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Die neue Welt · 1937-06-25 · Heft 666 (25.6.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 666 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 666 vom 25. Juni 1937 DIE NEUE WELT Seite 5 Die italienische Regierung lehnt Antizi'omsmus und Antisemitismus ab Nutzlose Feigheit der italienischen Assimilation Die J. T. A. meldet aus Rom: Der Besitzer eines großen italienischen Zeitungskonzerns in New York, Generoso Pope, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten italienischer Abstammung in Amerika, wurde anläßlich seines Aufenthaltes in Rom von Mussolini und dem italienischen Außenminister Graf C i a n o in längerer Audienz empfangen. Pope schilderte den peinlichen Eindruck, den die in einem Teil der italienischen Presse erschienenen scharfen Angriffe gegen die Juden in den Kreisen der amerikanischen Judenheit hervorgerufen haben. Er machte darauf aufmerksam, daß solche Angriffe dazu angetan sind, das friedliche Zusammenleben der jüdischen und italienischen Bevölkerung in Amerika zu stören. In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter in Rom teilte Pope mit, es sei ihm versichert worden, daß den italienischen Juden die volle Gleichberechtigung gewahrt bleiben und daß die antijüdische Kampagne in der italienischen Presse abgestellt werden würde. Er betonte besonders, daß er auch während seiner Audienz beim König die Angriffe der faschistischen Presse gegen die Juden erwähnt habe und dabei auf Seiten des Monarchen vollem Verständnis und der unbedingten Anerkennung des P a t r i otismus des italienischen Judentums begegnet sei. * Wie bereits gemeldet, hat das Präsidium des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens am 6. April seine Demission gegeben. Der Grund der Demission lag in den scharfen Meinungsverschiedenheiten zwischen den zionistischen und nichtzionistischen Mitgliedern im Zusammenhang mit einer Artikelserie des faschistischen Abgeordneten Prof. Orano, in welcher dieser den italienischen Zionisten Mangel an Patriotismus vorwirft. Bis zur Behebung der Krise sollte ein Regierungshommissär die Verwaltung der Angelegenheiten des Verbandes versehen. Inzwischen wurde die Polemik gegen den Zionismus in der italienischen Presse immer schärfer und hat in jüdischen Kreisen Beunruhigung hervorgerufen. Die Regierung sah sich veranlaßt, durch eine Reihe von Erklärungen festzustellen, daß die antijüdische Kampagne in einem Teil der italienischen Presse nicht als Ausdruck der offiziellen Ansicht der Regierung zu betrachten sei, und hat nun, um ihr Vertrauen gegenüber dem Präsidium des Verbandes zum Ausdruck zu bringen, seine Demission nicht zur Kenntnis genommen und das Präsidium eingeladen, bis zum Ablauf seiner fünfjährigen Amtsperiode, d. h. bis 1938, im Amt zu verbleiben. Das Präsidium beschloß, der Aufforderung der Regierung Folge zu leisten, und erließ an die jüdischen Gemeinden Italiens einen Aufruf, sich seiner Führung anzuvertrauen und keine Zersplitterung der jüdischen Kräfte in Italien zuzulassen. An Stelle des verstorbenen Präsidenten des Verbandes, Advokat Feiice Ravenna, wurde der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Mailand, Kapitän Federiga Jarach, gewählt, der Inhaber der höchsten italienischen Auszeichnung und eine der angesehensten jüdischen Persönlichkeiten Italiens ist. # Feiice Ravenna, ein Freund des verstorbenen Wiener Oberrabbiners C h a j e s, war begeisterter Zionist, und die Zionisten spielen in der Leitung des Verbandes der italienischen Juden eine überragende Rolle. Ihrem Einfluß ist es zu danken, daß sich der Verband dem Jüdischen Weltkongreß angeschlossen hatte. Die an sie gerichtete Aufforderung, ihre Aemter im Verbände zu behalten, bedeutet für die italienischen Assimilationsjuden eine schwere Blamage. Kaum hatte nämlich von antisemitischer Seite die Hetze gegen den Zionismus begonnen, als sich die Assimilationsjuden beeüten, in dasselbe Horn zu stoßen und den Z i o - nistenindenRückenzu fallen. Auch sie erhoben ein Geschrei gegen den „antipatriotischen" Zionismus und Jüdischen Weltkongreß. Ihr feiges und verächtliches Vorgehen hat sich als nutzlos erwiesen. Utaudjen____unh feodj blenfeeträ toeifce Ufßtl ®cr ütiijfat&iee .