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Die neue Welt · 1937-08-13 · Heft 680 (13.8.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 680 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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-fctav MiMMMW Mfltia 3 x BEB CM AHU, 1.: LoiMiiHHiiHMn^ RABENSTElfl 3 HIMMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFÖASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wlflöh«. Wölflwaren, Bartwisch«, Stflßk- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise vier Fünftel Palästinas uns entrissen Werden, so ist dieser Schritt unwiderruflich. Uns droht man mit Palliätivmaßnahmen, falls wir die Teilung nicht annehmen. Aber den Arabern droht man nicht'. Die Araber werden in jedem Fall Vorteil aus der Lage Ziehen. Wenn wir unsere Kräfte zusammenfassen, wird es weder zur Teilung noch zur An* Wendung von Palliativmaßnahmen kommen. Nachdem das Mitglied des Kongreßpräsidiums, Dr. Schmorak, unter starkem Beifall der Delegierten dem Kongreßpräsidenten Ussischkin die Grätulätioü des Kongresses zu seinem 74. Geburtstag überbracht hätte, ergriff Gedalja B u b 1 i k (Misrachi) das Wort, um den Teilungsplan scharf abzulehnen. Das Mitglied der Exekutive, Jizchak Grühbäürri, erklärte: Die Alternative lautet: Entweder eine jüdische Mehrheit ,in einem jüdischen Stäät oder eine jüdische Minderheit in einem arabischen Staat. Die Gegner glauben, ein kleiner jüdischer Staat Würde daö Ende des Zionismus bedeuten. Nein, er würde den Anfang bedeuten (!). Nür itt einem Judenstaat werden wir beweisen können, daß wir in unserem nationalen Leben eine Mächt entfalten können, ohne -der arabischen Minderheit Unrecht (!) zu tun. Auf Vörschag Ussischkins würde" eine achtundvierziggliedrige Resolutionskommission eittge«- setzt. Im weiteren Verlauf der Debatte plädierte Fritz Bernstein (Allg. Zionist, Holland) für Ablehnung des Teilungsplanes. Unter allgemeiner Spannung ergriff der Präsident der Zionistischen Organsatiöri Amerikas, Doktor Stephen S. W i s e, das Wort. Er Verlas ein Telegramm des amerikanischen Kirchenfuhrers J. H. rl öl öl es, der den Teilungsplan vom christlich-religiösen Standpunkt als ein den Juden zugefügtes schweres Unrecht ablehnt, ich habe,' sagte Stephen Wise, Verständnis für die Schwierigkeiten _ lljnglaflds, aber England, muß sich Selbst treu, bleiben. Meine peiv sönliche Bewunderung für #eizmänü hindert mich nicht, zu sagen, daß seine Kritik an der Mandatar* macht um zehn Jahre zu spät'kam. Wäre sie vor zehn Jahren, erfolgt, dann wäre es niemals zu diesem schimpflichen Teilungsplan gekommen^; W£nn man mir sagt, daß der Jischuw für die Teilung ist,' dättn antworte ich, der Jischuw'ist mürbe 'geWörden; er hätte dem Plan nicht zugestimmt, Wehn die englische tte* gierung im Jahre 1936 Ordnung und 'Kühe aufrechterhalten hatte. Ich hätte nie erwartet, daß die Arbeiterpartei für eine Teilung Seiri Wird, wo doch der Plan Unsere leidenden Brüder in. illusorischen Hoff* nüngen wiegt. Es gibt acht Millionen Juden, die So sehr Not leiden, daß sie bereit Waren,-sich in den nächsten zwanzig Jahren in Palästina anzusiedeln. Üer Staat bietet, entgegen Weizhiähhä Berechnungen, aber nur Raum für ein Zehntel dieser Zähl. Ich lehne ein Zwerg-Palästina ab. Die Antwort des jüdischen Volkes auf diesen Vorschlag ist: Non possumus, Das englische Volk wird uns mehr achten, wenn wir den Teilungsplan ablehnen. Wir sind die Treuhänder dös ewigen. Volkes und dürfen einen Vorschlag, der ihm Schaden bringt, nicht annehmen. England darf das Mandat nicht