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Die neue Welt · 1937-10-08 · Heft 692 (8.10.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 692 (8.10.1937)
Date
1937-10-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DÖS NEÜE WELT Nr. 692 vom 8. Oktober 1937 £s g$Äb jeden an. ■ ■ tt: iJ. . •■ t' ■ " denn jrdi'iist dm Unbilden einer Verkühlung ausgesetzt, die von verhängnisvollen Folgen begleitet sein kann. Der beste Schutz gegen Verkühlung ist die Abhärtung und die Stahlung des Körpers, die am besten crziolt wird durch stand igen Gebrauch von l/IÄNA FRANZBÖANNtvyElHm^ mbnthöl ■aann von Fraktion zu Fraktion, um vom „wirtschaftlichen Standpunkt aus die Wankenden für den Teilungsplan zu gewinnen. In London schloß er damit, daß er die Teilung Palästinas in drei Teile und die Schaffung eines „mehr oder weniger unabhängigen jüdischen Staates" als begrüßenswerte Lösung bezeichnete.) Man braucht wiederum keine land- und volkswirtschaftlichen Betrachtungen wissenschaftlicher Art anzustellen, man braucht wiederum nur zu subtrahieren und zu dividieren, um nachzuweisen, daß die Ziffern des „praktischen" Smilansky ebenso ungeheuerlich sind wie die Ziffern des „phantastischen" Dr. Soskin. Nach Smilansky bleiben bestenfalls' 2300 Quadratkilometer der jüdischen Siedlung zur Verfügung. Er will noch zwei Millionen Juden (zirka 300.000 sind bereits dort) auf dieser Fläche ansiedeln. Das heißt: Rund tausend Juden auf einen Quadratkilometer, viermal soviel wie in Belgien, fünfmal soviel wie in England, sechsmal soviel wie in Japan, dreizehnmal soviel wie in Frankreich! # Und das wagt man dem jüdischen Volke zu bieten! Und das wagen zionistische Politiker und Praktiker als eine Lösung der Judenfrage anzupreisen und dem jüdischen Volke zur Annahme zu empfehlen! In Zürich haben Weizmann und sein engerer Anhang mit dem Mittel politischer Einschüchterung das verängstigte jüdische Volk bearbeitet. (Nimm den Zwerg- Judenstaat oder du bekommst gar nichts!) Nebenher Hausu. Küchengeräte Glas- und Porzellanwaren. Edelkeramik, Bleikristalle. Komplette. Ausstattungen in bester Qualität Samuel Zuckermann Wien II. Im Word 1. Telephon A-41-6-45 haben sie „Experten" auf den Kongreß losgelassen, welche den gesunden Menschenverstand mit falschen Ziffern zu betäuben und zu vergiften hatten. Nach dem Kongreß wird in der offiziellen zionistischen Presse und in den Reden offizieller Sendboten in gleicher Art für den Zwerg-Judenstaat gearbeitet, mit Drohungen und trügerischen Ziffern! Wozu soll das führen? Darf man sein Volk, ein Volk in tiefster Not, so täuschen? Gegen //Verqiuckung de* Palästinafrage mit dem Flüdiflingsproblem" Aus London: In ihrer Ausgabe vom 30. September weist die Zeitschrift „Great Britain and th e East" darauf hin, daß eine Verquickung der Palästina-Frage mit der von osteuropäischen Staaten gewünschten Abwanderung ihrer „ü berschüssigen jüdischen Bevölkerung" nicht möglich ist. Daß das Palästina-Mandat vori Anfang an miteinander Unvereinbares enthalten hat, so heißt es in dem Aufsatz, ist von der Kgl. Kommission der Welt bewiesen worden. Zweifellos aber sind die Schwierigkeiten, die an sich mit der Verwaltung des Mandates verbunden sind, durch den in den letzten Jahren von europäischen Juden auf Palästina ausgeübten plötzlichen Druck erhöht worden. Daß dieser Druck nicht nachläßt, das ist es gerade, was gewisse europäische