Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 689 (24.9.1937)
- Date
- 1937-09-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 2 DIE NEUE WELT Nr. 68Ö vom 24. September iö37 Altvmuijm m^ji^%d^A D möchte jeder. So schwierig es scheint, es ist dennoch leicht erreichbar durch stfindige, sorgsame Körperpflege. Ein hervorragendes Mittel für Massagen (Einreibungen), die mit verjüngender Kraft etfüllen, ebenso wertvoll zur Mund- und Haarpflege ist vttmM FRANZBRANNTWEINmiiMENTHOL beherrschung dazu, ruhig zu bleiben vor solch gemeiner, bewußt gemeiner Verleumdung. Oder soll man vielleicht ob" dieses Unsinns lachen? Herr Rosenberg hat weder den Autor noch den Verleger des Buches, das angeblich vor ihm liegt, genannt. Man kann dieses nicht allein durch die Tatsache widerlegen, daß Israel Z a n g w i 11 im Jahre 1926 in London gestorben ist, die letzten Jahr seines Lebens nicht mehr der Zionistischen Organisation angehörte und daß es einen jüdischen Schriftteller Samuel Roth, der Gespräche mit dem vor elf Jahren verstorbenen Zangwili geführt habe, ni c h t g i b t. Ich behauptete, daß die von Rosenberg zitierte Schrift „Now and Foreever" von National Sozialisten nur zu dem Zweck verfaßt wurde, um als Quelle für neue Verleumdungen gegen das jüdische Volk zu dienen. Ich behaupte weiterhin, daß Alfred Rosenberg in vollem Buwußtsein der Fälschung das Büch zitiert, um seinen bisher auf Basis der „Pro "tokolle" geübten Verleumdungsfeldzug mit neuem Material fortsetzen zu können. Leider gibt es in der Welt eine Presse, die sich die Mühe nimmt, derlei Reden und Zitate einer sach liehen Kritik zu unterziehen. Rosenbergs Nürnberger Ausführungen stehen jenseits jeder politischen oder wissenschaftlichen Wertung. Sie gehören mitsamt dem von ihm zitierten Buch in die Kategorie von Schmutz und Schund, in die Kategorie der infamen Verleumdungen, wie sie seit Beginn des Hitlerismus in Deutschland geübt werden. Daß die Rede Rosenbergs in unserem Blatt betrachtet wurde, . geschah mit Rücksicht auf viele BANKGESCHÄFT Dr. OFFEN BERGER "Wien I, Freyung'-1 Telephon-: U - 27 . 2 - 11,;U - 28 - 2 - 55 Durchführung sämtlicher Bank* und Börsetransaktionen tausende Leser, die sich die Ursache unseres Schweigens vielleicht nicht' hätten erklären können, und auch im Hinblick auf die hohen Gäste, die sich ohne Zwang das alberne'Zeug in Nürnberg angehört haben. Was war, fragt man sich, der Zweck der Rede? Wollte Rosenberg ernstlich die zahlreichen Diplomaten und Vertreter großer Völker von' einer permanenten jüdischen Weltanschauung überzeugen? Das ist unwahrscheinlich. Rosenberg wollte sich — austoben. Da ihm die Anerkennung durch die große Welt versagt ist, will er, der armselige Plagiator und Phraseur, Kirchen- und Religionsstürmer, jede Gelegenheit zu öffentlichem Auftreten ausnützen. Hiebei übertreibt er, überschlägt er sich, wie die meisten seiner Komplicen. Mit Politik haben seine Reden wie die anderen Reden auf dem Nürnberger Parteitag nur insofern zu tun, als deren Veranstalter, die diversen Führer und Ressortleiter, über ein unwahrscheinlich großes Maß politischer Macht verfügen. H i e r in iiegt die Gefahr. Es gibt auch andere Stimmen. Bei der Ratstagung des Völkerbundes in Genf erklärte der französische Außenminister D e 1 b o s, daß der internationale Frieden nur durch die Solidarität aller Mächte erreicht werden könne. Präsident R o o s evelt sagte soeben: „Der Demokratie steht die absolute Wertlosigkeit der Diktaturen gegenüber." Und Winston C h u r c hi 11, der konservative Abgeordnete, schreibt in bezug auf die deutschen Presseangriffe gegen seine antinazistische Haltung: „In einer Zeit wie der heutigen muß man mehr auf die Sicherheit des eigenen Landes bedacht seia als darauf, über andere Länder liebenswürdige Dinge zu sagen." Es gibt also auch andere Stimmen. Leider aber nur Stimmen, nichts mehr. Die Vertreter der großen demokratischen Mächte haben die Staffage für die Fuhrerreden in Nürnberg durch ihre Teilnahme vergrößert, wie es scheint — mit Zurücklassung aller moralischen Einwände, die