disziplinarverfahren ' Die Palästina-Regierung hat auf Grund der Ergebnisse der von der Kgl. Kommission durchgeführten Untersuchung ein Disziplinarverfahren gegen diejenigen arabischen Regierungsbeamten eingeleitet, die im Vorjahr das bekannte, gegen die Palästina-Regierung gerichtete Memorandum an die Kgl. Kommission unter, zeichnet haben. WHMsbb )^ Die Schule für Damen I, Wipplingerstraße 30, Telephon U-28-103 Die englische Arbeiterpartei und Palästina Auf der Jahreskonferenz der britischen „Labour Party" in Bournemouth gab während der Debatte über den. Parlamentsbericht der Führer der Paria« mentsfraktion der Partei, Major Clement Attlee, die Erklärung ab, die Abgeordneten der Labour Party würden weiterhin die Entwicklung der Dinge in Palästina äuimerksam verfolgen. Eröffnet wurde die Palästina»Debatte durch. M. Rosetti, Mitglied der Poale Zion. Er lobte die jüngst von der Palästina-Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Unschädlichmachung der terroristischen Führer, sowie die Absetzung des Großmufti von Jerusalem und erklärte, daß die Labour Party stets auf der Hut sein müsse, damit die Palästina-Verwaltung nicht versuche, das „Gleichgewicht" dadurch herzustellen, daß auf der anderen Seite. Maßnahmen gegen die Juden ergriffen werden. Zum Schluß erklärte Rosetti, der Mufti und seine Helfer seien nicht die wahren Vertreter der arabischen Bevölkerung Palästinas, sondern feudale Großgrundbesitzer, die lediglich eine kleine Zahl mächtiger arabischer Familien repräsentieren. Abg. Tom Williams erklärte, die Labour Party sei weder pro-jüdisch noch pro-arabisch, sondern pro-palästinensisch. Er übte Kritik an der Regierung, die, obwohl sie die Situation in Palästina wohl kannte, nicht rechtzeitig die geeigneten Maßnahmen ergriffen habe. Er selbst habe in den vergangenen 18 Monaten die Regierung wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der Mufti für die brutale Vernichtung von Eigentum verantwortlicn sei. Der // // vier kl „Die ]Neue Welt" wird über Wunsch an Interessenten durch vier Wochen kostenlos zur An* sieht zugeschickt! Bestellungen an die Verwaltung „Die Neue WeM^ IX.« Univexsitätestraße 0< \