Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 670 (9.7.1937)
- Date
- 1937-07-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE NEÜE WELT Seite 3 Politik der PaläsCi'naiRegierwmq bankrott! Englands führende Männer gegen Teilung London, 5. Juli. In der Ausgabe vom 2. Juli veröffentlicht „Jewish C h r o n i c 1 e" einen langen Brief aus der Feder eines prominenten englischen Zionisten über die Gefahr einer Teilung Palästinas. Der Verfasser des Briefes regt die Einberufung einer Konferenz von 20 bis 30 zionistischen Führern nach London an, um unverzüglich Maßnahmen zu einem gemeinsamen Abwehrkampf und einer einheitlichen Politik auf dem Zionistenkongreß festzulegen. In dem Briefe heißt es: „Die Führer der englischen Zionisten haben der Zionistischen Exekutive den Weg zu einer Vereinheitlichung der jüdischen Kräfte gewiesen, indem sie selbst eine vereinigte Front in England zustande ™ Restaurant Stefanie ™ II, Taborstiaße 12 © Telephon R>48*4*46 HUGO und JULIE HERLINGER, geb. Zöllner Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung Schöner, schattiger Garten / Angenehmer Aufenthalt gebracht haben. Dadurch haben sie die Nichtigkeit und Irrelevanz von Parteidifferenzen angesichts der gegenwärtigen schweren Lage dargetan. Eine solche Konferenz der prominentesten Führer der zionistischen Weltbewegung könnte zwei Resultate zeitigen: eine Vereinheitlichung aller zionistischen Kräfte für den bevorstehenden schweren Kampf und die Festlegung einer konstruktiven Politik für die vör uns liegende Arbeitsperiode. Für beides scheint die Zeit jetzt reif zu sein." Der Verfasser führt weiter aus, daß der zu erwartende Teilungsvorschlag der Kgl. Kommission bei den führenden Politikern aller Parteien ernsteste Besorgnis hervorgerufen hat und daß das Unterhaus die Gelegenheit nicht wird vorbeigehen : San Remo, Penslone Fellce Corso dell* Imoero 184. Unter Aufsicht des Hamburger Veraines. Direktion: Dr. med. Alex Schwarz lassen, in die Diskussion einzutreten, bevor das Land sich auf ein radikales Abweichen von der seit dem Kriege durch jede englische Regierung geförderten Politik einläßt. Colonel J. C. Wedgwood, der sich durch seine mutige, und konsequente Haltung die Dankbarkeit aller Freunde Palästinas erworben hat, habe bei allen Parteien des Hauses Verbündete gefunden. Unter denen, die aus ihrer Opposition gegen den Teilungsplan kein Hehl machen, sei auch Winston Churchill. Indem die Kgl. Kommission eine Teilung des Landes empfiehlt, erklärt der Schreiber des Briefes, hat sie ihre Befugnisse überschritten. Es dürfe keine Bückkehr mehr zu den Methoden einer Verwaltung in Palästina geben, die letzten Endes zu diesem schändlichen Vorschlag geführt haben. Die Politik der Palästina-Verwaltung habe Bankrott gemacht. Wenn noch irgend welche Zweifel daran bestanden haben, so seien sie durch den soeben veröffentlichten Jahresbericht der englischen Regierung an den Völkerbundrat beseitigt worden. Eine irreführendere und boshaftere Erklärung als die, die der Bericht über den Ursprung und die Entwicklung der Unruhen im Jahre 1936 abgegeben hat, ist schwer vorstellbar. An einigen Stellen ist der Bericht nichts anderes als ein u n v e r h ü 111 e r Angriff gegen die jüdische Bevölkerung Palästinas. Verdrehungen und Auslassungen einzelner Tatsachen enthüllen ein Vorurteil, das nicht einmal den Schatten eines Zweifels daran läßt, daß die Verwaltung Palästinas den fundamentalen Zielen des Mandats ausgesprochen feindlich gegenübersteht. Es genüge nicht, heißt es schließlich in dem Briefe, sich einer Teilung zu widersetzen. Was wir brauchen, ist nicht ein neues Mandat, sondern eine neue Politik. Mit dieser Politik hervorzutreten, habe die zionistische Bewegung jetzt eine Gelegenheit. Der Zionistenkongreß, der in wenigen Wochen zusammentritt, wird bereit sein, einer starken Führung Gefolgschaft zu leisten, aber nicht der Führung einer Partei oder einer Clique, sondern einer Führung, die alle staatsmännischen Kräf te der Bewegung zusammenfassen wird. HDi Nr. 670 vom 9. Juli 1937 M/oikensfUe^ä Die staaCsbildenden Kräfte der luden In der Enge läßt sieh kein nationales Leben in Schönheit aufbauen. Deshalb haben wir unseren Blick auf Mrez Israel gerichtet, und es wird sich in den nächsten Monaten zeigen, ob die Kräfte der Juden für dieses Ideal au wecken sind. Schon