Staaten, wie etwa Polen, anstreben. Sie scheinen sich nicht darum 'zu kümmern, welche endgültige Lösung für Palästina gefunden werden wird, solange nur ihre „überschüssigen" Juden weiterhin einen Ausweg dorthin haben. Diese Diagnose wird jedoch weder von den mohammedanischen Staaten des Völkerbundes, . noch von der britischen Regierung akzeptiert. Es wäre offenkundig untragbar, wenn Palästina nach den Worten des irakischen Delegierten im Völkerbund „das Opfer des Suchens nach einer Lösung der Judenfrage" werden würde; von Anfang an hat die Mandatarmacht ihre Aufgabe in dem Heiligen Land niemals' als Teil eines Flüchtlingsproblems betrachtet. Wenn der Völkerbund, heißt es zum Schluß, die W.tjudenfrage anpacken will, dann alle Ehre und Glück dazu. Aber er möge scharf unterscheiden zwischen dem, was die Mandatspflichten Englands sind, und dem, was die Verantwortung gegenüber den Juden der ganzen Welt ist. England zeigt die starke Hand Weitere Haftnahmen fegen die Terrdrltün Sowohl nach ihren Erklärungen als auch nach Ihren Maßnahmen zu schließen, ist die Palästina-Regierang gewillt, dem arabischen Blutterror ein Ende zu machen. Alles geht nach einem genauen Plan, der Im Einvernehmen mit London ausgearbeitet wurde. Den letzten Anstoß zu dem energischen Einschrelten gab die Auffindung von „schwarzen Listen", weiche die Namen hochgestellter britischer und jüdischer Persönlichkeiten enthielten, gegen die offenbar Anschläge verübt werden sollten. Terrorakte und Verhaftungen Ueber die letzten Ereignisse erhalten wir folgende J. T. A.-Meldungen aus Jerusalem: Trotz der umfassenden Maßnahmen der Palästina- Regierung hat sich eine Reihe weiterer ernster Terrorakte ereignet. Die arabischen Terroristen beginnen wieder, wie in der Zeit der Unruhen des Jahres 1936, Sabotageakte zu verüben. Die Oelleitung der Irak Petroleum Company wurde bei Jisser Majamea an drei Punkten aufgerissen und dos ausströmende Oel in Brand gesteckt. Einer britischen Milltärabteilung gelang es, die Terroristen zu vertreiben. Auf das Eisenbahngeleise bei Ramleh wurde ein Anschlag verübt. Die Geflügelfarm der Regierung bei Haifa ist infolge Brandstiftimg vollkommen eingeäschert worden. tnurant Stefanie II, Taborstral« 12 O Telephon R.48-4-46 HUGO und JULIE HERLINGER geb. Zollner Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung Täglich frische Fische ' Neu renovierter Speisesaal / Angenehmer Aufenthalt In A k k o ist Scheich: Abdul Fatach ' erschossen worden. Ein zweiter Araber, der sich in seiner Begleitung befand, wurde verwundet. Die,Angreifer sind entkommen. Der Mukhtar der in der Nähe der Haifa-Bucht lebenden Beduinens.tämme ist in der Nacht auf Montag erschossen worden. In dem Hauptbüro des .Kadi -des arabischen Nationalkomitees in Jaffa wurde eine Haussuchung vorgenommen; .zahlreiche Dokumente wurden beschlagnahmt. Der Kadi ist geflüchtet. Die Telephonverbindungen zwischen Palästina und den Nachbarländern sind über Anordnung der Behörden. noch immer unterbrochen;, dädurch soll verhindert werden; daß arabische Hetzagitatoren in Palästina mit ihren Genossen in , den .benachbarten arabischen Ländern in Verbindung*'treten. Dagegen ist die Telephonverbindung mit entfernteren Ländern wieder hergestellt worden. Die Palästina-Regierung hat offiziell die Behörden der Republik L;i b a htoinTerswcht," dfeUm. Libanon, lebenden Palästinenser. streng zu überwachen. Bei der