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Die neue Welt · 1937-09-14 · Heft 688 (14.9.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 688 (14.9.1937)
Date
1937-09-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit« 2 DIE NEUE WELT Nr. 688 vom 14. September l&3f Es überflügelt durch sein Renommee, seine riesige Wirkung DIANA» FRANZBRANNTWEIN HIT MENTHOL sämtliche ausländischen Erzeugnisse und Haus, mittel. An Nervosität und Kopfschmerzen Leidende wenden nur eine Massage an, um sich zu erfrischen und ihre ermüdende Tagesarbeit fortsetzen zu können In jedem besseren Geschäft erhältlich Verlangen Sie ausdrücklich „Diana" und nehmen Sie nur „Diana". — Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen «chen Telegraphen-Agentur an die Vorsitzende des Zentralkomitees der Plüchtlingsfürsorge in der CSR. Frau Marie Schmolka um Auskunft. Frau Schmolka bestätigte, daß die Regierung "beabsichtige, den Flüchtlingen aus Deutschland den weiteren Aufenthalt in der tschechoslowakischen Republik nur auf acht Bezirke in Böhmen und Mähren beschränkt zu gewähren. Es werden offenbar die von den jüdischen Hilfskomitees betreuten Flüchtlinge nicht verschont bleiben. Die Verpflanzung in die genahnten Bezirke würde sich besonders für die jüdischen Flüchtlinge katastrophal auswirken. Es wohnen in diesen Bezirken fast gar keine Juden, so daß schon dadurch die Hilfsarbeit für die jüdischen Flüchtlinge dort außerordentlich erschwert sein würde. Eine indirekte Unterstützung, auf die sie in ihren jetzigen Wohnorten rechnen können, würde dort ganz entfallen. Dazu kommt, daß in diesen Bezirken keine Wohnungen für die Aufnahme der Flüchtlinge ausfindig gemacht werden können. Als Vorsitzende des Zentralkomitees für die Flüchtlinge hat sich Frau Marie Schmolka im Verein mit den Leitern der nichtjüdichen Flüchtlingshilfsorganisationen mit den zuständigen Stellen im Innenministerium in Verbindung gesetzt. Frau Schmolka hat hiebei den von ihr dem IX. Kongreß der internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, der Ende Juli d. J. in Luhacovice abgehalten wurde, unterbreiteten und in den Resolutionen des Korfgf'ess'es zur Annahme gelangten Vorschlag wiederholt, eine gemischte Kommission aus Vertretern der Behörden einerseits und des Zentralkomitees Flüchtlingsfürsorge andererseits einzusetzen, die jeden Einzelfall prüfen und eine legale und ökonomische Klärung der Situation des betreffenden Flüchtlings herbeiführen soll, bezw.' sollen die beteiligten Hüfs.--; Deine besten Begleiter f. Reise u.Weekend sind die altbekannten1 Clff jCBkl Feinwurst- und Selch- KälaPGI^i waren Spezialitäten Zentrale und Postversand: Wien II, Rotensterngasse 12 ' 0 Organisationen die Garantie für den Flüchtling übernehmen, so daß er, falls sich keine Anstände ergeben, auf seinem bisherigen Wohnsitz verbleiben kann. Frau Schmolka ist der Ansicht, daß ein Ausweg gefunden werden müsse, um viel Unglück zu Verhüten. Denn schwerer noch, als die Lage der von den Hilfsorganisationen betreuten Flüchtlinge kann sich die Lage jener jüdischen Flüchtlinge gestalten, die mit kleinemKapital nach der C. S. R. kamen und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen eine kleine Erwerbsmög.lichkeit gefunden haben. Sie haben infolge zweimaliger Geldentwertung* und vergangener Wirtschaftskrisen empfindlichen materiellen Schaden gelitten. Es scheint aber, daß gerade die sogenannten Existen z-E migranten kaum auf eine Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung seitens der Behörden zu rechnen haben. Um den katastrophalen Auswirkungen der bevorstehenden Maßnahmen auf die Betroffenen begegnen zu können, werden jetzt weit größere Mittel als bisher nötig sein. Aber, wenn auch, die privaten Hilfsorganisationen ihre Kräfte bis zur äußersten Grenze ihrer Leistungsfähigkeit an-' spannen, wird dies das traurige Schicksal der Betroffenen kaum lindern können. Aber das Emigrantenschicksal ist nicht lokal bedingt, es muß eine Ge8amtregelung für alle die Tausende v.on Menschen, die nur wegen ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse oder wegen ihrer demokratischen Ueberzeugung verfolgt werden und ihre, Heimat verlassen mußten, geschaffen werden. Die* öffentliche Meinung in allen Ländern muß mobilisiert werden, und die Wirkung auf die' Regierung muß eine solche sein, daß diesen Unglücklichen endlich das. A s y 1- und Arbeitsrechtin vollem Ausm a ß gesichert wird. Die am 22. September in Genf unter dem Vorsitz des Völkerbund-Oberkommissärs für die deutschen Flüchtlinge, Sir N e i 11 Malcolm, zusammentretende Konferenz der staatlichen und privaten Flüchtliuga-Hilfsorganisatiouen wird alle, diese Probleme in den Kreis ihrer. Betrachtungen ziehen müssen. Zum Schluß teilte.Frau Schmolka mit, daß von den seit 193£ ri&&!