Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 689 (24.9.1937)
- Date
- 1937-09-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 689 vom 24. September 1937 BIß NEUE WEL ■- Seite 3 "?TS TPft Der erste jiddische Tonfilm MDL MIT'N F mit MALI PICON Bozig, S. Fostel, Liebgold, Max Breen Künstl. Oberleitung: Jakob Kalidi Liedertexte: Isak Manger Musik: Abraham Elistei'n Ur- und Alleinaufführung in jidd. Sprache mit deutschen Fußüteln AUGARTEN-KINO II, Untere Augartenstraße 28, - Tel. A-40-5-98 Besinnzeiten: 3Ak, Va6, fAB, 'A10 Vorverkauf für acht Tage! Aus der Judenstaatspartei damit einverstanden, daß die Regierung des Vereinigten Königreiches dlie besagt© Prüfung vornimmt und die damit zusammenhängenden Maßnahmen trifft. Indem er ferner unterstreicht, daß das Mandat *-'om 24. Juli 1922 bis zu anderweitiger Entschließung in Kraft bleibt, vertagt er eine Betrachtung des Kernproblems, bis der Rat in der Lage ist, sich damit in seiner Gesamtheit zu befassen und behält sich seine Entscheidung und Stellungnahme in der Zwischenzeit völlig vor." Diese Entschließung hat in Genf Sensatiion hervorgerufen, da sie ein deutliches Abweichen von der englischen Auffassung bedeutet, indem sie weder die Aufgabe des Mandats noch das englischerseits verlangte Tempo der Durchführung des Lösungsplanes akzeptiert. Also k eine Ue ber.eil ung! Die Vollmachten, welche die Mehrheit des Zionistenkongresses Dr. Weizmann zur Führung von Verhandlungen auf der Basis des Teilungsplanes gab, haben gemäß der Entschließung des Völkerbundrates keinen aktuellen Wert. Die Zionistische Exekutive wird von Genf dar£n gehindert, ihren Zwergjudenstaat unter Dach und Fach zu bringen. Deine besten Begleiter f. Reise u.Weekend sind die altbekannten Feinwurst- und Selch- Spezialitäten EISEN waren Zentrale und Postversand: Wien II, Botenstern gasse 12 Ö Die weitere Debatte im Völkerbundrat Aus Genf wird am 21. d. gemeldet: Die Aufmerksamkeit deT Völkerbundkreise konzentrierte sich heute auf die Debatte, die sich im Schöße der sechsten Kommission der Völkerbundversammlung in bezug auf die Lage in Palästina und den Plan einer Aufteilung dieses Landes abspielte. Der norwegische Delegierte Dr. Christian Lauge führte aus, daß das in dem Plane der Kffl. britischen Untersuchungskommission vorgeschlagene Gebiet eines unabhängigen jüdischen Staates zu klein sei. Dr. Lange empfahl, keine endgültigen Beschlüsse oder Empfehlungen in der Pialästina-Frage anzunehmen, sondern gleich wie der Völkerbundrat eine abwartende Haltung einzunehmen. Frangulis (Haiti) protestierte gegen die Judenverfolgungen, wie sie in einigen Ländern in den letzten Juden§taat oder Ghetto Ein Vortrag Meir Großmanns in Wien Unmittelbar nach dem Kongreß, unter dem Eindruck der Meldungen, die über die Tagung des Völkerbundrates aus Genf kommen, hat die zionistische Welt das Bedürfnis, Klarheit über die in Schwebe befindlichen Fragen, hauptsächlich über .die Frage des sogenannten „Teilungsplanes", zu erhalten. Zwar sind die Dinge noch im Fluß, die Erklärungen des englischen Regierungsvertreters und der Völkerbunddelegierten lassen noch nichts Definitives über das Schicksal Palästinas erkennen, aber die Tendenz der pro- und antijüdischen Stimmen läßt sich allmählich aus dem Chaos der Berichte herausschälen. Wie man weiß, hat eine zionistische Gruppe auf dem Kongreß in Zürich unter Führung der Judenstaatspartei den von Dr. Weizmann und seiner Exekutive befürworteten Teilungsplan aufs schärfste bekämpft. Dem Vorsitzenden der Weltexekutive der Judenstaatspartei, Meir G r o ß m a n n, ist es zwar nicht gelungen, die Resolution zu Fall zu bringen, welche der Exekutive die Vollmacht zu Verhandlungen mit der Mandatarmacht auf Basis des Teilungsplanes gibt, aber er vermochte weite Kreise mit den Argumenten vertraut zu machen, die den Teilungsplan als einen katastrophalen Schlag gegen die jüdischen Rechte erscheinen lassen. Meir Großmanns Darlegungen in Zürich und die von ihm in der „Kongreßtribüne derJudens.taatspartei" veröffentlichte Unterredung Dr. Weizmann-Ormsby Gore vom. 19. Juli 1937 (woraus hervorgeht, daß der Präsident der Zionistischen Organisation bereits vierzehn Tage vor dem Zionistenkongreß mit dem englischen Knlonienminister auf Basis des Teilungsplanes verhandelte) haben in der. ganzen zionistischen Welt ein lebhaftes Echo gefunden und die Auffassung über die realen Möglichkeiten eines Zwergjudenstaates wesentlich korrigiert. