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Die neue Welt · 1937-10-01 · Heft 690 (1.10.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 690 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 690 vom 1. Oktober 1937 DIE NEUE WELT Seite 3 > Der Negew In allen Diskussionen über den Plan der Teilung Palästinas taucht das Wort ,»Negew" auf. Man weiß wohl, daß das die Bezeichnung für den Südteil Palästinas ist, welcher nach dem Plan der Kgl. britischen Kommission vom „Judenstaat" Palästina abgetrennt und römischer Reservoire zeigen, daß einst dort, wo jetzt Wüste ist, blühendes und reiches Land war. Der Boden hat aber keineswegs seine alte Fruchbarkeit eingebüßt. Trotzdem sich Tausende von PALÄSTINA HEUTIGE GRENZE. DER BRITISCHE TEILUNSSPLW? HOB JÜDISCHER STAAT CD ARABISCHER ESÜD NEUTRALER KORRIDOR ' DIE UNTERSTRICHENEN STÄDTE BLEIBEN UNTER BRITISCHEM MANDAT und für die jüdische Kolonisation gesperrt werden soll. Man weiß auch, daß der Präsident der Zionistischen Organisation, Weizmann, in Verhandlungen mit dem Kolonialminister Ormsby Gore, welche hinter dem Rücken der Zionistischen Organisation geführt wurden, der Abtrennung zugestimmt hat. Man weiß auch, daß Weizmann und seine Freunde sich bemühen, den Verzicht dadurch zu beschönigen, daß sie den Negew als wertlose Wüste schildern. Viel mehr weiß man nicht von einem Gebiet, welches sage und. schreibe vier Fünftel des h e u ti g e n P a 1 ä s t in a umfaßt. Um zur Klärung des Problems beizutragen, wird nachstehend eine aus englischen Fachkreisen stammende Darstellung gebracht, welche — das sei betont — sich nur mit den landwirtschaftlichen Möglichkeiten im Negew befaßt, und Oelvorkommen, Mineralschätze usw. nicht berührt. * Der Negew hat ungefähr die Form eines Dreieckes, dessen Spitze im Golf von Akaba (Rotes Meer) liegt und dessen Basis von Khan Yunis über einen Punkt genau südlich von Beersheba zum Toten Meer verläuft. Seine Hauptmerkmale sollen mit Rücksicht auf das jetzt besonders große Interesse hier beschrieben werden. rasiert besser, rasier.- <> icr. rasiert glatter. Swing ist die Kling: für Sie! Daher kauft 1 ert ermann, der Vorteile schätzen kanne mir noch dt* Swine Dieser Landstrich hat, obwohl er Wüste, im wahrsten Sinne des Wortes, ist, einen Vorteil: Er ist unbesiedelt, und deshalb kann hier niemals eine arabisch -jüdische Frage entstehen. Die Bevölkerung dieses Teiles Palästinas besteht, nach amtlicher Darstellung vom Jahre 1935, aus ungefähr 5 0.0 0 0 B e d u i n e n, die sich aber hauptsächlich nur in der Gegend von Gaza und Beersheba aufhalten. Die Zahl der Nomaden, welche sonst auf das Gebiet innerhalb der Grenze entfällt, ist sehr gering. Das Gebiet kann also faktisch als „u n b esiedelt" bezeichnet werden. Zieht man die Grenzlinie einige Meilen südlich von Beersheba, so kann man ohne Uebertreibung sagen, daß auf dieser riesigen Fläche nicht mehr als 1000 Beduinen leben. Wie wenig.das ist, wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, daß diese Wildnis von 4405 Quadratmeilen oder 20 Millionen Dunam fast vier Fünftel von Palästina ausmacht. Sir John Hope Simpson, der Experte der englischen Regierung, sagt in seinem Bericht: „Könnte man das Land bewässern, so ergäbe sich in der Umgebung von Beersheba ein praktisch