Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 671 (13.7.1937)
- Date
- 1937-07-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 671 vom 13. Juli 193$ pflichtet sich, die Aufnahme der zwei neuen Staaten in den Völkerbund zu befürworten. Zur Sicherstellung der heiligen Stätten wird ein neues Mandat errichtet. Für den Fall, daß der Teilungsplan nicht angenommen wird, empfiehlt die Kommission: 1. Im Falle des neuerlichen Ausbruches von Unruhen in Palästina proklamiert die Regierung sofort den Kriegszustand im Lande. 2. Im Falle des Ausbruches von Unruhen ent> w a f f n e t die Regierung die Bevölkerung, und zwar zuerst die Araber und, dann die Juden. 3. In gemischten Gebieten, wo Araber und Juden wohnen, werden britische Distriktsoffiziere ernannt. 4. Die zentralen und lokalen Polizeireserven werden vergrößert, die berittene Polizei erhält Verstärkung. 5. Die jüdische Einwanderung nach Palästina wird auf die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes beschränkt und soll keinesfalls die Ziffer von 12.000 Einwanderern jährlich während der nächsten fünf Jahre übersteigen. 6. Die Kommission unterstreicht die Bedeutung der Erziehung der arabischen Bevölkerung und empfiehlt, daß das derzeit zwischen Arabern und Juden bestehende Budgetverhältnis im Unterrichtswesen nicht geändert werde. 7. Der High Commissioner erhält das Recht, den Bodenverkauf an Juden in gewissen Gebieten zu untersagen. 8. Im Falle des Verkaufes von Böden hat die Regierung für die Wahrung der Interessen des arabischen Verkäufers Sorge zu tragen. 9. Bodenverkauf wird nur in jenen Gegenden erlaubt, wo die extensive Landwirtschaft durch eine intensive ersetzt werden kann, d. h. nur in den Talern, nichtaberindenbergigenTeilen desLandes. Schon bei flüchtiger Betrachtung ergibt sich, daß hier offene Drohungen ausgesprochen sind, u. zw. ausschließlich gegen den jüdischen Teil des Landes, so daß von einer objektiven Stellungnahme der Peel-Kommission nicht die Rede sein kann. * Die britis:cheRegierüng schließt sich im wesentlichen den Empfehlungen des Berichtes an. Sie wird, heißt es im Regierungskommunique, alles unternehmen, um den Teilungsplan durchführen zu können. Bezüglich der wichtigen Afbeiterschedule macht die Regierung folgenden Vorschlag: In den acht Monaten von August 193T bis März 1938 soll die jüdische Einwanderung die Ziffer 8000 nicht überschreiten, vorausgesetzt, daß die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes eine Einwanderung dieses Umfanges erlaubt. Die Regierung gibt sich den Anschein, daß sie nach wie vor die Schedule nach der Aufnahmefähigkeit zuteilt. Es wird ihr allerdings niemand glauben, daß für April, Mai, Juni, Juli 1937 bloß 770 Zertifikate gerechtfertigt wären, während ab August 1937 rund 1000 Juden monatlich einwandern können. Das politische Manöver ist durchsichtig. Die formale Entwicklung der ie Dingt Genf/ Völkerbund, Amerika In der ordentlichen Sitzung des englischen Ministerrates am Mittwoch, den 7. Juli, wurden die Richtlinien für. die englische Palästina-Politik, die in dem den Bericht der Peel-Kommission begleitenden Statement of Police fixiert worden waren, endgültig festgelegt. Nach der Meinung der englischen Zeitungen, die sich alle sehr eingehend mit der neuen Palästina-Politik der Regierung befassen, wird sich die letzte Etappe der Entwicklung in Genf abspielen, wo die permanente Mandatskommission des Völkerbundes am 30. Juli eine Sitzung abhält Der britische Kolonienminister Ormsby-Gore ebenso wie der Sekretär der Kgl. Kommission, Martin, werden