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Alles ist, wie wir aus den Berichten der Genfer Tagung des Völkerbundrates ersehen, noch im Werden. Gerade in solch einem Zeitpunkt ist es von Wert, einen Ueberblick über das ganze Problem zu gewinnen. Dem „Ring der Alt-Herren-Verbände" muß es hoch angerechnet werden, daß er die Idee hatte (im Rahmen des geplanten großangelegten Vortragszyklus über die grundlegenden Palästina-Probleme), einen erstklassigen Sachkenner und Redner, Meir Großmann, für einen Vortrag über den gegenwärtigen Stand der Palästina-Politik zu gewinnen. Der im Wiener Konzerthaus abgehaltene Vortrag ließ das eine erkennen: daß sogar bei den unvoreingenommenen Zionisten keine volle Klarheit über die Gefahr herrscht, die ein kampfloses Hinnehmen der Pläne des Colonial Office mit sich bringen würde. Meir Großmann konferierte in plastischer und logischer Weise die Argumente der Teilungsfreunde und Teilungsgegner miteinander, stellte die Matura-Schule „UNIVERSUM" rsr- |Xi Gar II i SO W 9 51 SS© 3 / Tel. A-20-4-48 / Beginn neuer Anfängerkurse Milte September I«sämtliche Lehrmittel leihweise! I vormittags-, Abend, und Nachmittagskurse (ab 5 Uhr) ■ ' Mittelschüler mit Vorkenntnissen können bereits am 1. September in die Vorgeschrittenen-Kurse eintreten / Mittelschüler aus der 4. Kl. mit ungünstigen Jahreszeugnissen werden für die Matura vorbereitet Jahren stattgefunden haben, und verlangte, daß ein W e 11statut für die Juden geschaffen werde, welches diesen die volle Rechtsgleichheit mit den anderen Bewohnern aller Länder gewährleiste. Im Namen der polnischen Regierung gab hierauf Koraarnicki eine Erklärung ab, in welcher er insbesondere auf das große Interesse hinwies, welches sein Land an einer raschen und gerechten Lösung des Judenproblems habe. Es solle don Juden in Palästina eine dauernde, auf nationaler Basis gehaltene Existenz geschaffen werden. Die polnische Regierung begrüße daher alle Bestrebungen, die darauf gerichtet sind, die jüdische Heimstätte in Palästina aufnahmsfähiger zu machen. Sie sei bereit, an Lösungen mitzuarbeiten, welche vom Völkerbundrat als dem kompetenten Organ des Völkerbundes vorgeschlagen werden. Kräfte dar, die das Schicksal des jüdischen Volkes bestimmen wollen, und wies schließlich auf die unnatürliche Erscheinung hin, daß zionistische Gruppen, die während des Kongresses gegen die Katastrophenpolitik Weizmanns . auftraten, schließlich in eine Exekutive gingen, welche ihrer Zusammensetzung nach die bisherige Politik fortsetzen werde. Ueberaus aufschlußreich waren Großmann Ausführungen über die Dreiteilung Palästinas, Er zeigte nämlich, welche strategischen und materiellen Absichten diesem englischen Plan zugrunde liegen; er wies insbesondere auf den uns vorenthaltenen Süden Palästinas, den sogenannten N e g e w, hin, der eine großzügige jüdische Kolonisierung möglich machen würde, weil es im Negew fast keine Bevölkerung gibt, aber vom geplanten „Judenstaat" ausgeschlossen wurde, da England selbst die Bodenschätze (Petroleum, Erze) ausbeuten und sich einen zweiten Weg nach Indien (außer dem Suezkanal) sichern will. Der Vortrag Großmanns stand im Zeichen der Herzischen Konzeption des Judenstaates. Er wurde auch in solchem Sinn aufgefaßt und^mit stärkstem Beifall aufgenommen. Dem „Ring der Alt-Herren- Verbände" gebührt Dank dafür, daß er den Zionisten der Herzl-Stadt Wien wieder einmaldie