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Die neue Welt · 1937-07-30 · Heft 676 (30.7.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 676 (30.7.1937)
Date
1937-07-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 676 vom 30. Juli 1937 DIE NEUE WELT Seite 5 Ein bedeutsames Werk Um die Regierungsform in Palästina Herzlichsten MaSeltOW entbieten Herrn Dir. Uemokk Hott ™« QmakliH ^mnch der am 1. August in London stattfindenden Vermählung ihres Sohnes Teddy mit Frl. Marjorie Leewarden Osia* Schächter und Frau Herzlichst beglUCkWOnSCht Herrn Dir. Hermann Kolb und Gemahlin anläßlich der am 1. August in London stattfindenden Vermählung ihres Sohnes Teddy mit Frl. Marjorie Leewarden ___________Buchrevisor Heinrich Wein Eng!i§die Regierung beharrt auf Teilung§plan Stellungnahme des Völkerbundes — Die Regierung ist entschlossen! — Drohungen gegen das jüdische Recht Aus London wird gemeldet: In offiziellen Kreisen ist man der Ansicht, daß die von der Regierung in ihrer Erklärung vom 8. Juli vorgezeichnete Politik durch die Entscheidung des Unterhauses nicht berührt worden ist. Wohl aber wird anerkannt, daß die unmittelbaren Pläne der Regierung einen Rückschlag erlitten haben. Kolonienminister Ormsby-Gore wird nicht mehr die Möglichkeit haben, die Mandatskommission dadurch zu beeinflussen, daß er ihr einen vom Parlament genehmigten Plan vorlegt. Der von dem Unterhaus angenommene Ab- Inderungsantrag von Churchill und Lloyd George bewirkt, daß der Bericht dem Völkerbund jetzt mit dem Ziele vorgelegt wird, es der Regierung zu ermöglichen, nach angemessenen Untersuchungen dem Parlament einen bestimmten Plan vorzulegen, in dem die Empfehlungen der Regierungserklärung zu dem Weißbuch voll berücksichtigt werden. Der parlamentarische Mitarbeiter der „Times'* kennzeichnet zusammenfassend die Lage der Regierung folgendermaßen: Die Minister halten es für ihre Pflicht, dem Parlament nach Beratungen mit allen interessierten Faktoren einen Plan vorzulegen. Sie sind nicht damit einverstanden, daß der in der Nacht zum 22. Juli angenommene Kompromißantrag zu einer Etappe weiteren Hinausschiebens und zu Versuchen, zu feilschen, führen soll. Sie sind entschlossen, an die Vorbereitung des detaillieerten Planes heranzutreten, sobald der Völkerbund ihnen den Auftrag hiezu gibt. Inzwischen, schreiben die „Times", ist die Regierung entschlossen, Frieden, Ordnung und gute Verwaltung in Palästina aufrechtzuerhalten, ernste Unruhen mit Waffengewalt zu unterdrücken, Bodentransaktionen, die den vorgeschlagenen Teilungsplan beeinträchtigen könnten, zu verhindern, und die jüdische Einwanderung vorläufig einzuschränken. Ihre Politik hat die Schlußfolgerungen der Palästina-Kommission zur Grundlage und dies muß auch weiter so sein. Es ist die einzig Mögliche Vorbereitung einer endgültigen Lösung, die nach den Worten der Kommission die „unschätzbare Wohltat des Friedens" mit sich bringt. # Der „Manchester Guardian" schreibt: Wenn die Regierung, wie es zu erwarten ist, an der Teilung festhält, dann würde eine Beratung mit Juden, Arabern und britischen Fachleuten, mit oder ohne einen gemeinsamen Ausschuß der beiden Häuser des Parlaments, die Sache besser machen. Diejenigen Abgeordneten der Arbeiterpartei und der Liberalen, die die Teilung mit Stumpf und Stiel verurteilen, sollten bedenken, daß, wenn sie zu Fall gebracht wird, aller Wahrscheinlichkeit nach Regierung und Palästina- Verwaltung das gegenwärtige