Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 684 (27.8.1937)
- Date
- 1937-08-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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MB NBUB^EUT Nr. 684 vo?n 27. August 193f m Groß« Auswohl und Kinder.WSscM. W# waren, BpttwSsphB, Strick- und Stfumpfwtran usw. usw. mmmmmmmmmmmm in Herren-Modewaran, Hemden, Unterhosen. Pyjamas, Dresainggovnt, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise Weltanschauliche" Autelnanclerfetiiing ff Im „Vpl}ti.schen Beobachter" vom 2. Aprfl Jp33 las man ein Zitat aus einem Schreiben, das der Außenminister Walter Rathens, ein Ju4ß, fllft 6. Februar }920 an Frankreich ff&ficj]tßt J|a^f. £gpt stand: „Vernichtet peutschjand Si eigentlichen Riffle, tötet seine Mensphen, besiedejt seift L,and mit an4er*n Völkern. Es genügt nicht, daß \fa da* fcejöh in ^elne Staaten zerstückelt. Wollt ihr *ina Ifaphbftrnfttjjpn afit ehren, so vernichtet sie, damit W?r Mächiflis 3Ugrundegehe . . . Vernichtet die Erinnerung, indem, ihr das deutsche Ypljc vernichtete Hier bricht 4as gjtat im „V0}kisehßn Bßpbachter" ab. Die Fortsetzung dieses gitates wird untörsßhlagjm Es lautet: „Seid ihr euch dessen bewußt? Wollt ihr das? Ist d a s die Mission Frankreichs? Gut. Was wir noch zu verlieren haben einschließlich des Lebens, lohnt kaum der Mühe.- Eure Heere sind bereit, Marschiert! — Wollt ihr es nicht? Psnn, Männer und Frauen Frankreichs, schafft den Frieden! Der aber kann nicht beruhen auf Entehrung und UnreghJ;, sondern auf dem, was ihr bisher vertF?tefl habt: (Jeifl Gedanken der Menschlichkeit und der Men schenrecht e." Der „Völkische 6ßpbachter<' ist Eigentum des deutschen Reichskanzlers; Im „Völkischen Beobachte?" wird kein Buchstabe gesetzt qhne Wissen des deutschen Reichskanzlers.. Der deutsche Reichs kanzler ist mithin für die obige Zitatenverfälschung verantworÜiPb? Was die g i o n i s t e n betriff, heißt es in einem deutschen Buch, SO haben sie durchaus nicht ein jü4i^ softes Palästina zum Ziel, tmy »ich dppt niederlassen zu gönnen, spndern sie wünschen nur „eine.nait eigenen Hpheitsrechlen ausgestattete, 4era 2ugrtff anderer Staaten entzogene Orgaju>atipps^ntrale. ihrer internationalen Weltbegatinerei; ejnen Zufjuchtsp r t ü b e. V t Ü b r t e r Lumpen und eine H q p h s c h H l e werden dar G^une r". - Dieses Buch ist das zum EJyangelhirn des neudeijtschen Menschen kommandierte „Mein Kampf. Die „Protokolle 4§r Weisen vpn Ziqn". Diese „FrptpkoUe" wurden bei mehreren Gelegenheiten, zuJefzt im ßernep Prozeß seitens der Schweizer Arier Prof. L^psii und Prof. Baumg«*r£en als Plagiat, als Fälschung entlarvt, wobei fjer Vo?* sitzende tjes Qericht§ seine. Urteilsverkündung mit den Worten schloß: „Ich bin überzeugj:, da$ die „Prptokolle" Schmutzliteratur sind un4 noch mehr als das, nämlich „lächerlichster Unsinn". Und „Mein Kampf" stützt sich in allen seinen antisemitischen Folgerungen auf die „Protokolle", die von der ganzen £u|turwelt g,\ß Plagiat, Schmutz- und Schundliteratur erkannt wurden. * Diese Feststellungen werden in besmg auf die Tatsache gemacht, daß „Mein- Kampf" jetzt in Oester* reich freigegeben wurde. Jetzt dürfen, SQ können aufgeregte Gemüter sagen, die zahljosen Verleumdungen gegen das Judentum ungehindert in die Hirne der österreichischen Leser fließen und derart wirksam werden, daß die durch das Abkommen vom 11. Juli