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Die neue Welt · 1937-08-13 · Heft 680 (13.8.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 680 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 680 vom 13. August 1937 DIE NEUE WELT Seite 5 i Raw Fischmann: Die Sünden der Exekutive Das Mitglied der Exekutive, Raw Fischmann, führte ih der politischen Debatte Samstag, den ,7. August nachljp, aus: Ich spreche nicht im Namen der Exekutive, sondern im eigenen Namen, Die Exekutive haj; über die Teilung keinen Beschluß gefaßt. Man hat sich in der Diskussion mehrfach an den Mis* rachi gewendet. Zuerst hat Weizmann zum Misrachi gesprochen, daß er an den Messias glauben und sich mit einem Teil begnügen solle. Später hat Ussischkin gesagt, der Misrachi müsse Buße tun, weil er einmal für Uganda gestimmt hat, und müsse jetzt gegen die Teilung stimmen. Dennoch bin ich gegen die Teilung. Die Exekutive und die Organisation haben gesündigt. Hätten wir gleich, als wir von der Teilung hörten, scharf protestiert, hätte Dr. Weizmann gleich nach der letzten Sitzung der Kgl. Kommission, in der er von der Teilung hörte, die jüdische öffentliche Meinung gegen den Plan mobilisiert, dann wäre das ganze nicht gekommen. Auch das A.-C. hat gesündigt. Es hat einen Beschluß gegen die Teilung angenommen, aber der Exekutive das Recht gegeben, zu verhandeln und zu fragen, was man uns geben will. Weizmann wollte uns mit dem Ende der Tage trösten. So hat er schon einmal gesprochen, bei einer A. -C. - Sitzung in Berlin. Da hat er gesagt, er glaube nicht an den Judenstaat, er glaube, daß ein Judenstaat am Ende . der Tage sein Würde. Jetzt glaubt er, wir können nicht ganz Israel bekommen. Vor sieben oder acht Jahren konnte man nicht hoffen, einen Judenstaat zu bekommen, und nun ist er da. So kann man hoffen, daß wir in sieben, acht oder zwanzig Jahren ganz Erez Israel bekommen, und deshalb darf man nicht verzichten. Aber wir haben Angst. Schuld daran ist die Methode des binationalen Staates. Wir haben gesagt, daß auch die Araber einen Anteil an Erez Israel haben sollen, und das sind nun die Folgen. Wenn man uns ganz Erez Israel gäbe, doch ohne Jerusalem, so würde ich den Vertrag nicht unterschreiben, ohne Jerusalem hat das Ganze keinen Sinn. Wenn wir bis jetzt gesündigt haben, so dürfen wir es nicht weiter tun. Das ganze jüdische Volk, die ganze Zionistische Organisation muß sich vereinigen, um das Versprechen der Zerreißung des Landes zu vereiteln. Es wird uns gelingen. Weizmann hat von der Notwendigkeit einer einheitlichen Zionistischen Organsation gesprochen, und tatsächlich ist die Organisation wichtig. Ihr Verdanken wir den Judenstaat, die 420.000 Juden in Erez Israel, die 1,200.000 Dunam. Wenn Weizmann will, daß die Organisation ganz bleibt, so sage ich ihm: die Ganzheit der Organisation hängt ab von der Ganzheit von Erez Israel. Sensationelles Material Uber Weizmann und Ormsby-Gore dk Hotyteflkßiike der J u d e n s t a a I s p a r t e i . / . . / . Zürich, im August 1937 Die ersten fünf Nummern bereits erhältlich in der Administration der „Die Neue Welt", Wien IX, Universitätssträße Nr.8, Telephon A-20-2-78 Preis: Fünf Nummern 75 droschen Ein Brief, der alles enthüllt Aus Zürich wird uns unter dem 10. August gemeldet: Die soeben erschienene vierte Nummer der „Kongreßtribüne der J u d e n s t a!a t sp a r t e i" setzt die Veröffentlichung des „historischen Gesprächs zwischen Prof. Weizmann Und Kolonien* minister Ormsby-Gore" fort, aus dem ersichtlich ist, daß der Präsident der Zionistischen Organisation dem englischen Minister schon lange vor dem Kongreß, nämlich am, 19. Juli, gewisse Zusicherungen bezüglich der Zustimmung zum Teilungsplan gemacht hat. Ganz deutlich wird der Inhalt des Gespräches aus einem Brief Weizmanns an Ormsby-Gore, dessen Schlußpassus hier wiedergegeben wird. Wir haben in unserer Ausgabe vom 10. August den Beginn des erwähnten Gespräches (insgesamt vier Punkte) veröffentlicht und fähren heute auf Grund der Mitteilungen der „Kongreßtribüne" in der Veröffentlichung fort: üesprädi Weizmann - Ormsby«Oove 5. Was dieUmsiedlungderarabischen Bevölkerung anlangt, bemefkte Prof. Weizmann im erwähnten Gespräch, daß der Erfolg dieser Umsiedlung davon abhängig sei, ob die Regierung