Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 690 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2711613-2712245-2712315--6748-2720540- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 690 vom 1, Oktober 1937 DIE NEUE WELT Seite 7 AUS ALLER WELT *~ Neue Univcrsitätsprofessorcn in Wien Der Bundespräsident hat zwei jüdischen Gelehrten, dem P-rivatdozenten für ovthopädische Chirurgie Dr. Alfred Sax.1 und dem Dozenten für medizinische Chemie Dr. .Ttobert W i 11 h e i m, den Titel eines Universitätsprofessors verliehen. AnsiC4llungsinöglichUcii«ti auf Madagaskar Aus Warschau: Der Führer der Delegation, welche von der polnischen Regierung zum Studium von Ansiedlungsmöglichkciten für polnische Juden nach Madagaskar entsandt worden ist, Majqr Lepecki, hat nach seiner Rückkehr nach Warschau Pressevertretern eine Erklärung über seine Eindrücke auf Madagaskar abgegeben. Er gab bekannt, daß die genauen Ergebnisse dar Studien der Delegation nicht sogleich veröffentlicht, sondern von der polnischen Regierung und dem französischen Kolonienminister der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht würden. Im allgemeinen seien die Ergebnisse jedoch so, daß einiger Optimismus berechtigt sei. Für die Kolonisation kämen nur die klimatisch gesünderen Gegenden auf Madagaskar in Betracht. Die Insel sei reich an fruchtbarem Boden. Waldbestände seien dagegen wenig vorhanden. Europäer akklimatisieren sich dort ganz gut. Die Beziehungen der Eingeborenen zu den Weißen seien sehr gut. Auf einen Quadrakilometer Boden kommen sechs Menschen. Auf Madagaskar gibt es bisher nur neun Polen, darunter keinen Juden. Nur acht französische Juden wohnen dort. Hausu. Küchengeräte Glas- und Porzellanwaren, Edelkeramik, Bleikristalle. Komplette Ausstattungen in bester Qualität Samuel Zuckermann Wien II, Im Ward 1, Telephon A-41-6-46 ZioiusÜBsdhe Sammlungen in Rumänien verboten Unser Korrespondent berichtet aus Bukarest: Ministerpräsident Tartarescu hat ein Verbot der Sammlungen für den Keren Kajemeth und" den Keren Hajessod verfügt. An alle Behörden ist nachstehender Erlaß ergangen: „Generaldirektion der Staatspolizei. 16. September 1937, Nr. 55914. — Auf Befehl des Ministerpräsidenten sind 'äb Tieutc sämtliche zionistischer; Sammlungen seitens decs.^zlonlÄÜache»..;. Organisationen... im ganzen : Lande , untersagt, auch diejenigen, welche seitens des Arbeitsministeriums oder des Innenministeriums, gleichviel wann, bewilligt worden sind. Die entgegen dieser Bestimmung gesammelten Gelder sind zu beschlagnahmen und der zuständigen Staatsanwaltschaft zu Ubergeben.' Gegen die Sammler ist strafrechtlich vorzugehen. Ebenso muß das verwendete Propagandamaterial (Broschüren, Marken, Manifeste, Aufrufe usw.) konfisziert werden. Ccrnat." « In Czernowitz ist ein Prozeß gegen 98 Personen angestrengt -worden, unter denen sich der Baron von Anhauch befindet, und zwar wegen Besitzes von Dlaurweißen Büchsen. Dieser Prozeß sollte am 16. September zur Verhandlung kommen. Die Angeklagten verlangten, dem Gesetz entsprechend, eine Vertagung bis Ende November, um von den Akten Kenntnis zu nehmen. Das Gericht hat diese Vertagung zugestanden, aber auf Verfügung des Justizministeriums ist der Verhandlungstermin auf ein früheres Datum, Ende September, festgesetzt worden. Hörerin der PhllOSODhiG (Englisch, Latein, Deutsch) gibt in ALLEN MITTEL- SCHULFÄCHERN und KLAVIER stundenweise oder tinige Nachmittage Unterricht. Gefällige Zuschriften an: S, Richter, I Fleischmarkt, postlagernd Versöhnliche Stimmen Aus Bükarest (J. T. A.): Führer der Radikalen Bauernpartei Rumäniens gaben Erklärungen über eine Verständigung mit den Minderheiten und für einen Ausgleich der Spannungen zwischen Nichtjuden und Juden in Rumänien ab. Der frühere Justiz- und Arbeitsminister und Führer der Partei, Gregor I u n i a n, sagte auf einer Versammlung