verletzen. Zur Zeit der Schaffung der Mandate sagte mir Präsident Wilson, die Mandate seien das Großartigste, was der Weltkrieg hervorgebracht hat. Als letzter Redner sprach sich der Misrachi* Führer Rabbi J. L. Fishman gegen die Teilung und die Erteilung der Vollmacht an die Exekutive aus* Alle Gruppen und Delegierten; die gegen den Teilungsplan sind, unter ihnen der Misrachi, Haschomer Hazair, die Majorität der Allg. Ziönisten Gruppe B und zahlreiche Delegierte der Gruppe A der Allg. Ziönisten, beschlossen in einer gemeinsamen De* ratung, dem Kongreß eine IYlinderheitsresolution gegen jede Art von Teilung undfütMartdatserfüllung.zu unterbreiten. Die letzten Redner Montag, den 9. April, sprach in der Generaldebatte Lord Melchett (London) im Sinn der WeüsftiännSchen Konzeption. Seine Rede War eine Verteidigung der offiziellen Ziönisten und der englischen Paläätitiapolitik; er vertraue auf Englands Großmut und auf Welzmanna staatsmännisches Talent. Nach ihm ergriff Prof. Brode tsky (Exekutive) das Wort, Br spreche, sagte er, unabhängig, da die Exekutive keine kdllektive Meinung habe. Brodetskys Ausführungen hielte» die Mitte zwischen den unbedingten Nein-Sagern und jenen, die Weizmanns Optimismus betreffend einen verbesserten Plan teilen. Den Glauben, daß man in dem Territorium des Judenstaates, wie er in dem Plan der Peel-Kommissio/i vorgesehen sei, weitere zwei Millionen Juden, oder, wie andere schätzen, sogar mehrere Millionen Juden werde ansässig machen können, bezeichnete Brodetsky als ein Märchen. Man würde auch nicht annähernd eine solche Zahl ins Land bringen können. Bestünde eine Möglichkeit, England zur getreuen Erfüllung des Mandates zu verhalten, so würde jedermann die Fortdauer des Mandates einem kleinen Staate vorziehen; Die Sache öei aber die, daß man England nicht zwingen sollte, gegen seinen Willen das Mandat aufrechtzuerhalten (!), da es dann die Handhabung des Mandates voraussichtlich noch weiter verschlechtern würde. Die Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission sei vom englischen Volke und von Englands Presse deshalb so begrüßt worden (!), weil der Bericht der britischen Regierung die Handhabe biete, die Last des Mandates abzuschütteln. Das englische Volk und das englische Parlament, schloß Brodetsky, hegen große Sympathie für die Juden; man könne jedoch nicht erwarten, daß England nach allem, was geschah, eine Liebe zum Mandat behält. Andererseits glaube er, Brodetsky, daß das Parlament bereit sein Wcrdc(/dem zu errichtenden Judenstaat bessere Bedingungen zuzubilligen. Die Vorschläge der Kgl. Kommission seien eine Beleidigung für das jüdische Volk. Man müsse die neuen Vorschläge Englands abwarten und der Exekutive die Möglichkeit zur Weiterführung der Verhandlungen geben. Dr. Mayer Ebner (WeltVereinigung) sprach sich für -Erteilung der Vollmacht an die Exekutive aus. Rift in (Haschomer Hazair) polemisierte gegen die Ausführungen Ben Gurions und Rubaschows und empfahl Ablehnung des Teilungsplanes. Dr. Rosmarin (Weltverband) protestierte zwar gegen die Vertraulichkeit der politischen Diskussion, empfahl aber im Hinblick auf die kritische ökonomische und politische Lage des Jischuw die Erteilung der Vollmachten an die Exekutive. Ab. G o 1 d b e r g, New York (Weltvereinigung), empfiehlt die Erteilung der Vollmacht an die Exekutive. Dr. A. K a z.e n e 1 s p n (Arbeiterpartei) spricht für die Teilung, ebenso Dr. J. Szyper (Weltvereinigung). I. Tabenkih (Arbeiterfiügel) verlängt die Einberufung einer alle Teile des jüdischen Volkes repräsentierende Versammlung, die Über die Teilun'gsfragefentscheideri soll, im gleichen Sinne spricht Miß Goldie Meiers'on (Arbeiter- Stkoats fassewwtimet iiiiiiiiniiiitiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii eventuell Pension bei Israeliten Julie Krämer, Wien II, Krummbaumg. 