Grundlinien der großzionistischen Politik von einem Judenstaatler ziehen ließ. Sonja Henie in ihrem ersten Hollywood-Film Die Eisprinzessin mit Don Ameche, Adolphe Menjou, Jean Hersholt und dem berühmten Komikertrio Ritz Brothers sowie dem Mlnevitch Mundharmonika-Orchester Ab heute: Elite-, Opern-, Votivpark-Kino ■ii».....Beachten Sie das Preisausschreiben! ——— Pressekonferenz Vor dem Vortrag Meir Großmanns in Wien fand über Anregung des Verbandes der Judenstaatszionisten Oesterreichs eine Pressekonferenz statt, zu welcher sich Vertreter der größten österreichischen Tageszeitungen und der Auslandspresse eingefunden hatten. Nach einem kurzen Referat Meir Großmanns wurde den Gästen Ge» legenheit gegeben, Anfragen an den Referenten zu richten, welche dieser in lichtvoller Weise beantwortete. Der Eindruck, welchen die Ausführungen des Führers der Judenstaatszionisten hinterließen, -war ein nachhaltiger und kam in den ausführlichen Berichten, welche die Tagespresse veröffentlichte, zum Ausdruck. Die Informationen, welche Meir Großmann erteilte, haben ungemein viel zur Klärung der Teilungsfrage beigetragen, Kundgebung in Cernauti Im Bauhandwerker-Saal fand ein von., der Judenstaatspartei der Bukowina einberufenes Massenmeeting statt, auf welchem die Kongreßdelegierten Dr. Josef Mann und Prokurist M. Geiger den Bericht über den 20. Kongreß erstatteten. Die Versammlung war überaus zahlreich besucht und nahm einen interessanten Verlauf. Nachdem.. der: Vorsitzende der .Versammlung Herr J. Spiegel, die Versammlung eröffnet und die Anwesenden; begrüßt hate, erteilte er das Wort dem ersteh Referenten, Herrn Dr. Mann. In fast emstündigem Referat schilderte der Redner die einzelnen Phasen des Kongresses, Insbesondere sprach er eingehend über das Problem der Teilung Palästinas. Der zweite Redner, Herr Prokurist M. Geigen, wies auf die unmögliche Situation hin, die dadurch, I, Hoher Markt - Lichten steg Nr. 4 C&ßAkketko$ entsteht, daß von anderen jüdischen Gruppen, die außerhalb der Zionistischen Organisation stehen, insbesondere von der „Agudas Israel", der zionistischen Bewegung das Recht abgesprochen wird, über die Frage des jüdischen Staates zu entscheiden. Es sei aber auch ein historischer Fehler der Revisionisten, daß sie außerhalb der Zionistischen Organisation stünden. Der von der Majorität des Kongresses angenommene Beschluß wegen Teilung des Landes ist nicht zuletzt dank der Abstinenz der Revisionisten zustande gekommen. Der gegenwärtige Moment erheische die Schaffung einer starken, geeinigten zionistischen Front. Beide Referate wurden mit großem Beifall aufgenommen. Mit dem Absingen der „Hatikwah" wurde die Versammlung geschlossen. Aus Ostgalizien Der Generalsekretär der Weltexekutive, Herr Professor Rothmann, bereits derzeit Ostgalizien. Er. besucht die Städte Tarnopol, Czortkow, Boryslaw, Drohobycz, Stanislau usw. Herr Prof. Rothmann hält überall Sitzungen mit* den Lokalkommissionen der Judenstaatspartei und mit den Führern des „Barak" ab. Er organisiert den Ozar Hanor. Dienstag fand eine Sitzung der Landesleitung der Judenstaatspartei Ostgaliziens statt, wo alle Parteifragen besprochen wurden und ein großzügiges Arbeitsprogramm verfaßt wurde. Die Reise Prof. Rothmanns ist der Auftakt zu umfassender Organisationsarbeit in Ostgalizien. Der unsinnige Teilungsplan Aus London: Die große politische Wochenschrift „Spectator" schreibt in einem Leitartikel: ,,Es ist jetzt klar, daß die Königliche Kommission, dadurch, daß sie in die Nesseln der Teilung griff, einen großen Dienst geleistet hat. Aber es wird ebenso klar, daß sie einen sehr schlechten Dienst damit getan hat, daß sie eine Teilung mit so strittigen Grenzen vorgeschlagen hat. Die Landkarte, die sie gezeichnet hat, wird ein sehr ernstes Hindernis blieben; denn während es ausgeschlossen ist, daß sie bestehen bleibt, wird sie dazu führen, daß jeder weitere Plan präjudiziell und kompliziert wird."