in der nahen Zukunft werden vielleicht die staatsbildenden Kräfte Gelegenheit haben, sich zu bewähren. Rabb. Joachim Prinz (Berlin). Der oft gerügte Fehler Bs war ein Fehler, daß die Zionistenkongresse es 9tets abgelehnt haben, offen zu sagen, daß wir das jüdische Nationalheim im Gesamtgebiet des historischen Palästina zu errichten gedenken und daß dies auf der Grundlage einer großen jüdischen Einwanderung und ' durch Schaffung der jüdischen Majorität im Lande geschehen soll. Richard h i c h t h e i m (Jerusalem). Der erfundene Aratusmus England hat den Arabismus erfunden und großgepäppelt, weil es ihn im Dienst des Imperialismus benötigte ... England erfand den Pan-Arabismus als antitürkische Maßnahme (im Weltkrieg). Lawrence entdeckte Faisal, Philby entdeckte Ibn Saud. Beide waren damals, um ein Lawrencesches Wort zu gebrauchen, nichts als „obskure Wüstenherrscher". Heinr. M a r g u 1 i e s, Tel-Aviv. Hebräisch als — Trennungsitioment Das erstaunliche Anwachsen der hebräischen Sprache in Palästina war nicht vorauszusehen und die Sprache hat sich heute bereits so entwickelt, daß sie sogar den wissenschaftlichen Anforderungen der Universität entsprechen kann. So bewünderswert der fanatische Wille der Zionisten zur Wiederbelebung der hebräischen Sprache auch ist, so hat er doch 'nicht zur Harmonie in Palästina beigetragen, sondern die zionistische Exklusivität gefördert, die eine der Hauptursachen der Unruhen ist. Juden und Araber können sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auch heute noch nicht sprachlich verständigen. Elisabeth Monroe (Great Britain and the East). Das Stiefkind Jewish Agency Auf eine Anfrage der J. T. A. hat der Leiter des politischen Departements der zionistischen Exekutive Moshe S h e r tok erklärt, daß die britische Regierung die Jewish Agency nicht zu einer Stellungnahme zum Plan einer Teilung Palästinas aufgefordert habe. J.-T.-A.-Meldung aus Jerusalem. Judeifsdiidcsal in aller Welt Wie alljäbrJich, hat auch heuer die Anglo -Jewish Association einen Ueberblick. über die Lage der Juden in allen Ländern Europas veröffentlicht. Der Bericht über das Jahr 1936/37 stellt fest, daß die Lage der Juden in Deutschland nach wie vor am. tragischesten ist und immerunhaltbarer wird. Die systematische Hetzpropaganda des Nationalsozialismus, die von einem mächtigen Apparat betrieben wird, greife immer mehr auf die Nachbarländer, insbesondere Polen, Oesterreich und Rumänien, über. Die Folge der antisemitischen Propaganda sei, daß die wirtschaftliche Lage der jüdischen Bevölkerung auch dieser Länder allmählich hoffnungslos wird. Die pol'n'^fflche Regierung wird beschuldigt, nichts imternominen zu haben, um Leben und Eigentum der jüdischen Bevölkerung zu schützen, und den antijüdischen Boykott" stülachweigend zu dulden. Bezüglich der Lage der Juden in Oesterreich wird gesagt, daß auch dort die Lage der Juden sich verschlechtert habe. Die von Deutschland aus immer heftiger betriebene antisemitische Propaganda dürfe sich in Oesterreich ungehindert entlalten. Zur Lage der Juden in Rumänien übergehend, erhebt der Bericht gegen die rumänische Regierung die Beschuldigung, die antijüdischen Strömungen zu tolerieren. In den demokratischen Staaten habe man mit Befremden und Unwillen beobachtet, welch schlaffe Haltung die Regierung Rumäniens den antijüdischen, vom Nationalsozialismus inspirierten Elementen, gegenüber eingenommen habe. Man hoffe jedoch, daß die Regierung der Tätigkeit dieser Elemente, die nur Zwietracht hervorruft, den wirtschaftlichen Aufbau des Landes hemmt und Rumänien um die Sympathien der zivilisierten Welt bringt, Einhalt gebieten wird. Was die Situation der Juden in Danzig betreffe, so könne man diese noch nicht als entschieden betrachten. Das entscheidende Wort habe der Völkerbund zu sprechen, der darauf zu achten habe, daß die Verfassung des Freistaates nicht verletzt wird. Schließlich gibt der Bericht, auf die Lage der Juden in Mandschukuo übergehend, bekannt, daß im Zusammenhang mit der antijüdischen Tätigkeit verschiedener weißrussischer Gruppen, Vertreter des Joint Foreign Committee wiederholt beim japanischen Botschafter in London vorgesprochen haben. Mei'r Reubein* ... et respice finem! Es gibt einen alten, ausgezeichneten lateinischen Hexameter: Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!" Was