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Die neue Welt · 1937-08-14 · Heft 681 (14.8.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 681 (14.8.1937)
Date
1937-08-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 681* vom 17. August 1&3? DOS tffitfö WfSLf Seit« I ,. ■ H 1%, Die bisherigen Kongrrß-Vorgänge Dienstag, d. 3. August, 8 Uhr abend«, in der Tonhalle Zürich Eröffnung. Eröffnungsrede Präs. Dr. Ch. Weizmann. Begrüßungen. Gedenkrede 3. Grünbaum für Nahum Sokolow s. A. Mittwoch, d. 4. August: Wahl des Kongreßprftsidrums. Präsident M. M. Ussischkin. Politisches Referat Dr. Weizmann „Die politische Lage". Gegenrede M. M. Ussischkins. Donnerstag, d. 5. August in geschlossener Sitzung: Beginn der Hauptaussprache Uber Teilungsplan. Es sprachen für Weizmanns „Ja" Kleinbaum, Remez, Rübaschow, Blumenfeld, ferner der Neinsager Rabbi Meiv Berlin. Beschluß der Arbeiterfraktion, Weizmann Vollmacht für Verhandlungen auf Grund einer Kongreßresolution zu geben. Freitag, d. 6. August: Fortsetzung der Debatte (Misrachit Dr. Barth und Allgemeiner A. Gesang), dann Dr. Weizmann (zum drittenmal), Berl Katzenelson (Arb.), Rev. Goldblum (B), Farbstein (Misr.), Gluska (B), Sch'ragai (Hapoel Haniss.), Ohas an (Häschomer Hajaiv), Elieser Kaplan (Exekutive). Samstag, d. 7. August, abends. Es sprachen: Doktor Schmorak (Weltverband B), Melr Großmann (Judenstaatspartei), Exekutionsmitglied Ben Gurion. Sonntag» d. 8. August: Fahrt nach Basel am Vormittag. Abends Fortsetzung der politischen Debatte. Es sprachen: Bar atz (Arbeiterpartei), Rabbi Silver (Amerika, Allgem. B), Gebalja Bublik (Misr.), J. Grünbaum (Exekutive). — Wahl einer politischen Resolutionskommission. Fortsetzung der Debatte. Bernstein (Weltverband, B). Dr. Stephan Wiae (Amerika), Raw Fischmann (Exekutive). Schluß der Sitzung. Montag, d. 9. August: Das als Politische Kommission fungierende Plenum setzt die Hauptaussprache fort. Es sprachen: Lord M e 1 c h e 11, Prof. S. B r odetzky (Exekutive), Dr. Mayer Ebner (A-Zion.), Rlftin (Haschomer Hazair), Dr. Rosmarin (Weltverband), Ab. Goldberg (New York, Weltvereinigung), Dr. A. Katzenelson (Arb.), Dr. J. Szyper (Weltvereinigung), Tabenkin (Arb.), Miss Meierson iArb.), Rabbi Brickner (Amerika), Lew Stern (A-Zion. J, Sola de Pool (Hadassa), Moses Monis (B-Zion.), M. Shertok (Exekutive), Markovici (Frankreich, Judenstaatspartei). Dienstag, d. 10. August: Sitzung des Plenums (Politische Kommission). Es sprachen: Dr. Glickson (Weltvereinigung), Dr. Becker (Weltvereinigung, Schweiz), B. Locker (Arb.), Dr. N. Goldmann (Exekutive). Schluß der Generaldebatte. f Dienstag, d. 10. August, abends: Wieder öffentliche Sitzung. Erklärung Dr. Goldmanns. Dr. Weizmann an die Presse. Ussischkins Schlußrede. Weizmanns Schlußwort. 12 Uhr nachts Schluß der Sitzung. Mittwoch, d. 11. August: Vorsitz Dr. Goldmann, Robert Stricker spricht gegen Mehrheitsresolution. Ing. Kaplansky (Arb.) verliest die Mehrheitsreso-* lution (mit dem Buchstaben Aleph) und begründet sie. Dr. Stephan W i s e verliest die Minderheitsresolution (mit dem Buchstaben Beth) und begründet sie. Namentliche Abstimmung. Annahme der Mehrhoitsresolutlon. Hierauf Erklärungen von Dr. Hoff mann (Misrachl), Pral (Haschomer Hazair), W e i n« t e i n (Judenstaatspartei). — Mittwoch, abends: Jukor für die Opfer und Toten. Wirtschaftsreferat Dr. Ruppin. Donnerstag, d. 12. August. Wahl der Kommissionen: Permanewzausschuß, Politische, Finanz.; und Wirtschaf ts- Organisations-, Kolonisations, Alijah-Kommission, Kultur- und