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Die neue Welt · 1937-08-06 · Heft 678 (6.8.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 678 (6.8.1937)
Date
1937-08-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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f Seite 4 ME JfElJE WELT Nr, 678 vom Ö. August 103* * 3 x BERGHAM!.: RABEN5TEI9 3 HlgMILPFORmB KÖLLNERHOFQASSE 1 GA k m . In Herren-Modewtrtfl, Hemden, roße Auswahl r„r^ Kleine Preise und Kinder-Wäsche. Weiß, wann, Bettwäsche, StrUtt- und Strumpfwaren usw.usw. Das entschiedene Nein Der amerikanische Gewerkschaftsbuiid in einer Öffentlichen Protesterklärung: Der Plan ist ungerecht und unmenschlich gegenüber Millionen Juden, deren einzige Hoffnung Palästina ist Und denen im Fall der Teilung Vernichtung droht. Das Mandat ist England nicht gegeben worden, damit es Palästina teile, sondern däfflit es dort gemäß seinem Versprechen die Errichtung der nationalen jüdischen Heimstätte fördere. . . *; ■ ■ ■ Winston Churchill schreibt im „Evening Ständard": Der . Teilungsplan ist ein. Akt der Verzweiflung. Es ist unmöglich, daß das Land von der Größe einer englischen Grafschaft Raum für die aus vielen Ländern vertriebenen Juden bieten könne. Besonders abzulehnen ist der Plan aus militärisch-strategischen Gründen. - ' '* Lloyd Georges schreibt im „Sürtday Express" unter dem Titel „E"in skandalöser Plan" : Alle Hoffnungen der Juden' sind zerstört, weil England sein Versprechen nicht gehalten hat. Was jetzt von Palästina für die Juden übrig bleibt, ist ein kleiner Rest, mit dem sie nichts anfangen können. % ' . . > Lord Shell erklärt im Oberhaus"am 20. Juli: Dieses Spielzeugkönigreich kann gerade groß genug sein, um den Juden ein kulturelles Heim zu geben, aber damit rührt man nicht, an daß jüdische Problem. ..... -:' , : * r . - . : > . Justin Godaft, früherer Minister und. jetziger Senator, erklärte einem J.-T.-A.-Vertreter: '. Der Buchstabe und der. Geist des britischen Mandats sind durch den Teiluiigsplan verletzt, Großbritannien soll da^ Mandat in.dem Sinne ausüben, in dem es ihm gegeben würde, oder aber es zurückgeben. Colone! Wedgwood gab folgende Erklärung ab: Die jetzt vorgeschlagene Politik ist feige und für unser Prestige verhängnisvoll,.. Was wir anderwärts erfolgreich durchgeführt haben, konnte. geschehen, weil die britischen Beamten es. wollten und einen Erfolg anstrebten. In Palästina ist-es nur deshalb mißlungen, weil es von den Beamten sabotiert wurde. Das könnte sicher .gutgemacht . werden durch starke Regierung und Festigkeit beim, englischen Volk. * . General Smuts, t der frühere - Ministerpräsident und jetzige Justizminister der Südafrikanischen Union in . einer Botschaft an die Zionisten Südafrikas: Die Politik des Jüdischen Nationalheims und die Uebertragung des Mandats an Großbritannien Sind als Angelegenheiten von höchster Bedeutung unter dem Gesichtspunkt der hohen internationalen Politik und weitreichender strategischer Erwägungen beschlössen worden. Die gegenwärtigen Zusammenstoße zwischen Juden und Arabera.sind geringfügig im Vergleich mit diesen Erwägungen, Ihre Bedeutung ist durch die jüngste Entwicklung im Mittelmeergebiet erhöht worden. Für den Fall von Unruhen besteht immer noch die Alternative einer Regierung der festen Hand. 7fr - - > /; i . ■ Die Histadruth hielt am 12. Juli in Tel-Aviv eine Sitzung