du beginnst, überlege es klug und bedenke das Ende! Auf keinem Gebiet ist dies von so überragender Bedeutung wie in der Politik. Und doch wird nur allzu leicht um des Augenblickserfolges willen gegen diese Weisheit gesündigt. Vor kurzem noch waren die politischen Gespräche und Debatten in zionistischen Kreisen von dem Gedanken der unbedingten Ablehnung 1SW9¥Q-Kling* .bei Kauf einer Werbepackung, aber nur bis 31. Juli d. J. Wer Qualitäten schätzt, eilt und kauft sich jetzt — nur noch die Swing der Teilung des Landes getragen. Jetzt aber macht sich schon eine Strömung geltend, die am besten dadurch zu charakterisieren ist, daß sie nicht mehr von Teilung des Landes, sondern von der sofortigen Schaffung des „Judens taates" spricht. Es liegt ein grundlegender Unterschied darin, mit welchen Worten man einen Begriff bezeichnet. „Ein etwas kleinerer Judenstaat, aber immerhin ein Judenstaat". Das ist so ziemlich der Grundton jener „Realpolitiker", die das „bimhera, bejamenu", das „bald, noch in unseren Tagen" jetzt plötzlich verwirklicht sehen wollen. Gewiß erscheint es verlockend, noch im Jahre 1937 oder doch wenigstens binnen drei Jahren, die Schaffung des Judenstaates zu erleben. Wenn das jüdische Volk aber nicht sofort mit aller Kraft, Begeisterung und Energie den Kampf gegen dieses Kompromiß aufnimmt, dann wird es zu spät sein, in den Gang der Verhandlungen einzugreifen. Wenn der XX. Zionistenkongreß nicht mit überwiegender Stimmenmehrheit diesem Projekt der Verkleinerung unserer Kolonisation den Kampf ansagt, jeden Verzicht eindeutig verdammt, dann müssen wir dessen gewärtig sein, daß die Verhandlungen mit einer zionistischen Forderung auf ein möglichst großes Gebiet und volle Autonomie, auf Einschluß Jerusalems und Haifas beginnen und sich dann auf der Linie ununterbrochener einzelner Verzichte fortsetzen werden. Und wenn das jüdische Volk und seine Freunde in aller Welt sich nicht von vornherein dezidiert gegen jede Teilung des Landes ausgesprochen haben werden — später wird es nicht mehr möglich sein, den gewaltigen Proteststurm zu entfachen, der notwendig ist, um die Gefahr abzuwenden. Dann wird sich das Volk bereits an den Gedanken der Teilung gewöhnt haben, Wegen irgend eines Dorfes, wegen der Bestellung eines englischen Auf Sichtsbeamten, Adviser nennt man das, wegen irgend einer Einzelheit, läßt sich der große Kampf nicht mehr entfachen. Und aus lauter kleinen und kleinsten Einzelheiten wird sich der Unterschied zwischen dem heute so viele Augen und Herzen blendenden Judenstaat und dem lebensunfähigen, Gebilde, das uns tatsächlich droht, zusammensetzen. Und es gilt nicht, die schönen Worte des ersten Vorschlages, sondern das Ende, 'das Ergebnis zu bedenken. Ueberlege es klug und bedenke das Ende! Der Weg der Ablehnung ist nicht leicht. Es gibt keinen Kampf, der leicht wäre. Und der Kampf gegen den Vorschlag eines „wenn auch kleinen Judehgtaates" trägt das in der Politik gewichtige Odium der Unpopularität in sich. Zehntausende Illegale erwarten vom „Judenstaate" sehnsüchtig ihre Legalisierung. Die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt Palästinas erhoffen von der Gründung des „Judenstaates" die Lösung ihrer Krise und denken nicht daran, daß die jetzt akute Krise nur von einer chronischen abgelöst würde, wenn die große Entwicklung des jüdischen Aufbauwerkes auf absehbare Zeit durch eine solche Grenzziehung gehemmt würde. Wie viele erhoffen von der „Lösung" des Problems das Ende der Araberaufstända und vergessen, daß es genau so gut der Beginn eines offenen Krieges mit dem Nachbarstaat unter ständiger Irridenta der über 300.000 im „Judenstaate" lebenden Araber werden könnte. Gegen all diese vorgefaßten Meinungen gilt es anzukämpfen. Bedenke: zu kämpfen. Das kann diesmal nicht heißen, eine Resolution zu fassen, um die leidige Angelegenheit zu erledigen. Das heißt auch nicht, wie dies bisher in zionistischer Politik vorherrschend war: Kampfe bis zum letzten Tropfen Tinte. Dem Vorschlage der Teilung wahrhaft entgegenzutreten bedeutet, all die Kampfmittel einzusetzen, an die man in den letzten Jahren nur in Salonilll PiBmAajkai imlml Vorzügliche, abwechslungsreiche Mittag* und Ch im Iii inriTTnr IflTll II.Hammer-Purastall- Abend.Msnös, schon ab S1.«0, Speisen bekannten "ffiO Reltfurant W. IJUlIBl, jBIM BST »Em 'riMtalÄ"ÄÄ