ßabn'&efafl, bet bei ftarfem 9toud)ctt Md)t cniftefyi urtb nach uni> nad) ben 3ahnjfd)mel^ angreift, tonn auf bte etnftodjifte %xt entfernt toerfcen. Morgens als Erstes bic $tä)nt grünWid) mit ©felorobont pufyw, ß^lorofeont, bte li-errltd) enfrifc^cnbe 5ßfeffermitnft* ■Qcfynpafte, modtf fcurd) tbre ftarfe SftciniflungSftöft feWift gclibgefäribte 3äbne blenben'b metfe umb entfernt ben fid)en, fdjäblidjen gabirbclog. Abends als Letztes bor öem <5d)Ialfen{jeljcn urr&eöinöt bte ©beifereftc au§ ben 3cir)n#rutfd;cnräuimcn burd) nodfawtlige grünb!td>c SReinicjunQ mit EblorDbont^^n^fte entfernen, (tblorabont, fdjäitnrenö aber nid)rfdjüumenib, beübe OikuV täten ifütb gkiü) gut. Xu'bc S —90. Oefterr. {frflctLgnte. ■ 3 Spritzbr- Uhlorodont-Mundwasser in das Mundspülgtas erhöhen die erfrischende Wirkung der regelmäßigen Zahn- und Mundpflege mit Chlor od ont. Jüdi'sdhe VoIk§§piele Unter der Aegide des Ringes der Zionistischen Alt-Herrenverbände, der sich um die Förderung eigenständigen, jüdischen Geisteslebens verdienstvoll bemüht, stellte sich im Offenbach-Saal die kürzlich gegründete Gruppe der „Jüdischen Volksspieler des Keren Kajemeth Lejisrael" der Oeffentlichkeit vor. .Wie das Programm mitteilt, will diese freie Vereinigung von Laienspielern „eine eigene Volkskunst entwickeln.... zur Ausgestaltung der jüdischen Festkultur beitragen . .., den erlösenden Tatgedanken in die jüdische Masse tragen". Das erste Auftreten der Volksspieler war ein ermunternder Schritt auf dem Wege nach ihren hochgesteckten Zielen. Die Regie führte in vorbildlicher Weise Leopold Jessner, dessen überragendes Können dem Abend seine Prägung gab. Zur Aufführung gelangte, durch Alfred Werners Prolog stimmungsvoll eingeleitet, der „Palästina-Kalender", ein Spiel vom Kampf und Aufbau in Erez Israel von Malkah Locker, ins Deutsche übertragen von Michael K i e n b e i n. Die Begleitmusik stammt vom Wilhelm Grätzer, die musikalische Leitung hatte Siegfried Hacker inne. Vom Einsatz des Spieles an zwang die Vollkommenheit der schauspielerisch-rhetorischen Leistungen das Publikum in ihren Bann. Die Aufführung bot, was Technik und Routine der Regie anbelangt, ein harmonisches Bild sprachlicher, dramatischer und musikalischer Ueberelnstimmung, bis in die letzten Einzelheiten aufs feinste abgetönt, jede Szene voll eindringlicher Lebendigkeit. Das Stück selbst will die heldische Haltung des Jischuws in der schweren Zelt des vergangenen Jahres verherrlichen, dazu bedarf es aber größex*er künstlerischer Kraft, um nicht, wie es hier oft geschehen ist, in oft platte Selbstberäucherung umzuschlagen, auch die vordringliche Tendenz, daß der Judenataat — ein Wort, das, . nebenbei bemerkt, ängstlich vermieden wird — nur durch wirtschaftlichen Aufbau und nur durch die Kraft des „werkenden Arbeiters" entstehen kann, verrät die politische Einstellung, das garstige politische Lied. Einen Höhepunkt des Abends bildeten die einleitenden Rezitationen Margarete Bachs. Mit unwiderstehlicher Kraft, getragen von reinstem Gefühl ehrlichen Erlebens, erklangen aus ihrem Munde die Worte des Psalmlsten und der Propheten. Ob diese Stücke nun mit Bedaoht oder zufällig gewählt waren, sie geben jedenfalls die Richtung an, woher die jüdischen Volksspieler Form und Inhalt ihres Wirkens suchen sollen: aus der ruhmvollen, unzerstörbaren Tradition des jüdischen Volkes, die heute lebendiger ist denn je, stärker als die bejubelten Utopien moderner VolksbeglUcker. Mögen die Männer, welche die Verantwortung für das Gedeihen des neuen, hoffnungsvollen Unternehmens tragen, sich dessen bewußt werden, dann werden sie dem jüdischen Volke, dem ganzen jüdischen Volke, dienen. Emil Huttrer. das Sammecfest dec iüdUcUe* Jugend! SAMSTAG, 3. Juli, Kasino logarnltz, Wien XIX, Ottblinger Hauptstraße 76, halb 9 Uhr abds. „ZEUGNISVERTEILUNG BEI Ja Ki Jt Tanz: Original Elite Kiddles Kurzrevue Künstlerische Darbietungen Heuriger Prater Juxbasar usw. KARTIN a S2.