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Die neue Welt · 1937-09-14 · Heft 688 (14.9.1937) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 688 (14.9.1937)
Date
1937-09-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen 186 »iensfag, den 14« September 1937 Ti«. D,m Nt* 6IUI V*>l* Eitting vom Verleger versendet <-nal exp6di6 par r&Utettr** REVU HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich raonaUicü 8 L40, viertel jährig » 4.—, ganzjährig a 16.—; Polen monatlich Zloty 1.60. vierteljährig Zloty 4.50: Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—. vierteljährig Kc 18.—; 'Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Bnmänlen monatlich Lei 50.—. vierteljährig Lei 150.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—{ Bnlsratien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—. vierteljährig Lire 14.—s Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.60. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung: IX,Universitä*sstr.8,7eLA-20-2-78 — Erscheint Diensten» u. Freitat? Jörn Kappur 5698 , Von Rabbiner Dr. Israel Zwi Kanner (Wien) Ein Tag innerer Bewegung und Erschütterung, aber auch ein Tag der Erhebung, Befreiung und Genesung — es ist der 10. Tischri, an dem vor Jahrtausenden der Allmächtige die verdiente Strafe über Israels größte Verirrung auf die Fürbitte ihres großen Richters zurückgenommen und statt „Ich wül sie vernichten", gesprochen hat: „Ich habe verziehen nach Deinen Worten." In jedem Jahre, so oft dieser Tag wiederkehrt, gewährt Gott den gleichen Gnadenakt, erläßt er eine Amnestie, vollbringt der Wunder größtes, begräbt die Vergangenheit und eröffnet einen heuen freien Weg für die Zukunft. Das ist der Sinn der Sühne. Kaper (Sühnen) ist gleichbedeutend mit Kaber (begraben)Es ist ein geistiges, symbolisches Begraben, ein Bedecken der;schlimmen Saaten, die wir in die Furchen der Zeit gestreut haben, ZU solchem Begraben der Vergangenheit Hat Gott den Jörn Kippur eingesetzt. Er, der Ewige, hätte dem Menschen keine größere Wohltat erweisen können, als ihm eine Gnadenzeit zu bestimmen, in der er ihn vom schweren Joch der Sünde erlöst. ,.. ..„Sühnen soll der Priester das Heiligtum, die übrigen Priester und das ganze versammelte Volk." . ( jWir dürfen.darum .nicht glauben, daß das Gottes- .^ort-. hier einen Vermittler'. eüischiebe/zwischen uns Völkerbundkommfcsfon t Gegen Einschränkung der Einwanderung Aus Genf: Der vollständige Bericht, den die Permanente Mandatskommission dem jetzt zusammentretenden Völkerbundrat über ihre letzte außerordentliche Paläst Ina -Tagung vorlegt, Ist nunmehr veröffentlicht worden. Der Bericht gliedert sich In drei Teile. Der erste Teil, der bereits früher veröffentlicht wurde („Neue Welt" vom 27. August), behandelt die Zukunft Palästinas; der zweite Teil befaßt.sich mit der Verwaltung des Landes im letzten Jahre, der dritte mit den der Kommission unterbreiteten Petitionen. Bei der Prüfung der Berichte der Palästina-Verwaltung für 1935 und 1936 hat die Mandatskommission festgestellt, daß im Jahre 1935 und in den ersten Monaten von 1936 gewisse Anzeichen einer wachsenden Spannung zwischen Juden und Arabern zu bemerken waren. Diese Spannung sei auf den starken Eindruck zurückzuführen gewesen, den die jüdische Einwanderung auf die Araber gemacht habe, auf die Agitation gegen den Plan der Schaffung eines Legislative Council (Parlament) und auf die schwere Enttäuschung, die bei den Arabern nach der Debatte im englischen Parlam e n t über den geplanten Legislative Council im Februar 1Ö36 herrschte. ' *Bei der Erörterung der Unruhen weist der Bericht der Mandatskommission darauf hin, daß die zahllosen und. den himmlischen .