Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 668 (2.7.1937)
- Date
- 1937-07-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Heute: Wiener Kongreß p^«i*a«^«i>«s«i*K>«j^ PreiS 20 QrOSCheit befrag/ den JnK 1W7 185 müniversitätSb» «ultate ftt« Jahrgang ««r* 668 V*b-b Zeitung vom Verlegner versende! „Journal ezpödle par recUteur" REVU HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.-, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.60. vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei mönatlich Kc 6.-, vierteljährig Kc 18.—; Jososlawien monatlich Dinar 14.—, jnerteljährlg Dinar 40.-; Bnmänlen monatlich Lei 60.^-, vierteljährig Lei 150.-; Dentschlana monatlich Mark 1.-, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—. vierteljährig Lira 14.—. Schwei« und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen »Ind entgeltlieh.. Redaktion u. VerwaltungIX, Universitätsstr.8> 7eLA-20-2*7Ü - Erscheint Dienstag u. Freitag Knapp vor BlattscMuß Nationaler Block: Eindrucksvoller Sieg! Die Wahlen zum 20. Ziönistenkongreß fanden in Oesterreich gestern, Donnerstag, den 1. Juli, statt. Die Wahlpropaganda war im ganzen und großen nicht so stürmisch wie sonst. Es erhielten, ohne Berücksichtigung der Provinz, trotz des Wahlschwindels des Binjan Haarez: v Nationaler Block (Zionistischer Landesverband und Judenstaatspaytei, Listenführer Doktor Oskar Grünbaum und Robert Stricker .. . . 5717 Allgera. Zionisten (Weitvereinigung} > gekoppelt 1168 Dr. Weizmann). . ... Binjan Haarez (Arbeit. Palästina) j Misrachi . .... . . , 3758 681 Insgesamt. . 10334 .. . Bei. einer ,§chekelzahl von' .rund 17,500. wurden i'ft-'o <;!rr~<f - -»^ fj-'~^™»Vi.»«;:c_•">>'•••1 ^»ü .j*"- ■ also zirka 60 Prozent Stimmen abgegeben. Die Aufteilürig der Mandate, wird in der Weise erfolgen, daß, wie bei den Wahlen zum 19. Ziönistenkongreß, Oesterreich durch sieben Delegierte vertreten sein wird. ,'. . Der Nationale Block , erhält 4 (Zionistischer Landesverband 3, .Judenstaatspartei 1). Die Allgeraeinen Zionisten (Weltvereiniguhg) 1, Binjan Haarez (Arbeitendes Palästina) 2, Misrachi 0. Der N a t i ohale Block erhielt über 60 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Nachden bisher vorliegenden Resultaten ist eine große Anzahl von Reststimmen für die Jude n- Staats p a r t e i zu erwarten, welche der Weltwahlliste zugute kommen. Wichtige Proyinzstädte-Resultate sind noch ausständig. - : Bei Blattschluß erfahren wir: Seitens des Nationalen Blocks würde gegen' die Stimmen" des B i nja n Haarez Protest eingelegt, weil sich auf dem Stimmzettel dieser Gruppe der Name der gestrichenen Dr. Martha Hoff mann als Kandidatin befand. Die Entscheidung über die Folgen' dieses Wahlmanövers liegt in der Hand der Hauptwahlkommission, bzw. des Kongreßgerichts. pie amerikanischen Mandate zum Ziönistenkongreß. . . Aus New York: Das Endergebnis der in Amerika durchgeführten. Wahlen zum XX. Ziönistenkongreß zeigt, daß 110.000 Stimmen, abgegeben worden sind. Es entfallen auf die Allgemeinen Ziönisten 21,.auf.die zionistischen A r.b ei t.e rp 'a r teien 32, auf den M i sr a c h i-18, auf die H a d a s s a 19 Mandate und auf die Judenataatsparte i l Mandat.