die britische Regierung in Genf vertreten und die Gründe auseinandersetzen, die die Regierung zur Annahme der Empfehlungen der Kommission bestimmt haben. Anschließend wird dann die Mandatskommission an den Völkerbund Bericht erstatten, der seinerseits auf der Septembertagung, wie man erwartet, zu einer Entscheidung kommen wird. Unter der Voraussetzung, daß Genf dem Plan seine Zustimmung erteilt, würden dann die Verbandlungen mit den arabischen und jüdischen Führergruppen aufgenommen werden, deren Einverständnis zur Durchfuhrung des Planes als . notwendig erachtet wird. Ferner sind Verhandlungen zwischen England und den Vereinigten Staaten, die Signatarmächte einer gemeinsamen Palästina-Konvention sind, notwendig. Gespannte Lage in Jaffa Aus Jerusalem: In Jaffa und Umgebung, wo arabische Agitatoren eine lebhafte Propaganda betreiben, ist die Situation gespannt. Den Juden ist geraten worden, nicht nach Jaffa zu kommen. Donnerstag abends kam es nach einem Verkehrszusammenstoß zwischen einem arabischen Lastwagen und einem jüdischen Personenwagen, bei dem zwei Juden getötet und zwei erbeblich verletzt wurden, zu erregten Straßenszenen, die erst nach und nach wieder abflauten. Arabische Demonstrationen gegen die Teilung Palästinas, wurden von der Polizei aufgelöst. .jfcT,AA Juden! Zionisten! Erez Israel, das uns verheißene Land, für das wir seit 2000 Jahren beten, für das wir seit 50 Jahren unter unerhörten Opfern kämpfen und das wir durch jüdischer Hände Arbeit zu neuem Leben erweckten, soll zerstückelt werden. Millionen gepeinigter Juden soll das jüdische Land durch den Bruch heiliger Vertrage verrammelt werden. Juden I Zionistenl Nicht zum ersten Male in unserer leidensvollen Geschichte wird der Versuch gemacht, unser Recht auf ein ungeteiltes Erez Israel in seinen historischen Grenzen zu vernichten. Auch dieser neue Versuch muß zuschanden werden. Das jüdische Volk muß der Welt beweisen, daß es nicht gesonnen ist, auch nur einen Fuß breit des heiligen Landes aufzugeben, und daß nur ein ungeteiltes Erez Israel die Judenfrage lösen kann. Wir rufen die Zionistische Exekutive auf, unnachgiebig zu bleiben. Wir rufen alle Juden auf, in unsere Reihen zu treten und für unser ewiges Recht auf Erez Israel und für die Zukunft unseres Volkes zu kämpfen. Denkt an die unzähligen Märtyrer, die ihr Leben für Erez Israel hingegeben haben, kämpft für Jeruschalajim, das *vieder erbaut werden möge noch in unseren Tagen. Juden! Zionistenl Ungebrochenen Mutes und gestutzt auf unsere gerechte Sache gehen wir in diesen Kampf und wollen ihn ausfechten bis zum Tage des Sieges, an dem das Wort Theodor Herzls erfüllt sein wird: „Die Juden, die wollen, werden ihren Staat haben." Zionistischer Landesverband für Oesterreich . Verband der Judenstaatszionisten Oesterreichs Misrachi Landesverband für Oesterreich Aus dem arabischen Lager Scharfe Opposition der Gemäßigten Aus Jerusalem wird gemeldet: Auf einer Versammlung der im Njashashibl« Block zusammengefaßten gemäßigten arabischen Parteien ist beschlossen worden, die Vertretung dieser Gruppen im Obersten Arabischen Ausschuß zurückzuziehen. Auf der Versammlung wurden scharfe Angriffe gegen die Tätigkeit des Ausschusses gerichtet und die Anschläge, die in letzter Zeit gegen Führer der Nashashibi-Partei verübt worden sind, verurteilt. Die Situation in den arabischen politischen Kreisen ist außerordentlich gespannt, und es läßt sich schwer voraussagen, in welcher Richtung die Ereignisse sich entwickeln werden. Es verlautet, daß auch die Führer der