Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 668 (2.7.1937)
- Date
- 1937-07-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 668 vom 2. Juli 1937 ll!lll!l!llllllll!!l!l!IIIIIIIII!!li;!IIIIIIIIIII!l!llllllllllll!lllltlll!lllllllllllll!lliiiiiiiiiiiiiinii Noch Ani6fik3 «ül ^dSSi i „Q UEIN MAR Y", 81.Ü0Ü t. ' I „AOUIT ANlA"...... . 7. Juli g „BERENÖn«IA"......M.Juli % „QUEEN MARY".....21. Ulli E „AQUITANIA".......iS. Juli CUNARD WHITE STAR LIMITED ] WIEN I. KÄRNTNERRING 4, TEL. lf-42- 043, U-46-2-4Ö | äiliülüliilliili: (........ illlllllüiilül unwahrscheinlich ansehen. Im zionistischen I/ag e r wird, soweit man es zurzeit übersehen' kann, eine Teilung Palästinas restlos abgelehnt " ' Die jetzt in New York tagende 40. Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation A m p r i k a s hat eine Resolution gefaßt, in der sie sich gegen jede Poltik einer ..Kristallisierung" des Jüdischen Nationalheims durch Teilung, Kantonisierung oder jede andere Einschränkung des Aufbautempos ausspricht und den vom Aktionskomitee hierzu eingenommenen Standpunkt billigt. Weiter wird in der Resolution ah die Regierung der Vereinigten Staaten der Appell gerichtet, ihren Einfluß zugunsten der jüdischen Rechte und der Integrität des Nationalheims auf Grund des Mandats geltend zu machen. Der Vorsitzende teilte mit, daß der Kgl. Kommission ein Memorandum unterbreitet worden sei, in welchem die „restlose und faire" .Erfüllt! n g -d e s Mandats gefordert wird. Das Memorandum war von sieben amerikanischen Organisationen gezeichnet, die den Aufbau Palästinas fördern. Es wird in ihm u.' a. festgestellt, daß die amerikanische Judenheit seit der Uebernahme des Mandats dürch England mehr als 18 Millionen x Dollar für Palästina aufgebracht, bzw. dort investiert hat. Das Zentralkonsistorium der Juden Bulgariens hat an den englischen Premierminister Chambe riain folgendes Telegramm gerichtet: „Das Zenlralkonsistorium, die auf Grund allgemeiner Wahlen" gebildete oberste Vertretung der bulgarischen Judenheit, gibt seiner Erbitterungüber den Plan einer nochmaligen Teilung des kleinen Palästina Ausdruck. Es appelliert an die edle englische Nation, die ihm durch die Geschichte zugewiesene heilige Mission zu erfüllen. Sollte aber die Teilung beschlossen werden, so bringt die bulgarische Judenheit ihren Protest zum A u 8 cVr u c k und erklärt, daß sie keinerlei Teilung oder Kantoni3ierung Palästinas annehmen wird." Eine Kopie des Telegramms wurde der Mandatskommission des Völkerbund es-in Genf zugesandt. Bericht in Palästina eingetroffen Palcor meldet aus Jerusalem unter dem 29. Juni: Wir erfahren von maßgebender Seite, daß der Bericht der Kgl. Kommission bereits in Jerusalem eingetroffen ist und daß die Palästina^Regierung die nötigen Vorbereitungen zur Veröffentlichung des Berichtes getroffen hat. Der Bericht wurde von der Palästina-Regierung zum Uebersetzen ins Hebräische und ins Arabische weitergegeben, da er in allen drei offiziellen Sprachen veröffentlicht werden wird. Da die Uebersetzung längere Zeit dauert, wird der Bericht erst am 10. Juli der Oeffentlich- -keit übergeben werden; Palcor meldet aus London: In hiesigen politischen Kreisen wird bekannt, daß sich eine M i n i s t e r r a t ss i t z u n g am 30. Juni mit der . provisorischen Behandlung des Kommissionsberichtes beschäftigt habe. Der Bericht wird allerdings noch in weiteren Sitzungen genau behandelt werden. Er umfaßt 400 Seiten. Stellungnahme iabotinskys Aus Jerusalem wird unter dem 29. Juni gemeldet: „Haarez" teilt mit, man wundere sich in gewissen Kreisen darüber, daß Jabotinsky bisher zu der Frage wegen der Teilung Palästinas noch nicht öffentlich Stellung genommen hat. Auf eine diesbezügliche telegraphische Anfrage habe Jabotinsky .geantwortet, er warte ab, bis der Bericht der Kommission und ihre Vorschläge veröffentlicht sein würden. Erst dann werde er zu dem Teilungsplan Stellung nehmen. Metisim tekstein - Senmemp Weizmann und Ben Gurion bei Ormsby-Gore Palcor meldet au.s London: , Präsident Dr. Weizmann und das Mitglied der Zionistischen Exekutive Ben Gurion wurden Montag, den 28 Juni, vom Kolonienminister Ormsby-Gore empfangen