In der Buchhaltung der Arabischen Bank auf Anordnung der SlcherheitsbeHörden; vorgekommenen Revision ist ein geheimer Fonds in der Höhe' von etwa 100.000 Pf. St. entdeckt worden, der voraussichtlich beschlagnahmt werden dürfte., Auf Befehl der , Palästina- Regierung wurden bei den Mitgliedern der arabischen Ortsräte im Süddistrikt Haussuchungen vorgenommen ' und zahlreiche Dokumente beschlagnahmt. Sämtliche Führet" des mohammedanischen Jugendbundes sind verhaftet worden. In den Kreisen der gemäßigten Araber hat es starken Eindruck gemacht, daß die bei den Haussuchungen auf-' gefundene schwarze Liste der Personen, deren Ermordung geplant war, auch den Namen des Vorsitzenden der arabischen Verteidigungspartei und früheren Bürgermeisters von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, enthält. Es verlautet, daß die Palästina-Regierung, nachdem der Oberste Arabische Ausschuß als illegal erklärt ü IS E N* SELCHWAREN MAL TÄGLICH FRISCH BN ALLEN FILIALEN und aufgelöst worden ist, nunmehr daran geht, an seine Stelle eine „Arab Agency" zu setzen, die eine.ähnliche Aufgabe haben soll wie auf jüdischer Seite die Jewish Agency. Mufti und Jamal el Hussein! Die Uber die palästinensischen Zeitungen verhängte Pressezensur ist in der Nacht zum 6. Oktober aufgehoben worden. Den Zeitungen bleibt es aber verboten, den Namen des Mufti zu nennen und Material zu verwenden, das die nationalen Gegensätze verschärfen könnte. Die Polizeibereitschaft wurde teilweise zurückgezogen. Andererseits hat die transjordanische Grenzpolizei Befehl bekommen, sich in Bereitschaft zu halten. 60 Mukhtars der arabischen Dörfer im Umkreis von Jerusalem versammelten. sich vor dem Regierungsgebäude in Jerusalem, um gegen die Verhaftung der arabischen Führer zu protestieren. Sie: wurden Jedoch nicht empfangen und mußten ihren Protest schriftlich an den Distriktskommissär McLaren absenden. Der Vorsitzende der arabischen Natiqnalpartei, Jamal el Husseini, konnte noch immer nicht festgenommen werden. Nach manchen Gerüchten soll er nach Syrien geflohen sein; allgemein wird jedoch angenommen, daß er sich zusammen mit dem Großmufti in der Omar-Moschee verborgen hält. Das Gerücht, wor nach der Großmufti aus der Moschee geflohen ist, hat" keine Bestätigung gefunden. ' ' ....; y^aruin Andrews ermordet wurde . „Daily Herald" meidet, daß der Distriktskommissar von Obergaliläa, Lewis Andrews, erwordet wurde, weil er Eiittelhclten über eine geplante neue arabische Revolte In Palästina enthüllt habe. Öles ist, Schreibt die Zeltung, der sensationelle Hintergrund, des Mordes. Der Plan stur Entfesselung eines neüen Aufstandcg In Palästina sei auf der am 8. September In Bloudan abgehaltenen ponarablschen Konteren« vorbereitet worden. Auf Jener Konteren* sei man übereingekommen, daß die Zelt reif sei, ein großarabisches Reich unter Einschluß von Transjordanien, Syrien, Palästina und dem Irak zu gründen. Herrseher dieses Reiches sollte der Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el Hussein!, sein. Die Zeitung schreibt .zum Schluß, daß bei Wiedereröffnung der Parlamentssitzungen die Vertreter aller Parteien eine parlamentarische Untersuchung verlangen werden, um die Gründe des Versagens der Palästina- Regierung hinsichtlich der Ueberwachung der Terroristen festzustellen. Feindseligkeit der italienischen Presse Aus Rom wird gemeldet: Die italienischen Zeitungen befassen