arabischen Unabhängigkei t s p a r t e i (Istikläl) den Austritt aus dem Ausschuß erwägen. Es sali sich hiebei um einen, taktischen Schritt handeln, durch den bezweckt werden soll, der Palästina-Regierung in einem entscheidenden Moment die Möglichkeit zu nehmen, mit einer maßgebenden arabischen Repräsentanz zu verhandeln. Die Aktionen des Mufti Der Mufti ist am 5. Juli aus Damaskus nach Jerusalem zurückgekehrt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr fand eine Sitzung des Obersten Arabischen Rates statt, in der der Exodus der Nashashibi-Gruppe erörtert wurde. Der Oberste Arabische Ausschuß richtete an die Araber einen Appell, angesichts der kommenden Ereignisse die nationale Einheit zu wahren. <'; : Anwürfe Dem „Daily Herald" wird aus Jerusalem be* richtet, daß der Ministerpräsident von Transjordanien» Ibrahim Haschern, an den Mufti von Jerusalem ein Schrei«' ben gerichtet habe, in dem er ihn beschuldigt, daß. er zu einem Aufruhr gegen Emir Abdullah in Transjordanien hetze. Der Mufti wird davor gewarnt, Komplotte zu schmieden. Der Ministerpräsident erklärt, er habe' unwiderlegliche Beweise in Händen, daß der Mufti Mißstimmung gegen den Emir bei der Bevölkerung Tränsjordaniens, sowohl bei den Beduinen wie in den Städten,, zu säen suche. Es sei bekannt, daß er große Mittel zur Bestechung transjordanischer Arbeiter verwende. Der Emir kennne die ganze von dem Mufti organisierte umstürzleri- 1 sehe Tätigkeit, die auch Gewaltakte einbeziehe. (J. T. A.) "_ * r-oeseuscnansrei nach Zürich zum 20. Zionistenkongreß und nach Paris zur Weltkonferenz der Judenstaatszionisten u. zur Weltausstellulli Kombinierte bequeme Autocar- und Bahnfahrt. ' Teilnehmerpreise: Wien—Zürich—Wien im Autocar . . . . ... '. S Inkl. Verpflegung und Nächtigung während der Beise b 89,— Wien—Zürich—Basel im Autocar, Basel—Paris im P-Zug und retour Wien . . . . . . .; 5 188*~ Detto bei voller Verpflegung auf der Reise und . 4 Tage Paris in gutem Hotel inkl. Frühstück und Mtttagesaen : sowie Trinkgelder und sonstigen Abgaben . . . . . . b 17»,— Abfahrt: Wien. 25. Juli 1937 und 1. August 1937. Ende beider Reisen 15. August 1937.; 1 Auskünfte, Belleprogramm und Anmeldungen: Täglich von Ei pl» 7 Uhr abends im Verband der JudenBtaatsztonlsten, II., Praterstraße. 30, Tel, R<4&>160«Uk Ein Aufruf Jabofinskys Wie die J. T. A. meldet, hat der zur Zeit in Alexandrien (Aegypten) weilende Präsident der Neu- Zionistischen Organisation, Wladimir Jabotinsky, einen Aufruf an die Judenheit der Welt erlassen, worin es u. a. heißt: Ein Nationalheim ohne eine Nation zu errichten, bedeutet einen Hohn auf die Ideale des Zionismus und einen Beweis für die Mensehen, daß kein feierliche« Versprechen angesichts von Gewalt erfüllt werden kann und daß die Erfüllung feierlich übernommener Verpachtungen immer zugunsten behelfmäßiger Regelungen geopfert werden wird. Um den Vorschlag für die Juden annehmbar zu machen, haben seine Urheber offensichtlich mit der Verlockung durch leere Titel von Staatlichkeit und Regierung gerechnet. Obwohl wir stete für, Jüdische Staatlichkeit gekämpft haben, glaube ich berechtigt zu sein, im Namen des ganzen jüdischen Volkes unsere Verachtung für diese wertlosen Spielzeuge auszusprechen. Das jüdische Volk wird unter vielen Nationen mächtige Verbündete finden; sie werden diesen Versuch vereiteln. Unser jüdisches „Nein" muß einmütig und unbedingt sein. In dieser elften Stunde rufe ich neuerlich z«# Herstellung der jüdischen Einigkeit und zur Einberufung einer durch allgemeine Wahl gebildeten, jüdischen