^ etwa 50 00 f IiiClitlingen aUrft De Ü t *Sh Fftn<f der größte feil in andere Lander abgewandert ist Nur noch etwa 20 Proient derselben leben in der C, 8. R. Das Sozialinstitut der Jüdischen G&neifide ift Prag be* treüt augenblicklich etwa 150 jüdische Flüchtlinge; einige hundert jüdische Flüchtlinge dürften sich in der Provinz aufhalten. a iii.mW.1mW Gegen die Juden in der T§diedto«lowakei' ' Aus Prag: Viel Aufsehen erregt em Vorgang bei der PeutAeheh Händel»: und -öewerbekftflse in Karlsbad. Hier wurde der seit Gründung für die Kasse tätige Anwalt Dr. Otto Fl eisen n.er der sich Jahre hindurch uneigennützig iij den Dienst dieser Institution stellte, einfach „hinausgewählt", womit der Vorstand völlig judenrein ist. Unmittelbar darnach hat das Karls- Äader Gremium der Kaufleute, das seit der letzten Wahl im Fahrwasser der Henlein-Partet segelt, eine iflMiere Einlage getätigt» detlh Gegenwert aU# Großbanken behöben Wurde. Auch bei der vor kufaetn mit dem Sitie in Karlsbad gegründeten nor'dWe«f)6hmischen WirtschAftsVefetoIgUÄg „ftegionalverband" Wurden zur Hauptversammlung l^ÄndidÄtenlisten vorgelegt, die Juden rein waren» Auch hier errang die Sudetendeutache Partei die Majorität, * Die SdP.- Anhänger haben sich eine neu« Flüsterpropaganda, zugelegt. In ihren Zusammen, künftett und auch auf der Gasse bedienen sie' sich dea geheimnisvollen Zurufs „Kein Tschaj". Das bedeutet: Kein Einkauf bei „Tschechen", „Aktivisten" (Deutsche, welche mit der Regierung zusammenarbeiten) und „Juden". Gespannte Lage in Palästina Aus Jerusalem: Während um die Mitte der vergangenen Woche die Lage im Lande im allgemeinen etwas ruhiger geworden war, hat sie dich gegen Wochenende wieder bedeutend verschärft. Die Aufrufe der jüdischen und eines Teiles der arabischen Führer zu Ruhe und Ordnung scheinen nur wenig Erfolg gehabt zu haben. Die Maßnahmen der Regierung zur Unterdrückung der Terrorakte beschränken sich bisher vorwiegend auf die Verhaftung von Juden. Von den 35 ver- Ittfr Restaurant Monte "WS II, Tabontraße 12 Telephon R*48*4>46 HUGO und JULIE „HERLINGER, geb. Zöllner Erstklassige renommierte Küche» große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung ) Schöner, schattiger Garten / Angenehmer'Auf enthalt # hafteten Juden,- zum größten Teil Revisionisten, w.urde mehr als die Hälf te in das Konzentrationslager von A k k o ge s c h i c-k t. A u ß e r d e m h a t die R eg i erung eine Reih e'v q ng ü d i sVh e n H i 1 f s#\: Polizisten ausdem Di'ens>t entla.ssen u nd i n,me.h.r e r e n. j ü di s c h en Ko-1 oni e n s.tr enge rBya u'S s.u Orfhr,u.n g-env,,9£ge>moTQjxi.&n.. - r; -i .. <■?;•:•.« V- *? 5$, V*' 7?'»* v~ 1 "• r * .<>•* ' .- :• Die in Jerusalem verhafteten Revisionisten, wurjderi auf die D ä ü e r e i n e s J a h r e s n a c h A k k o verschickt; die in Karkur . festgenommenen sechs; jungen Juden wurden wieder freigelassen. Die revisionistische Organisation hat der [hebräischen Presse eine Erklärung1 übermitteilt, in 'der gegen die summarische Verurteilung von : Angehörigen der revisionistischen Partei scharf- I protestiert wird. Die Maßnahmen der Regierung wer- \ den als Versuch bezeichnet, :die Verantwortung für ideh Terror, der in den letzten achtzehn Monaten das 'Leben in Palästina beherrschte, von sich a b z u^ Iwä 1 zen und sie den Juden auf züerlegen. \! „Dawar" nennt die Maßnahmen der Regie-! rung „p r ä z e d e n z 1 o s. u n d u n g 1 a u b 1 i c h". Das Blatt; stellt fest, daß alle in das Konzen- , BANKGESCHÄFT Dr. Ö F FE NB E R G E R ,.. Wien % Freyung 1 T ei e phon: ' Ü - 27 :Y- 11, U - 28 - 2 - 55 O uf chl ührun fl » ä mt I i c Ii er Bank- und B Ör setra nsalttion«n tratipnslager in Akko Verschickten von der Polizei nl ch:t, einmal e i ny.ern ommen woiden i n dj