angestrebte-Befriedung gestört wird, Ich gehöre nicht zu diesen Aufgeregten; ,auch nicht zu jenen, die mit dem zitierten JSuch diskutieren, wollen, gar in einer Art, die nach dem Wunsch beider Länder, Oesterreichs und Deutschlands, loyal und sachlich sein soll, d. h. lediglich auf einer weltanschaulichen Polemik basierend. Es wäre ein Akt der Selbsterniedrigung, mit einem Buch m polemisieren,, das seine weltpolitische. Basis notorisch aus den „Protokollen" bezogen hat, und es hieße der Lüge die Ehre geben, wenn man darin auch nur einen Funken weltanschaulicher Substanz in philos o prh i s c h e m Sinne suchen voilte, Mit Münch» hauseniaden streitet man niQht. Was könnte man ihnen denn entgegenstellen als die Wahrheit, zu deren aktueller Propagierung die Mittel fehlen, oder als die Verachtung, die drüben nicht zur Kenntnis genommen wird? Der Umstand, daß das Buch freigegeben wurde, bürgt natürlich nicht für die Tatsache, daß es bei Zionistische Beiirkssektion Leopoldstadt Wie alljährlich, veranstalten wir such.in fiesem Jahre Im Zentral-Lokal, II, Taborstraße 8a anläßlich der HOHEN FEIERTAGE eipen feierlichen Gottesdienst mit Predigt unter Mltwlrfcong in bekannien Pharkanlw« lara«! Rablwowka Karten orhätttlch täglich voniO Uhr früh bli 9 Uhr abdt., auch am Samstag von 8 bis V>10 Uhr abds.,im Zentral-Lokal, llrTabentr. 8« kulturell empfindlichen Menschen Anstoß erregt. Die Vorfälle in (fräs und Innsbruck, wo ßußllhfindler unter der Weisung dieser Menschen die Schrift auf den Aus- Jagefenotepn. entfernen mußten, spricht eher für eine Aversion gegen d&s freigegebene Buch als für eine Haltung/ die man als WphlWQÜen auslegen könnte. Allerdings wäre?U bedenken» dftÖ ma-n durch derlei Einschreiten ^era Buch eine anziehende Popularität varßchaffen könnte, zi) dar es auf Grund seines Inhalts schwerlieh fcäme, # Per deutsche Kardinal Faulhftber erklärte kürzlich, daß der national3ozi^lißtische Gesichtspunkt bezüglich der Ehe die niedrigste ethische Stufe darstelle. Dem großen CJelahrten und Kirchenfürsten wird man wohl das Recht auf ein Urteil über diese Materie nicht absprechen. Es ist Sache deP Leser des deutschen Evangeliums, dies Urteil des Kardinals auph auf die anderem Gebiete des reiöhsdeuteöhen Nationalsozialismus augaudehnent Wir Juden nehmen Abstand davon, uns in eine PolemiJi mit dem jetzt in Oesterreich zugelassenen Buch einzulassen. Der Umstand, daß es seine „weltanschauliche" Basis von den „Protokollen" bezieht, entbindet uns dieser Aufgabe, Wir können daher auch nicht den Rat befolgen, uns mit dem „nationalsozialistischen Gedankengut", weltanschaulich'' auseinanderzusetzenr da eine andere Art der Diskussion, z. B. die Anführung von Tatsachen, wie beispielsweise die an den Juden in Deutsehland verübten Greuel, das freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Nachbarn stören könnte. Kurzum? Eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Hakenkreuz, wie sie von den Befürwortern einer guten Nachbarschaft angeregt wird, ist im gegenwärtigen Stadium nioht mehr aktuell. Hit Weltanschauungen, die uns Juden a priori verfemer, polemisieren wir nicht. Wir geben sie der allgemeinen Verachtung preis. Oskar Rosenfeld. -IJJ.'