Mandat so handhaben werden, daß die Zahl der Juden in einem Maße begrenzt wird, das die Araber nicht allzu sehr ärgern soll, das sie aber gewiß dennoch ärgern wird. , Aus Jerusalem: Wie verlautet, haben alle palästinensischen Banken Rundschreiben von der Regierung erhalten, in denen sie ersucht werden, ihre monatlichen Finanzberichte entsprechend dem T e i 1 u n g s p 1 a n abzufassen und gesonderte Abrechnungen für die geplanten arabischen und jüdischen Territorien sowie für das britische Mandatsgebiet, einschließlich Haifa, vorzunehmen. (J. T. A.) Die „Schwarze Hand" in Palästina Aus Jerusalem: Am Dienstag, den 20. Juli, sind durch Mitglieder der Terrororganisation „Schwarze Hand" zwei Araber erschossen worden, einer in Haifa und einer in Jaffa. An der Eisenbahnkreuzutig in Lydda ist eine Bombe geworfen worden. Im Hafen von Haifa wurde ein Koffer mit Waffen und Munition gefunden, der offensichtlich für die arabischen Terroristen bestimmt war. Der Eigentümer ist geflüchtet. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. (J. T.-A.I Das seit langem erwartete Werk von Dr. I. M. M a c h o v e r, dem Mitglied der Weltexekutive der Judenstaatszionisten, ist soeben in deutscher Sprache im Dr.-Heinrich-Glanz-Verlag, Wien, erschienen. Wenn auch das Buch „Um die Regierungsform in Palästina" heißt, so wächst doch dessen Inhalt weit über den engen Titel hinaus. Dr. Machover hat das ganze Material, das sich auf das Verhältnis Englands zu den Juden, den Arabern und zum Völkerbund bezieht, zusammengetragen, gesichtet und mit ihm ein Werk aufgebaut, das bisher in der politisch-zionistischen Geschichte gefehlt hat. Machovers Werk bekommt seine außerordentliche Bedeutung dadurch, daß es auf Grund aller authentischen Dokumente nachweist, in welcher Weise das jüdische Volk Anspruch auf die Kolonisation Palästinas hat und daß, unbeschadet aller gegnerischen Versuche, Balfour-Deklaration und Mandat die Grundlage unseres politischen Rechtes auf Palästina bilden. Mit blendender Schärfe und logischer Sicherheit zeichnet Machover die Haltung der Mandatskommission und des Völkerbundes gegenüber den jüdischen und arabischen Forderungen. Das Material, das der Autor dieser Haltung zugrundelegt, kann ohne Uebertreibung als Geschichte der jüdisch-palästinensischen Politik, ja als das wichtigste Stück des politischen Zionismus bezeichnet werden. Es geht nämlich aus allen Dokumenten, Berichten Englands an den Völkerbund und aus allen Aeußerungen seiner ver- ErdötVMarkt in Palästina Der Erdölverbrauch Palästinas vor dem Krieg war sehr geringfügig und auf Kerosene für den Licht- und Hausbedarf beschränkt. Nach dem Krieg ist der Import sprunghaft gestiegen und beläuft sich zur Zeit auf etwa monatlich 7000 t Brennöl, 3000 t Benzin, 4000 t Kerosene, ferner einige hundert Tonnen Schmieröl usw. Im kleinen Palästina arbeitet, verglichen mit den europäischen Oelmärkten, eine sehr große Anzahl von Oelhandelsgesellschaften. Die bei weitem größte ist die englische' Shell Company of Palestine Ltd. Ihr Arbeitsgebiet umfaßt alle Petroleumprodukte und Derivate (einschließlich Asphalt und Asphaltemulsionen, Insektenbekämpfungsmittel, Polituren, Malariabekämpfungsmittel und anderes). Die Leitung ist in Jerusalem; in Haifa und Jaffa-Tel-Aviv befinden sich große Zweigniederlassungen. In allen anderen Städten und Kolonien ist1 die Shell Co. durch Agenten vertreten, deren Zahl sich auf 28 beläuft, unter denen sich 11 Juden