- (J. T. A.) Der Kongreß-Wahlkampf in Palästina Für die Wahlen zum-XX.'Ziönistenkongreß sind in Palästina neun .'Kandidatenlisten eingereicht worden; Spitzenkandidaten —der zionistischen A r b e i t e rp'a r teien sind " Ben Gurion, Shertok, Elieser: Kaplan und Bert Katzneison; Hauptkandidaten des Misrachi sind Rabbi. J. L. Fischmann, Rabbi Meir Berlin und Rabbi Seew Gold. Die Liste der Judenstaatspartei führt Meir Großmann, die der Allgemeinen Zionisten .(Gruppe B) M.;M. Ussischkin; die fünfte Liste ist die der Jemeniten, die sechste die der Allgemeinen Z i o n i s t e xv (Gruppe A) mit J. Grünbaum und Professor Brodetsky, die siebente die der Juden aus A d e n, die achte die der' von GlUcksohn und kSalman Schocken: geführten Gruppe „Kidnva",.die neunte die;der Poale Misrachi.1 Was wird England tun? Aus London wird uns u. d. 30. Juni gemeldet: Kolonienminister Ormsby-Gore kündigte heute an, daß der Bericht der Kgl. Kommission zugleich mit einer kurzen Erklärung der britischen Regierung über ihre Politik am 8. Juli veröffentlicht werden wird. Weiters.wird hier bekannt, daß die Zionistische O r g a n i s a t i o n A m e r i k a s eine Delegation nach London entsendet, um . gegen die ' - geplante Teilung Palästinas Stellung zu nahmen. * Nach wie vor beschäftigt sich dieenglische, jüdische und arabische Presse mit dem voraussichtlichen Inhalt des Kommissionsberichts, der der englischen Regierung als Basis ihrer künftigen Palästina- Politik dienen soll. Während einzelne Blätter behaupten, daß der. Bericht. keine direkten Vorschläge enthalte, sondern bloß die .Empfehlung, in Palästina neue politische Wege emzuschlageh, behauptet . der in London erscheinende „Jewish Öron'i'c" 14l>\ daß nach seinen aus zuverlässiger Quelle stammenden Informationen die Kommission endgültig die Teilung Palästinas in zweiunabhäng-ige Staate n vorgeschlagen hat. Jerusalem und Haifa, vielleicht auch Nazareth und Bethlehem, sollen unter englischer Verwaltung bleiben; nach einem späteren Gerücht soll zwar Jerusalem in das jüdische Gebiet einge- ' ■ _2s_;-'.-i—;- tmM0m jeden Barl bezwingen! schlössen, die Stadtverwaltung aber internationalisiert werden. Gleichzeitig mit der Teilung soll; das ATandät aufgehoben werden. Die Vorarbeiten werden jedoch mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen und inzwischen soll den jüdischen: und arabischen Gegnern der Teilung die Möglichkeit gegeben werden, gemeinsam einen G e g e n v ors c h l!a g auszuarbeiten. Teilung soll durchgeführt werden! Der Berichterstatter der „N e w Y o r k;Ti m e s" in Jerusalem teilt mit, er habe von maßgebender Seitee erfahren, daß die britische-Regierung den Plan der Teilung Palästinas durchführen'will. Auch Emir A b d u 11 ah von Tr ans jordanien sei für die Teilung, obwohl man behauptet, er habe erklärt, der Teilungsplan sei aufgegeben worden. Die Aussichten stünden 2:1 für die Teilung.'Zum Schluß äußert der Berichterstatter die Meinung, daß auf die Veröffentlichung des ßerichtes der Kgl; Kommission eine a r a b i sehe M or d k a m p a g n e -■ folgen wird.' Muffi'*Organ droht Besonders ausführlich und weitgehend sind die Meldungen der dem'Mufti von Jerusalem nahestehenden arabischen Zeitung „A D i fa'a".'Sie berichtet aus London, daß die Kgl. Kommission für den Fall, daß der Teilungsplan sowohl von den Juden als von den Arabern abgelehnt werden sollte, die -Einberufung einer jüd i s c h - a r a b i s c