Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 687 (10.9.1937)
- Date
- 1937-09-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 687 vom 10. Septertiber 1937 Körperliche und geistige Frische sind die kostbarsten Güter des Lebens in der Jugend wie insbesondere im Alter. Bewahren und mehren Sie diese Schätze durch ständige, sorgsame Pflege Ihres Körpers. Das beste Mittel für alle AWecke der Körperpflege — Einreibungen, Packungen (Umschlüge*. Mundwasser usw. — ist Franzbranntwein mit Menthol In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sic ausdrücklich .Diana* und nehmen Sie nur „Diana*. Minderwertige Nachahmungen sind energisch anrückzuweisen. lassen hat, wird die jüdische Bevölkerung Palästinas aufgefordert, friedlich ihrer Arbeit nachzugehen. Der Waad Leumi erinnert den Jischuw an seine heroische Selbstbeherrschung während der Unruhen im vergangenen Jahre und fordert ihn auf, trotz der schweren Provokationen keine Vergeltung zu üben, sondern die Behörden bei der Ergreifung der Schuldigen zu unterstützen. Die arabischePresse richtet an die arabische Bevölkerung den Appell, Zurückhaltung zu wahren, um Genf und London nicht. Ursache zu geben, anzunehmen, bzw. zu behaupten, daß Teilung die einzige Lösung des Palästina-Problems sei. — In einem Aufruf, den der Oberste Arabische Ausschuß veröffentlicht hat, werden die Araber aufgefordert. Mäßigung zu wahren und sich auf die Unterstützung seitens der arabisclienKönigezu verlassen. Letzte Nadiriditen Aus Jerusalem, 6. September: -Die Ereignisse der letzten Tage halten noch immer das ganze; Land in Spannung. Wenn auch die Maßnahmen der Regierung und der Besatzungstruppen es unwahr- Oeine besten Begleiter (.Reise u.Weekend sind die altbekannten E| ff IC SU} Feinwurst- und Selch- BKPoieIx! waren Spezialitaten Zentrale und Postversand: sterngusse 12 Wien II, Koten- scheinlich erscheinen lassen, daß es in nächster Zeit zu einer organisierten bewaffneten Erhebung kommt, so ist doch mit fortgesetzten vereinzelten Zwischenfällen ernsterer Art zu rechnen. In Jerusalem wurde am 4. September in der Nähe des Hadassa-Hospitals in einen vorbeifahrenden arabischen Autobus eine Bombe geworfen. Ein britischer Polizist wurde an beiden Füßen verwundet, eine arabische Frau getötet und eine zweite schwer verletzt. Zwei Polizisten verfolgten den Attentäter, auf den sie Schüsse abgaben, ohne ihn jedoch zu treffen. Gleich nach dem Attentat auf den Autobus begaben sich Polizisten in einen sich in der Nähe des Tatortes befindlichen Revisionistenklub, wo sie drei Revisionisten verhafteten. In Haifa wurde am Morgen des 4. September der arabische Notable Ibrahim Bei e 1 K h a 1 i 1, dei der von Nashashibi geführten Gruppe angehört, von unbekannten Tätern durch Schüsse schwer verletzt. Er e r 1 a g später seinen Verletzungen. In der Nähe der Klagemauer wurde der greise Rabbiner Eleazer G e r s t e i n, als er sich auf dem Heimweg von der Klagemauer befand, aus dem Hinterhalt in den Rücken geschossen. Er Heasian ttksteUt - S&HHtemg. wurde in schwerverletztem Zustand in das Hadassa- Hospital überführt. An seinem Aufkommen wird g ezweifelt. Die Polizei hat in der Kolonie C h e d e r a und in der Kwuza G o r d o n i a Haussuchungen vorgenommen, ohne irgend welches belastendes Material zu finden. In Tel Aviv wurde