Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 687 (10.9.1937)
- Date
- 1937-09-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 20 Groschen Freilag/ den 10« September 1937 687 V. b. b« 186 jng vom Verleger versendet mal exp6dle par TSditeuf4* Titl. Universitätsbibliothek REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S IB.—; Polen monatlich Zloty 1.60. vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Bnmänlen monatlich Lei 60.—, vierteljährig Lei 150.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Balgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—: Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.60, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion U.Verwaltung: IX, Universitätsstr. 8,7el. A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag ORBIS S POLEN Abfahrt: jeden zweiten Sonntag Anmeldungen: Poln. Reisebüro „O R BIS" l, Ktfrntnerstraoe 41, R-21-5'78 OESTERREICHISCHES VERKEHRS-BÜRO I, Friedrichstrane 7. B.17-500, i, Graben 20, U-29-0-35 Churchill warnt In einem für die Neujahrsnummer des Londoner „Jewish Chronicle" geschriebenen Artikel bringt Winston Churchill seine Bedenken gegen die Teilung Palästinas zum Ausdruck. Churchill glaubt, daß die Schaffung eines jüdischen und eines arabischen Staates in einem kleinen Lande wie Palästina mit der Gefahr eines bewaffneten Konfliktes verbunden ist Es scheint mir fast sicher, erklärt er. daß eine elektrische Spannung auf beiden Seiten herrschen wird. Wenn die britischen Streitkräfte zwischen den rivalisierenden Völkern stehen und einen Kordon dazwischenschieben sollen, müßten sie gewiß sehr verstärkt werden. Aber schon jetzt stellt die britische Besatzung in Palästina eine starke Inanspruchnahme für unsere ohnedies sehr kleine Armee dar, und ich frage mich, ob es leicht sein wird, die n o twendigen Garnisonen beizustellen. Churchill ist auch skeptisch hinsichtlich des Vorschlages, die arabische Bevölkerung aus dem jüdischen Staat umzusiedeln. Ein■ solcher Prozeß würde Reibungen hervorrufen und zu Vergeltungsakten führen. Er ist ein fast grenzenloser Ausblick auf gefährliche Zwischenfälle, von denen unter den geschilderten Umständen ein jeder Grund zu feindlicher Aktion werden oder zum Vorwahd für solche genommen werden kann. Italien, bemerkt Churchill, wird Gelegenheit haben, für die eine oder die andere Seite zu intervenieren und die britische Position im Mittelmeer zu verwirren. Der englischen Regierung war es bisher schwer, zwischen Juden und Arabern Ruhe aufrechtzuerhalten, wenn nur sporadische lokale Unruhen und Morde sich ereigneten. Warum sollte sie für fähiger gehalten werden, die organisierten Armeen in Schach zu halten, die bestimmt von diesen beiden unabhängigen souveränen Staaten ins Leben gerufen werden? Von welchem Gesichtspunkte aus immer betrachtet, wird die Teilung nicht von Gewalt weg, sondern direkt in sie hinein führen; wird nicht in Frieden, sondern in Krieg enden. Es würde weit besser sein, an der altenLinie festzuhalten. Die Araber könnten sehr wohl nach und nach durch das Gefühl zunehmender Prosperität, an der beide Völker teilhaben, versöhnt werden. Ein ernster Fehler wurde gemacht, als die fähige englische Gendarmerie, die in den Dörfern lebte und zwischen den beiden Bevölkerungsteilen vermittelnd wirkte, zurückgezogen wurde. Ich würde wünschen, daß dieser Fehler wieder gutgemacht und die Gendarmerie neuerlich mit der Aufgabe betraut werde, einen Ausgleich zwischen Juden "and Arabern anzubahnen. Von größter Bedeutung würde es sein, wenn eine direkte Konferenz zwischen Juden und Arabern für eine bestimmte Zeitdauer den Modus des Zusammenlebens und die Schlichtung der Konflikte über- «instimmend regeln würde. Wenn auch damit die Probleme der Zukunft nicht gleich gelöst sein würden, so würde doch der jetzigen Generation ein gewisses Maß .von Frieden, Wohlfahrt und Glück geboten werden. In dieser Richtung sollten kluge Männer Wicken und kühne Männer, marschieren. Zur Lage in Palästina Aus Jerusalem* 2. September. Mittwoch, den 1. September, sind vierArabergetötet worden. Zwei von ihnen wurden in einem Orangenpardes nahe der jüdischen Siedlung Karkur erschossen aufgefunden, wo am vergangenen Sonntag die beiden jüdischen Arbeiter 'Staniecki und Bankus ermordet worden waren. Die beiden anderen Araber fand man in der Nähe des arabischen Dorfes Azaz, Distrikt Tulkarem, ermordet auf. Seit Sonntag sind insgesamt neun Araber und drei Juden getötet worden; vier Juden wurden verwundet. Durch eine Bombe, die an der Grenze von Tel Aviv und Jaffa explodierte, wurden ein j e m e n itischer Jude und eine jemenitische Wäscherin verletzt. Die Jemenitin gab an, daß die Bombe von ArabernausdemHauran geworfen wurde. Auf einen jüdischen Wächter der Kolonie Akron wurden, 20 Meter von der Kolonie entfernt, mehrere Schüsse abgegeben. Der Wächter blieb unverletzt, sein Pferd wurde verwundet. — In der jüdischen