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Die neue Welt · 1937-06-25 · Heft 666 (25.6.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 666 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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r Seit« 4 DIE NEUE WELT Nr. 66Ö vom 25. Juni 1937 3 x BERGMANN, I.; RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wäsche, Weißwaren, Bettwäsche, Strlck- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kl eine Preise zu mobilisieren. Ein Jubiläums- und Feierkongreß scheint ihr wünschenswerter. Die Argumente der zionistischen Leitung gegen Washington sind nicht ernst zu nehmen. Es ist nicht richtig, daß finanzielle Umstände die Ueber- »ragung des Kongresses nach Amerika verhindern. Eine Organisation, die in der Lage ist, Zehntausende UNSERE OKKASIONS-RÄUMUNG nur 1 Tag, Montag, den 28. Juni, bei IDA REICH & BCUPER, VI, Mariahilferstraße 39 Pfunde für Wahlpropaganda auszugeben, wenn es sich um Parteikämpfe handelt, darf Armut nicht dort vorschützen, wo historische Entscheidungen auf dem Spiele stehen, die unendlich wichtiger sind, als die Machtgelüste der Parteien. Auch der Zeitpunkt spielt keine Rolle. Besser einen starken Kongreß um einen Monat später als einen rasch einberufenen achwachen Fongreß, der Unheil stiften kann. Wir appellieren an die zionistische Oeffentlichkeit: Fordert mit uns den XX, Zionistenkongreß in Washington! Das Exekutiv-Kommittee der Judenstaatspartei. Wieder ein Pogrom in Polen Am 19. Juni kam es in Czenstochau zu schweren antijüdiachen Ausschreitungen. Ebenso wie in Minsk-Masowiecki und in Brest-Litowsk war auch hier .der unmittelbare Anlaß für den Pogrom die Ermordung eines Polen durch einen Juden. Im Verlauf eines Streites zwischen dem 36jährigen jüdischen Fleischhauergehilfen Josef Bendrak und dem polnischen Eisenbahnbediensteten Stefan B a r a n zog der erstere einen Revolver und schoß Baran nieder. Baran war sofort tot, Bendrak wurde verhaftet. In dem offiziellen Polizeibericht wird betont, daß dem Streit lediglich persönliche Motive zugrunde lagen. Unmittelbar nach Bekanntwerden des tragischen Vorfalles sprach eine Abordnung der Czenstochauer Jüdischen Gemeinde beim Distriktsgouverneur vor und ersuchte ihn um Schutz für die Sicherheit des Lebens der jüdischen Bevölkerung. Der Distriktsgouverneur lud den Vorsitzenden der Nationaldemokratischen Partei in Czenstochau vor und ersuchte ihn, die Mitglieder seiner Partei zur Ruhe und Besonnenheit aufzufordern und die jüdische Bevölkerung nicht für die Tat eines Einzelnen büßen zu lassen. Trotzdem fand am Abend auf einem der Hauptplätze der Stadt eine antisemitische Kundgebung statt, in deren Folge um 8 Uhr abends Unruhen begannen, die bis K12 Uhr nachts dauerten. Zahlreiche jüdische Geschäfte wurden demoliert und angezündet und eine Anzahl jüdischer Passanten verletzt. Der angerichtete Schaden ist beträchtlich. In der Alleestraße und in der Warszawska kam es zu Brandstiftungen. T'iic feau&ttoteh. Haushält zu 7Z,jäUtig&v fftadecl wird nette jüd. Frau, zwischen 20 u. 30 Jahren, kinderliebend und intelligent, zur Wirtschaftsführung gesucht. Gef I.Zuschriften unter „Ritueller Haushalt" an die Administration dieses Blattes Die Spannung in der Stadt hält noch an. Polizeiabteilungen und Militär sind in Bereitschaft. Die Juden befürchten den Ausbruch neuer Unruhen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Begräbnis Stefan Bar ans. Im Verlauf des Sonntags wurden an der Peripherie der Stadt wieder jüdische Geschäfte demoliert und große Mengen »on Waren vernichtet. Alle christlichen Läden haben in die Auslagen Heiligenbilder gehängt. Das Präsidium der Jüdischen Gemeinde In Czenstochau hat an den Ministerpräsidenten und Innenminister General Slawoj-Skladkowsk und an den Gouverneur der Provinz folgendes Telegramm gesandt: „Die jüdische Bevölkerung von Czenstochau befindet sich in einer g efährllchen Lage. Zahlreiche jüdische Geschäfte und Häuser sind demoliert und geplündert worden, Viele Juden wurden überfallen und verletzt. Die antijüdischen Ausschreitungen finden in Gegenwart der Polizei statt, die keine geeigneten Schritte unternimmt, um die Unruhen zu unterdrücken. Im Namen der jüdischen Bevölkerung, die sich in Lebensgefahr befindet, ersuchen wir Sie, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die' Ordnung wiederherzustellen und Frieden und Sicherheit zu garantieren." Rftj Neuralgien, insbesondere bei Ischias erfolgt auf ein Glas natürliches „Franz-Josef'-Bltterwasser, auf nüchternen Magen genommen, unbeschwerliche und ausgiebige Darmentleerung, an die sich ein behagliches Gefühl der Erleichterung anzuschließen pflegt. E« wird AziztUck taten* empfohlen, £ Unbegrenzter Strafaufschub — für Progromisten Aus Warschau: Das Kreisgericht von Brest- Litowsk hat über Teilnehmer an den Ausschreitungen vom 13. Mai ein sehr mildes Urteil gefällt. Angeklagt waren sieben