-,Qronnor,I,Graben 28; JUd. Kulturstelle, I,Kai 3! JUd. Klub der Jungen, II, PraterstraBe 8 (Ca«) Das neue Haus der „Habima" Aus Tel-Aviv: Nachdem die Mittel für die Fertigstellung des neuen Hauses der „Habima" in Tel- Aviv zum größten Teil bereits aufgebracht sind, wird In den nächsten Tagen mit der Fortführung der zeitweise unterbrochenen Bauarbelten begonnen werden. Die Eröffnungsvorstellung im neuen Hause wird voraussichtlich Im Dezember d. J. stattfinden. Die Hauptbühne mit 750 Quadratmeter bietet Raum für tausend Darsteller. Nebenbühnen und eine Drehbühne werden einen raschen Szenenwechsel ermöglichen. Der Orchesterraum bietet für 75 Musiker Platz. Im ersten Stock soll eine Bibliothek, ein Theatermuseum und ein Lesesaal mit 300 Sitzen untergebracht werden. Der Zuschauerraum hat 800 Plätze im Parkett und. Seefeld in Tirol 1200m U.d.M. Haus Sonneck W*" In zentraler sonnigster Lage, mit prächtiger Aussicht und allem Komfort. Neu renoviert. Mäßige Preise. Näheres auch IX., Porzellangasse 5, Tür 9 400 Plätze auf dem Balkon. Das Hauptgebäude wird von Gartenterrassen umgeben sein. Dadurch wird die Wirkung der Fassade mit den sechs 1,5 Meter starken und 12 Meter hohen Säulen des Haupteinganges erhöht werden. Die Säulen werden ebenso wie die Verkleidung der Fassade und der Treppenhäuser aus Jerusalemer Kalkstein hergestellt, die zehn kleineren Säulen des Foyers aus Marmor. Dieser Marmor, der gleiche, desbei dem Bau des Schlosses Versailles verwendet wuröt, ist ein Geschenk der Brüsseler Gesellschaft L'Industrie Beige pour L'Etranger. Das Eichenholz für die Herstellung der Parkettfußböden wurde der „Habima" von rumänischen Landesorganisation der Wizo zur Verfügung gestellt, Bauholz im Werte von 1000 Pfund von rumänischen Exporteuren. Die anfangs höher errechneten Kosten wurden auf etwa 35.000 Pfund herabgesetzt. Des. lakob HaqJUc tmify i. Epstein B. B* New York-City \JecMtc Die französische Regierung stiftet 100.000 Francs für einen Lehrstuhl der französischen Literatur an der Hebräischen Universität Aus Jerusalem: Der französische Generalkonsul in Jerusalem hat dem Rektor der Hebräischen Universität Dr. Hugo Bergmann einen Besuch abgestattet und ihm mitgeteilt, daß die französische Regierung zur Errichtung eines Lehrstuhls für französische Literatur an der Hebräischen Universität 100.000 Francs gestiftet hat. Jüdische Männer und Frauen! Gedenket bei Antritt eurer Sommererholung der armen jüdischen Kinder und spendet reichlich für die Ferienaktion der Kultusgemeinde „Kinder aufs Land"! Spenden erbeten an: Fürsorge zentrale der Kultusgemeinde, Wien, L, Seitenstettengasse 2. Postsparkassenkonto B 29.659. Autocargesellschaftsreise der Judenstaatszionisten nach Zürich zum XX. Zionistenkongreß am 1. August 1937 und nach Paris zur Weltkonferenz der Judenstaatszionisten und zur Weltausstellung am 25. Juli 1937. Auskünfte und Anmeldungen im Sekretariat der Judenstaatszionisten, II., Praterstraße 30 (täglich von 17 bis 19 Uhr), Tel. R-45-1-60-U, und Administration „Die Neue Welt", IX., Universitätsstraße 8, Tel. A-20-2-78. Bitte ausschneiden und am 1. Juli bei der Wahl benützen! Nationaler Block (Zionistischer Landesverband für Oesterreich — Verband der Judenstaatszionisten Oesterreidis) Listenflihrer: Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Vizepräsident der Israelitischen Kul> tusgemeinde $ Nationaler Block (Zionistischer Landesverband für Oesterreich — Verband der judenstaatszionisten Oesterreichs) Listenführer: Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistisdnen Landesverbandes für Oesterreich Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Vizepräsident der Israelitischen Kul* tusgemeinde A

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