tatsächlich gewillt sei, diesen Vorschlag der Royal-, Commission zur Ausführung zu bringen. Pföf. Weizmann führte die Gründe an, warum er diesem Vorschlag so große Bedeutung beimesse* Darauf schlug Minister Ormsby-Gore die Einsetzung eines Komitees vor, das folgende doppelte Aufgabe zu lösen hätte: a) In Tränsjordanien oder Negeb Landstrecken ausfindig zu machen, die zur Ansiedlung der Araber geeignet sind; b) die näheren Bedingungen dieser Umsiedlung festzulegen. Der Minister nannte hiebet den Namen von Sir John C a m p b e 11, der in diesen Dingen reiche Erfahrung besitze und an der Arbeit des griechischtürkischen Bevölkerungsaustausches hervorragenden Anteil hatte. Minister Ormsby-Gore pflichtete der Meinung Prof. Weizmanns bei, daß die Frage der Ansiedlung mit Rücksicht darauf, 4aß man anstatt' des Negeb Galiläa den Juden gab, erhöhte Bedeutung gewinne. 6. Prof. Weizmann nahm weiter auf jenen Punkt des Berichtes der Royal-Gommission Bezug» wonach der künftige Judenstaat ungefähr ein Drittel des heutigen Palästina umfassen wefde. Prof. Weizmann schlug eine Korrektur dieses Punktes vor. 7. Prof. Weizmann rollte im Verlauf des Gespräches die Frage der Ruthenberg-Kraftwerke, sowie die Konzession der Kali-Potash- Gesellschaft auf. Der Kolonialminister fUhrte ih seiner Antwort aus, daß ihm während der letzten zehn Tage bereits Lord Lytton und Herr Ruthenberg diesbezüglich, hart z^sejteten. .^müsse'sich darüber jedoch seihe Entsen&ÄgWvÄ '4 * 8. Schließlich. , mach.te, t Minister. Ormsby - Gore Herrn Prof. Weizmann weitere Andeutung über die nächsten Absichten deV Regie"ruhg: in, der Frage der Teilung: Zunächst reise er : nach Genf, wo er hoffe, bereits anfangs Oktober das Mandat „los" zu sein. San Remo, Pensione Fellce corsö äell» tmpero 184. unter Aufsteht des Hamburger Vereines. Direktion: Dr. med. Alax Schwarz Der nächste Schritt würde die' Einsetzung einer Grenzkommission sein, die internationalen Charakter tragen werde. Ferner sei die Einsetzung einer Finanzkommission in Verbindung mit der Kommission für die Umsiedlung ins Auge gefaßt. Weiter würden die Vertragsverhandlungen zwischen Araber n und Jude n ihren Anfang nehmen. Der gesamte Fragenkomplex würde ungefähr zwei Jahre in Anspruch nehmen, worauf provisorische Regierungen eingesetzt würden. Der Minister gab seiner Befürchtung Ausdruck, daß die Zeit bis zur Realisierung dieses Plans eine schwere und mühselige sein werde. Am Schlüsse des Gespräches wandte sich Minister Ormsby-Gore an Prof. Weizmann mit der Frage, wie erpersönlich über diese Fragen denke. Prof. Weizmann gab zur Antwort, daß er, falls die von ihm gemachten Zusätze berücksichtigt würden* dem Plane der Teilung Palästinas sein Wohlwollen zuwenden würde. Zur Bestätigung des geschilderten Gespräches sandte Prof. Weizmann dem Minister einen Brief, der mit folgendem Satz abschließt: „I wouid only say in conclusion that I appreciate fully and gratefully the confidence you placed in me in the conversation I have summarised above. I realize that you gave it in the hope of relieving my d|f ficulties so far as your duty ailowed, and in precisely the same way I am raost sincerely anxious to avoid adding to yours." In deutscher Uebersetaung: Ich möchte zum Schlüsse bloß bemerken, daß ich voll und ganz und dankbarst das Vertrauen zu schätzen weiß, das Sie. mir während unseres (vorzitierten) Gespräches erwiesen haben. Ich Verstehe sehr wohl, daß Sie dies getan haben, vom Wunsche getragen, meine Schwierigkeiten insoweit zu verringern, als dies mit Ihren Pflichten in Einklang steht und ich bin gleicherweise ergebenst bemüht, die sich Ihnen ergebenden' Widerstände nicht zu vermehren. AufO'Schönheifskonkurreiiz bei Sa&er in Baden Am Samstag, den 14. August, nachmittags, findet im Helenental, bei Saeher, eine Auto-Schönheitskonkurrenz, offen für alle Kategorien, statt. Erster Preis der silberne Sacher-Pokäl und weitere wertvolle Ehrenpreise. Abends Preisverteilung im Rahmen des Autierballs; Automobil-Schönheltskonkurrenz, dymkhona Samstag, 14. August, nachm. bei SACHER in Batien.Helenentaa Die Arbeiten in Genf Aus Genf berichtet die J. T. A.: In der Man» datskommission sind die Einmischungsversuche der arabischen Staaten in die inneren Angelegenheiten Palästinas zur Sprache