und 17 Araber befinden. Die Gesellschaft ist auch in Transjordanien durch Agenten vertreten. Die Hauptpetroleumreservoire befinden sich in Haifa, wo die Tankdampfer entladen; die Reservoire haben eine Fassungskraft von etwa 40.000 t. Die Blechbehälterfabrik der Shell Co. of Palestine befindet sich ebenfalls in Haifa, sie hat eine Tageskapazität von 5000 bis 6000 Behältern zu 4 Gallonen in einer Schicht. Die Gesellschaft beschäftigt in den drei großen Städten direkt einen Stab von etwa 400 Angestellten, der — von der englischen Direktion und einigen englischen Fachkräften abgesehen — sich aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Landes zusammensetzt. Eine sehr große Zahl von Angestellten wird naturgemäß von den Agenten der Gesellschaft beschäftigt. Die Shell Co. unterhält einen Stab von Fachingenieuren, der den Kunden unentgeltlich zur Beratung Uber alle Fragen zur Verfügung steht, die den Gebrauch der verschiedenen Brennstoffe für Fahrzeuge, stationäre Maschinen und alle Abschmierprobleme betreffen. Besonders hervorzuheben sind die Anregungen, die von der Shell-Company auf die Entwicklung des Straßenbaues in Palästina ausgegangen sind und die sehr zur Verbesserung der Straßendecken beigetragen haben. Die Shell Co. liefert von ihrer Raffinerie in Suez aus jede Art von Asphalt und unterhält einen Stab von Fachingenieuren, die ununterbrochen auf eine Verbesserung und Entwicklung der Straßenbaumethoden hinarbeiten. Die Socony-Vacuum Oil Co. vertritt amerikanische Interessen. Ihr Zentralbüro befindet sich in Jerusalem, in Jaffa-Tel-Aviv und Haifa befinden sich Niederlassungen, in Haifa sind große Tankanlagen installiert. In den übrigen Orten Palästinas und Transjordaniens ist sie durch Agenten vertreten. Die Societe" du Naphte S. A. (A. I. Mantacheff & Cie) ist ein kleiner, aber alter Konzern, der mit den früheren russischen Interessen verbunden war. Die Gesellschaft verkauft Benzin, Kerosene, Brenn- und Schmieröle. Das Hauptbüro befindet sich in Jaffa-Tel- Aviv. Die Belpetrole S. A. B. hat am palästinensischen Geschäft nur einen kleinen Anteil, sie führt die wohlbekannte „Bear"-Marke. Sie arbeitet auch in Aegyptön und hat einen Vertreter in Haifa. Die National Petroleum Company ist die Zweigniederlassung einer in Alexandrien arbeitenden Gesellschaft und ist hier durch Agenten vertreten. Die Sociöte" antwortlichen Männer klar hervor, daß die britische Regierung das Mandat als das Grundgesetz des Landes betrachtet hat, oder anders gesagt: daß das Mandat die Errichtung des jüdischen Nationalheims verbürgt. Geradezu dramatisch wirkt in der Darstellung Machovers die vollständige Aenderung der Haltung der britischen Regierung nach der letzten arabischen Revolte. Machover führt die Momente an, welche zur bedeutsamen Abkehr Englands von seiner bisherigen Politik führten und die einen vollkommenen Bruch der Bedingungen des Mandats darstellen. Er gibt hier indirekt zu erkennen, daß die zionistische Führung keine Ahnung hatte von dem, was hinter den Kulissen vorging. Das zu konstatieren, ist gerade in einem Augenblick wichtig, wo der Zionismus in einer entscheidenden Phase seiner Entwicklung steht. Die Arbeiten der Mandatskommission in Genf und die Beschlüsse des Zionistenkongresses in Zürich werden unmittelbar in das Schicksal des jüdischen Palästina eingreifen. Machovers Werk, auf das wir noch zurückkommen werden, gibt uns die wichtigsten Fingerzeige für die Beurteilung der