Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1937-09-03 · Heft 686 (3.9.1937) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 686 (3.9.1937)
Date
1937-09-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2711613-2712245-2712311--6707-2720495
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Seite 6 DDE NEUE WELT Nr. 686 vom 3. September 1937 ÜE1M9SSI mmmmtmmmmmmmmtmmtamm^^^^ Oculariuitt SPEZIAL-INSTITUT I., Annagasse 1 Bestimmung der richtigen Augengläser kostenlos Leitung Augenarzt Dr. PebOfSkl Brillen von S 4.— aufwärts kommen könnte, ähnlich denen in Jugoslawien, wo ernste Zwistigkeiten zwischen Regierung und Kirche bestehen. Die antisemitische Tageszeitung „Porunca Vremii" hat eine Rundfrage darüber eröffnet, „wie man sich der Juden entledigen könn e". Wie das Blatt mitteilt, sind bereits Tausende von Antworten eingelangt. In den meisten wird verlangt, daß das jüdische Vermögen konfisziert, allen Juden die staatsbürgerlichen Rechte aberkannt und eine umfassende antijüdische wirtschaftliche Boykottkampagne organisiert werde. In verantwortlichen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der Antisemitismus in Rumänien jetzt einen Siedepunkt erreicht hat. Anmerkung der Redaktion: Der vom Patriarchen gesegnete C o d r e a n u ist ein Mörder. Er hat vor einigen Jahren den Präfekten von Jassy überfallen und erschossen, weil dieser pflichtgemäß antisemitischen Ausschreitungen begegnete, Codreanu wurde von antisemitischen Geschworenen freigesprochen. fSIEGM. KORNMEHL GROSSFLEISCHHAUEBEI Zentrale; IX., Berggasse 19. Tel. A-17-3-99 u. A-16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für nt»? 3» Fleisch CHII0SBnnBSHnBIBHBSRKBEaEDIMnBB3BBEBBBnS unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. Kultusgemeiude Wien Autozustellung kostenlos :: >X. Berggasse 15 ✓ XVII!., Währingerstr. 97 Ui Au§ Ungarn Beschimpfung des Pester Oberrabbiners Aus Budapest: Der Pester Oberrabbiner Doktor Simon H e v e s i und der Herausgeber der politischen Wochenschrift „Tärsadalmunk", Stadtrepräsentant Doktor Zoltän Klär, haben von der Vereinigten Ungarländischen Nationalsozialistischen Partei herausgegebene Karten erhalten, auf denen neben dem Pfeilkreuz die Worte „Stinkender Ju d e", „Wir kommen, wir siegen, wir rechnen ab" geschrieben standen. Doktor Klär erstattete beim Generalpostdirektor die Anzeige, da der Text der Karte und eine Abbildung auf deren Rückseite den Tatbestand der Schmähung einer Konfession darstellen. Gleichzeitig wandte er sich an den Präsidenten der Pester Jüdischen Kultusgemeinde, Hofrat Samuel Stern, mit dem Ersuchen um Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung, damit die jüdischen Gemeinderepräsentanten zu dieser Beleidigung des Oberhirten der Pester Judenheit Stellung nehmen. Der Führer der Pfeilkreuzer, Stephan Balogh, wurde aufgefordert, dem Oberrabbiner für die Beschimpfung feierlich Abbitte zu leisten. Ein jüdischer Junge „Prototyp des Ariers" Aus Budapest: Im „Egyenlöseg" veröffentlicht der jüdische ungarische Pfadfinder Paul L e n g y e 1 Einzelheiten über den Empfang der ungarischen Pfad- I Bei staatlich geprüfter Kla vierp ädagogin feeda ItluldsUxk VIII, Florianigasse 13,1. Stiege,2. Stock Tür 13, Tel. B-47-8-43 Mäßige Preise, kostenlose Talentprobe, Uebungsgelegenheit, Schülerkonzert. mmmmmmmmammmmmmmmmmmmmmmmmmmmm^mmmmmm^mmmm^ findergruppe bei Julius Streicher, dem