Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 672 (16.7.1937)
- Date
- 1937-07-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. .672 vom 16. Juli 1937 \ treffen sich im bekannten It^JJ Restaurant Vorzüglich«, abwechslungsreiche Mittag* und ll,Hammer-Purgstallfftf^V^ f 16-°* m**n Gasse 7 alle orientalischen Spezialitäten am Rost und Spieß, Telephon A-45-6-42 hat, ist die Turiner „La Stampa". Das Blatt schreibt» daß die Engländer den Arabern jetzt einen schweren Schlag versetzen wollen und dabei Von den Juden unterstützt werden. England hoffe, daß sich eine AÜS* sieht biete, das Gleichgewicht im Mittel* m e e r au ändern. Trotz der allgemeinen Zurückhaltung der italienischen Presse ist die Absicht ersichtlich, Englands Pläne im Vorderen Orient als Hindernisse für die italienischen Aspirationen am Mittelmeer hinzustellen. Die Stimmung in London Kampf wird vorgespiegelt Wie der Londoner Korrespondent des „Moment" meldet, ist die englische Judenheit mit dem Bericht der Kommission unzufrieden. In den nächsten Tagen werden sowohl in London als auch in der Provinz Protestversammlungen stattfinden. Es verlautet, daß auch die jüdischen Gemeinden sich gegen den Vorschlag stellen werden. Lady R e a d i n g, die Tochter des verstorbenen Lord Melchett hat in „News Chronlcle" einen Artikel Uber den Bericht veröffentlicht, worin sie sarkastisch bemerkt, daß man an die Tür des neu zu errichtenden jüdischen Staates die Aufschrift setzen sollte: „Nur Stehplätze". Der einzige Trost bestehe darin, daß man nichts mehr abschneiden könne, da die Grenze das Meer sei. Lady Reading greift den Bericht an, well in dem neuen Staat, Jerusalem nicht eingeschlossen ist, sie fordert den Einschluß des Negew und der jüdischen . Konzesäionsgebiete (Ruthenbergs Elektrizitätswerke und Potash-Company). Ben Gurion hat im „Daily Herald" (Organ der englischen Arbeiterpartei), einen Artikel veröffentlicht, wo er den Bericht scharf kritisiert und insbesondere den Ausschluß Jerusalems aus dem jüdischen Teil bemängelt. Eine prinzipielle )t^iehnung liegt nicht vor. In gewissen politischen Kreisen wird erklärt, daß Präsident Weizmann^nach Veröffentlichung des Berichtes sein Amt niederlegen wollte. Der Rücktritt Weizmanns sei nicht zustandegekommen, weil^ seine Freunde ihn davon zurückgehalten hätten. Weizmanns Freunde waren der Ansicht, daß er nicht ein paar Wochen vor dem Kongreß-sein Amt niederlegen dürfe, und daß der Kampf erst beginnen würde. Im übrigen ergäbe sich, aus zu den Zusatzerklärungen zum Bericht, daß die englische Regierung noch nicht ihr letztes* Wort gesprochen habe..- . . .Diese Meinung herrscht in der Great Russel-Street (Sitz der Zionistischen Exekutive in London), vor. Dort ist .man trotz, der Enttäuschung nicht verzweifelt, mani .rechnet mit der bevorstehenden Debatte, im Unter- . h a u s. Es ist bekannt, daß eine große Zahl von Abgeordneten .sich an der Debatte (die Uhterhausdebatte soll Dienstag, den 20. Juli, stattfinden. D. Red.) beteiligen und gegen die Empfehlungen der Kommission auftreten werde. Den Ständpunkt der Regierung werden Kolonienminister O.rm.sby-Gore und Lord Winterton, der araberfreundliche Politiker, vertreten, der heute im Kabinett sitzt. Die Heranziehung des Lord Winterton in dieser Angelegenheit bedeutet, daß die Regierung entschlossen ist, den Teilungsplan durchzuführen. Der