Jugendarbeit, Fonds-, Nominationskommisslon. Freitag, d. 13. August. Arbeit der Kommissionen. Zürich, im August 1937 Bereis alle Nummern erschienen. Erhältlich in der Administration der „Die Neue Welt«, Wien IX, Uulversitätsstraße Nr.8, Telephon A-20-2-78 Preis; Fünf Nummern 75 Groschen Amerika und Paläsfinamandaf Aus London wird gemeldet: Die Vereinigten Staaten haben, wie Staatssekretär Hull in Washington erklärte, Großbritannien um die Zusicherung ersucht, daß die in der amerikanisch-englischen Konvention über Palästina vom Dezember 1924 vereinbarten Verpflichtungen eingehalten werden und Washing-» ton über alle Aenderungen in der palästinensischen Mandatspolitik dauernd auf dem laufenden gehalten werde. In der Note der englischen Regierung verspricht diese, diesem* Verlangen nachzukommen und vor etwaigen Aenderungen des Mandats die Zustimmung Washingtons einzuholen. In der amerikanisch-englischen Palästina-Konvention heißt es, daß bei beabsichtigten Aenderungen des Mandats die Verständigung zeitlich so zu erfolgen hat, daß die Regierung der Vereinigten Staaten in der Lage ist, in Ruhe zu entscheiden, ob irgend welche Maßnahmen sich zum Zweoke der Wahrung der amerikanischen Rechte in Palästina als notwendig erweisen. Der Notenwechsel, der zwischen den beiden Ländern in dieser Frage stattgefunden hat, »wird In Form eines britischen Weißbuche» Veröffentlicht werden. (J. T. A.| Wat We/tffttitft ftfcfo «Witten kann: Die Grenzziehung Zwerg-Palästinas Aus Genf wird uns berichtet: Seitdem die Ständige Mandatskommission beim Völkerbund zu erkennen gegeben hat, daß sie die von englischer Seite im Peel- Bericht und im politischen Statement gemachten Vorschläge nicht automatisch akzeptiert, sondern sie einer gewissenhaften, objektiven Prüfung unterzieht, fällt hier die Nervosität auf, die der Kolonienminister Ormsby-Gore an den Tag legt. Ormsby-Gore wurde Freitag, den 13. August, in Genf erwartet, hat aber sein Eintreffen auf Donnerstag vorverlegt, wo er mit Prof. Weizmann zusammentraf, um Donnerstag nachts Genf wieder zu verlassen. Kurz nach der Besprechung mit dem Präsidenten Weizmann, der bekanntlich unmittelbar nach der Abstimmung über die Mehrheitsresolution in Zürich nach Genf gereist war, um Ormsby-Gore und die Mandatskommission offiziell von der Annahme der Teilungaplanresolution zu verständigen, gab Ormsby-Gore dem J.-T.-A.-Vertreter folgende Erklärung: „Dr. Weizmann, mit dem ich hier zusammengetroffen bin, übergab mir die vom XX. Zionistenkongreß angenommene Resolution; er ist der Meinung, daß diese Entschließung des Kongresses die Tür für die Verhandlungen geöffnet habe. Unmittelbar nach Schluß der Tagung des Völkerbundrates im September werden die Verhandlungen über die Durchführung der Empfehlungen der britischen Kgl. Kommission aufgenommen werden." Ormaby-Gore fügte hinzu, er glaube nicht, daß die Regierung des Irak auf der Septembertagung des Völkerbundrates eine scharfe Opposition gegen den Teilungsplan einnehmen werde. Am Donnerstag, den 12. August, wohnte Ormsby- Gore einer Sitzung der Mandatskommission bei, die ihn wiederum um Auskünfte über 'die englischen Absichten bat und eine Verteidigung des Teilungsplanes zur Antwort erhielt. Im wesentlichen ging es dem englischen Kolonienminister darum, klarzulegen, daß das Mandat in der bisherigen Form nicht weitergeführt werden könne. Allerdings hatte es Ormsby-Gore nicht so leicht, wie gegenüber dem Präsidenten der Zionistischen Organisation. Die