der Angestellte der Palesthie Electric Corporation, Frankel, verhaftet. Er sowie die beiden Juden aus Chedera Lis und Kubinstein wurden für die Dauer eines Jahres in da« Konzentrationslager nach Akko verschickt. Die in Tel Aviv verhafteten Mitglieder der Revisionistischen Partei, unter ihnen Dr. Lubozky, wurden für die Dauer von sechs Monaten in das Konzentrationslager von Akko verschickt. Im Zusammenhang mit diesen Verhaftungen hnt eine jüdische Delegation aus Samaria heute beim Distriktskomitee vorgesprochen und gegen die Verhaftungen protestiert. Auch der Bürgermeister von Tel Aviv, Rokach, hat im Interesse der Verhafteten beim Pistriktskomitee interveniert. Die gesamte jüdische Presse in Palästina protestiert in schärfster Weise gegen die unbeg rü ndeten Verhaftungen vieler Juden, die wahllos auf den Straßen In Chedera und Karkur vorgenommen wurden. Den verhafteten Juden wurde nicht einmal die Möglichkeit gegeben, ihr Alibi nachzuweisen. Die Erregung über diese Vorkommnisse Unter tfet jüdischen Bevölkerung rief Straßendemonstrationen hervor. Eine Delegation der Stadtverwaltung Intervenierte im Intersse der Verhafteten beim Superintendentstellvertreter Fitzgerald und äußerte ihre Entrüstung über die Verhaftung unschuldiger Bürger. Die Presse stellt fest, daß bis jÄtat 31 M i t g 1 i ed e r der Gruppen „Boneh", ,.America" und „Betar" ins Konzentrationslager verschickt wurden. Judenstaatler! Montag, den 13. d., spricht im Rahmen eines vom Ring der A.-H.-Verbähde der zionistischen Verbindungen veranstalteten Vortragsabend der Vorsitzende unserer Weltexekutive, Herr Meir Großmann (Tcl-Aviy), Vizepräsident des A.-C, im Mittleren Konzerl. - haussaal über das Thema: „Judenstaat oder Ghetto". Es ist selbstverständlich Pflicht jedes Judenstaatlcrs, bei diesem Vortrag zu erscheinen. Da bereits viele Vormerkungen vorliegen, besorget rechtzeitig Karten von S 1.05 bis 3.10 in der Administration der „Neuen Welt", Wien, IX., Universitätsstraße 8, Tel. A-20-2-78. BANKGESCHÄFT Dr. OFFENBERGER Wien I, Freyung 1 Telephon: U - 27 - 2 - 11, U - 28 - 2 - 55 Durchführung sämtlicher Bank* und Börsetransaktionen Der Hauptschuldige spricht Der erste Gouverneur Palästinas, Sir Herbert Samuel, jetzt Viscount Samuel, läßt durch die Weltpresse einen Artikel verbreiten, in welchem er zum Plane der Teilung Palästinas Stellung nimmt, ßr nimmt auf seine frühere Stellung keinen Bezug, gebärdet sich als „Unbeteiligter" und tut ganz „objektiv". Auch er muß zugeben, daß die Lage des jetzt geplanten Zwerg-Judenstaates einfach unhaltbar ist, gibt sich aber schließlich auch" damit zufrieden. Er sehreibt u. a.: „Für nrilch ist kein Zweifel, daß die Schwierigkeiten und Gefahren des Teilungsplanes auf den Völkerbundrat Eindruck machen werden. Ein „jüdischer Staat", der zu Anfang eiiie Bevölkerung von 260.000 Juden und 225.000 Arabern haben wird denn darauf läuft der Vorschlag der Königlichen Kommission hinaus —, der eine Landgrenze von 300 Kilometer besitzt, die unmöglich zu verteidigen und gegen Schmuggler und Verbrecher tinmöglich zu schützen ist, das Ist kein sehr verlockender Vorschlag. In der Debatte im ■ Oberhause schlug ich einen Alternativplan vor, der sich : auf das bestehende Mandat stützte, aber umfassende Aenderungen vorsah, dazu bestimmt, sowohl der arabischen wie der