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Die neue Welt · 1937-08-10 · Heft 679 (10.8.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 679 (10.8.1937)
Date
1937-08-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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pmnmmwmA mm*&«m A&mtM% amwt»(*Mht»MUti*m,•,mmTttirvr-«itasn»-«i^^.^^..^^.^,^ .^.^.^a^. ......„ r" nt f 'i n irn>iw—>i*j»lliH| Waudiopes Regime entlarvt Aus Genf wird uns berichtet: bie Sitzung der Ständigen MähaaMömihlssldn des Völkerbundes am 5. August, in der die jüdischen und die arabischen Petitionen zur Behandlung standen, verlief für die englische Delegation äußerst JSlfilich. Die DÜtgiiM» der BömmisÄ gtM IfflfflW Wieder ihrem räftiltiheii titfer unerkläflifiÄ8 öchwäöÄe; gepüftit mit &atffeiäsiiiü8{$, die die MmM Admlfllstratitfä irt fttlSäHnft gegenüber den ö6Wftlttäi«n d8f arabische*! Üfc» bellen an Am felegflftlf, AflSdrÄ Wleite holt erklftfttft faß sögftf die von Aetffitei-» stration zugegebenen Tatsachen die pessimistlötihe&teti l*tt&Htiflg6it öe* fltäfi« dfttökoffliöjssldti übe?öfeflt Bei der Behandlung der Petition der arabischen Beamtin* de? Päläsiihä'Aä^miittrltiöh ÄH die Manäötekohimiäöiörl äußerten die Mitglieder' dfer ttomtoiääiöh ifar tiefeä 8täüli6h Übfei4 döft vdh der Administration in dieser Sache bewiesenen Mangel an Autorität» Der Spreeher der britischen Delegation versuchte; die Petition der arabischen Beamten, die sich gegen die Politik ihrer eigenen Regierung mit einer extremen Negation wenden, dadurch zu erklären, daß die Sgaititifi tlnte** Ständigem iädfälisöhen üüd physischen Druck dÖr ärafeisöhön Extremisten1 stäriden und die Petition nur absandten, um nicht dem arabischen Generalstreik beitreten zu müssen. Es seien sogar Attentate gegen einige Beamte versucht worden. Ihre mmm Freunde und ihre ebenfalls terrorisierten Familien be« Ständen darauf, daß die Beamten iü den Streik treten. Diese aber wählten als das geringere Uebel (!) die Absendung der Petition an die Mandatskommission! Durch diesen Schritt hofften sie den Zorn der Fana* llker Äti dämpfen. Dl#se Erklärung des" britischen Delegierte« et« hbU% im Erstaunen der ^öölmiääidflsmitglleder in* MäiM; eine Reihe Mitglieder' der ItötiimiäBiöti gäbet! Am ÄUÖn in unverblümten Worteii Ausdruck Wi8 der J.-T.-Ä.-Verifeter zuverlässig erfährt feäi die Kommission aus dieser Erklärung des eriglfc SÖ^rt Öilegierten dl§ äähltiÖfölgerliiig gezögöü, ' daß die Palästiflä-Adftiliiistratiöti eine scitWättltetide Haltung m den Tag gelegt hat und nicht fähig Witt* Inte AtitbrltÄt tiftd Ihr Preäiige Vor den eigenen teititeit tittd die ö^hifen selbst vöf Am Terror zu schützen. Keiii ähderes fhenia im Vörlaüf der Diäftüssion Übet die letzten Urirhheii in Palästina — so wird dem J.-T'.-A.-Vertrete* vbn zuverlässiger Stelle versichert — hat der Kommission ein so krasses Bild der Schwäche und der Hilflosigkeit der Mandatsverwaltühg in Palästina vermittelt, wie die BeÜättältirig de* Petition der arabischen Beamten. Bei Behandlung der halboffiziellen und nlclitbffizielleh jüdischen Petltioiien erklärten die zu Worte gekommenen Mitglieder der Mandatskommission, daß sie die in den meiäten dieser Petitionen gegebene Dar« Stellung als äbsolüt ztiveflässig erachten. . ■•"■■^•^"■'"rfmiai m lüM Judeiisftaaftler führen die Opposition Das brave Kongreßgericht. — „Kongreß-Tribüne.'' — Die Manipulationen der Exekutive. — Aktion in Genl< Selü 2 - '-Ht«-** •■- ■lriJM^..W«.M«««Mtkr*l» maöen beurteilt: Für die Resolution werden etwa lotJ bis iÖO