und hatten mit ihm eine längere Unterredungüber eine Reihe aktueller Palästina-Fragen. ZioiMStf sdurevi'sloimii'sdie RoundrTablesKonferenz Wir haben in unserer letzten Ausgabe die Meldung der Londoner liberalen Zeitung „Star" zitiert. ,wonach zwischen Dr. Chaim Weizmann und Wladimir Jabotinsky bezüglich einer zionistischen Einheitsfront im kämpf gegen dte Teilung Palästinas Verhandlungen geführt werden sollen. Diese Meldungwird nunmehr in gewissem Siiine bestätigt. Nach der J. T. A. teilt nämlich die Zionistische Föderation Südafrikas, wo Sich Jabotinsky in der letzten Zeit aufhielt, mit, Sie habe von der Zionistischen Exekutive In" London ein Schreiben erhältdh, Wonach eine Round-Table-Konferenz zwischen Vertretern der Zionistischen Weltorganisation und Jabotinsky und seinen Freunden Vörbereltet wird. Nach ßrhalt dieser Mitteilung der. Zloöla'tlschen.; Exekutive wandte sich der Vorsitzende der Zionistischen Föderation Südafrikas, N. Kirschn e r, mit einem Schreiben an Jabotinsky, in dem es heißt: In Verbindung mit der Besprechung, die zwischen meiner Exekutive und Ihnen Und Ihren Freunden nm 5. April stattfand, und der darauffolgenden Korrespondenz zwischen uns und der Zionistischen Weltorganisation »kann Ich Ihnen erfreulicherweise mitteilen, daß die Weltorganisation uns mitteilte, daß sie bereit sei, mit Ihnen und Ihren Freunden auf einer Round-Table-Konferenz zu besprechen, wie Der Terro* in Polen Aus Warschau wird" gemeldet: Im Städtchen Rembertow haben Huligans versucht, den jüdischen Glasermeister NoächÖ.p e.tt c ki/aufzuhängen. Sie lockten ihn nach Wole-Grzibowska Unter dem Vor wund,, in einer Villa Fensterscheiben einsetzen lassen zu wollen. Als er dort ankam, stürzten sich drei Huligans auf ihn und .schleppten ihn zu eitlem ßaUtti, wobei einer ihm einen Ötriök um den Hals legte\ Trotz der verzweifelten. Schreie Öpenckis begannen sie, ihn an dem.paum hochzuziehen. Erst als eine Bäuerin, die . die Szene mitansah, eingriff, ließen die Huligans von ihrem Opfer .-ab und ergriffen die Flucht.' Opencki blieb bewußtlos liegen. In Lemberg ist es neuerlich zu antijüdischen Exzesseft gekommen. Nationaldemokratischc Studenten hielten auf der Straße die vorbeifahrenden Droschken auf und verprügeletn die jüdischen Insassen. Auf das Schreien der Ueberfallehen hin ergriffen die Huligans die Flucht. ...... In h 1 ä k o bei Lemberg haben Huligans zahlreiche Fensterscheiben jüdischer Häuser eingeschlagen. Zwei Huligans wurden verhaftet. In der Narutowiczgasse in Czenstochau Uberfielen Huligans den Juden Isaak Propinator. Der Ueberfallene konnte sich nur durch einen Sprung in den Wartafluß vor den Angreifern retten. In Choszow (Polnisch-Oberschlesien) wurden jüdische Händler von einer Gruppe Exzedentcn überfallen Und schwer mißhandelt. Die Polizei stellte die Ordnung wieder her. (J. T. A.) , . VERB A N D D E R J U D E N ST AATSZIO NISTEN Samstag, den. 3. lull 1937 st im (M auptaiiee) Programm: Truüe Roth, Hüde Dulitzkaja, Eugen Hoff mann u. a. Tanzkapelle.:.. fuk.s' w-itt,y vexers; / Beginn 9 Uhr abends / Regiebeitrag-S 1.5U am besten wirkliche Einigkeit und Frieden Innerhalb einer verein i g t e n z Ion t s t i s c h e n O r g a n i-; s a 11 o ii zu erreichen seien. Ich hoffe aufrichtig, daß-Sie nunmehr Schritte unternehmen werden, um eine solche Konferenz so schnell wie möglich zu arrangieren, und würde mich freuen, diesbezüglich von Ihnen zu hören." ■ Auf . dieses* Schreiben ^antworteten Jabotinsky; mit einem Brief an Kirschner, in. dem es u. a. heißt: # ■^SlSÄSSffiifSS. Czernowltzer flllgem. Zeitung f am 4/. .11. Und-18. Juli 1937 nach •% und Anmeldungen ausschließlich Reisebüro „Marienbrücke" Wien «, Rotenturmstr. ttfi Telephon R-24-2-86/87 imwmMBBUBmSBUBBmBUMl „Was wir vorgeschlagen haben, war eine Könferenz — nicht zwischen einzelnen Personen, sondern zwischen Organisationen, und .was wir zu besprechen vorschlugen, war nicht. lediglich die. Frage . einer vereinigten Zionistischen Organisaton (obgleich •vdieser Punkt auch Inbegriffen werden kann), sondern das viel weitergreifende Problem, das ga nzc propalästinensische Weitjudentum durch ..eine N a t.i o n a 1 v e r s a m,m 1 u