gekommen. Die Mitglieder der Kommission übten Kritik an der unentschlossenen Haltung der Mandatarmacht gegenüber den Interventionen der arabischen Herrscher. Sie wiesen dabei auf die besondere völkerrechtliche Stellung.Palästinas als ein im Auftrage des Völkerbundes verwaltetes Mandatsgebiet hin. Eine Einmengung in die inneren Angelegenheiten eines solchen Landes, so wurde von den Mitgliedern der Kommission betont, dürfe keinesfalls geduldet werden. Der Vertreter der Mandatarmacht, John Hathorn Hall, erwiderte darauf, die arabischen Herrscher hätten diese Intervention auf eigene Initiative hin unternommen. Die Mitglieder der Mandatskommission richteten an den Vertreter der Mandatarmacht sodann Fragen über das Verfahren, das angewandt werden solle, wenn die maßgebenden Faktoren zu einer Verständigung über die Lösung des Palästina- Problems gelangen werden. Aus Genf wird gemeldet: Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat der Vertreter der Mandatarmacht der Mandatskommission auf ihr Verlangen das stenographische Protokoll der vor der Kgl. Kommission gemachten Zeugenaussagen vorgelegt. Das Studium der Petitionen, die von jüdischer und arabischer Seite an die Kommission gerichtet worden jälnd, wurde fortgesetzt. Es verlautet, daß den Petitionen der Aguda und der Revisionisten starke ■" Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die Kommission empfing aus diesen Denkschriften den Eindruck, daß auf jüdischer Seite keineswegs Einigkeit über die in Frage stehenden Probleme herrsche^ und das Recht .• der Jewish Agettcy, im Kamen aller Juden zu sprei chen, bestritten werde.! Die in Genf weilende Araberdeiegätion soll davon überzeugt sein, daß von der Mandatskommission;die Aufrechterhaltung des bisherigen Mandates empfohlen .und daß dann ein Legislative Göuncil in Palästina einge* setzt werden wird. Einige Araberführer sind bereit, mit den Juden auf der Grundlage paritätischer Vertretung in dem Legislative Council Frieden zu machen. Sie lassen sich dabei offensichtlich von der Hoffnung leiten, daß die Folge der Einsetzung des Legislative Council die Einschränkung der jüdischen Einwanderung sein werde. Nach maßgeblichen Informationen, die zionistische Kreise aus Genf erhalten haben, zieht die Mehrheit der Mitglieder der Mandatskommission die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Palästinamattdates einer Teilung vor. Man erfährt, daß die Mandatskommission in ihrem Bericht an den Völkerbunds* rat keine besonderen Vorschläge machen, sondern nur alle Pro- und Kontra-Argumente zu den geplanten Lösungen des Palästinaproblems zusammenfassen Will. (J. T. A.) Aus Genf:- Die Permanente Mandatskommission hat in ihrer Sitzung am 10. August die Prüfung des Jahresberichtes der. Palästina-Administration für das Jahr 1935/36 beendet. In der Nachmittagssitzung wurde unter dem Vorsitz Pierre Orts das Verfahren betreffend die Prüfung, der seitens der Juden und der Araber eingebrachten Petitionen sowie betreffend den Bericht der Kgl Kommission behandelt, Der akkreditierte Vertreter Großbritanniens, John Hathorn Hall, wohnte der NachmittagssitBUhg bei, in der die Kommission eine Reihe von Petitionen behandelte, die seit 1935 beim VölkerbUhd eingelaufen waren, Die Petitionen befassen sich hauptsächlich mit rein administrativen Fragen, Die politischen Petitionen werden im Laufe der nächsten Tage geprüft werden. Da die Kommissionsmitglieder der Ansicht sind, daß die im Bericht der Kgl. Kommission enthaltenen Vorschläge überwiegend politischer Natur sind und daher gemeinsam mit dem britischen. KoionlenmlnlBter durchberaten werden müssen, haben sie sich telegraphisch an Ormsby-Gore gewandt und ihn ersucht, nach Genf zurüokzukehren. Der Kolonienminister hat mitgeteilt, daß er am 13. August in Genf eintrifft. Wie die jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, wird ormsby-Gore die Antworten der britischen Regierung Aüf Fragen, die ihm vor seiner Abreise aus Genf gestellt worden Sind, mitbringen. Nachträglich wird bekannt, daß bei der Behandlung und Prüfung der Hintergründe der vorjährigen Unruhen in Palästina aucH die Quellen der Finanzierung der Unruhen ö£ten erörtert und nachgewiesen wurden. (J. T. A.) «

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