gegen die nationalsozialistische Parteiparadeschau gewiß am Platz gewesen Wären. Wir haben, gemeinsam mit allen ehrbefllssenen Menschen, dem Erscheinen jener Diplomaten stummes Erstaunen gewidmet. Die Spannkraft der jüdischen Seele, erprobt in Jahrhunderten, ist groß genug, um auch diesem neuen hakenkreuzlerischen Angriff widerstehen zu können. Aber es wäre ein Akt der Genugtuung gewesen, wenn die Kulturvölker ihrem Befremden über die Nürnberger Hetzorgien weithin sichtbaren Ausdruck verliehen hätten. o. r. Mandat bleibt weiter in Kraft Völkerbund vertagt Palästtaa*Enfs<Jieidung Mit staunenswertem Ueberelfer hat die der Zionistischen Exekutive nahestehende Presse Ihren Lesern kund« gegeben, daß der Völkerbundrat die Lösung des Palästina-Problems auf Grundlage des englischen Teiiungs« planes akzeptiert habe und daß e3 sich bis zur faktischen Durchführung der Teilung nur um eine bloße Prozedur handle. Frohlockend schon im Balkentitel, sah diese Presse, der man den Vorwurf des Patriotismus «dcht machen kann, in der Entschließung Genfs eine Bestätigung der Welzmann-Politik, einen Gleichklang der Gemüter, als wäre die In der" Mehrheitsresolution des Zionistcnkongresses ausgesprochene Kundgebung ftir die Teilung mit dem zionistischen Ideal identisch. Die Darstellung der genannten Presse ist irrefüh rend. Der Völkerbundrat hat die englische Palästina« Politik und deren Auswirkungen nicht gebilligt, sondern seine Entscheidung vertagt. Der Völkerbundrat hat sich bei der Prüfung des Palästina-Problems weder vom Kolonienminister Ormsby-Gore noch vom Außenminister Eden, am allerwenigsten von der Vcrzichtsresolutlon des Zionistcnkongresses beeindrucken lassen. Erst in einigen Monaten, am Beginn des Jahres 1088, ist eine präzise Stellungnahme des Völkerbundrates zu dem neuen englischen Vorschlag zu erwarten. Der Beridit der {Mandatskommission Der Bericht der Mandatskommission basiert auf dem Peel-Bericht und der englischen Reglerungserklärung. Er enthält eine scharfe Kritik an der Mandatarmacht, deren schwankende Haltung die Araber zu ihren Gewalttaten ermutigt habe, ferner die Feststellung, daß es zahlreiche Hindernisse gibt, die der „richtigen Durchführung des Mandats heute im Wege stehen". Es Ist darin weiter von den Vor- und Nachteilen einer neuen territorialen Lösung die Rede, die man allerdings nicht mit vollständiger Genugtuung akzeptieren könne, da diese Lösung, nämlich eine Teilung Palästinas, weder die Juden noch die Araber zufriedenstellen würde. „Die den Juden zugeteilten Gebiete", sagt der Bericht, „müßten genügend groß, fruchtbar und in bezug auf See- und Landverkehr gut gelegen sein, um intensiver wirtschaftlicher Entwicklung und infolgedessen dichter und schneller Besiedlung fähig zu sein!" Der Bericht beschäftigt sich ferner mit dem Problem des Transfers von Bevölkerungsteilen von einem Territorium . üV das andere, verlangt gewisse finanzielle .und politische Sicherheiten. seitens d'eJ^Mandatarmachtv und si4^^bli^^si#%flchMeÄlic,EV.'^ ' '. .. fl!', V;? " s '■ „für di§ Prüfungeiner Lösung aus, die* "mit einer Teilung Palästinas verbunden ist, wendet sich aber gegen die Absicht, sofort zwei neue, unabhängige Staaten zu schaffen und hält eine Verlängerung der durch das Mandat geschaffenen politischen Lehrzeit sowohl für den neuen arabischen, wie den neuen jüdischen Staat für unbedingt notwendig". Es handelt sich also um eine vorläufige Kantonisierung, die bei Beibehaltung des Mandats so lange bleibt, bis jeder der beiden Staaten sich selbst regieren kann. Die Aussprache vor der Mandatskommission Kolonienministr Ormsby-Gore verteidigte die Haltung der britischen Regierung den Juden und den Arabern gegenüber und kam nach einer höchst oberflächin der Uebergangszeit zur Geltung zu bringen. Professor Rappard gab sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden. Auch der Vorsitzende Orts sprach sich gegen diese Maßnahme aus, die getroffen worden sei, bevor noch eine Entscheidung über die Zukunft Palästinas gefällt worden sei. Die Ansicht der Kommissionsmitglieder über den