Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 688 (14.9.1937)
- Date
- 1937-09-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite i tm NEUE WELT tfr. 688 vom 14. September 1937 Judenhetfxe vor dem Diplomatische» Korps Hi't.*r Die im Ausland gehegtö Erwartung, daß Adolf H i 11 c r im Hinblick auf die Teilnahme auch der westlichen Diplonr.ten sm diesjährigen Parteitag der N. S. D. A. P. in Nürnberg von seiner üblichen Rede gegen die Juden absehen werde, hat sich nicht erfüllt. Im Rahmen der großen Ktilturkundgebung des Parteitages am Dienstag nbend hielt Hitler im Nürnberger Opernhaus eine weit üljer eine Stunde dauernde r.?de, in der er die Kunst- und Kulturauffassung dtfs Dritten Reiches darzulegen suchte. Das, was man heute' .c^a moderne Kunst nenne, sagte Hitler, sei alles andere als ein? produktive Leistung, es sei vielmehr eine D eg c n cr a t i o n b e r s e h e i n « n g. die eine gerissene jüdische Kultlirpropaganda unter Vergewaltigung des natürlichen Kunstempfindens und des nationalen Eesit-stßndc* an echter Kunst dem deutschen Volke untergeschoben und aufgezwungen hätte. Keine fünf Prozent dieser modernen Kunstproduktion wären ohne diese jüdische Kunstpolit i k in den deutschen Museen zur Anerkennung gelangt. Deshalb sei eine große Reinigungsaktion unbedingt notwendig gewesen. Nicht nur in dieser Rede, sondern auch in seiner von Reichsminister Rudolf Heß bei Eröffnung des Parteitages in Gegenwart von 48 Missionschefs der ausländischen Staaten verlesenen Proklamation hat Adolf Hitler scharfe antisemitische Töne angeschlagen. Eine Stelle in der Proklamation lautet: „Seitdem die jüdisch-bolschewistischen Hetzer das soziale Problem als eine ausschließliche Lohnfrage erklärten, schufen sie in kürzester Zeit jene für die Durchführung der bolschewistischen Gesellschaftsrevolution günstige Spannung zwischen Lohn und Preis. Indem durch Streik und Terror die Löhne eine fortgesetzte scheinbare Steigerung erfahren, zwingen sie auf der anderen Seite die Preise. Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, gestörtem Schlaf, schlechter Laune, gereizter Stimmung greife man sogleich zu .dem altbewährten, rein natürlichen „Franz-Josef"-Bitterwasser. Aerztl. empfohlen. zum Steigen. Dieser Vorgang ist zwangsläufig, da den erhöhten Löhnen keine ausgleichende Produktion entgegentritt. Es ist dabei den jüdisch-marxistischen Hetzern leicht, die jeweilige Lohnerhöhung als das Werk eines sozial empfindenden Bolschewismus oder Marxismus, die dadurch augelöste Preissteigerung aber als die verfluchte Absicht der Antimarxisten hinzustellen." Goebbels Die Reihe der judenhetzerischen Reden von Adolf Hitler, Alfred Rosenberg und den anderen nationalsozialistischen Führern auf dem Parteitag in Nürnberg ergänzte am Donnerstagnachmittag der Reichspropagandaminister Dr. Goebbels. Er erklärte: Unser Kampfruf von einst „Deutschland erwache" hat sich in einer ungeahnten Weise ausgeweitet. Jetzt geht es nicht mehr darum, unser eigenes Volk zum Erwachen zu bringen, jetzt muß Europa erwachen. In Spanien entscheidet sich auch die Stellung Europas zur Frage des internationalen Judentums. Der rote Aufstand in Spanien stellt nur einen Teil der von Moskau geplanten bolschewistischen Revolution dar. Der Jude wirkt sich im Bolschewismus als Inkarnation