2/14 migei), der Sprecher der Mehrheit der amerikanischen Delegierten Rabbi Barnett Brickner und Lew Stern (Jugoslawien). Die Wortführern^ der Hadassa, Frau B*. B,: S ö^ a d e 'P o b 1, teilte mitt ihre Organisation'habe beschlössen, den Bau des Üniversitätshospitals in Jerusalem förtzüsetzen, obwohl Jerusalem laut dem Peel- Bericht in dem jüdischen Staat nicht eingeschlossen ist; die Hädassa sei Überzeugt, daß man Jerusalem den Juden nicht nehmen werde. Der südafrikanische Delegierte Möses Morris verlas den Beschluß der kürzlich abgehaltenen Konferenz der südafrikanischen Ziönisten, der gegen den Teilungsplan Protest erhebt. Mosöhe S h e r t o k (Exekutive) erklärte, der Peel- Plan müsse auf alle seine Vorzüge Und Mängel hin geprüft werden. Dr. Nahüm Gold mann setzte sich senr warm für Fortführung der Verhandlungen mit der englischen Regierung über den PeehPlan ein. Der Pariser Delegierte der Judenstaatspartei, Märkövici, erklärte, daß er in der Beurteilung des Teilürtgaplänes mit Dr. Stephen Wise konform gehe. Weizmann sei schwach geworden und stelle das jüdische Volk als Schwach hin. Man dürfe nur einen solchen Jüdenstäat schaffen, in dem das Volk dieses Landes leben könne. * Während des ganzen Tages beriet die neugewählte 48gliedrlge engere politische Kommission gemeinsam mit den Mitgliedern der Exekutive und des Kongreßprüsldluma Uber die Formel, die dem Kongreß zur Abstimmung vorgelegt werden soll» Gleichzeitig haben Interfraktionelle Besprechungen Uber die Zusammensetzung der neuen Exekutive stattgefunden« Voraussichtlich wird die aito Exekutive mit geringen Veränderungen wiedergewählt werden, Insbesondere wird Uber den Eintritt eines Vertreters des Hapoei Hamlsrachl verhandelt. Das Fiasko der erweiterten Aqenty In einer Fraktionssitzung des Arbeiterflügeid gab der Schatzmeister der Jewish Agency, Elieser Kaplan, bekannt, daß die nichtzionistischen Mitglieder der JeWiSh Agency auf Strenger Einhaltung des Fifty- Fifty-Abkommens bestehen. Sie drohen mit Aus* tritt aus der Jewish Agency, falls dieser Forde* rung nicht entsprochen wird. Ein solcher Schritt würde, wie Kaplan meint, politisch und wirtschaftlich ungünstige Folgen für Palästina haben. Verhandlungen mit den Non- Zionlsten seien im Gange. (J. T. A.) Die Nacht vor der Abstimmung Aus Zürich meldet die J. T. A.: Die Sitzung des XX. ZlonlStenkongresses In der Nacht zum Mittwoch, 11. August, stand In» Zeichen der letzten großen Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten der Organisation und Führer der Ja-Sager, Dr. Chaim Weizmann und dem Präsidenten des Kongresses und Führer der Nein-Sager M. M. Ussischkin. Den Vorsitz in dieser Sitzung führte Dr. Stephen S. Wise, der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas. Er erteilte Ussischkin das Wort, der Ire tiefbewegten Worten an den Kongreß appellierte, den Teilungsplan und jede weitere Verhandlung über Teilung abzulehnen. Wenn der Kongreß einer Teilung Palästinas zustimmt, rief Ussischkin, so wird noch ein großes Unglück über uns kommen. Teilen bedeutet Fluch. Den Teilungsplan akzeptieren, bedeutet einen Sprung ins Dunkle, heißt, sich iu die größte Gefahr begeben. Sich an Dr. Welzmann wendend, rief Ussischkin: Seit 20 Jahren übt Dr. Weizmann und in den letzten Jahren über auch Ben Gurion und Shertok eine große Zurückhaltung in der Kritik an der britischen Regierung; das unfreundliche Verhalten der Palästina-Administration gegenüber der jüdischen Arbeit In Palästina wurde verschwiegen. Jetzt bietet man uns einen Staat mit 5 Millionen Dunam an. Davon ist nur 1 Million Dunam in jüdischen Händen. 