n g, die durch allr gemeines Wahlrecht zu wählen ist» zu voreinigen. Dies scheint Ihre Abfassung auszuschließen. ... Obgleich ich selbstverständlich eine durchaus authentische und direkte Mitteilung, die mir offizlellvon dem Hauptbüro- Ihrer Organisation; zugehen müßte, erwarte, darf ich Sie vielleicht trotzdem: bitten,, mich inzwischen selbst über folgendes zu informieren: ittfb Restaurant Stefanie II, Tciborslraße 12 Telephon R.48«4-46 HUGO und JULIE HERLINGER, geb. Zollner Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung Schöner/ schaftiger tiarten / Ange- ■ nehmer Aufenthalt . iL) Hät Ihre Weltleitüng einer Round-Table- Konferenz mit der Neu-Zionistischen Organisation als solcher zugestimmt oder nicht? b) Ist sie damit einverstanden oder nicht, dafr: auf dieser Konferenz, abgesehen von den Forderungen, die Ihre Organisation aufstellt, auch die von unserer Organisation aufgestellten Forderungen ver- . handelt ^werden — nämlich die Umlegung der .Jew-ish- Agenoy auf eine Nationalver-* •Sammlung, die durch allgemeines Wahlrecht > ge-r wählt ist?" .* ._____-Diesem Briefwechsel ist zu entnehmen, daß , dia Round-Table-Konfercms sich nicht bloß mit der aktuellen Gefahr einer Teilung beschäftigen, sondern einer Verständigung auf breitester Basis dienen soll. Die unverantwortlichen Phantasien des //Morgen" Wir haben in den letzten Nummern unserer Zeitpng ausgeführt, daß das Wiener Montagblatt „M o rg e n" von seinem Genfer Korrespondenten gezeichnete Berichte über die geplante Errichtung eines jüdischeu Staates in Palästina als offiziell bestätigte Tatsache veröffentlicht habe,.und daran die Kritik geknüpft, daß mit solchen unfundierten' Nachrichten der jüdischen Sache kein Dienst erwiesen werde. Die diesbezüglichen Nachrichten des ..Morgen" seien mehr aus Sensationsgier als aus journalistischem. Verantwortungsgefühl zustande gekommen. . ..... Eine Bestätigung unserer Darstellung finden wir in der Schweizer zionistischen Zeitung „Das jüdisch e H e im" (Zürich). Dieses Blatt'hat sich nämlich mit einer Anfrage an Prof. R a p p a r d gewandt, ob die im „Morgen" veröffentlichten Informationen wirklich von ihm'stanyne.n. Daraufhin hat Prof. Rappard dem Züricher zionistischen Blatt unter dem 22. Juni folgende Erklärung übermittelt: „In Beantwortung Ihres Schreibens vom £1., Juni habe ich die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß die Erklärungen, die mir der Wiener „Morgen" zugeschrieben hat, voll und ganz aus der Luft gegriffen sind. Ich habe einen Korrespondenten dieser Zeitung' nur zirka dreißig Sekunden gesprochen, um ihm Zu erklären, daß Ich als Mitglied der Mandatskommission es für u nstatthaft hielte, ihm irgend welche Mitteilungen zu machen. Ich hoffe, daß der „Morgen" die ihm von .mir eingesandte Richtigstellung veröffentlicht haben wird. sig. Rappard." Wir haben also hier ein Musterbeispiel journalistischen Geckentums vor uns. Kongreß gegen Rassismus und Antisemitismus Aus Paris wird gemeldet: Dan Komitee zur- Vorbereitung des internationalen kongres'ses -gegen Raasismus und Antisemitismus hat den Termin des Kongresses auf September 1. J. bestimmt. An dem Kongreß werden sich die angesehensten liberalen Persönlichkeiten Amerikas und Europas beteiligen. Vorgesehen'ist weiters die Teilnahme bedeutender Schriftsteller, führender Politiker 'der Weitstaaten, prominenter Vorsteher aller Kirchen. Von Amerika wird u. a. der New-Yorker Bürgermeister Lia G u ä r d i a" erwartet. Die großzügigen Vorbereitungen lassen erhoffe^ daß sich die Tagung zu einer grandiosen Demonstration gegen Rassi3- Bei Alterserscheinungen, verschiedener Art werden durch täglichen Gebrauch einer kleinen Menge natürlichen. „Franz-Josef"-Bitterwassers höchst befriedigende Erfolge erzielt. Aerztlich empfohlen. mus und Antisemitismus gestalten wird. Die nationalsozialistische Presse beginnt bereits eine- Kampagne gegen den- Kongreß. - Die deutschen ' Nationalsozialisten befürchten, daß der Kongreß offiziell durch einflußreiche kirchliche Kreise - gefördert -werden .wird. Sie befürchte» auch, daß es auf dem Kongreß zu einer vereinigton jüdisch-katholischen "antirassistischen JPront kommen; ■könnte,