alles Bösen aus. Was in Spanien geschieht, läßt das Blut in den Adern gerinnen. Dort sind keine Menschen mehr am Werke, sondern vielleicht Teufel, die ein unerklärbares und geheimnisvolles Schicksal auf die Welt losgelassen hat, um die Völker zu peinigen und zu martern. In Spanien sind 17.000 Priester, unter ihnen elf Bischöfe, in Rußland 42.000 Priester ermordet worden. Ein schwedischer Flüchtling habe unter dem 10. November 1936 berichtet: „Ich habe Kirchen gesehen, wo die Wände mit Frauenleichen bedeckt, Nonnen, die geköpft oder verbrannt worden waren und die man reihenweise an den Kirchenwänden aufgenagelt hatte." Ein belgischer Hoteldirektor berichtete am 14. Jänner 1937, daß in Valencia etwa 30.000 Menschen getötet worden seien. An aller, diesen Greueln in Spanien sind die Juden schuld, diese Feinde derWelt, die Vernichter der Kultur, die Parasiten unter den Völkern, die Fermente der Dekomposition. Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalles der Menschheit. In der Demokratie werden die Köpfe durch die Zahl überstimmt,' im Bolschewismus werden die Köpfe mit dem Beil ab* geschlagen. Das Ergebnis ist hier wie dort dasselbe: die Köpfe fehlen, und über einer führerlos gewordenen Masse kann der internationale Jude gefahrlos die Diktatur des Terrors und des Geldes ausrufen. Eine Reihe von Ländern hat diese t gefährlichen Bedroher ihres nationalen Bestandes bereits vollkommen abgeschüttelt. Es müssen aber alle Gegenkräfte mobilgemacht werden und ganz Europa soUjfce sich hiezu zusammenschließen;. Die gah2e Menschheit hallt wider vom Wehgeschrei, wenn beispielsweise in Deutschland einem Juden verdientermaßen einmal eine Ohrfeige verabreicht wird. Was aber bedeutet das gegenüber einem Terror, der ganze Völker zerstört, martert, peinigt und ausrottet. Spanien geht die ganze Welt an. Denn das Judentum will diesen Kampf. Darum hetzt es durch Presse und Propaganda die ahnungslosen Völker gegeneinander; darum aber auch setzen 3ich die erwachten ^Völker gegen das Judentum zur Wehr. I n Hitler ist der Retter entstanden, und wenn in fünfhundert Jahren Geschichte geschrieben wird, dann werde sein Name unter den Großen desAbend- 1 a n d e s leuchten. In Hitlers Kamen rief Goebbels alle europäischen Völker zum Kampf gegen den jüdischen Bolschewismus auf. In Deutschland sei der Kampf siegreich beendet, in Italien. Japan, Oesterreich, Ungarn, Polen. Brasilien, der Türkei und Portugal habe er schon eingesetzt. Die Rede von Goebbels in Nürnberg sollte über alle deutschen Sender verbreitet werden, sie wurde jedoch nicht verbreitet, und zwar, wie es amtlich hieß, „wegen technischer Störungen". Die Rede, die vom Deutschen Nachrichtenbüro an die Blätter und an die Auslandskorrespondenten ausgegeben worden war, wurde kurz darauf überall durch Boten zurückverlangt mit der Begründung, es hätten sich „Irrtümer" eingeschlichen. Pensionat für jüdische Mädchen in Wien Für das Schuljahr 1937/38 werden jüdische Mädchen aufgenommen. Nachhilfe in allen Fächern, Sprachen- und Musikunterricht wird gewährleistet. Liebevolle Behandlung, Familienanschluß, erstklassige, rituelle Kost, mäßige Preise, beste Referenzen. — Jüdisches Mädchenpensionat, Wien, II., Lasslnglelthnerplatx3/12 (R.Feder). Referenzen: Rechtsanwalt Dr. Feder. ii' f i ii Rosenberg Die Tagungen