Teilungsplan war nicht einheitlich. Di« Vertreter von Holland, Japan, Portugal hielten die Teilung für schwierig und ungerecht, Ciraud (Frankreich) verlangte, daß jede vorgeschlagene Lösung von der Mehrheit der Juden und Araber unterstützt werden müsse, Orts (Belgien) schlug vor, daß das jetzige Mandat durch zwei Mandate für die beiden Staaten ersetzt werde. England soll endgültigen Plan vorlegen Die Entscheidung des Völkerbundrates Dienstag, den 14. September, begann im Völkerbundrat in Genf die Verhandlung über das Schicksal Palästinas und den künftigen jüdischen Staat. Die Sitzung wurde durch eine Rede des britischen Außenministers, Sir Antony Eden, eingeleitet. Er erbat für seine Regierung die generelle Ermächtigung, einen detaillierten Teilungsplan auszuarbeiten, wobei kein Plan ohne neuerliche Befragung des Rates und dessen definitiver Bestätigung verwirklicht werden soll. Die Beschränkung der jüdischen Etawanderung auf ItP 3; San Remo, Penslone Fellce Corso Hell' Impero 184.' Unter Aufrfcht fös Hamburger Vereines. Direktion; Dr. ir}«d. Alu fch«£«rz ■** Restaurant Stefanie ™ II, Taborstrale 12 © Telephon R.48-4-46 HUGO und JULIE HERLINGER, geb. Zollner Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung Schöner, schattiger Garten / Angenehmer Aufenthalt liehen Analyse des Palästina-Problems zum Schluß, daß die Teilung Palästinas mehr Aussichten zur Lösung der Weltjudenfrage biete, als eine Fortsetzung des bisherigen Systems. Man konnte , auch von einem „langsamen, mühseligen Prozeß der Ueberführung arabischer Familien aus irgend einem geplanten jüdischen Staat" hören. Den Negew schilderte Ormsby-Gore als wüstes Gebiet, das sich nicht zu landwirtschaftlicher Bearbeitung eigne, **-':• •' "'• ■' - " V. ' rr v\ ff;t l r \ p o K 8000 Personen vom August 1937 bis März 1938 .qeCelne Uebergangsmaßnahme. .""V Es sprachen D e 1 b o s (französischer Außenminister) über die Notwendigkeit der ernsthaften Prüfung der englischen Vorschläge, Oberst Beck (Polen) über das Interesse seines Landes an großen Etawanderungsmöglichkeiten, Orts (Belgien) gegen die. Einschränkung der jüdischen Einwanderung. Der rumänische Außenminister Antonescu schlug eine Resolution vor, wonach der Völkerbundrat den Jahresbericht 1936 der Palästina-Administration sowie den Bericht und das Protokoll der Permanenten Mandatskommission zur Kenntnis nimmt. Diese Resolution wurde angenommen. Völkerbundraf läßt sich Zeil Der Rat vertagt danach seine Entscheidung und Stellungnahme zum Palästina-Problem auf unbestimmte Zeit, „bis er in der Lage ist, das Problem in seiner Gesamtheit zu behandeln". Er betont, da,ß bis zu diesem Zeitpunkt das. bisherige Mandat über. Palästina,, in, .Kraft bleibt und daß die englische Regierung eine Prüfung des Einwanderungsproblems vorzunehmen habe; er erklärt sich damit einverstanden, daß die britische Regierung die entsprechenden Maßnahmen zur Einwanderungsfrage trifft. Die Entschließimg besagt: „In Anbetracht der von der Regierung des Vereinigten Königreiches geäußerten Absicht, das Studium des Verfassungsproblems Palästinas fortzuführen' und sich besonders auf die Lösung durch, eine Teilung BRENNHOLZ, KOHLE, KOKS SPEZIALHOLZ für DAUERBRANDÖFEN EN GROS EN DETAIL ZU BILLIGSTEN PREISEN BEI' SAMUEL KEL LM ER, WIEN VI, GUMPENDORFERSTRASSE 18 / TELEPHON* R-60-9-31 also auf keinen Fall den Juden überlassen werden könne, (Ueber die Bedeutung des Negew werden wir demnächst nächst berichten. D. Red.) Professor Rapard erklärte, der Beschluß, die jüdische Einwanderung auf 1000 Personen monatlich zu beschränken, sei ein klares Abgehen von den Bestimmungen des Mandats. J. H. Hell, der frühere Chefsekretär der Palästina-Regierung, erwiderte, er glaube, es sei nur einevorübergeh ende. Maßnahme, um die Empfehlungen der Kgl. Kommission des Gebietes zu konzentrieren, indem der Rat an die von dem Vertreter des Vereinigten Königreiches in dieser Hinsicht über die Einwanderungsfrage abgegebenen Zusicherungen erinnert, ist der Rat Der Feiertage halber erscheint unsere nächste Ausgabe Freitag, den 1. Oktober.