-J -L'ÜJ-.M Firma ResSimftzer und Falillsfjieli Und Adolf Hitlers „Mein Kampf« Die Basler „N ati on a,} - Z e i tu n g" bringt eine Zusammenfassung der Zwischenfalle, zu denen die Wieder- Zulassung des Hi.tl er-Buch.es.. „Mein. Kampf" in Oesterreich geführt hat, „In Salzburg", schreibt das BJatt, „wo die Nationalsozialisten während der Festwochen etwas kleinlaut sind, wird die Jubiläumsausgabe des Buches, das hier etwafl über 13 Schilling kostet, noch unauffällig: aufgestellt, In anderen Hauptstädten der Bundesländer gibt es aber für die meist nationalsozialistischen Buch* hgpdle? flolche Hemmungen nicht. Deshalb nahmen vaterländisch gesinnte Oesterreicher auch bereits in Gpaz und Innsbruck Anstoß an der Reklame für Hitlers Buch." Daa Wiener „Echo" bemerkt dazu; „Die sprichwörtliche österreichische Höflichkeit allein bürgt für die strenge Einhaltung der Abmachung und, wenn sie nioht eigens provoziert wird, läßt der Verkauf von ,Mein Kampf die österreichische Qeffent* lichkeit in jeder Hinsicht gleichgültig." Ja, die österreichische Loyalität gegenüber der Einhaltung von Abkommen geht so weit, daß zum Beispiel ,Mein Kampf in Buchhandlungen, deren Inhaber Juden sind, wie »um Beispiel die Buchhandlung t/echner Am Graben, zu gehen ist," * / Wir fügen erläuternd bei, daß die so geschäftstüchtigen Inhaber der Buchhandlung Lechner am Wiener Graben und rührigen Verkäufer des Hitler-Buches die Herren Kammeraiäirat Alfred Rechnita»r und Max Faltitschek sind, zwei Sprößlinge ehr-« samer jüdisch-böhmischer Familien. Badeghettos in den deutschen Heilbädern Aus Berlin (J. T. A.): Das amtliche Organ des deutschen Fremdenverkehrs veröffentlicht Richtlinien des Reichsinnenministeriums über den Besuch üdischer Kurgäste in deutschen Heilbädern. Danach können jüdische Kurgäste in Heilbädern, in denen sie getrennt von den übrigen Kurgästen in jüdischen Kuranstalten, Hotels, Pensionen, Fremdenheimen u. dgl. untergebracht werden können, zugelassen werden. Voraussetzung Ist dabei, daß in diesen Betrieben deutschblutige weibliche Personen unter 49 Jahren nicht beschäftigt werden. Die Gemeinschäftseinrichtungen, die Heilzwecken dienen, wie Trinkhallen und Badehäuser, sind auch den Juden zur Verfügung zu stellen. Ea ist .©doch angängig, den Juden mit Rücksicht auf nlchU jüdische Kurgäste artgemessene örtliche und zeitliche Beschränkungen hinsichtlich der Benutzung aufzuerlegen, z. B. Beschränkung auf bestimmte Badekabinen oder Badezeit. Von den Gemeinschaftseinrichtungen, die nicht unmittelbar Heilzwecken dienen, wie Kurgärten, Sportplätzen, Kurgaststätten, können die Juden ausgeschlossen werden. Ia allen übrigen Bade- und Kurorten können Juden von den Kureinrichtungen allgeme<in oder teilweise ausgeschlossen oder auf bestehende jüdische Betriebe beschränkt werden. Zwischen ausländischen und inländischen Juden wird in den Richtlinien kein Un t erseht e?;d gemacht. i „Victoria" Berlin entläßt alle Jüdischen Angestellte» .Aus Berlin: Die Versicherungsgesellschaft „Victoria zu Berlin'' hat allen ihren jüdischen Angestellten gekündigt, so &uch dem Generaldirektor Steinreich und seinem Sekretär Secher. Bis vor wenigen Jahren leitete die „VlvtpriaM als Generaldirektor Heinrich StahL der Präsident der Jüdischen Gemein*}« Berlin. , \ Nationalsozialisten dürfen dem Rotary Club nicht angehören Aus Berlin:. Reichsleiter Walter Busch, der oberste Parteirichter der Nationalsozialistischen Partei, eriäutort im „Völkischen Beobachter" die Motive der Reicbsregierung zur Erlassung einer Verordnung* durch dip den Mitgliedern der Partei die Zugehörigkeit zum