sich eingehend mit den Vorgängen in Palästina und den Maßnahmen der Palästina-Regierung, die sie drakonisch nennen. Die Turiner „Stampa" kritisiert die Maßnahmen der Palästina-Regierung als Beweis für den „dauernden Mißbrauch" des Mandats und sohlldert das „tragische Dilemma", in welchem sich die arabische Bevölkerung befindet. Die Zeitung fragt zum Schluß, wie die mohammedanische Welt auf die Absetzung des Großmufti reagieren wird. Englische Pre§$e§timmen Gegen Palästina-Regierung — Gegen Teilungsplan Aus London: Die „Times" weisen darauf hin, daß Distriktskommissär Andrews als ein Opfer des arabischen Terrors gefallen ist, der entgegen den Hoffnungen amtlicher Kreise in Palästina fortdauert und sich in letzter Zeit stärker gegen gemäßigte christliche und mohammedanische Araber als gegen Juden gerichtet hat. Der Ermordete ist wiederholt bedroht worden, und er hat gewußt, von wo diese Drohungen ausgingen. Zwar hätten der Mufti von Jerusalem und der Oberste Arabische Ausschuß die*Tat verurteilt, aber auch die Königliche Kommission hat in ihrem einstimmig erstatteten Bericht O P T I K E R KARL SEIPNER I, Franz-Josefs-Kal 33 / (I, Hollandstraße 7 Fachmännischer Rat ' Reiche Auswahl / Beste Qualität / Preiswert warn erklärt, daß der Mufti als Vorsitzender des Obersten Arabischen Ausschusses seinen vollen Teil an der Verantwortung für alle Morde zu tragen hat. Daneben aber trage auch die Palästina-Regierung Schuld, deren Unfähigkeit, einen ihrer tüchtigsten Beamten zu schützen, sich jetzt erwiesen hat. Die während des vorjährigen Aufstandes versuchten Methoden der Versöhnung hätten offenkundig Schiffbruch erlitten. Aber man habe sich die Lehre dieses Mißerfolges nicht zu Herzen '.' genommen; Das Mbe die arabischen Terroristen bloß in ihrem Glauben bestärkt, daß die,Mandatsverwaltung, .und vielleicht. auch die Mandatsregierung nicht die Macht und vermutlich auch nient den Willen hätten, die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu erzwingen.. Die Köngllche Kommission, so heißt es zum Schluß, habe schon in ihrem Bericht im Juli festgestellt, daß die elementare Pflicht, die öffentliche Sicherheitzu gewährleisten, nicht erfüllt worden ist. Seither seien zwei Monate vergangen, aber der Terror dauere noch immer ungehindert au. Der Jerusalemer Korrespondent der „Times!" schreibt, daß die im Zusammenhang mit dem Mord vorgenommenen zahlreichen Verhaftungen die öffentliche Meinung nicht beruhigt haben. Auch die Verhaftung von weiteren vier oder fünf Dutzend Personen wird von der Oeffentlichkeit nicht als Garantie für eine erhöhte < Sicherheit gewertet werden, „Davar" stellt fest, daß die seit der Ermordung von Andrews erfolgten Verhaftungen nutzlos gewesen sind. Das Blatt fordert strenge Maßnahmen gegen den Obersten Arabischen Ausschuß als die letzten Endes allein verantwortliche Körperschaft. * Aus London: „Evenlng Standard" nimmt die Ermordung des Distriktskommissärs Andrews zum Anlaß eines scharfen Angriffes gegen den Teilung s p 1 a n. Die. britische Verwaltung würde sich in . einem geteilten Palästina einer noch komplizierteren Aufgabe und einer größeren Feindschaft der Araber gegenüberstellt sehen. Von der unpopulären Tei 1 ung seien Unruhen und Blutvergießen zu erwarten. Der dem Parlament neu vorzulegende Plan müsse diesen schlechten Vorschlag völlig ausschalten.

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