Debatte wird man entnehmen können, was die Regierung in dem Fall, in welchem sich Vüe Abgeordneten gegen den Plan aussprechen werden, als letzten Versuch unternehmen wird. Wie es heißt, wird die Exekutive mit einem einheitlichen Plan vor den Kongreß treten und vom Kongreß eine entschiedene Antwort verlangen. Sie rechnet mit einer großen Mehrheit für ihre Politik, zumal die palästinensi? sehe linke Arbeiterfront „Histadruth" wie bisher auch weiterhin die Weizmann-Politik mitmacht und jede Kompromißpolitik gutheißt, soweit sie -ihren Klasseninteressen nicht zuwiderläuft. Palästina-Debatte in beiden Häusern des englischen Parlaments Aus London: Der politische Korrespondent des j,Daily Telegraph" teilt mit, daß die Debatte über den Bericht der Kgl. Kommission im Unterhaus am kom- "menden Dienstag stattfinden wird. Da kein Gesetzesvorschlag unterbreitet wird, werden die Abgeordneten nicht in der Lage sein, durch eine Abstimmung sich für oder gegen die Teilung auszusprechen. Lord S n c 11 hat angekündigt,, daß er den Bericht der Kgl. Kommission im Oberhaus zur Sprache bringen wird. Auch die Debatte im House of Lords wird für die nächste Woche erwartet. (J. T..A.) „Arische" Kolonien im jüdischen Staat Aus Jerusalem: Wie die „Times" melden, sind die Bewohner der deutschen Siedlungen, welche größtenteils in der geplanten jüdischen Zone liegen, Über die Aussicht, unter jüdische Herrschaft gestellt zu werden, bestürzt. Die Deutschen glauben, daß sie unter jüdischer Herrschaft als Objekte von Repressalien (!) für „die Behandlung der Juden im n a t i on als o z i a 1 i s ti - 'sehen Deutschland" gebraucht werden könnten. Die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden sind am Juli im deutschen Generalkonsulat In Jerusalem zusammengekommen, um die zu unternehmenden Schritte -iu beraten. jt.J, T. A.), England wegen des Teilungsplanes in Verlegenheit Bevor noch der von der Kgl. Kommission emp* fohlene und von der englischen Regierung angenommene Teilungsplan von den kompetenten Faktoren zur Diskussion gezogen wird, machen sich schon Anzeichen lebhaften Interesses bemerkbar. England versucht, „auf privatem Weg" sich Sympathien für sein Projekt zu verschaffen, obwohl nicht ersichtlich ist, wie weit der ganze Teilungsplan ernst gemeint ist. Wie aus London gemeldet wird,'hat der amerikanische Bo t s chafterin London, R. W. Bingham, im Auftrag der Regierung der Vereinigten Staaten am Freitag eine längere Unterredung mit Außenminister Anthony Eden über das Palästina- Problem und im besonderen über die Teilungsvorschläge der Kgl. Kommission abgehalten. Ueksian tUtslem - SewHeeikQ Eine diesbezügliche Bestätigung erhalten wir aus Washington. Staatssekretär Cordell H u 11 teilte nämlich mit, daß im Verlauf des letzten. Weekend zwischen der amerikanischen und der englischen Regierung ein zwangloser Meinungsaustausch in der Frage der T e ilung Palästinas im Zusammenhang mit dem Bericht der Kgl. Kommission stattgefunden habe. Das State Departement (amerikanisches Außenministerium), teilte Hull mit, werde noch vor der Entscheidung des Völkerbundes eine Erklärung Uber seine Stellungnahme veröffentlichen. Wie eilig es die englische Regierung mit der Behandlung seines Palästina-Projekts hat, ersieht man aus . einer Genfer Meldung, wonach Außenminister Eden sich mit Quevedo, dem Londoner