-'Vater,.' daß' .:«r ". erst eines Priesters,: einesvvMepri^ ' um-ri'^b-.',{.;A IoRT ™ Vrlornron für iinsprA;ÄiV*Äft' rkri' 'hätten die Unruhen den Charakter einer arabischen läß^zu "erlangen für unsere Sünde;'daß*' "wir'-' «ferst einem gleich uns schwachen und sündigen Sterblichen1 die, geheimsten Falten ' unseres Herzens offenbaren müßten, um durch seine Vermittlung und Fürsprache des Himmels Gnade zu erringen. Wohl heißt es, -daß der P r,i est e r. sühnen solle,, aber nicht e,r bringt die Sühne, auch nicht die von ihm vollzogene heilige Handlung, sondern die Gesinnung, zu der er anregen,, die Vorsätze, welche,die von ihm vollzogenen symbolischen Zeichen zeitigen müssen. So wenig der S Cjh of a r , oder der Bläser, den die Gemeinde mit diesem ehrenvollen Amt betraut, auf die günstige Entscheidung des Weltenrichters, am Jörn Hadin Einfluß haben, sondern nur die Aufnahme, welche der Schofar-Ruf in unserem Herzen findet, ebenso wenig hängt die Gewährung oder Versagung der Sühne vom Hohepriester ab. . Auch, der Hohepriester ist nicht sündenfrei, nicht unfehlbar;' auch er ' mußte sich vor Gott als Sünder bekennen. ' ' * Klar und verständlich, wie jede Offenbarung des Göttlichen, ist auch die Versöhnung. Nicht einem Unbegreiflichen stehen wir gegenüber; wir erleben die Versöhnung in unserer Seele, wir fühlen, daß wir reiner werden, sobald unsere: Sündhaftigkeit uns zum Bewußtsein.kommt. Mit tiefem: Grund hat die,heüige Sprache das Wort für Reue und Tröstung aus einem, und demselben Stamm („nachom") gebildet. Denn die Reue, ist 'die Gewähr der Sühne, ist. selber Trost. Was unsere Versöhnungslehre unter „Reue" versteht, das sagt ihr zweiter Ausdruck: „T s c h u w a h", das ist:. ^Umkehr", Unsere Reue ist Umkehr. Wir sind nicht mehr, was wir waren. Vergessen sind, unsere Vergebungen, ausgelöscht unsere Sünden in dem Augenblick, da. unsere. Seele .aufstrahlt in einem .neuen» feinen Entschluß. Groß ist die Kraft der Buße/denn, sie wandelt unsere Sünden in Irrungen.; Wir nahen uns dem väterlichen Gnadenthron, wie e# re.uigen Sündern geziept, und. weichen , nicht, bis', der Sphofgrtqn uns verkündet.'-daß;der strenge Weltenrichter sich wiederum an uns bewährt als der allgütige Vater, derselbe Schofarton, der uns einst die Ankunft des endgültigen Erlösers ankündigen wird. Möge der Ausruf zur Wahrheit werden, mit dem wir das Neilah- Gebet beenden: Leschanah Habaah b'Jruschalajim — im kommenden Jahr in Jerusalem! j Bevolte gegen die Palästina-Regierung! angenommen. Diese Revolte sei von Elementen außerhalb des Landes weitgehend unterstützt .worden. Die Angriffe seien durchwegs von Arabern ausgeführt worden. Die Juden hätten Gewaltakte nur in. Notwehr begangen. Weiter wird in dem Bericht betont, daß der Leitgedanke bei den arabischen Unruhen der war, die Errichtung eines jüdischen Nationalhelms zu verhindern und die jüdische Einwanderung zum Stillstand zu bringen. Somit1 seien die Unruhen hauptsäch- IIcli gegen das Palästina-Mandat gerichtet gewesen. Die Beendigung der Unruhen wird in dem Bericht der von der britischen Regierung am 7. September 1936 veröffentlichten Erklärung zugeschrieben, in der scharfe Maßnahmen gegen diejenigen angedroht wurden, die die öffentliche Ordnung stören würden, dem Erlaß der Pal es tlne Martial Law (Defence) Order am 30. September und dem Aufruf der arabischen Könige und Fürsten an die arabische Bevölkerung Palästinas. Nach* der Feststellung, daß schon Mitte Juni 1936 erhebliche militärische Verstärkungen aus Malta und Aegypten in Palästina eingetroffen sind, fragt die Mandatskommission, warum es nicht möglich gewesen sei, schon damals das Kriegs* recht zu verhängen, statt damit bis zum SO. September zu warten. Der Kommissionsbericht erwähnt auch das Lob,' mit dem Kolonienminister William Ormsby-Gore über die von den Juden bei den Unruhen bewiesene Zurückhaltung gesprochen hat. Der Minister habe dabei betont, daß die Juden im Falle der Durchführung des Teilungsplanes imstande