unerschöpflicher Vorrat von kultivier b a r e m L a n d." Augenblicklich aber sieht diese unbewohnte Wildnis trostlos aus: trocken, unfruchtbar und bar jeder Zivilisation. Das war aber nicht immer so. Eine Unzahl zerfallener Städte, byzanthinischer Aquädukte Jahren niemand um ihn gekümmert hat, verliert er im Frühling nach der Regenzeit seinen Wüstencharakter und ist mit wildwachsender Vegetation bedeckt. Selbst in den felsigen Teilen findet man grüne Stellen. Die Wadis führen Regenwasser und die Vegetation an ihren Ufern hält den ganzen Sommer an. Die englische Generalstabskarte (Nordafrika H 36, 1916) stellt das Vorhandensein von 57 @imon$brot noch immer unerreicht als ©efuitb&eitsunb ftroftbrot. SReidj an ben fo wichtigen 9cö$rfat$en. Setyr bequem: ©imon§brot*@d)itittettbä<fc&en in Stanniol, ftrfidjtenbrot: Aufbau» unb 2>arm*3ieguIator. $u haben in $einfoftt)anMuna,eu unb in Dielen Säcfereien. V@in»>n8&rotFabrif SBien-Änflran 65. Sägt, $ofitieri V die Halbinsel Sinai getrennt), aus den Erfahrungen lernen, die bei der Kolonisation eines Gebietes, das dem seinen so ähnlich ist, gemacht werden. Sogar; Saudi-Arabien würde die Möglichkeit erlangen, sich dem Westen zu nähern. Es ist auch klar, daß dieser Distrikt durch seine geographische Lage schon heute für Großbritannien strategisch sehr wichtig ist. Diese Wichtigkeit könnte aber durch wirksame Ausbeutung des Hinterlandes, welches Vorräte liefern und neue Verbindungswege schaffen würde, noch gesteigert' werden. Die Schwierigkeiten der Erschließung wären wohl sehr große und könnten nur von einer Gemeinschaft überwunden werden, die sowohl dringend Land braucht, als auch bereit ist, große finanzielle Opfer dafür zu bringen. Die Araber bewohnen das Land nicht und haben weder die Fähigkeiten noch den Wunsch, es zu kolonisieren. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, das Land der jüdischen Einwanderung zu öffnen. Ein Ausspruch von Col. C. J. J a r v i s, dem früheren Gouverneur von Sinai („Morning Post", 13. Juli) lautet: „Der Vorteil, das Land den Juden zu überlassen, besteht darin, daß hier nie eine Benachteiligung der Araber in Frage käme. Es gibt ihrer so wenige und sie sind in einem so elenden Zustand, daß sie leicht in andere Beduinengebiete gebracht' werden können und daß sie, großzügig entschädigt für ihren geringen Besitz, keinerlei Grund zur Bej schwerde hätten. Außerdem paßt dieses Land nicht für arabische Ansiedlung und große Summen würden hinausgeworfen werden, mit dem Resultat, daß die importierten arabischen Siedler es nur karg und widerwillig ausnützen würden." Die Urbarmachung dieser Wüste wäre die Lösung"'dös Problems, Platz' für die zerstreuten jüdischen Massen des östlichen Europa zu finden, ohne mit den Arabern in Konflikt zu geraten. TE ERÖFFNET unter neuer Leitung. als FamiSien-Cafe Brunnen und Quellen fest, von denen die meisten als „u n e r sch ö p f 1 i ch" bezeichnet werden und die über den großen Distrikt verstreut sind. Mr. Douglas V. Duff („Daily Telegraph" vom 9. Juli 1937) behauptet sogar, daß „im größten Teil des Distrikts Wasser schon in einer Tiefe von weniger als 6 0 Fuß zu finden ist". Das Vorhandensein dieser Quellen zeigt, daß man das Wasser für Bewässerung durch Bohrung von artesischen Brunnen erhalten könnte, wenn