in Kischinew im Hinblick darauf, daß die ultra-nationalistischen Wortführer nicht in Rumänien geboren sind, die wirklichen Rumänen hätten mehr Recht dazu, das Minoritätenproblem zu erörtern Der größte Fehler, der vom nationalen Gesichtspunkt iv Rumänien begangen wurde, sei das Schüren des Ra ss e nu n d religiösen Hasse s. Der Fortschritt des Landes könnte nicht gesichert sein, wenn eine Verständigung mit den 5 Millionen Staatsbürgern nichtrumänischer Nationalität nicht herbeigeführt werden könne. Alles, was diese verlangen, sei, daß man ihnen erlaube, gute und friedfertige Bürger zu sein. Die einzig richtige Nationalitätenpolitik könne nur in der Herstellung eines guten Einvernehmens zwischen allen Bürgern des Landes bestehen. — Der ehemalige Bürgermeister von Bukarest, Doberescu, sagte, es gebe in Rumänien keine jüdische Gefahr. Während des Krieges habe es Juden gegeben, die wundervolle Taten im Dienste des Landes ausgeführt haben. Aus der Schweiz Milde Strafen Die Schweizer Depeschenagentur meldet: Während des Zionlstcnkongrcsses in Zürich kam es zu einer Reihe von Belästigungen von Kongreßteilnehmern. In der Zelt vom 5. bis 14. August wurden antisemitisch eingestellte Elemente wegen Gehorsamsverweigerung bei der Feststellung der Personalien, bei Festnahme nach Zwischenfällen, Belästigungen von Juden, verbotenen Demonstrierens, Verteilung von gegen den Zionistenkongreß gerichteten Flugzetteln usw. polizeilich angezeigt. Das Polizeirichteramt der Stadt Zürich hat nun die 26 Angezeigten mit Bußen von 10 bis 50 Franken belegt. Nach zwei Jahren Die Luzerner Polizei hat in einer Gruppe junger Leute, die in der letzten Zeit die Schaufenster jüdischer Geschäfte mit antisemitischen Schmähzctteln beklebten, die Urheber der Sprengstoffanschläge verhaftet, die während des vorletzten Zionistenkongresses im Jahre 1935 in Luzern verübt worden waren. Damals war sowohl eine Petarde gegen das Massenlager der Teilnehmer am Kongreß beim Moosmattschulhaus wie auf das Kongreßgebäude selbst, das Luzerner Kunsthaus, zur Explosion gebracht worden. Die Nachforschungen nach den Tätern blieben zwei Jahre lang ohne Erfolg, bis jetzt anläßlich der neu einsetzenden antisemitischen Propaganda sich neue Spuren ergaben. Die Verhafteten gehören der Nationalen Front an. Die Stadtverwaltung Luzern hat .sich der Strafklage angeschlossen. - , Deutschland bezahlt Der Prozeß des Frontistenführers Major L1 e o nhardt aus Basel gegen den Schriftsteller Loos 1 ie, der ihm finanzielle Abhängigkeit vom Dritten Reich vorgeworfen hatte, nahm eine sensationelle Wendung. Aus dem Kläger wurde ein Angeklagter. Es würden dem Gericht Briefe vorgelegt/ aus denen hervorgeht, daß Lleonhadt und Genossen von dem berüchtigten Oberstleutnant Ulrich Fleischh'uu er aus Erfurt und anderen Nazistellen große Bfeträge zur Durchführung ■ i'hrer antijüdischen Wühlarbeit namentlich zur Zeit des Berner Prozesses wegen der „Protokolle der' Weisen von Ziön" erhielten. ' "X ' ' ' ' : Das „gewisse Maß" Das Schweizer israel. „Fa'milienblatt" schreibt: In Sitten haben die s c h w e iz e r i s ch e n Juristen die Frage des B ü r.g er r e c lits. beraten. In den Berichten der Tagespresse liest man dazu: „Prof. W. Burckhar.dt (Bern) stellt fest, daß die Behörden, die Über die Naturalisation und über die Niederlassung -entscheiden, im Laufe der Zeit strenger geworden Sind. Er halt diese Praxis, für notwendig und dem Wunsche des Schweizer Volkes entsprechend. Auch die jüdische Einwanderung und Einbürgerung muß nach seiner Auffassung auf tiin gewisses Maß zurückgedämmt werden." Das „gewisse Maß1' Ist ja längst erreicht, indem nämlich der N u 11 p u n k t bereits erreicht ist-, Juden werden bekanntlich in der Schweiz überhaupt nicht mehr zugelassen, von ein paar falten Rentnern abgesehen. Wieso im übrigen die 18.0 0 0 Juden der Schwei z; (von