Rotary Club verboten w}rd. Busch verweist auf den amerikanischen Ursprung des Rotary Clubs und sagt, daß sich gewisse Statutenbestimmungen den Ideen der Nationalsozialistischen Partei nähern, andere ihnen jedoch vollständig fremd sind. Insbesondere mündet die Judenfrage bei den Rotaryanern nicht in den Antisemitismus, Dey Flüchtlingsstrom aus Danzig und Oberschlesien Aus Paris: Die Rechtsberatungsstelle für j ü d i-. sehe Flüchtlinge aus Deutschland.Stellt in ihrem soepen veröffentlichten Bericht für das erste Halbjahr 1937 fest, daß nach dem Erlöschen der Genfer Konvention nun auch mit einer Flüchtlingswelle a\js Oberschlesien zu rechnen sei. Schon jetzt treffen zahlreiche Flüchtlinge aus Obers. c.hlesie.n ein. Auch 9-us Danzig spien in der letzten Zeit viele Flüchtlinge }n Paris eingetroffen. Zweite Weltkongreß der polnischen luden int Ausland Aus Antwerpen; In Anwesenheit von Vcr» tretern aus siebzehn Ländern Nord- und Südamerikas, Südafrikas und Europas, sowie unter starker Beteiligung der jüdischen Bevölkerung Antwerpens, wurde am 22. August in Antwerpen die Zweite Weltkonferenz der im Ausland lebenden polnischen Juden, eröffnet. Es wurden Berichte Uber die Arbeit in Palästina von B. Großkopf (Tel-Aviv), in Amerika von Abraham Kandel (New York) und in Westeuropa von Dr. Taubes (Amsterdam), erstattet. Dann hielt Z. tyglel (New York) einen Nachruf für den verstorbenen ersten Präsidenten des Weltverbandes, Nahun S o k o 1 o w. Der bekannte Führer der AhtLNazinBoykottbewegung in Amerika, Adv. Samuel Untermayer, hatte an die Konferenz ein Begrüßungsschreiben ge* richtet, in welchem er sagt, man müsse der polnischen Regierung nahelegen, daß soll in Amerika für die Hebung der polnischen Wirtschaft etwas getan werden, und das sei durchaus möglich — die polnische Regierung verstehen müsse, daß eine solche Unterstützung angesichts des offiziell tolerierten Antisemitls» mus in Polen, mindestens in Frage gestellt sein würde. Weiter heißt es in dem Schreiben, wenn die Konferena über die geplante Teilung Palästinas beraten sollte, so erwarte er, daß sie eine Teilung eindeutig ablehnen werde. Dur Tempelvcroln der Heilanstalt Allane! erläßt folgenden Aufruf: JudUche Mttnner. JUdUoh« Frauen! Wir wenden uns heute mit der Bitte »n. euch, d»s schwere Los unserer Krankon dadurch zu erleichtern, daß Ihr uns dasu verhelft, unsere jüdische Bibliothek zu erweitern und au vergrößern. Beweiset, euer jüdisches Mitgefühl dadurch, daß ihr unseren Aufruf nicht wirkungslos verhallen lasset, Spendet reichlich gute Bücher, jüdischen und ntchtjüdlschen JnhaltfiB für den Tempelverein der Lungenheilanstalt Alland! Auch die kleinste Buchs p ende wird dankbar angenommen. Zusendungen erbeten an den Tempelverein der Lungenheilstätte Alland, Nlederösterretch. An d,e Jüdische Kultur.*!!* Wien I, Franz-Josefs-Kai 3 Ich melde meinen Beitritt als Stamm-Mitglied für die Saison 1937/38 an und bitte um Erlagschein zwecks Uebermlttlung des Jahresbeitrages von 8 1,50. Ich habe zur Kenntnis genommen, daß ich nach Bezahlung zum Bezug einer Freikarte ins JUdUope HuHurtheater und des Gratisabonnements der Halbmonatschrift „Die Garbe" berechtigt bin. Name und Beruf:........................................................................................ Adresse und Telephon:........................................................... Auiithn«HUn, «ul Rostkart« klabtml