auch er selbst beigewohnt hat. Danach habe sich Streicher zunächst erkundigt, ob es unter seinen jungen Gästen auch Siebenbürger gebe, und als einige der vierhundert Jungens sich meldeten, habe er sie mit „Meine deutschen Brüder" angeredet. Das habe bei den Pfadfindern peinliche Gefühle ausgelöst. Der Antisemitenführer sei dann gegen die Juden losgezogen und habe zum Schluß, als er die eisige Atmosphäre wahrnahm, gefragt, ob sich unter seinen Gästen auch Juden befänden. Die jüdischen Pfadfinder seien durch die Hetzrede jedoch so bestürzt gewesen, daß sie nur schwach ein „O ja" zu stammeln vermochten. Die Sensation, schreibt das Blatt, kam aber zum Schluß, als Streicher zwei ungarische Pfadfinder auswählte, um sie als Prototyp der gemeinsamen arischen Abstammung der Deutschen und der Ungarn im „Stürmer" abzubilden, und dabei neben dem Markgrafen Pallaviclni den jüdischen Peter S c h m i d e k herausgriff, dessen Vater der glaubenstreue Jude Eugen Schmidek in -Budapest ist und dessen Mutter der berühmten Familie Wolff in Eisenstadt (Burgenland) entstammt. Rechtsextremisten auf dem Nürnberger Parteitag Aus Wien: Das „Linzer Volksblatt' meldet aus ungarischer Quelle, daß zirka 1000 bis 1200 rechtsradikale Ungarn dem Nürnberger Parteitag in nationalsozialistischer Uniform beiwohnen werden. Die Reisekosten von der deutschen Grenze ab übernimmt die NSDAP. Die Teilnehmer müssen ihre Zugehörigkeit zu einer rechtsradikalen ungarischen Partei und ihre rein arische Abstammung nachweisen. Bei dem Aufmarsch vor Hitler werden zehn bis fünfzehn ungarische Reichstagsabgeordnete an der Spitze marschieren. Im Rahmen des Nürnberger Parteitags soll dann die Parteieinheit der ungarischen Rechtsextremisten in Form eines Blutbundes zustande kommen. In dieser Einheitspartei werden die diktaturfreundlichen Mitglieder der ungarischen Partei der Pfeilkreuzler, Graf Festetics und Balogh, der Blaukreuzler Csillerys, der Rassenschützler Endress und die Partei Szalasis zusammengeschlossen werden. Die gu ige kleidete Dame besucht den Htdstdm Ueasseüe HCem—£en£ Benäh* Hertstmodell -Schau I, KÄRNTNERSTRASSE 21 Die „UnehrSidikeif und Bosheät" in Alfred Rosenbergs „Die Unmoral im Talmud" Aus London: Die „Friends of Europe" veröffentlichen einen Auszug aus Alfred Rosenbergs Buch „Die Unmoral im Talmud". In einem Vorwort zu dieser Publikation nimmt der Professor an der Oxforder Universität Herbert D a n b y in einer äußerst scharfen Kritik zu den Ausführungen des Führers des Geisteslebens in Hitler-Deutschland Rosen b er g, Stellung. Er bezeichnet die von Rosenberg in seinem Buche geäußerten Ansichten als „unehrlich und boshaft". Es sei eine bewußte Irreführung, schreibt er, wenn Rosenberg darzulegen versucht, daß der Talmud für die Juden dasselbe darstelle, was die Evangelien für die Christen und der Koran für die Mohammedaner darstellen. In Wahrheit sei die Thorä der höchste Schatz der jüdischen Religion, während der Talmud eine Widerspiegelung von sechs Jahrhunderten jüdischen Geisteslebens -bedeute. Die in Rosenbergs Buch angewandte Methode, Sätze aus dem Talmud, die vielleicht vor Jahrhunderten Geltung hatten, auf die Juden ~'CD RESTAURANT J&. BARSCHAK II, Große Schiffgasse 3 gratuliert allen Kunden, Freunden und Bekannten zum Neuen Jahr! der heutigen Zeit anzuwenden, ist nicht neu; sie hat Vorgänger in den Schriften Luthers, Wagenseils und Eisenmengers. Eine