man es nicht vorzieht, Regen w.a s s e r zu sammeln, eine Methode, die auf diesem Gebiet bereits von den Römern angewandt wurde. Die Regenzeit dauert fünf Monate im Jahr und die Regenmenge schwankt zwischen 50 und 150 Millimeter in der Umgebung von Akaba und wischen 150 und 200 Millimeter in der Nähe von Beersheba. Das läßt sich zugestandenermaßen nicht gut mit der Regenmenge des nördlichen Palästina vergleichen, die im Süden ungefähr 200 Millimeter, im Norden ungefähr 800 Millimeter beträgt. Sachverständige Aufforstung würde aber, wie im nördlichen Palästina, die Regenmenge steigern. Dr* €£e®s*«f Weiner Noch nicht 50 Jahre alt, ist Dr. Georg Weinet seiner Familie und der zionistischen Bewegung entrissen worden. Es ist nicht leicht, sich mit dem Gedanken, daß der unentwegt tätige Mann nicht mehr unter uns weilt, vertraut zu machen: war man doch gewöhnt, ihn überall dort zu finden, wo es galt, den jüdischen Volksinter-« essen zu dienen. Schon in den ersten Hochschuljahren war Georg Weiner zionistisch tätig, zunächst im Studentenverein „Theodor Herzl", der ihm die wertvollsten Impulse verdankte, später in der breiteren zionistischen Organisation, wo er allmählich kraft seiner Begabung, seiner Energie und seines Charakters eine führende Position einnahm. Sein liebenswürdiges, konziliantes Wesen und seine gepflegte Lebensart verschafften ihm überall Freunde und Mitarbeiter, insbesondere auf dem Gebiet der Landespolitik, für die er sich bei jeder Gelegenheit mit Hingabe einsetzte. In der jüdischen Gemeinde Matura-Schule „UNIVE (Gründungsjahr 1931) IX* G ST H i $ O W Sl & SS© 3 / Tel. A-2O-4-48 / Beginn neuer Anfängerkurse Mitte September vormittags-, Abend- und Nachmiföagsskurse (ab 5 Uhr) Mittelschüler mit Vorkenntnissen können bereits am 1. September in die Vorge- SSmtliche Lehrmittel leihweise! schrittenen-Kurse eintreten / Mittelschüler aus der 4. Kl. mit ungünstigen Jahreszeugnissen werden für die Matura vorbereitet Das Klima unterscheidet sich andererseits kaum von dem des übrigen Palästina. Diese Tatsachen bestätigen, daß das Land noch immer erschlossen werden kann. Die Möglichkeiten, die 20,000.000 Dunam Land, normal ausgebeutet und ertragfähig, ergeben, sind zu groß, um hier im Detail dargelegt zu werden. Ein Hafen am Roten Meer käme dazu. Eine Verbindung mit Aegypten ist durch Anlage von Straßen ungemein leicht herzustellen und letzten Endes würden alle umliegenden Länder aus der Erschließung dieses heute brachliegenden Gebietes Vorteil ziehen. Vor allem könnte Aegypten, ohne Furcht für seine Grenzen ,(es ist vom Negew durch Wiens wirkte er als Vorsitzender der Steuerkommission* Als Redner und Vortragender, als Propagator und Verbreiter zionistischen Wissens, hat sich der Verstorbene einen ausgezeichneten Namen gemacht. Seine engeren Freunde liebten sein stilles, vornehmes Wesen, schätzten seine Hilfsbereitschaft und sein vorbildliches Wirken für den Zionismus. Nicht weniger gewissenhaft war Dr. Georg Weiner in seinem juristischen Beruf. Unter seinen Kollegen genoß, er das größte Ansehen, lange Jahre hindurch ge« hörte er dem Disziplinarrat der Wiener Rechtsanwalts* Kammer an. Er war auch seinerzeit Mitglied der Bezirks* Vertretung Aisergrund. j

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