dejnen, etwas über die! Hä.lf t e eingebürgert ist), deren Eigenart bedrohen,' und selb3t wenn ea 25.000 würden, ist unerfindlich. Man kann nur staunen darüber, welche . geistige Kapazität einer Handvoll Juden , zugeschrieben wird, die alle zusammen ein halbes Pr oz e n t der Bevölkerung des Landes bilden. Die rettende Schande der Mutter , Aus Frankfurt: Vor der Großen Strafkammer in Frankfurt a. M. wurde ein Angeklagter" von ''der'.Anschuldigung* der Rassenschande f r e i g e a p r o c h $ u, obwohl seine beiden gesetzlichen Eltern Juden sind. Der 26jährige Angeklagte, der Beziehungen zu einem „deutschblütigen" Mädchen unterhalten hatte, galt als der Sohn eines jüdischen Ehepaares, das sich evangelisch hatte taufen lassen. Naoh Erhebung der Rassenschandeklage gab jedoch seine Mutter bei einem Notar die eidesstattliche Versicherung ab, daß der wirkliche Vater des Angeklagten nicht ihr Ehemann, sondern ein 1920 verstorbener „deutschblütiger" Mann gewesen sei. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, 'er habe sich eigentlich nie als der Sohn seines Vaters, sondern als einen „Mischling" betrachtet.' Der Ehemann bestätigte die'Aussage seiner Frau. Daraufhin fällte das Gericht den Freispruch. „Seelische" Rasseitschaude Aus F r e i b u r g: Die Erste Strafkammer des. Landgerichtes Freiburg hat entschieden, daß auch „jeder seelische Verkehr zwischen Juden n nd Deutschblütigen unterbunden und dementsprechend bestraft werden" müsse. Sie verurteilte den.50 Jahre alten Juden Franz Fuchs aus Karlsruhe, wohnhaft in Freiburg, weil er mit einem 25jährigen „deutschblütigen" Mädchen rassenschänderische Beziehungen seelischer Art unterhalten hat. Die unerlaubten Beziehungen kamen dadurch ans Tageslicht, daß an der deutsch-schweizerischen Grenze, als der Angeklagte mit seiner Begleiterin — er ist Invalide und benötigt eine ständige Begleitperson — die Grenze nach der Schweiz überschreiten wollte, ein deutscher Zollbeamter die beiden anhielt und die Anzeige wegen Beschäftigung eines arischen Mädchens durch einen Juden erstattete. Fuchs wurde zai einem Jahr drei Monaten Gefängnis mit der Begründung verurteilt, daß der Sinn des Blutschutzgesetzes auch joden seelischen Verkehr zwischen Juden und Deutschblütigen unterbinde. Rein wolltSlipper od« Sporfniäntel <| A.80 für den Üebergang (Einzelstücke . . . S Slipper oder Mäntel englisch gemustert, ganz K.-S.-Duchesse — gefüttert und watt........ . . S &«P Pelzverbrämte Mäntel . (Schalkragen), ganz K.-Seide.gefüttert . <J*A'" und watt. .'....... .......S <3>Sr . Ifiaser „SCH^A^^K'^M^naei aus schwarzem Boucle, ganz K.-Seiden- Mongol gefüttert und watt., mit Fuchs- JRQ-- lamm verbrämt (laut Bild}......S *5p2p Mit Skunks verbrämte Cape* märrtel &!£•— K.-S.-Mongol gefüttert, Schafwolle watt. S W«l Wolistolfln Kleider 1*1 00 mit K.-Seiden-Flamisol-Garnitur . . . S %m lugendlidbe WolBffSersey-SlIeider <flß-0f' neue Farben und Fassons......S IW Große Auswahl in WinJet-Dirndln, Blusen, Sdioßen, Schlafröcken und Hauskleidern (audi für starke Frauen) (3. Okt.) HerremMänftel oder Slipper AC|~ aus Fischgrätstoffen, ganz gefüttert . S «ffaP' Hera'ensSportanzüg.e ■ aus harristweedartigen Stoffen, (dazu "•Sd- " passende lange Hose S 14.90) . , . . S HerremModepyjama moderne Streifdessins . . . . S S.90, S V Stoffyrad Seiden-Ofekasio^ Mode StreifaGflaneBBte ■ig .10 für Pyjamas und Dreasings, 7S cm s 1 Geblümte Oirndl* Velours m.75 per m s 1 KunstseidenaLame ««.75 für Mantelfutter, 70 cm breit . per m s 1 ResnwoBi*** leidercCvepe .90 per m s «$ MantelffVe!oBir**Yweeci ä-w reine Wolle, 140 cm breit . . , , . , . S Ifcgl und übermorgen Dienstag _Okkasion für starke Frauen_ 2 Wochen-Schlagers KunstseBd?n*T*akoti*Danienhemd - oder Hose, Modefarben, alle Größen S 23*00 in Kunstseidie/Soste de s»€>ie tft .:> WKsche-Mattseide. lichtecht.....S U SCH FF II., Taborstroße 48