jüdischen Sache entgegenzukommen. Bei Angina pectoris, anfallsweise auftretende Schmerzen in der Herzgegend, verbunden mit Angst¬ und Beklemmungsgefühlen, ist es empfehlenswert, Magen und Darm frühmorgens mit dem rein natürlichen „Franz-Josef"-Bitterwasser durchzuspülen. Wie ich vollkommen voraussah, fand ein derartiger Vorschlag auf keiner Seite die Zustimmung der führenden Elemente. Wenn das weiter so bleibt, so betrachte ich d i c Teilung mit all ihren Risiken und Schattenseiten als den einzigen Ausweg. Auch ich bin natürlich der Meinung, daß die Dinge unmöglich so weitergehen können." Der Mut dieses Mannes ist erstaunlich. Er spricht von „Dingen, die unmöglich so weitergehen können", als ob er mit diesen „Dingen" nicht das geringste zu tun hatte. Die Königliche Kommission zählt ja die Dinge auf, welche die Lage in Palästina so unglücklich gestaltet haben, Sie spricht vom Mufti, der seine Stellung als geistliches Oberhaupt ausnützt, um die Araber zu Mord und Raub aufzureizen. Dieser Mufti wurde als junger Mann anläßlich der ersten Unruhen 192.1 wegen Aufreizung zu Raub und Mord mit viel jähriger Kerkerstrafe belegt. Sir Herbert Samuel, der damalige Gouverneur, hat diesen Terroristen aus dem Kerker geholt, begnadigt und zum obersten geistlichen Chef des Landes ernannt, für lebenslänglich und mit einem großen Gehalt, das die jüdischen Steuerzahler zu bezahlen haben. Dann spricht die Kgl. Kom-. mission davon, daß in der Palästina-Regierung antisemitische und antizionistische Beamte sitzen, weicheoffen mit den Terroristen fraternisieren und sie unter-' stützen. Diese Beamten hat Sir Herbert Samuel ein-. gesetzt und gegen die jüdischen Proteste gehalten.- Dann spricht die Kgl.. Kommission von der sc-h^a-, chen und schwankenden Poiitik der., Palästina-Regierung, welche dem politischen Terror und Raub und Mord nie entgegentrat und dadurch bei den, Arabern den Glauben erweckte, daß eben Raub und' Mord am sichersten zum Ziele führen. Wer hat diese. Politik, die Wurzel alles Uebels, inauguriert?^ Eben dieser Herbert Samuel, der jetzt den kühlen Benffs Restaurant Stefanie nt?:> II, fabdrstraße 12 Telephon R.48-4-46 HUGO und JULIE HERLINGER, geb. 2öllfl«r Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung Schöner, tthattigtr Garten / Angenehmer Aufenthalt trachter spielt und als solcher erklärt, die „Dinge" können unmöglich so weitergehen. Die Dinge, die e r geschaffen hat. Der Palästina-Teilungsplan und die Kleine Enteilt« Aus Bukarest: Auf der soeben in Sinaia abgehaltenen Konferenz der drei Mitgliedstaaten der Kleinen Entente haben der rumänische Außenminister Antonescu» der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister Stojadinovic und der tschechoslowakische Außenminister Kamil Krofta bei Erörterung der verschiedenen Probleme der internationalen Politik sich auch mit der Palästina-Frage und der geplanten Teilung Palästinas befaßt. Der Vorsitzende des Rates der Kleinen Entente, Außenminister Antonescu, referierte in seiner Eigenschaft als Berichterstatter des Völkerbundes in Mandatsangclegenheitcn über den Bericht, den er im Zusammenhang mit dem Palästina- Problem auf der Tagung des Völkerbundrates in Genf erstatten wird. Es verlautet, daß der Minister in seinem Bericht an den Völkerbundrat die Ansicht äußern wird, daß eine sofort