Lage. Jeder, der sich über die politischen Aktionen Englands, der Araber und der Zionisten seit der Balfour-Deklaration informieren will, findet in Machovers Buch alles, was er für diesen Zweck braucht. Wir stehen nicht an, das Buch „Um die Regierungsform in Palästina" ein Standardwerk der zionistisch-politischen Literatur zu nennen. Egyptienne de Petrole arbeitet in Palästina in ähnlicher Weise. Der kleine palästinensische Markt wird also durch eine verhältnismäßig große Anzahl von Oelhandelsgesellschaften versorgt. Es ist darauf hinzuweisen, daß ein sehr großer Anteil am Petroleumverkaufspreis im Lande in Form von Löhnen, Gehältern, Kommissionen, Händlerprofiten, Frachtspesen, Regierungssteuern verbleibt und ausgegeben wird. Auch der Anteil, der auf Gehälter der englischen und anderen ausländischen Direktoren und Experten entfällt, wird zum größten Teil im Lande verausgabt. Ein Teil des Erdölgeschäftes in Palästina, vor allem der Absatz von Schmierölen und -fetten, ist Gegenstand eines besonders heftigen Konkurrenzkampfes. Die Gesamtzahl der Agenten, die Schmiermittel der verschiedenen Arten vertreiben, beläuft sich auf 25 bis 30. (Palnews.) Polnisdiovumämsdie Einheitsfront gegen Tenlung Palästinas gefordert Aus Bukarest wird berichtet: Die nationalistische Tageszeitung „Curentul" hat eine Rundfrage über die geplante Teilung Palästinas veranstaltet. Jüdische und christliche Leser werden zur Beantwortung der folgenden drei Fragen aufgefordert: 1. Glauben Sie, daß Rumänien gegenüber der geplanten Teilung Palästinas und der dadurch bedingten Verringerung der jüdischen Einwanderung, die den Abfluß von Juden aus Ländern verllindern würde, die, wie Rumänien, einen Ueberschuß an Juden haben, gleichgültig bleiben kann? 2. Ist es nicht notwendig, daß die jüdische Bevölkerung die Möglichkeit der Auswanderung hat, damit durch wirksame friedliche Mittel Ausbrüche von Gewalttätigkeit bei den Massen angesichts der heute in Rumänien vorhandenen ausgesprochen antise m i tischen Stimmung verhindern werden können. 3. Ist es nicht notwendig, daß der rumänische Außenminister Victor Antonescu, der auch Berichterstatter der Mandatskommission des Völkerbundes ist, eine internationale jüdische Auswanderungspolitik durch Schaffung von Kolonisationsmöglichkeiten unterstützt? Gleichzeitig mit diesen Fragen erschien in dem Blatt ein Leitartikel seines Hauptschriftleiters, des bekannten Abgeordneten Pamfil Seicaru, in dem an der Palästina-Politik Englands Kritik geübt und verlangt wird, daß Rumänien und Polen eine Einheitsfront zur Bekämpfung der geplanten Teilung Palästinas bilden. Seicaru regt weiter an, daß der rumänische Außenminister vom Völkerbund verlangen solle, daß die Möglichkeit zur Auswanderung von 500.000 rumänischen Juden nach Palästina geschaffen werde. Der von dem „Curentul" mit seiner Rundfrage veranstalteten „Volksabstimmung" wird im Hinblick auf die engen Beziehungen des Blattes zur Regierung nicht unwesentliche Bedeutung beigemessen. (J. T. A.) pilllllilillllilllllllllllllllilllllllilllH 1 RASCHf BILLIG UND BEQUEM I 1 GRÖSSTE SICHERHEIT! Uoborhindstalirlen nach allen Sommerfrischen, insbesondere nucli 5- I KOBERSDORF H Sauerbrunn, Baden, Vöslau,Semmering usw. §y §= zu äußeret mäßigen Preisen ubernimmt — | Hans Bergmann Wien II, Nickelgasse 3 I eh Autotaxiunternemung / Telephon A-45-9-80 / nächst der Augartenbrücke =i rflllllllllllllllUM

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