4 Millionen Dunam sind in arabischem Besitz. Werden diese 4 Millionen Dunam Boden je in jüdische Hände übergehen? Ich glaube es nicht. Die Araber werden freiwillig Boden an Juden nicht verkaufen. Würde man sie auf Grund eines internationalen Arrangements zwingen, den Boden des jüdischen Staates zu verlassen? Gewiß nicht. Die im Territorium des geplanten jüdischen Staates verbleibenden 300.000 Araber werden unser Unglück sein. Wir werden sie mit der allergrößten Vorsicht behandeln müssen, werden Schulen für ihre Kinder bauen müssen, da sie doch Bürger unseres Staates sein werden. Wir Werden gutes jüdisches Geld für arabische Wohlfahrt zahlen müssen. Die Araber würden überdies, so fürchte ich, die Existenz der jüdischen Arbeiterschaft unterminieren. Die Zustimmung zu einem Teilungsplan seitens des Kongresses wird gleichzeitig eine Zustimmung zu einer Zersplitterung unseres jetzt geeinten zionistischen Lebens sein! Jetzt ergriff das Wort Prof. Dr. Chaim Woi km a n n. Ussischkin, sagte er, war gewiß aufrichtig in seiner Opposition gegen den Teilungsplan, aber er war nicht berechtigt, die politische Seite der Frage so zu behandeln, wie er es tat. Es hat keinen Zweck, England anzuklagen, daß es Betrug an den Juden übe. England hät Hunderte von Problemen zu bewältigen, wir können von Ihm nicht erwarten, daß es seine ganze Aufmerksamkeit dem Problem, an dem wir besonders interessiert sind, zuwendet. Wir können jedoch von England erwarten, daß es uns offen sagt: so weit können wir heute mit euch gehen und nicht weiter. Jetzt hat England so gesprochen: So weit kann England gehen und nicht weiter. Wenn wir Unseren eigenen Staat haben sollten, Würden wir In unseren Internationalen Beziehungen zuweilen ebenfalls gezwungen sein, zu sagen: Bis hierher uhd nicht weiter. Wir stehen vor einer realen Tatsache; es ist an uns, von dem, was uns geboten wird, das Beste zu machen« Die Durchführung des Mandates, fuhr Dr. Weizmann fort, ist für England infolge der internationalen Komplikationen schwierig geworden. Der Judenstaat wird das sein, was die Juden aus ihm machen werden. Ich glaube an die Kraft unseres Volkes. Wenn wir einmal die 2 Millionen Juden, von welchen Ich gesprochen habe, ins Land gebracht haben werden, dann würde siöh eine so große Perspektive vor uns eröffnen, \yle wir sie früher nicht einmal zu träumen wagten. Friede mit den Arabern, wird auf Grund der Reziprozität zustande kommen. Wh* Juden werden in der Lage sein, den Arabern auf wirtschaftlichem und auf manchen anderen Gebiete etwas zu bieten (!) Bis heute konnten wir das nicht tun, well wir nicht Herren in unserem Hause gewesen sind. Ich appelliere au den Kongreß, die Teilung Im Prinzip anzunehmen und die weitere Entwicklung der Zukunft zu überlassen. Großer Geburtenrückgang in Tel«Aviv Aus T e 1 - A v i v: Nach einer soeben veröffentlichten Statistik beträgt die Durchschnittsziffer der in diesem Jahre bisher erfolgten Geburten in T e 1- Aviv 10 bis 15 im Monat. Im Jahre 1936 hielt sich die entsprechende monatliche Durchschnittsziffer auf 40 bis 50 Geburten, Es zeigt ekh also, daß von 1036 auf 1037 ein sehr erheblicher Rückgang der Geburten in der Stadt Tel-Aviv eingetreten ist.

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