durchgeführte Teilung Palästinas den Antagonismus zwischen Arabern und Juden verschärfen würde. Besondere Aufmerksamkeit wird in dem Bericht der Tatsache gewidmet sein, daß die Araber große Expansionsm ö g 1 ichkeitcn besitzen, während die Juden auf ihr Siedlungsgebiet angewiesen sind, besonders, da ihrer Einwanderung in fast allen Ländern Schranken gesetzt sind. In dem Bericht wird auch zum Ausdruck kommen, daß, obwohl SanReitio,PetisioneFellce Corso dell* Impero 184. Unter Aufsicht des Hamburger Vereines. Direktion: Pr. mad. Alex Schwan: die Zeit für eine Teilung noch nicht reif ist, Schritte, unternommen, werden sollen, um allmählich einen arabischen und einen jüdischen Staat unter zwei getrennten Mandaten, beide unter britischer Kontrolle, zu errichten. In dem anläßlich, des Abschlusses der Beratungen der drei Minister herausgegebenen offiziellen Bericht wird der Palästina-Frage n i c h t Erwähnung getan. Meir Großiriärin spricht in Wien Der Führer der Judenstaatszionisten, Herr Meir Groß mann, eine der interessantesten Person Henkelten in der zionistischen Bewegung, hat seine Reise, die ihai In jpolitischer Mission nach Genf, Paris und London führt, in Wien unterbrochen, um hier einige Tage im Kreise seiner Parteifreunde zu verweilen. Sein Aufenthalt in Wien ist der Besprechung der nächsten organisatorischen Arbeit der Judenstaatszionisten in Mittel- und Osteuropa gewidmet. Ein öffentliches Auftreten des Gastes war nicht geplant. Doch hat sich Herr Großmann über dringende Einladung des Alt-Herren-Rlnges der Zionistischen Akademikerschaft, in welcher verschiedene zionistische Grup« pierungen vertreten sind, entschlossen, mit einem Vortrage „J u d e n s t a a t oder Ghetto" vor die Wiener Oeffentlichkeit zu treten. Der Führer im Kampfe gegen die geplante Teilung Palästinas wird über die Bedeutung dieses Planes für die jüdische Zukunft und seine weltpolitische Bedeutung sprechen. Kein jüdisehcr Führer ist berufener, dieses Problem zu erörtern, als gerade Meir Großmann. Das Wiener Publikum erwartet gespannt seinen Vortrag. * Der „Ring der AltrHerren-Verbände". teilt mit: Der „Ring" hat den langjährigen Vizepräsidenten des Zionistischen Aktionskomitees, Herrn Meir Groß mann, für einen Vortrag gewonnen, der Montag, am 13. September d. J., um halb 9 Uhr abends, im Mittleren. Konzerthaussaal stattfindet. Angesichts der Persönlichkeit des Redners, der eine scharf profilierte Figur im Meinungsstreit um die Teilung Palästinas ist, wird dem Vortrag allergrößtes Interesse entgegengebracht. Israelitisch-Theologische Lehranstalt in Wien Zum Zwecke der Heranbildung von Religionslehrern für Mittelschulen eröffnet die Israelitisch-Theologische Lehranstalt in Wien im Einvernehmen mit der Israelitischen Kultusgemeinde ab 7. Oktober d. J. einen Kurs a) für Talmud und Bibelexegese für solche Hörer, die in diesen Disziplinen nicht die genügende Vorbildung haben, b) für Pädagogik und Methodik für sämtliche Hörer der Lehranstalt. Teilnehmer an diesem Kurs müssen die Matura an einer Mittelschule abgelegt haben. Anmeldungen zu diesem Kurs sind an das Rektorat der Israelitisch- Theologischen Lehranstalt, IL, Tempelgassc 3, zu richten. Die Aufnahmsprüfungen für ordentliche Hörer der Lehranstalt finden am 5. und 6. Oktober d. J. statt. Der Rektor: Prof. Dr. S. KKAUSS.