des Parteikongresses der N. S. D. A. P. in Nürnberg eröffnete Reichsleiter Alfred R os e n b e r g mit einer Rede, in der er laut D. N. B. u. a. ausführte: In furchtbarer Weise wird die Ausrottung eines noch europäisch fühlenden Menschentums von der jüdischen Führung der Sowjetunion durchgeführt. Die Sowjetregierung rühmt sich, im Laufe dieser Jahre zwei große Kanalprojekte verwirklicht zu haben: den Weißes-Meer-Kanal und den Moskau- Wolga-Kanal. In den Zwangsarbeitslagern längs des Weißes-Meer-Kanals waren 300.000 Häftlinge in menschenunwürdigen Unterständen untergebracht, die im Laufe der Arbeitsjahre starben und dann immer t 'ieder durch neue, todgeweihte Häftlinge und Verbannte nachgefüllt wurdep. Ein früherer Mitarbeiter, der zwangsweise in diesen Sowjetlagern tätig 3ein mußte und später fliehen konnte, errechnet als Sachverständiger die Anzahl der in der Sowjetunion zu Zwangsarbeit und Verbannung verurteilten politischen Gegner des jüdischenBlutregimesaufweitüber fünf Millionen Menschen. Wenn in Deutschland die Straßen Adolf Hitlers .entstehen, so ist dies ein Zeichen neuer Schöpfung und eines Schönheitswillens. Wenn dagegen im bolschewistischen Staat unter der Führung von Moses Berman, Salomon Firin und Konsorten die Kanäle zum Weißen Meer, zur Wolga, die Ostbahnen entstehen, so ist ihre Ausführung ein Zeichen, daß ein Volk in die erbärmlichste Sklaverei zurückgesunken ist, wie sie nur in den frühasiatischen Staaten ihr Gegenstück findet. Denn jeder Kilometer dieser Kanäle und Eisenbahnen ist gekennzeichnet von Tausenden von verhungerten und ermordeten politischen Gegnern, die sich irgendwie noch gegen die jüdischen Sklavenhalter in Moskau empörten oder auch nur verdächtig waren, die Zerstörer ihrer Heimat nicht zu verhimmeln. Was der Blutdiktator in Moskau an seinen eigenen Anhängern in steigendem Maße an Todesurteilen vollführte, ist eben die Konsequenz, eines inneren Gesetzes eines untermenschlichen Denkens. Heise im Bild Einer der Hauptanziehungspunkte des Roichsparteitages, vor dem lange Reihen von Menschen Schlange stehen, ist die antibolschewistische Ausstellung. Die Vereinigten Staaten, Südamerika und fast der gesamte übrige Teil,der Welt werden den Besuchern als Brutstätten des jüdischen Kommunismus dargestellt. Auf der riesigen Weltkarte Hausu. Küchengeräte Glas- und Porzellanwaren. Edelkeramik, Bleikristalle. Komplette Ausstattungen in bester Qualität Samuel Zuckermann Wien II, Im Ward V Telephon a-41.6-45 Kaufet Schulbücher neu und antiquarisch in der BikherstubeRath&Co. Wien II, Taborstr. 20a / Telephon R-45-305 , Ankauf und ümlnuscli ftiillquarlftchdi1 BUcher zu höchsten Presen f Moderne Leihbibliothek Alle Neu«rtchelnuft0«n MoimtsjrfbMir S 3.10» kein« BaiMtaebUhr, «glich Urö- IhuscIi, od. MonafsgebUlirS 1.60 u. lOOfosehert RandgehUhr Modernes Sortiment und Antiquariat Judaica und Hebraica bedrohen die roten Flammen des Bolschewismus die meisten Länder, mit Ausnahme von Deutschland, Italien und Portugal. Juden werden im Verein mit den Bolschewiken als Volksfeinde hingestellt. Auf einer Darstellung heißt es: „Die Demokratien bereiten den Weg für den Bolschewismus." Etwa die Hälfte der Ausstellung ist der antijüdisehen Propaganda gewidmet, unterstützt durch Zitate u. a. von Goethe, Voltaire, Benjamin Franklin und