h e n R ound-Tab 1^ K o jvf-* r e n z unter den Auspizien der britischen Regierungin London •■ vorschlägt. Weiter1 wird erklärt, daß ohne Zustimmung beider Häuser des englischen Parlaments keiner von den Vorschlägen der'Kommission durchgeführt werden könne, obwohl die Regierung den Bericht nicht vorher dem Parlament zur Diskussion übergeben hat. Im übrigen sollen sich bereits Lloyd George, der frühere Kölonienminister A m e r>y und C h u r c h 111gegen die Kqmmissions-: Vorschläge, ausgesprochen'haben. Das Kolonienministerium, schreibt „A Difaa" weiter, rechne mit der Möglichkeit eines Wiederausbruchs der Unruhen in Palästina und Trahsjordanien, wenn der Bericht den Wünschen der Juden entgegenkommen und die der Araber un- \ ££li£0I£i£i£^iiL^2i^ Billig /bequem / D-Zug / Platzkarten / Abreisen Jeden Sonntag Leitung: Dr. T0CKER Auskünfte und Anmeldungen: „IM DIE WEIT" W. M. RENNER. Wien IX. Liechtensteinstr. 2, Tel. A-14-5-04. (Nächst Schottenrii.g)' berücksichtigt lassen sollte. Zur Unterdrückung dieser Unruhen würden etwa 70.000 Mann und erhebliche - technische' urid Geldmittel erforderlich sein. Essei "je» " dochden aräbisöhen Fürsten, die bei den Krönühgsfeierlichkeiteri in' London anwesend waren, versichert worden, daß 'die Läge - der' "palästinensischen Araber ' durch den Bericht nicht verschlechtert werden würde. Das Blatt behauptet weiter, Kölonienminister Ormsby-Gore sei jetzt gemeinsam mit dem eigens zu' diesem Zweck nach London berufenen High Gommissioner Sir Arthur Wauchope damit beschäftigt, die Richtlinien der künftigen britischen, Palästina- Politik auf der Grundlage des Berichtes der Kgl. Kommission und -im Geist ihrer Vorschläge auszuarbeiten. Den Informationen der arabischen' Zeitungen zu- :folge wird der Präsident Dr. Weizmann mit dem High Commissioner Besprechungen über die Richtlinien abhalten, bevor diese der Oeffentlichkeit übergeben werden. Die. Uebersetzung des sehr' umfangreichen- Kommissionsberichtes ins Hebräische und Arabische soll etwa drei Wochen beanspruchen. Andererseits wird erklärt, daß es jetzt nach; f Ansicht der politischen Kreise nicht zu weitgehenden Aenderüngen in Palästina kommen wird. Der Bericht der Kgl. Kommission gehe von dem Standpunkt aus, daß eine Abschaffung des Palästina-Mandats vorläufig nicht möglich ist. Einschneidende Aenderüngen. würden erst in Zukunft vorgenommen werden können. . Auch Kolonienminister Ormsby-Gore soll sich ent- schieden gegen die Abschaf fung des Mandats ausgesprochen haben, dagegen befürwortete er Aenderüngen auf dem Gebiet der Ein- Wanderung, des Bodenkaufes und der Verwaltung. Stellungnahme der Zi'oni'sfen Eine interessante Meldung bringt die hebräische Tageszeitung „Haarez". Sie teilt mit, . daß die Zionistische Exekutive noch vor dem im August stattfindenden XX. Ziönistenkongreß den Leitungen aller zionistischen Parteien und Gruppen den Plan der Teilung Palästinas zur Stellungnahme vorlegen wird. In diesem Zusammenhang teilt „Haarez" weiter mit, daß die englischen Begierungskreise bereit sind, dem jüdischen Teil Palästinas den Status eines Dominions zu geben. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß den Meldungen über die beschlossene Teilung Palästinas Stimmen gegenüberstehen, welche eine radikale Aenderung der bisherigen Palästina-Politik Englands als