Mitglieder der Mandatskommission ließen sich nicht mit vagen Erklärungen abspeisen, sondern verlangten präzise Auskünfte über die blutigen Unruhen im Jahre 1936 und über das, was die Palästina-Administration des Herrn Wauchope zur Niederwerfung dieser'Unruhen getan habe. Die Mandatskommission übte scharfe Kritik an den Methoden der Palästina-Administration und hielt mit ihrer .Meinung nicht zurück. ' JEs zeigte sich, daß die Mandatskommission Statt Jiiden§faat— A§yl für Fludiflinge sagt Weizmanns Freund Ormsby — Gore Aus Genf meldet die J. T. A.: Die Permanente Mandatskommission des Völkerbundes hat am IS. August nachmittags die Aussprache über den englischen Plan einer Teilung Palästinas im wesentlichen beendet; sie wird in den nächsten Tagen ihren Bericht an den Völkerbundrat ausarbeiten. Die Kommission ersuchte den englischen Kolonienminister und dessen Stellvertreter bei den Beratungen in Genf, John Hathorn H a 11, um nähere Aufschlüsse, warum die englische Regierung zu der Auffassung gelangt ist, daß das bisherige Mandat in Palästina nicht aufrechtzuerhalten Ist. Die Mandatskommission ist bestrebt, bis ins einzelne klarzulegen, ob die englische Mandatsverwaiturig alles Erforderliche getan hat, um das Mandat durchzuführen, und wen die Verantwortung für die Mißerfolge bei der Durchführung des Mandats trifft. Bei der Erörterung des Kapitels Einwanderung erklärte Kolonienminister Orrasby-Gore, daß, soferne überhaupt von einer Aufrechterhaltung des Mandats in seiner gegenwärtigen Form gesprochen werden könnte, dies nur möglich wäre, wenn die Einwanderungspoltik einer Revision unterzogen würde. Ais er von einigen Kommissionsmitgliedern ge- fragt wurde ob er im Falle einer Teilung das jüdische Palästina fUr wirtschaftlich entwicklungsfähig halte, erwidert« er, der jüdische Staat werde zwar kein typisches Einwanderungsland sein, wie etwa Australien, aber er werde immerhin ein A s y 1 f ii r d i e F1 ü o h tling aus den Ländern darstellen, in denen die Juden Verfolgungen ausgesetzt sind. Zu dem Problem der Umsiedlung von Arabern und Juden im Falle einer Teilung Palästinas erklärte Ormsby- Gore, daß ein solcher Bevölkerungstransfer nuraufder Basis von Verhandlungen zwischen zwei vollkommen souveränen Ländern möglich ist. England wäre dann auch in der Lage, die Garantie dafür zu übernehmen, daß in dem arabischen und in dem jüdischen Staat die Minderheitenrechte gewahrt werden. Die Mandatskommission und in ihrer Mitte namentlich der stellvertretende Vorsitzende Prof. Rappard, will „die Möglichkeit der Ausführung des die Lage in Palästina gründlicher durchforschte als die Herren der Peel-Kommission und diejenigen, welche der Teilungsplanresolution ihre Zustimmung gaben. Ormsby-Gore wurde insbesondere gefragt, was für Möglichkeiten bestehen, um das gegenwärtige Völkerbundmandat in Zukunft sicherzustellen und ob die Verwirklichung des Tcihingsplanes ohne Ausbruch neuer Unruhen durchführbar wäre. Soweit man etwas über diese Ausforschung aus der geheimen Sitzung der Mandatskommission erfahren konnte, ergab sich seitens Ormsby-Gorea die Tendenz, den Teilungsplan gegenüber jeder anderen Lösung zu bevorzugen. Zur Ueberraschung der Genfer politischen Kreise besprach Präsident Dr. Weizmann die Möglichkeiten des Teilungsplanes mit verschiedenen in Genf anwesenden Staatsmännern, wobei er sich völlig mit der Meinung Ormsby-Gores identifizierte, daß ein Judenstaat in einem Teile Palästinas vom jüdischen Standpunkt aus der Fortführung des