Gesandten von Ecuador und jetzt amtierenden Präsidenten' des Völkerbundrates, Fühlung genommen hat. t Eden will durch telegraphische Befragung aller Ratsmitglieder erreichen, daß der Völkerbund die Mandatskommission, die am 30. Juli zusammentreten wird, beauftrage, schön während der außerordentlichen Palästina-Tagung die Vorschläge der Kgl. Kommission über eine Teilung des Landes zu prüfen und zu ihnen gutachtlich Stellung zu nehmen.. Demgegenüber meldet Hayas aus" Genf, daß .die Mandatskommission des Völkerbundes den Bericht der Kgl. Kommission und der englischen Regierung über Palästina wahrscheinlich erst im Septem« b e r behandeln wird. Bisher war es nicht möglich, diese Meldung auf Grund anderer Quellen zu überprüfen. Falls sie sich bewahrheitet, so würde di,e. Mandatskommission gleichzeitig die endgültige Stellungnahme der Juden nach den Beschlüssen des XX. Z i onistenkongresses berücksichtigen können. Der ganzen Sachlage nach ist allerdings nicht anzunehmen, daß die Mandatskommission die Beschlüsse des Zionistenkongresses zur Grundlage ihrer Beurteilung des Palästina-Problems nehmen wird. Auch die Palästina-Regierung arbeitet scheinbar emsig an der Vorbereitung des Teilungsprojekts. Wie aus Jerusalem gemeldet wird, hat sich High Commissioner Sir Arthur Wauchope im Flugzeug nach Amman begeben, wo er mit Emir Abdullah von Trans Jordanien Beratungen über die in dem Bericht der Kgl. Kommission enthaltenen Vorschläge abhalten wird. Das ist weiter nicht verwunderlich, wenn man weiß, daß Wauchope zu den Initiatoren des Teilungsprojekts gehört- und Emir Abdullah zu seinem Günstling avanciert ist. Die Bevorzugung Emir Abdullahs bedeutet einen harten Schlag für den extremistischen Großmufti von Jerusalem, der im Jerusalemer Bürgermeister Nashashibi, dem Führer der gemäßigten Araber, einen, gefährlichen Rivalen erhalten hat. Wie weiters aus Jerusalem gemeldet wird, soll Nashashibi zum Ministerpräsidenten des zu schaffenden arabischen Staates ernannt werden. ..... Ablehnende Hallung Palästinas Aus Tel-Aviv meldet J. Ti A.: Die palästinensische sozialistlache Arbeitergewerkschaft (Histadruth) hat in einer zwei Tage andauernden außerordentlichen Konferenz; zu dem Bericht der Peel- Kommission und, dem Statement of Policy der englisch e n Reg i e ru n g Stellung genommen. Die Konferenz faßte mit Stimmeneinhelligkeit eine Resolution, in der der Teilungsplah zurückgewiesen und gegen jedwede Aenderung!deS* Palästina-Mandats, ebenso gegen die Einschränkung der Einwanderung, protestiert Wird; Diepolitische Situation;des Landes wurde ausführlich erörtert. Deine besteh Begleiter (.Reise u.Weekend .8 l M d l e a l t b e ic.a n.n. t e n Feinwurst- und Selchwaren Spezialitäten Zentrale und Postversand: Wien I, Kotensterngasse 12 # Auf der am 12. Juli, abgehaltenen Sitzung der Munizipalität von T e 1 - A v i v legte der Bürgermeister Israel Rokach. namens der Stadt energisch Protest gegen den Teilungsvorschlag ein, der die wichtigsten Gebiete, und so alte jüdische Siedlungen, wie Dagania vom jüdischen Gebiet abtrennt und die Juden ihrer historischen Städte Jerusalem und Hebron beraubt. Rokach protestierte besonders gegen die Aufhebung des Palästina-Mandates und appellierte an Großbritannien, seinen Verflichtungen gegenüber den Juden ehrenvoll nachzukommen. * Die von Ragheb Bey Nashashibi geführte Arabische