ögiggiefte des* AmmtM'gm, 25 M Sö MiSMU chisten, 85 bis 90 Delegierte der Allgemeinen Zionisten Grußpe A uhd 20 Mitglieder de* Gruppe B stlftiftiSBi G e g e tt den Aiitfäg dürften iiebeh den 25 Mitgliedern des Haschomer Hazäir und den Ü öelegierten der Judenstaatspartei 50 bis 60 Vertreter der Poale Zion, etwa ebefilötfeie MiSfachisten Und fiifld 50 ÖUegi&rle der beiden Gruppen der Allgemeinen" zidaisUn ihre Stimme abgeben. Mäch dieser Ögr§c1inurfg Iii Ä18 Annahm! Ög^ Resolution Mit DreifÜnfielfflehrheft 2ti §f* warten. ITV-i* n Die ßftlftfodif 0t»bal*<B Kteoolftttti Ani ÖÖÜherätäg» d§fi 6« AUgtiSt» fcegäfln in glS8ftlö^ sener Sitzung des Kongresses die Hauptaussprache übe* den TeüühgstJlähY Alä erSte* Äßdfier ergriff de* Präsident des Welimtoehl, ÄäbM Mul* Serilfi, das Wort. Er sagte: „Der Zionismus ist für Uns nicht ein Erlebnis von Vierzig Jahrfcn, söhderh eiti AüüdrHick der WÜnäÖhfe des jlidiächen Völkeä im Läufe seinef täüäeildjäHrigen Geschichte. Für uns ist der Aufbau von JÖrez Israel nicht eine Antwort auf geistige oder materielle Leiden) sohderh ein inneres Bedürfnis der jüdischen Seele. Wir müssen hei unserer Ehtscheidiüig von dem höchsten Kriterium der jüdischen Geschichte und der Thora äuÜgehefl; WÜ» erstreben medinat hajehudim beerfez jlgräel (rfüdfefistäat im Lahde läräel). Der Bericht der Peel-Kommission stellt fest, daß das ganze jüdische Volk ein.Recht auf Örez fsräel hat; von den Arabern aber, heißt es in dem Bericht, haben nur diejenigen ein Recht auf Palästina, welche es bewohnen. Das müssen wir als Grundlage für unsere Forderung festhalteü. Auf Grund dieses Berichtes muß uiiS das Recht gegeben werden, in Palästina die Majorität zu werdeii. Die Araber, werden dann eine Minorität seih. Äiiöh Jerim, auch Sichern (tfäblüs) sind ¥eile von iÖrez isräei unct uns heilig, denn für das ganze Krez Isräel hät man gebetet, gekämpft. Wenn Wir diese Teilung zulassen, v/ird die jüdische Seele zerschnitten seih, öet Bericht selbst . üehht die Teilung eine Chirurgische Operation. Weizmann hat uns mit dem Ehde der Tage getröstet. Von "Weizmann aber erwarten wir Führerschaft, politische firfolge, Propftetenworte möge ef anderen überlasseh. Wir haben kein Recht; äUf Er62 Israel zu verzichten, weder auf einen größeren liöbh auf einen kleineren Teil. Wir g.l äüb eh an die fi-f^ lösün galler Teile fönferez Israel." Kieinb'aüm ("WeitVereihigühg der Allg-enieineh Zionisten) erklärte: Heute köhften wir eine große Etappe vorwärtskommen, morgeh wird sieh diese Chance vielleicht nicht mehr bieten. Wir haben nicht über das Büidziel zU entscheiden, sohderh über deh nächsten Schritt zur Verwirklichung des 'Jtidehstääte& — Es kamen in dieser Sitzung flööh die Arbeiteifführer David R e m e z und S. Rubaschow, der Präsident des Weltverbahdes der Allgemeinen Zionisten, Gruppe B, Dr4 Schwarzbart und Kurt Blumenfeld (Kidma) zu Worte. Die Arbeiterfraktion hat einstimmig eine Resolution angenommen, die als Initiativantrag dem Kongreß unterbreitet werden wird. Darin wird die Exekutive ztt Verhandlungen, aber nicht zu bindenden Vereinbarungen mit der Mandatsregierung ermächtigt. Das letzte Wort soll der Kongreß haben. Weizmaton sprädil sunt dritten Male Donnerstag, den 5. August, vormittags, wurde der Beschluß gefaßt, die Oeffentlichkelt während der politischen Debatte auszuschließen. Am Nachmittagdesselben Tages fand die erste Sitzung der Politischen Kommission (Plenum) statt. Es sprachen zuerst, wie bereits gemeldet, Rabbi Meir Berlin (Misrachi), Kleinbaum (A-Zionist), Remez (Arbeiterpartei), Dr. Schwarzbart (Weltverband der Allgemeinen Zionisten), Rubaschow (Arbeiterpartei, Kurt Blumenfeld (A- Zionist). Freitag, den 6. August, vormittags, wurde die Debatte (zweite Sitzung der Politischen Kommission) fortgesetzt. Es sprach zunächst Dr. Barth (Misrachi), der Dr. Weizmann scharf angriff, indem er erklärte: „Aus den Feststellungen des Peel-Berichtes geht dokumentarisch hervor, daß das Mandat nicht erfüllt wurde _ durfte man da noch verhandeln, daß als Preis für das uns geschehene Unrecht uns noch große Gebiets« teile weggenommen werden? Mußte nicht unsere Antwort Kompensation heißen, Schadenersatz für das, was die Verwaltung angerichtet hat? Ünd müssen wir nicht sagen: Wenn ihr schuld seid, dann schafft Bedingungen für die Durchführbarkeit des Mandats? Das fragen ich auch Sie, Herr Prof. Weizmann!" Ferner sprach Gesang (Weltverband) und Präsident Dr. Weizmann Er sprach über die notwendigen Aenderungen des Projekts, in dem ere verlangte; die rein Jüdischen Stadt, teile Jerusalems, Souveränität, baldige Einverleibung von Safed, Akko, Haifa und Tiberias, Ausbau des Hafens Tel-Avlv, Möglichkeit, in den nächsten zwanzig Jahre» X MilUon Dunam zu erwerben. Weizmann schloß: „jetzt eröffnen sich grfß«Xf Shancea fite den Aüs Zürich Wird ühä gemeldet: Wie in ähdörett Berelchen ist aüeh im Zionistischen Koiigfeßgericht der Bin* fluß der skekütiVe fühlbar. Öie Ehtschäidühgeii dfe8 Körigreßgerlchtes haben ein derartiges' Aüsmäß* von Willkür, Unrecht und Pärieilichtteit gezeigt, däß Wim Protest gegeh dlöäe VorgahgäWeise die Ftfäktlöh der Jüdenätäats^ pärtei den öeschluß gefaßt hätj an der Eröffnungssitzung des Kdftgtfeäses flieht teilzunehmen. Ungeheuerliche Entscheidungen wurden getroffen. WähiSchwmdelfeieh wutfden sähktiohiett, offenkundige Mähip'uiätioneii aherkaiult, "die gröbsteh Unregelmäßig* köiteh, Wenn sie deh Mehfheitspärteien zugütekämeh; bestehen" göiässen. So Rähi es, däß die Jü den Staat pärtei, die einzige geschloäsene Opjpbsltidhspärtei, üm ein Drittel ihr er Mandate gebrächt wurde. Um ihre Stimhie auch 'äußerhalb der geöchidsseneü SitÄihgeh vernehmen zü lassen, hät die Jüdeflstäätspärtei für die Dauer dös Kongresses eiiie eigene Zeitung „K 0 hgreß-Tf ibütte'* geschäffen, die gleich in ihren ersteh Ausgaben lebhaftes Interesse fänd. Däs Blätt (ttr4 1) bringt folgende Melduhg äüS Genfi „Die Zionistische Exekutive hat vorgestern ein ausführliches Memorandum über die Stellung der Zionistischen Organisation zü den Vorschlägen der Königlichen Kommission den Mitgliedern der Mandatskommission überreicht. In diesem Memorandum legt die Zionistl* sehe Exekutive dar, daß sie die tfeilungsvbr- Schläge der Kommission mit einigen Modifikationen als Grundlage für Verhandlungen akzeptiert. Diese Nachricht hat in den Zionistischen Kreisen begreifliche Aufregung hervorgerufen, da man in diesem Schritt der Exekutive eiiie Schwere Verletzung der Kongreßsouveränität sieht, die erst einen diesbezüglichen Beschluß zu fassen hätte. ES wird auch im Zusammenhange damit hervorgehoben, daß führende Mitglieder der Zionistischen Exekutive in London vor un- Frleden mit den Arabern als je zuvor. Wir haben Ihnen für ihr Entgegenkommen eher zu bieten. Und das ist die erste Grundlage für friedliche Verhandlungen zwischen Völkern. Das ist einer der wesentlichen VorzUge des Projektes." (Und das Sonderbare: Die Korrespondenten melden. Lebhafter Beifall.) Das Entgegenkommen der Araber bestand bekanntlich darin, daß sie länger als ein Jahr mordeten, raubten, plünderten und daß fast hundert unschuldige Juden