Mandats in der bisherigen Weise vorzuziehen sei. Diese Ansicht des Präsidenten der Zionistischen Organisation wird allerdings von einem großen Teil der Mandatskommission nicht geteilt, ja, findet direkten Widerspruch. Die meisten Mitglieder der Mandatskommission wollen von einer Teilung des bereits geteilten Palästina nichts wissen und für eine Fortsetzung und Erfüllung des bestehenden Mandats eintreten. Es scheint» daß Weizmanns Uebereifer einem gewissen Mißbehagen bei den Mitgliedern der Mandatskommission begegnet, insbesondere bei Prof. R a p p a r d, mit dem Weizmann die Lage nach Annahme der Mehrheitsresolution durch den Kongreß besprach und der bekanntlich gleich im ersten Stadium. der Tagung der Mandatskommission zu verstehen gab, daß die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen das Zweckmäßigste und Ehrenhafteste sei. Aber geradezu aufreizend wirkte die Tatsache daß Dr. Weizmann in Genf mit einigen Persönlichkeiten in Fühlung hinsichtlich ihrer Bereitschaft trat, in eine Grenzziehungskommission einzutreten. Denn die politische Einsicht sprach dagegen, daß in einem Zeitpunkt, wo starke Kräfte ihre negative Haltung zum Teilungsplan bekundet haben und der Völkerbundrat noch keinerlei Meinung geäußert hat, der verantwortliche zionistische Führer sein Festhalten am Teilungsplan offen bekundet und ihn geradezu forciert. . gegenwärtigen Mandats in der Vergangenheit und in,der Zukunft untersuchen". Die Absicht der Mandatskommission geht offenbar dahin, festzustellen, ob es nicht doch möglich wäre, England zur Beibehaltung des gegenwärtigen Mandats zu bewegen. Weltgudenheit §oII entscheiden Felix Warburgs Erklärungen „Palcor" meldet aus New York: Felix Warburg hat sich nach Zürich begeben, um der Tagung des Rates der Jewi9h Agency beizuwohnen. Vor seiner Abreise erklärte Felix Warburg, der bekannte Bankier und die einflußreichste Persönlichkeit im nichtzionistischen Teü der Agency, daß der Zionistenkongreß nicht die letzte Instanz in Fragen der Teilung Palästinas sei und nicht das Schicksal Palästinas endgültig entscheiden könne, sondern nur die erweiterte Jewish Agency. Der Zweck seiner Reise nach Zürich bestehe darin, die Teilung Palästinas nicht zuzulassen. Palästina sei zu klein, um geteilt zu werden. Der Kongreß könne nur im Namen seiner Mitglieder, aber nicht im Namen der Juden der ganzen Welt sprechen. Es sei unmöglich etwas darüber zu sagen, wie sich die Gesamt judenheit entscheide, solange die Jewish Agency in dieser Frage nicht Stellung genommen habe, und es sei auch unmöglich, den Frieden in Palästina herbeizuführen, wenn nicht den Juden und Arabern Gelegenheit gegeben werde, sich, zu verständigen. „Der Zweck meiner Reise nach Europa", erklärte zum Schluß Felix Warburg, „besteht, darin, daß ich mich mit den Vertretern der europäischen Juden» sohaft in all den genannten Fragen ber?ten will." Die Kenessio-Gedaule zur Teüungsfrage Aus Marienbad meldet die (J. T. A.: Der geschäftsführende Ehrensekretär des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel, Oberrabbiner Tobie Horowitz aus Sanok, äußerte sich in einem Gespräch mit dem J. T. A.¬ Vertreter über die Aufgaben des Rabbinischen Rates, der vor Eröffnung der III. Keriessio Gedaulo gegenwärtig in Marienbad tagt, wie folgt: Der Rabbinische Rat hat entscheidende Richtlinien für die politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten festzulegen, die mit religiösen Momenten zusammen*

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