Verteidigungspartei hat eine Resolution angenommen, in der der Plan einer Teilung Palästinas verurteilt wird. Aus dem Bericht der KgK Kommission Im zweiten Kapitel des Peel-Berichtes wird die Geschichte der Balfour»Deklaration und des Palästina- Mandats behandelt. Hier findet sich eine charakteristische Stelle: Auf Grund aller maßgebenden / Interpretationen, einschließlich des Ohurohill-W e i ß b u c h e s vom Jahrel93 2, wird vonder Kommission anerkannt, daß dasZiel de»Mandats die Schaffung eines Juden Staates in Palästina ist. Wenn von der sofortigen Errichtung eines Judenstaates abgesehen wurde, so darum, weil man das Land nicht jüdischer Herrschaft unterwerfen wollte, solange dio Juden eine Minderheit bilden. Es war aber vorgesehen, daß aus der sich entwickelnden jüdischen Gemeinschaft in Palästina mit der Zeit eiii Staat"werden sollte. Allerdings sei man hiebei von der Voraussetzung ausgegangen, daß die Araber von sich aus dieser Entwicklung zustimmen würden. Der geschichtliche Rückblick dieses Kapitels des Peel-Berichtes wird folgendermaßen zusammengefaßt:; 1. Die Araber waren vor und nach dem Ausbruch der Hedschasrevolütion von 1915 der Meinung;, daß im Falle eines Sieges der Alliierten Palästina in den Bereich arabischer Unabhängigkeit eingeschlossen werden würde. 2. 1917 versprach die britische Regierung, die Er* richtung eines Nationalheimes für das j.ü.d i* sehe Volk in Palästina zu erleichtern, unter der! Voraussetzung, daß die bürgerlichen und religiösen Rechte der Araber und anderer Nichtjuden nicht beeinträchtigt werden; die Juden verstanden dies dahin,, daß das Nationalheim, wenn das Experiment gelingt, sich im Laufe der Zeit zu einem Judenstaat entwickelnd .wird. 3. - Das Mandatssystem wurde als Mittel zuc Durchführung dieser Politik angenommen. Es enthielt gewisse allgemeine Verpflichtungen, hauptsächlich gegenüber den Arabern. Das Mandat selbst ent* hielt gewisse spezifische Verpflichtungen, hauptsächlich gegenüber den J u d e n. 4. Die Verbindung der Politik der Balfour-Deklaration mit dem Mandatssystem trug in sich dort Glauben, daß die Feindschaft der .Araber gegenüber! der ersteren (der Balfour-Deklaration) früher odor( später überwunden werden würde. Sollte diesen Glaube sich als falsch erweisen, dann wäre es sehr! schwierig, das Mandat durchzuführen oder zu beenden.) mtmmmmkmmmmmmmmamm^mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm AUTOCAR-OES ELLSCHAFTS REISE ' ■» nach £UNCH zum 20, ZlonlstenkongreB •und nach PSflS zur Weltausstellung Kombinierte bequeme Autocar- und Bahnfahrt. T e i 1 n e h m e r p r e i s c: Wien—Zürich—Wien im Autocar (Inkl. Stadtrundreisc, Versicherung und Kongreßlegitimation) ....... S 18.— Inkl. Verpflegung und Nächtigung während der Reise S 98.--» Wien—Zürich—Basel ir> Autocar, Basel—Paris im P-Zug . . und retour Wien............. . . S 188.-* Detto bei voller Verpflegung auf der Reise und 4 Tage Paria in gutem Hotel inkl. Frühstück und Mittagessen sowie Trinkgelder und sonstigen Abgaben . . . . , . S 178.—» Abfahrt: Wien, 25. Juli 1987 und 1. August 1937. Ende beider Reisen 15. August 1037. Auskünfte, llelseprogramm und Anmeldungen; Täglich von 5 bis 7 Uhr abends im Verband der Judenstaatszionlaten, II.. Prater* Straße 30, Tel. R-45-160-U. und Jüdische Kulturstolle. Wien, I.« Kai 3» Tel.. Rt28.2-36, ßästewillkommen!