ab, bei welcher mit ^timmeneinhelligkeit in einer Resolution der Teilungsplan zurückgewiesen und gegen jede Aenderung des Palästina-Mandats wie ebenso gegen jede Einschränkung der Einwanderung protestiert wurde. * . Die Zionistische Exekutive selbst veröffentlichte am 7. Juli in London einen Protest, worin es heißt: Der Teilungsplan ist mit dem Mandat von 1922 nicht in Einklang zu bringen... Wir protestieren aufs schärfste gegen jede entstellende Anwendung des Mandatstextes von 1922 ... Die Vorschläge der Kommission werden in einem Zeitpunkt vorgelegt, da MÜlionen verfolgter Juden in Palästina die einzige Hoffnung für ihr Heil sehen. Stellungnahme der amerikanischen Delegation Aus Zürich: Der Führer der amerikanischen Delegation auf dem Zionistenkongreß und Vorsitzender der Exekutive der Zionistischen Organisation Amerikas, Louis L i p s k y, gab in einem Gespräch mit einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur die Erklärung ab, daß die amerikanische Delegation nicht gegen den Tel- 3 u n g s p 1 an stimmen werde; er glaube aüoh nicht, daß sich auf dem Kongreß auch nur 10 Prozent der Delegierten bereitfinden werden, für die extreme Forderung der unbedingten Ablehnung jeder Teilung einzutreten. (J. T. A.) Die Beratungen der Mandatskommission Entscheidung erst im September Aus London wird berichtet; Dem „Sunday Obs er v er" wird aus Genf berichtet, daß die Mandatskommission sich jetzt mit einer allgemeinen Erörterung des Palästina-Problems begnügen und im September nochmals zusammentreten dürfte, nach außen hin, um Ihre Meinungsäußerung zu formulieren, in Wirklichkeit aber, um die Stimmen der interessierten Mächte auf der Völkerbundversammlung berücksichtigen zu können. „Manchester Guardian" glaubt, daß die Kommission eine Stellungnahme vermeiden dürfte, falls Juden und Araber weiterhin in der Opposition zu dem britischen Plan verharren. Die Lage würde sich jedoch ändern, Wenn es Dr. Weizmann gelingen sollte, die Zionisten unter bestimmten Bedingungen, die auf dem Kongreß dargelegt Werden würden, für den TeUungsplan zu gewinnen. (Die Hoffnungen Englands! sind also auf Dr. Welzmann gerichtet. Die Red.) Ein wenig Erleichterung Aus Zürich wird berichtet: Zuverlässigen Berichten zufolge, die in den maßgebenden Kongreß kreisen aus Genf eingetroffen sind, wird die Mandatskommission den Teilungsgründsatz als beste Lösung der gegenwärtigen Lage in Palästina annehmen, jedoch vorschlagen, daß die britische Regierung einen detaillierten Plan vorlege. Dieser neue Plan würde abermals der Mandatskommission zu unterbreiten sein, die dann ihrerseits dem Völkerbundsrat Vorschläge machen würde. In der Zwischenzelt werde man sich bemühen, die Zustimmung der Juden und Araber zu dem Plan zu erlangen. Die Erklärung dea Kolonienministers vor der Mandatskommission, daß die britische Regierung ,ni cht eine sofortige Entscheidung über die Teilung Palästinas erwarte und auf den von der Kgl. Kommission vorgeschlagenen besonderen Plan nicht festgelegt sei, wurde in Kongreßkreisen mit einem Gefühl der Erleichterung aufgenommen. (Man glaubt, daß nach diesen Erklärungen die unmittelbare Gefahr der TeÜung beseitigt ist und eine Atempause geschaffen werde, die zur Er: langung besserer ' Bedingungen ausgenutzt werden kann. < Politische Demagogie/ die stottett ' Leider bringt es manchmal der Zufall mit sich, daß man bei einer