solche Methode, die ganz besonders der „nationalen Pathologie" des heutigen Deutschland eigen zu sein scheint, könnte man ebensogut auf Werke jeder anderen alten Literatur, sei es der orientalischen oder der klassischen; anwenden. Doch entspräche dies eher den Aeußerungen einer geilen und irregeleiteten Jugend, als einer objektiven Wissenschaft. Keinesfalls, schließt Danby, kann es als Unwissenheit entschuldigt werden, wenn Rosenberg durch falsche Zitate oder durch aus dem Zusammenhang gerissene Stellen die Unmoral des Talmud nachweisen will. EuropaiTournee der „Habima" Aus Jerusalem: Die Leitung der Pariser Weltausstellung hat das hebräische Theater „Habima" eingeladen, in Paris einige Vorstellungen zu geben. „Habima" hat diese Einladung angenommen. Die Truppe tritt Anfang Oktober ihre Reise an. Die Vorstellungen werden im Trocadero-Theater stattfinden. Ende Oktober unternimmt „Habima" eine Tournee durch England und Belgien und wird sich von dort aus auch in andere europäische Länder begeben. „Habima" ist gegenwärtig damit beschäftigt, ein von einem palästinensischen Autor verfaßtes neues Stück, „S c h o m r i m" einzustudieren. Das Stück zeigt Episoden aus dem Leben der jüdischen Wächter, die vor dem Krieg in den Kolonien des Emek und Galiläas eine große Rolle gespielt haben. Es muß hervorgehoben werden, daß mit diesem Stück seit dem Bestehen der „Habima" zum erstenmal ein hebräisches Originaldrama zur Aufführung gelangt. Schulbücher für Volks-, Haupt- und Mittelschulen, neue und antiquarische, in der Buchhandlung M. Rath, II- Taborstraße 20 A. Kmderfräulein intelligent, mit englischen und hebräischen Sprachkenntnissen, sucht Stellung in gut jüdischem Hause für halbe Tage. Zuschriften unter „Kinderliebend" an die Administration des Blattes £ lng< Robert Stricker und Frau 1/ Srfiottfenbastei'16 gratulieren allen Verwandten, Freunden und Bekannten Bruder Schiffmann 2. Bezirk, Taborstraße Nr. kB gratulieren allen Kunden, Verioandten und Bekannten zum Neuen Jahre KUaUSVOSSTECIER 2. Bezirk, Taborstraße Nr. 44 wünscht allen Verwajidten, Freunden und Bekannten anläßlich des Jahresioechsels nrnta növim navo Besitzer Johann Strauß und Sohn % /Vflorzinpüatz wünschen .tob nomm m\rü Eine neue „.Jüdische Jugend" ersclüenen. Mit großer Genugtuung begrüßen wir die Rosch-Haschanah- Nummer der „Jüdischen Jugend". Es ist kaum glaubhaft, wieviel Wissenswertes, Unterhaltsames undi Interessantes diese Zeitschrift für die jüdische Jugend bietet. Beginnend mit der Erklärung der bevorstehenden Feste, eine Erzählung des berühmten Dichters Perez, jüdische Geschichte, Sagen und Legenden, vollständig unpolitische Berichte über jüdische Tagesereignisse (Kongresse, Leben in Erez Israel, usw.), Bücherschau, bis zum jüdischen Sport, Schach-, Bastei- und Briefmarkenecke, findet man alles, was unser« Jugend interessiert und was ihr Freudte bereitet. Hervorzuheben ist die in Fortsetzung erscheinende Rubrik „Der kleine Hebraist", in der das jüdische Kind „spielend" hebräisch lernen kann. Es ist ein besonderes Verdienst des Herausgebers dieser Zeitschrift, des bekannten Pädagogen Dr. Lehmann, den jüdischen Eltern einen wertvollen Erziehungsbehelf in positiv-jüdischem Geiste zu geben. Ein Beispiel Veiouritte- Mantel (laut B,id> dunkelblau od. grau, ganz K-Seide gef. S 29.«* nur II, TABORSTRASSE 48

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.