Versammlung als der obersten jüdischen Körperschaft auf, die berufen ist, die Teilung abzu« lehnen und sie zu ersetzen durch einen Plan der Beschleunigung des Wiederaufbaues des Judenstaates zu; beiden Seiten des Jordans, Ihr alle, die Ihr H e r z 1 nachfolgt, seid bereit) Lasset euch nicht auf kleinliche Manifestationen ein. Vielleicht kommt wirklich die Stunde bald, in der die ganzes Nation sich unter der Fahne Herzeis zusammenschließt •and -bereit ist, die größten Opfer in einer Zeit au bringen;, die in der Geschichte des jüdischen Volkes entsebefdender Bedeutung ist." London ist oplintlslisdh Aus London wird gemeldet: Die in London vor* liegenden Nachrichten aus Palästina besagen, daß im ganzen Land sowohl gestern als heute vollkommene Ruhei herrschte. Araber und auch Zionisten setzten sich zwar; aufs schärfste gegen die Vorschläge der Königlichen Kommission zur Wehr, doch findet dies in keinerlei Ausschreitungen seinen Niederschlag. Bekanntlich wird iö der übernächsten Woche im Unterhaus eine öffentliehe Palästinadebatte abgewickelt werden, in welche« der englische Kolonienminister Ormsby-Gore eine Darstellung der britischen Palästinapolitik geben wird. Polen gegen Teilung Palästinas Havas meldet aus Warschau: Wie es scheint, nehmen die polnischen Regierungskreise gegen den britischen Vorschlag einer Teilung Palästinas Stellung und! sind bereit, die Juden im Kampfe gegen diesen Vorschlag zu unterstützen. Besonders zwei Regierungsblätter; schreiben über diese Angelegenheit. „Czaa" behandelt; die wirtschaftliche Situation Polens und. meint, das einzige Heilmittel wäre eine Massenemigration. Aber die Teilung Palästinas verringere die Möglichkeiten der Auswanderung und die Errichtung eines jüdischen Staates würde diese Frage nicht lösen. Das Blatt meint weiter, daß dieser Plan ohne Zweifel auch auf den Widerstand der britischen öffentlichen Meinung und des; Völkerbundes stoße. Polen würde genötigt seist, die Forderungen der Juden zyt unt«r* stützen. _. . Die österreichischen Kongreßwahlen Stimmentabelle nach Parteien, und Bezirken: . . Wien I. Bez. n.. Prater m.ßX+ IV./V. VI./VH. vm./ix. X. XH./XV. xvi./xvii. xvni./xix. XX. XXI. HWK. Nat. Bl. Weltver, Misr. Ärb; Pal,* 343 1069 683 332 205 319 559 270 467 151 240 534, 25 57 80 284. 179 63 33 80 166 8 41 20 59 130 0 9 22 351 84 14 3 S 69 7 23 11 3 74 3 8 66 616 360 121 85 86 253 191 144 109 106 347 21' 28 Prov. 5254 958 1152 149 680 68 25S3 334 6212 1301 748 2867 * Gegen die Zuzählung'der Stimmen,'die auf Grund; von Stimmzetteln mit den Namen der gestrichenen Kandidatin Dr. Martha Hof mann abgegeben wurden,, hat HWK. (Haüptwahlkommission) beim Kongreßgericht Einspruch erhoben. Die Mandatsverteilung ergibt, falls dem Einspruch Folge gegeben wird, für den Nationalen Block (4 Allgemeine B, 2 Judenstaatler) 6, für die Weltvereinigung Ii Mandat. Die beiden anderen Listen gehen leer aus. Falls obiger Einspruch und ein weiterer gegen die Liste dea Arbeitenden Palästina wegen Wahlschwindels eingebrachter Protest abgewiesen werden sollte, lautet die Man* datsverteilung wie folgt: Nationaler Block (Allgemeine A 3, Judenstaatler. 1) 4, Arbeitendes Palästina 2, Weltvereinigung 1, Miarachl 0. In diesem Fall erhält Misrachi 748, der Verband der Judenstaats-Zionisten 644 Reststimmen für die Weltwahlliste. Bei Nieren-, Harn-, Blasen- und Mautdarmleiden lindert das natürliche „Franz-Jfosef'-Bitterwasser auch heftige Stuhlbeschwerden in kurzer Zeit und sichert zugleich einen zufriedenstellenden Stoffwechsel. Es wirol ärsjtitch bestens empfohlen,