politischen Orientierungsfahrt auf ein paar Zeilen stößt, die —• so unsachlich sie auch sind — zu kurzem Verweilen einladen. Derlei geschah beim Durchblättern des Organs für das arbeitende Palästina „Der Jude", der in seinen Zeitnotizen sich mit der „Sch'uldfrage" beschäftigt, mit der Frage nämlich, wer an der gegenwärtigen politischen, ihren Tiefpunkt im Teilungsplan erreichten Situation schuld sei. Unter allen,Zionisten, welche die politische Entwicklung der letzten fünfzehn Jahre verfolgt haben, sogar unter solchen, die der Opposition fernstehen, besteht kein Zweifel, daß die Häuptschuld an unserem Zurückgedrängtwerden die zionistische Leitung trägt, die keiner britischen Attacke gegen unsere Rechte auf und in Palästina mit der erforderlichen Stärke und Promptheit entgegengetreten ist; ja, mehr noch: die die wirkliche Lage der zionistischen Massen verheimlicht hat; ja, noch mehr: die die Lage der zionistischen Massen Jahr um Jahr als zufriedenstellend dargestellt hat. Weizmanns stereotype Wendung, die Lage sei „satisfactory", ist ein geflügeltes Wort mit ironischer Bedeutung geworden. Das ist eine Tatsache, das ist allen jeweiligen Kongreßteilnehmern bekannt. Der „We izmannismüs", d. i. der Mangel an eigenem Mut, der Mangel an Vertrauen zur jüdischen Kraft, die Sucht, jedem Kämpf auszuweichen, das Bestreben, den englischen Wünschen entgegenzukommen, kurzum die Plan- und Kraftlosigkeit der zionistischen Führung, trägt die Hauptschuld an der gegenwärtigen Lage. Nie hätte eine Mandatarmacht gewagt, dem jüdischen Volk ein „geteiltes" Palästina anzubieten, nie hätte eine britische Regierung solch eine offen-» kundige Beleidigung dea jüdischen Volkes gewagt, wenn sie gewußt hätte, daß sie auf unbeugsamen Widerstand stoßen wird. „Der Jude" versucht (was nur einem fiachköpflgen Marxismus entspringen kann), die Judenstäatspartei anzugreifen, weil sie den WeizmannismUs ins rechte Licht gerückt hat, indem er schreibt: „Die Judenstaatspartei, deren absolute Bedeutungslosigkeit gerade die jüngsten Kongreßwahlen aufs überzeugendste bewiesen haben, nimmt den Teilungsplah der britischen Regierung zum Anlaß, um dem „Welzmannismus" die Schuld . . . zuzuschieben." Ein paar Zeilen weiter setzt sich „Der Jude" für das — „Pari- Die Nachricht, daß die Mandatskommission die Teilung als beste Lösung empfehlen werde, wird scheinbar deshalb in den Kongreßkreisen verbreitet, um, für Weizmanns Konzept Anhänger zu gewinnen. Weizmann geht nach Genf Aus Zürich wird weiters gemeldet: Am Vorabend der Kongreßeröffnung hielt das zionistische Aktions-Kömltee eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, daß Dr. Weidmann sieh nach• Genf begeben soll, um der Mandatskommission des Völkerbundes den Beschluß des Kongresse« hinsichtlich des Teilungsplattes persönlich zu übermitteln. Das Programm der Mandatskömmission Aus Genf wird gemeldet: Das offizielle Kommunique über die Beratungen, die am Vor- und Nachmittag des 2. August fortgesetzt wurden, teilt mit, daß die Anhörung der Vertreter der Mandats macht zunächst unterbrochen worden sei, ^um der Kommission zu ermöglichen, Ihr Arbeltsprogramm zu prüfen. Auf Grund eines längeren Meinungsaustausches wurde folgender Plan aufgestellt: 1. Prüfung der Mandats Verwaltung in den letzten zwei Jahren. 