Ihr Leben lassen mußten, Bravo, Weizmann! Nach Dr. Weizmann sprach Dr. A. Rupjpin, dessen Politik der Intensiven Wirtschaft bekanntlich vicie Millionen Pfund verschlungen hat, Über die Möglichkeit einer erweiterten Kolonisation und verlangte weitere Anstrengungen vom — jüdischen Volk, nämlich die Aufbringung neuer Mittel. Im Lauf der Freitag-Sitzung sprachen noch Bert Katzenelson, (Arbeiterpartei), Rev. Goldloom (Weltvereinigung), F.arbstein (Misrachi), Gluska (Weltverband), Schragai (Hapoel Hamisrachi), Chasan (Haschomer Hazalr) und Bxekutivmltglled HUseser Kaplan. Die nächste Sitzung, über die. wir später berichten werden, fand Samstag, den T« .August, um 9 Uhr abends statt, \ gefähr zv^ei Wochen erklärt haben, die Zionistische Exekutive werde äich bis zur rechtmäßigen Regelung dieser! Frage durch den XX. Ziohlstehkongreß jedweder Schritte, die auf Präjudizierung des Kongreßbeschlusses hinaus«* laufen, enthalten. Öle vorerwähnte Meldung aüs Genf steigt, daß die Versicherungen der Exekutiv e gebrochen wurden, was insbesondere mit Rücksicht auf die in Genf stattfindende Verhandlung der Man« datskommlsslon von schwersten Folgen begleitet Sfeih kann. Hiezu wird uns aus London telegraphisch be« richtet, daß in den Kreisen des Koionialamtes die Ueberzeugung herrscht, der Zionistenkongreß werde in eine Sackgasse gedrängt und sich schließlich und endlich genötigt sehen, den Schritt der Exekutive zu genehmigen und den Teilungsplan anzunehmen. Man betrachtet infolgedessen den Schritt der Exekutive als den wahren Meinungsausdruck der Zionistischen Organisation, was der britischen Regierung Anlaß bot, alle notwendigen Schritte zur Vorbereitung der Teilungsreform in Angriff zu nehmen." (Die Exekutive läßt durch die ihr nahestehenden Zeitungen und Nachrichten-Agenturen diese Aktion dementieren. Aber die zionistische Welt, durch langjährige Erfahrungen gewitzigt, weiß die Dementis richtig einzuschätzen.) Von großer Bedeutung ist eine Aktion der Judenstaatspartei in Genf, die dahin zielt, die Mandatskommission mit einer sachlichen Kritik des königlichen Berichts und des Teilungsplans bekanntzumachen. Zu diesem Zweck wurde Dr. J. Machowers Schritt „Judenstaat oder Ghetto" im englischen Original durch einen besonderen Bevollmächtigten des Exekutivkomitees der Judenstaatspartei den Mitgliedern der Mandatskommission in Genf persönlich überreicht. Gleicherwelse wurde das Buch dem Sekretariat des Völkerbundes und der Mandatskommission, sowie den Mitgliedern des englischen Parlaments wie des amerikanischen Kongresses offiziell übermittelt. Die Mitglieder der Mandatskommission bewiesen ihr regstes Interesse für das Werk, das ihnen ermöglicht, den jüdischen Standpunkt in dieser Frage kennenzulernen. Die Judenstaatspartei war die einzige zionistische Organisation, die durch die Herausgabe des Werkes von Dr. J. Machower nicht durch ein kurzes, inhaltsloses Memorandum zu dieser Lebensfrage Stellung nahm, sondern durch ein, auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebautes Werk mit authentisohem Ziffernmaterial in die Oeffentlichkelt trat. Letzte Nadhrichten Aus Zürich wird unter dem 9. August gemeldet: Der Kongreß wählte eino Polltlsohe Kommission, bestehend aus 48 Mitgliedern, die eine Resolution ia der Angelegenheit der Teilung Palästinas aus« arbeiten soll. Der Präsident Usslschkln teilte mit, daß der nächste. Zionistenkongreß in Jerusalem tagen werde. Dr. Welzmann wird in ttf ientlioher Sitzung die politische Debatte abschlieOen.

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