Siedlung Gan Jawne sind 50 Bäume entwurzelt worden. ,. * Die Polizei hat die Verbindungsstraße zwischen Tel Aviv und J äff & -ab g es perr t. Gleichzeitig wurde der Autobusverkehr zwischen Tel' Aviv und Bet-Segan, einem südlichen Vorort Jaffas^ aus Sicherheitsgründen eingestellt. Die Polizei hat eine Prämie von 50 0Pfund für die Aufklärung der verschiedenen Mordfälle in den letzten Tagen ausgeschrieben. * Aus Jerusalem, 3. September. Auf ein jüdisches Auto, das sich auf dem Weg zur Hebräischen Universität in Jerusalem befand, wurden mehrere Schüsse abgegeben, ohne daß jemand verletzt worden wäre. Ein zur Wache des Ferienlagers des High Commissioner, das sich bei Atlis an der Küste südlich von Haifa befindet, gehöriger arabischer Polizist wurde in der Nacht zum Donnerstag in seinem Wacht« zeit von unbekannten Tätern erschossen. Ein Araber, der im Zusammenhang mit der Ermordung eines arabischen Detektivs von der Polizei gesucht wurde, wurde in der Nähe von Beisan ermordet' aufgefunden. Neben ihm fand man eine Flinte und Munition. Auf das Sommerhaus des High Commissi oner Sir Arthur Wauchope wurden von unbekannten Tätern mehrere Sehüsse abgegeben. Sir Arthur Wauchope, der infolge der jüngsten Ereignisse den Antritt seines Urlaubes verschoben hatte, begibt sich Samstag nach London. Vor seiner Abreise empfing er den Leiter des politischen Departements der Jewish Agency.-Mosche Shertok, und erörterte mit ihm die Sicherheitsfrage und andere aktuelle Probleme. Der Bürgermeister von Tel Aviv, Israel Rokach, wurde ebenfalls vom High Commissioner empfangen; Gegenstand der Ausprache bildeten die Frage der Sicherheit im Lande. Zehn arabische Notabein aus dem Dorfe Sachmata bei Akko wurden für die Dauer von sechs Monaten nach Akko verbannt. Das Begräbnis der beiden j ü dischenOpfer des arabischen Terrors in Karkur, Staniecki und Bankus, ist in Tel Aviv in voller Ruhe verlaufen. An den offenen Gräbern wurden Ansprachen gehalten, in denen von der Regierung strenge Maßnahmen gegen die Terroristen gefordert werden. Auf Grund einer Verwaltungsverordnung sind 15 junge Juden aus der jüdischenKolonie Chedera für die Dauer eines Jahres nach Akko verbannt worden, weil sie verdächtig sind, mit der Ermordung zweier Araber in der Nähe der Kolonie in Zusammenhang zu stehen. Jüdische und arabische Aufrufe In dem Aufruf, den der Waad Leumi (Jüdische Nationalrat)' am Dienstag an den Jischuw er- RINO DER A8.T- HERREN »VERBÄNDE DER ZIONISTISCHEN VERBINDUNGEN Am Montag, den 13. September 1937, um 8 Uhr 30 abends spricht im Mittleren KonxerthailStaale der Vizepräsident des A.-C. ftJCIB ISDACCiiliyiJ Vorsitzender der Weltleitung der Judenstaatspartei, über das PIEIK VlKWddPI44n9l^l aktuellste Problem der Gegenwart: JUDENSTAAT ODER GHETTO Karten zu S —.50 bis S 3.-: Zionistisches Landeskomitee, I, Marc-Aurel-Straße 5; Ring der A.H.-Verbände der zion. Verbindungen, I, Kohlmarkt 10; ,Neue Welt', IX, Universitätsstraße 8; Kartenbüro „Bazar", I, Rotenturmstraße 19, Rotgasse 6; Buchhandlung Richard Lanyi, I, Kärntnerstraße 44; Buchhandlung A. Mejstrik, I, Wollzeile 6; Buchhandlung Moses Rath, II, Taborstraße 20 a Englische Presse gegen PaIä§6ma?Regierung Die englischen Zeitungen aller - Richtungen stellen fest, daß die Palästina-Regierung in der Bevölkerung jedes Vertrauen verloren hat, weil sie sich weder als fähig noch als ernstlich gewillt zeigt, dem Terror im Lande zu steuern. Aus London: Der Jerusalemer Korrespondent der „Time s" weist darauf hin, daß die Lage in Palästina wieder sehr unsicher geworden ist. Als Grund hiefür sieht er das mangelnde Vertrauen in die Haltung der Palästina-Regierung an. Er schreibt: „Die Wiederherstellung der Sicherheit scheint davon abzuhängen, daß eine schlagkräftige Polizei und Verwaltung besteht, deren Unparteilichkeit und Entschlußkraft von allen Einwohnern Palästinas respektiert wird." „Daily Herald" widmet der Situation in Palästina einen Leitartikel. Die Zeitung warnt davor, die Unsicherheit in Palästina sich immer mehr ausbreiten zu lassen, weil dann die Hoffnungen auf einen Ausgleich zwischen Juden und Arabern schwinden müßten. Es tragen daher, so meint das Blatt, alle Parteien die größte Verantwortung dafür, daß nichts getan werde und daß nichts erlaubt werde, was die Situation verschlimmern könnte. Im Interesse von Arabern und Juden, und nicht zuletzt in ihrem eigenen Interesse, dürfe die britische Regierung keinen Vorwand für eine Gesetzesverletzung schaffen. Sie müsse Ruhestörungen •unterdrücken. Neigung zu Krampfadern starke Knöchel usw. verlangt Tragen eines wirkungsvollen Krampfadernstrumpfes. Empfohlen ist die berühmte Spitzenmarke ,.Paradrult"-lastex, hauchdünn, porös, faltenlos, auskochbar und äußerst haltbar, von Gleichmäßiger Kompression, daher höchste Heilwirkung; der ideale Strumpf für Empfindliche. Stück von S 8.75 aulwärts. » Fachfirma Bandaaen-rrtiholqsdi Taborstraße 22 dioschüren gratis