Henry Ford. Der fränkische Gauleiter Streicher und seine Zeit* Schrift „Der Stürmer" haben einen besonderen Raum. Wieder ein i'üdi'sdie» Opfer Aus Breslau: Die Staatspolizei gibt bekannt, daß der jüdische Arzt Dr. Berliner, der Inhaber des bei Breslau gelegenen Luftkurortes Obernigk, der kürzlich von der Polizei festgenommen wurde und gegen den in den nächsten Tagen ein Prozeß beginnen sollte, im Gefängnis Selbstmord begangen habe. Das Sanatorium des Dr. Berliner wurde in der Hauptsache von Nichtariern besucht. Eine deutschblütige Krankenschwester, eine geschiedene Frau, wurde verdächtigt verbotene Beziehungen zu den Patienten angebahnt zu haben. Die Anklage warf nun Dr. Berliner vor, er habe diesem Treiben Vorschub geleistet. So wurden er und mehrere Patienten, die mit der Krankenschwester in Beziehungen getreten sein sollen, verhaftet. Der Prozeß findet trotzdem statt und wird sich gegen die angeklagten Patienten richten. Japan und Bi'ro#Bi'dsdian Aus Tokio: (J. T. A.) Zum erstenmal in in der Geschichte des japanischen Pressewesens ist es vorgekommen, daß in einer japanischen Zeitung, und zwar in der Monatsschrift Y o u u w e b", ein heftiger antisemitischer Artikel im Stile von Streichers „Stürmer" erschienen ist. Verfasser ist Sajichu Mutau, Thema: Biro-Bidschan. Die Japaner werden vor den Juden gewarnt,, die im Fernen Osten eine Republik errichtet hätten, welche ein Gebiet von einer halben Million Quadratkilometer umfaßt und eng an Mandschukuo grenzt. Mutau behauptet ferner, daß die amerikanischen Juden China und Sowjetrußland bewaffnet haben. Es ist ein Glück für Japan, schließt Mutau, daß die nach Rußland gelieferten Waffen über Wladiwostok gehen, so daß Japan die Vorgänge genau beobachten kann. Inhalt und Stil des Artikels verraten, daß hier die deutsche anijüdische Propaganda am Werke ist. Italicnische Faschisten auf dem Deutschen Antisemitenkongreß Aus Rom: Eine Abordnung italienischer Faschisten nimmt an dem in Erfurt stattfindenden Internationalen Antisemiten-Kongreß teil. Der Abordnung gehören General Namarra, Alberto L u p i n vom faschistischen Kulturinstlut und die Professoren Bottoli und Ebola, Verfasser antisemitischer Pamphlete, an. „Regime Fascista" berichtet über einen Vortrag Prof. Ebolas Uber die Ziele der antisemitischen Aktion, in dem er besonders die Tätigkeit des Herausgebers des „Regime Fascista", Farlnacci, rühmte. (J. T. A.) Erstklassiger----.-- lüwiewhteccicUt bei staatlich geprüfter Klavierpädagogin Spezialistin für Kinderunterricht Schülerkonzert. Zeitgemäßes Honorar Gerda Mühl stock. Wien VIII, Buchfeldgasse 10 1. Stiege, II. Stock, Tür 5 Telephon B-47-8-43 Hitler-Propaganda in Marokko Aus Paris: In Meknes, Französisch-Marokko, kam es zu schweren Unruhen der panarabischen Nationalisten gegen das französische Regime, die iu einen Judenpogrom ausarten. Viele jüdische Geschäfte wurden zum Teil zerstört, zum Teil ausgeraubt. Die Fremdenieglon schritt gegen die etwa 10.000 Aufrührer ein. Die französische Regierung sieht die Situation im Hinblick auf die gegen Frankreich und die Juden geschiokt auggenützte Berliner Propaganda unter den Arabern und Berbern als ernst an. Hitler habe zwar die französische Uebersetzung seines „Mein Kampf" nicht gestattet, aber eine arabische Uebersetzung herausgeben lassen. /