sein würden, sich gegen einen etwaigen arabischen Angriff selbst zu wehren. Wir können nicht leugnen, sagte der Minister, und wir sehen keinen Anlaß* es zu leugnen, daß die Juden selbst bereits eine, wie ich glaube, nach europäischem Sprachgebrauch sogenannte „halbmilitärische Organisation", die Haganah, geschaffen haben. Sie haben jetzt eine große Zahl Ihrer jungen Leute organisiert. Außerdem haben viele von ihnen Waffen, die auf irgendeinem Wege in das Land gebracht wurden, und1 sobald die Juden ihren eigenen Staat haben werden, werden sie natürlich sehr gute Waffen haben. > Der zweite Teil des Berichtes enthält die speziellen Bemerkungen der Mandatskommission. Bei der. Besprechung des Problems des Bodenverkaufs erklärt <die Kommission, daß sie besonderen Wert., auf eine grund* 'buchmäßige Erhebung legt" durch die eine Registrierung derjenigen Araber vorgenommen werden soll, die ihren Boden infolge von Kaufen durch Juden verloren haben. Zur Frage der jüdischen Einwanderung bemerkt der Bericht, daß fast alle Mitglieder der Mandatskommission sich gegen jede Einschränkung der jüdischen Einwanderung ausgesprochen haben. Die Kommission weist darauf hin, daß die geplante Begrenzung der jüdischen Einwanderung auf 8000 für die nächsten acht Monate eine Verletzung des Mandats darstellt, da sie im Widerspruch zu dem vom Völkerbundrät für die Regelung der Einwanderung angenommenen Grundsatz der wlrtscha f tlichen Aufnahmefähigkeit steht. Die Petitionen, mit denen sich der dritte Teil des Berichtes beschäftigt, werden in drei Kategorien eingeteilt. Zu der ersten Kategorie gehören diejenigen, die sich gegen verschiedene „Repressiv"-Maßnahmen während der Unruhen wenden. Die Kommission betont, daß anscheinend in keiner ein konkreter Plan für die Bekämpfung der Unruhen vorgeschlagen wird. Die zweite Kategorie umfaßt Petitionen gegen die Politik der Mandatarmacht, die dritte solche, die sich auf den Legislative Council beziehen. San Remo, PensfoneFelfce «Or«o <t«ll' lma«rÖ 184. Unter Aufsicht des Hamburger Vereinet. Dlroktlpn: Pr. med. Alex Ich War* Flüchtlings-Katastrophe in der C. S. IM Die Prager Zeitungen melden, daß immer mehr in . der Tschechoslowakei lebende Deutschland- Flüchtlinge von den Behörden die Aufforderung erhalten, sich in einem der ihnen zugewiesenen Bezirke anzusiedeln. Die Zeitungen deuten an/ daß von der Regierung eine totale Konzentrierung der Flüchtlinge in diesen Bezirken beabsichtigt sei. Während nationalistische und reaktionäre Blätter," unter ihnen Konrad Henleins„Die Zeit44' und die Kreisblätter der Südetendeutschen Partei,'im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen eine scharfe Hetze gesen. die Deutschland-Flüchtlinge entfalten und die „N ä r o d n i L i s ty" sogar die Absiedlung der.s Emigranten in Konzentrationslagern verlangen, appelieren die fortschrittlichen Zeitungen an die Regierung, von solchen die Flüchtlinge in ihrem Lebensnerv treffenden Maßnahmen abzusehen. Das „Prager Montagsblatt" hält die Nachricht, daß Beamte des Innenministeriums erhlärt hätten, daß die Abreise sä m tYi c h e r in P r a g w o h n enden* E m ig r a nt e n, in absehbarer Zeit erfolgen müsse, für „gerade in unserem demokratischen Staat zu unwahrscheinlich, um geglaubt zu werden'." Um die Situation der jüdischen Flüchtlinge im Zusammenhang mit den geplanten Maßnahmen zu prüfen, wandte sich ein Vertreter der Jüdi- Die nächste Ausgabe unseres Blattes erscheint; der Feiertage wegen Freitag, den 24. September. Joan Crawford William Powell Robert Montgomery Eine Dame der Gesellschaft Nach dem bekannten Erfolgsstück des Deutsche0 Volkstheaters „Mrs. Chayney's Endo" von Frederic Lonsdale mit Frank Morgan, Jessie Ralph, Richard Boleslawsky ab'Donnerstag im Elite-Kino, Opern- und Yotivpark-Kino

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