2. Soll festgestellt werden, ob das der Kommission vorliegende Material ausreicht, um dem Rat eine Meinungsbildung über das Problem als Ganzes und auch über die verschiedenen vorgeschlagenen Lösungen zu ermöglichen. Erforderlichenfalls soll der Vertreter der Mandatarmacht gebeten werden, das vorliegende Material im Laufe der Tagung zu ergänzen. 3. Soll dem Völkerbundsrat ein Bericht Uber die Vor- und Nachteile jeder der verschiedenen Lösungen erstattet werden, nämlich: a) die Beibehaltung des bestehenden Mandats; b) Abänderungen des Mandats; c)l Kantonisierung, d. h. Beschränkung der jüdischen Eiwanderung auf bestimmte, näher zu bezeichnende Bezirke Palästinas; d) Teilung; e) sonstige Möglichkeiten, die sich aus der Aussprache ergeben. Im Laufe der Prüfung des vorliegenden Materials soll ferner untersucht werden, ob das Mandat, wie es im Jahre 1922 geschaffen wurde, an sich durchführbar ist, oder ob hinzugekommene Umstände es unmöglich gemacht haben, seine Durchführung ohne grundlegende Aenderungcn in Aus sieht zu nehmen. tätsprinzip" ein, für einen Begriff, von dem nur Gott allein weiß, was er in der Praxis bedeuten soll, indem er schreibt: „Die Paritätsidee war unsere letzte Chance, einen großen Teil des britischen Volkes für utts zu gewinnen, die jüdische Arbeiterschaft hat sich, mit Weizmann an der Spitze (gehört auch e r zur jüdischen Arbeiterschaft? D.^Red.) bei der Aktionskomiteesitzung zur Gänze hinter dieses politische Prinzip gestellt." Und jetzt kommt die arme Judenstaatspartei, die bedeutungslose, um die sich niemand schert, die keinerlei Einfluß hat, kurzum eine Niemandspartei, und was tut sie? Ueberlassen wir dem „Juden'^ das Wort. Er schreibt nämlich: „Es (das politische Prinzip der Parität) wurde von den Judenstaatlern zu Fall gebracht . . ." Von den armen, bedeutungslosen Judenstaatlern! Die Logik dieser Beweisführung entbehrt nicht einer gewissen Pikanterle. Aber der Tanz um das goldene Weizmann-Kalb geht weiter. Die Herren „Juden" und die ihnen Hörigen lassen von ihrer zum Untergang führenden Politik nicht ab. „Der Jude", veröffentlicht in der jetzt zitierten Ausgabe 1. das Veto der Jewish Agency (also ihres Weizmanns)' gegen den Bericht der Kgl. Kommission und 2. die den Teilungsplan ablehnende Resolution der Arbeiterpart ei, u.zw.: Ad 1. „Die Heilmittel, die die Kgl. Kommission' vorschlägt, und ebenso der Plan einer Teilung Palästinas sind mit dem Mandat von 1922 absolut unvereinbar. Bevor man diese Vorschläge durchführen kann, muß das Mandat durch den Völkerbund geändert werden und das Problem Palästina vor einem internationalen Forum neuerdings geprüft werden." Aber das Idol der Linken, Präsident Weizmann, wartet nicht, läßt nicht ändern und nicht prüfen, sondern empfiehlt eben dieses Teilungsprinzip. Ad 2. „Der Rat der Arbeiterpartei erblickt keiner Lösung der Frage im Vorschlag, der vorgibt, einen, jüdischen Staat schaffen zu wollen." Aber Herr Ben Gurion, der führende Mann der Exekutive und der führende Mann der Arbeiterpartei, rennt jetzt in Zürich den Neinsagern die Türen und Hirne ehv sie mögen sich um Gottes Willen dem Teilungsprinzip geneigt zeigen. Mit solcher Unlogik den Lesern den Wert der Agency- und Arbeiterparteipolitik vor Augen führen und den patriotischen Zionismus der JudenstaatLe? verdächtigen wollen, das ist -politische Demagogie; allerdings eine, die man durchschaut; allerdings eine, die ötottert.

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