es handle slph : durchwegs um Arbeiter, die alsi ruhige; und, friedliebende Personen bekannt slhd.' Die Verbahnten seien in Äkko unter den d en kba'r s chieoh'tes ten.Bedingun- L. gen interniert; man habe sie mit arabischen Verbrechern in gemeinsame Zellen gesteckt und' ihnen stränge untersagt, von auswärts Nahrungsmittel zu erbitten. ■ . Das Blatt Berichtet ferner, daß, ehe die Verhaftungen' vorgenommen wurden, der stellvertretende Kommisajärf des Körddistrikts, begleitet von' einer starken Polizeiabteilürig, den lokalen, Ausschuß in Qhedera besucht und sich erkündigt habe, ob es* dort verdächtige Personen gebe. Die Ratsmitglieder Hätten darauf hingewiesen, daß während der letzten fünfzig Jahre die denkbar, besten Beziehungen zwischen Juden und Arabern in Chedera bestanden haben, und daß es ausgeschlossen sei, daß sich unter den jüdischen Einwohnern von Chedera verdächtige Personen befinden. Dennoch seien fünfzehn junge Juden verhaftet und auf die Dauer eines Jahres nach Akko verbannt worden. .. .In Ha i f a wurden, fünfzehn. Jugendliche, Araber und 'Juden, die der Polizei verdächtig sind* verhaftet^ — In einem Dorfe bei Chedera wurden äm Samstag zehn Araber verhaftet und in das Akkoer Konzentrationslager verschickt. Die Regierung hat das offizielle Organ des Mufti, „E1 L i w a", für die Dauer von sechs Wochen und die revisionistische Zeitung „H a j a r d e n" für die Dauer eines Monats verboten. In dem christlichen Viertel von Safed wurde am Montag ein arabischer Kaufmann ermordet. Er war bereits einige Male von Terroristen bedroht worden, weil er angeblich an Juden Fleisch geliefert haben soll. In den Straßen von Jerusalem sind am Freitag, ununterbrochen Passanten angehalten und nach Wafen durchsucht worden. — Unter den in Tel-Aviv verhafteten Revisionisten befindet sich der Leiter des Brit Hechajal, Menachem Arb er, und der Vorsitzende der revisionistischen Arbeiterorganisation, Akiba: Brün. Seitdem sich die Ueberfälle auf Autobusse! häufen, werden diese ständig von Polizisten auf ihrer Fahrt begleitet. r:r;*.i: Wieder Morde Aus Jerusalem: Auf der Hauptstraße bei Nahälal wurde ein mit jüdischen Passagieren besetzter Wägen von arabischen Banditen1 aufgehalten. Beim Versuch, zu entfliehen, \vurde der 21jährige österreichische Jude Will! Weiß von den Banditen g e t ö t e t; der 3Öjähifge Michael Öubo wsky würde schwer verletzt. In einer V4usio*ttkstm - Ummern^ Jerusalemer Vorstadt wurde ein arabischer Polizist erschossen aufgefunden. Auch in Äkko wurde äm Dienstag abends ein arabischer Polizei« beamter von unbekannter Hand erschossen. — Seit Montag, den 30. August, sind vierJuden ermordet und sechs verwundet worden; vierzehn Araber wurden getötet, und verwundet. Außerdem wurden drei arabische Polizisten getötet und ein britischer Polizist verwundet. Opfer des Terrors v Aus Jerusalem: Der 44jährige Rabbiner Elieser Ger stein» der am Freitag, den 3. September, auf dem Rückweg von der Klagemauer schwer verwundet worden, war, ist im Hadassa-Krankenhaus seinen VerIetz.ungen erlegen, Am Mittwoch, den &. September, wurde di« Leic he eines Juden bei Tel-Aviv aus dem Jarkon gezogen. Die Identität des Toten, dessen Hände und Füße gef esselt waren und dem! ein eisernes Gewicht angehängt worden war, ist noch nicht festgestellt worden. Damit ist die Zahl der jüdi* sähen Todesopfer seit dem Wiederaufflackern des arabischen Terrors auf sechs angewachsen, . lieber die näheren Umstände der Ermordung de» 21jährigen, österreichischen Juden Willi Weiß wird nachträglich bekannt: Das Auto, in deni sich Weiß als Passagier befand und das von Michael Dubowsky gelenkt wurde, wurde auf der Straße Haifa—Nazareth bei Nahalal von fünf bewaffne-« ten arabischen Banditen angehalten, die den Insassen 3 0 Pf und abnahmen und sie, dann passieren ließen. Kurz darauf wurde das Auto nocK« mala angehalten. Als Weiß und Dubowskky zu flüchten Versuchten, wurden mehrere Schüsse auf sie abge« geberij. durch die Weiß getötet und Dubowsky verwundet wurde. Die Regierung hat eine Prämie von tausend Pfund für die Eruierung der Mörder von Willi Weiß ausgesetzt. Im Jemeniten-Viertel „Machane Josef" in Tel«» Aviv wurde eine Bombe geworfen, die jedoch niohl estplödierte. *'

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