Personen, darunter zwei Frauen, die sich unter der Anführung des früheien Gendarmen und jetzigen Inhabers eines Lebensmittelgeschäftes, Piechocki, an der Zerstörung und Plünderung des Lebensmittelladens der Jüdin Rievka Kormann beteiligt haben. Nur der Hauptangeklagte hat eine Volksschule absolviert, alle übrigen snd Analphabeten. Piechocki erhielt acht Monate Gefängnis, vier weitere Personen sechs Monate, jedoch mit unbegrenztem Strafaufschub, ein Angeklagter eine Woche Gefängte, einer wurde freigesprochen. Juden der Tschechoslowakei! Am 27., 28. und 20. Juni finden in der Tschechoslowakei die Wahlen zum XX. Zionistenkongreß statt. Wählet Liste Nr« 4 t „Auf Herzls Weg zum Judenstaat" Listenführer: Meir Groß mann, Ing. Robert Stricker, Ing. Jakob F r ä n k e 1. Die jüdische „Internationale" Aus Warschau: Das offizielle Organ der Nationalradikalen Partei Polens, „ABC", schreibt in einem Leitartikel „New York — London — Warschau. Jüdische Offensive gegen Polen", unter Bezugnahme auf das Meeting des American Jewish Congress und den Leitartikel im „Manchester Guardian" zu d<»,m Urteil im Chatzkelewlcz-Prozeß: „Die Juden haben einen internationalen Angriff gegen Polen organisiert, um eine Intervention auswärtiger Regierungen in innerpolnische Angelegenheiten zu erwirken." H üdisches Kinder-Ferienheim ,ATID* Spifal am Semmering (820 m) Inhaber und pädagogischer Leiter s A. TAG LICHT Modernst Rituell Gritrangig Ständig« firzfl. Kontrolle. Glänzend« Erholungserfolga. Arzteraferenxen SEKRETARIAT: Wien IX, Schwarzspanierstraae 12 Telephon A-26-3-73 Die „Volkszeitung", das Organ des „Bund", schreibt hiezu: „Es ist heute unmöglich, zwischen den verschiedenen Ländern eine chinesische Mauer aufzurichten. Auch in Polen werden die inneren Angelegenheiten verschiedener Länder einer Betrachtung unterzogen. Die Proteste des Auslandes richten sich nicht gegen Polen oder die Bevölkerung Polens, sondern gegen die Diskriminierung der Juden durch das Gift des Antisemitismus und gegen jene, die es verbreiten. „Die Neue Well" — vier Wodien gratis! „Die Neue Welt" wird über Wunsch an Interessenten durch vier Wochen kostenlos zur Ansicht zugeschickt! Bestellungen an die Verwaltung „Die Neue Welt", IX., Universitätsstraße 8. Aus Wa der Nähe der kleine K i n gefunden, auf haben s e i t f der Vater ist delogiert, leiden sehen. - haus gebracht. Unsagbares Elend rschau (J. T. A.): In einem Park in Nalewski-Gasse fand ein Polizist zwei der. Bei den Knaben wurde ein Zettel dem geschrieben stand: Meine Kinder ünf Tagen nichts gegessen; krank. In zwei Tagen werden wir Ich kann meine Kinder nicht länger - Die beiden Knaben wurden ins Findel- Der 16jährige Lehrling Schlomo G o 1 d b e r g hat Selbstmord durch Erhängen begangen. In einer Aufzeichnung gab er als Grund an, daß er nicht einmal genügend Geld hatte, um sich eine notwendige M e d i z in zu kaufen. Die drei Zloty, die er w ö c h e n t- 11 ch verdiente, mußte er daheim für den gemeinsamen Haushalt beisteuern. Die Gedächtnisfeier für Theodor Herzl und den Dichter Chalm Nachmann Blallk ». A. findet Montag, den 2 8. Juni 1937 anschließend an den um 7 Uhr abends beginnenden AbendgotteBdlenst Im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4, statt. Die Gedenkrede wird Herr Oberrabbiaer. Dr, Tag licht halten, Der ftidisdte Begründer der Donaudampfs sdtiffahrfsgeseilsdiaft wird nicht genannt Bundeskulturrat Hofrät Prof. Dr. Frankfurter schreibt uns: „Wien, 20. Juni 1937. Die in der Nummer von Freitag, den 18. d. M., veröffentlichte, der J. T. A. entnommene Mitteilung .der jüdische Begründer der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft wird nicht genannt', veranlaßt mich, als den Verfasser des 1917 erschienenen Buches ,Josef Unger, das Elternhaus, die Jugendjahre* (Wien, Braumüller), der einzigen Quelle zur Kenntnis Martin Ungers und seiner Beziehung zur DDSG., zu folgender Berichtigung: 1. Martin Unger war weder der noch einer der Begründer der DDSG., er war vielmehr einer ihrer bedeutenderen Aktionäre, der sich, wie der Protektor der Gesellschaft, Graf Palffy, bezeugt, um sie durch Verfrachtungen ungarischer Produkte verdient gemacht hat. Auch wenn er der Begründer gewesen wäre, wäre kein Anlaß ihn zu nennen gewesen, well die jetzige Feier nicht eine Jahrhundertfeier des Bestandes der DDSG., sondern lediglich der ersten Fahrt von Wien nach Linz ist. Fahrten von Wien nach Pest haben schon früher, zuerst 1824, stattgefunden. Für alles Nähere bbI auf mein oben genanntes Buch verwiesen. ' 2. Martin Ungers Testament, das in meinem Buche vollinhaltlich abgedruckt ist, enthält kein Verbot an seinen Sohn, sich taufen zu lassen. Auch für die Verhältnisse im Hause M. U.s sei auf mein Buch verwiesen. 3. Martin Unger war weder orthodoxer Jude noch einer der Erbauer (richtiger Gründer) des Tempels in der Seitenstettengasse, was ja unvereinbar gewesen wäre, auch nicht als großzügiger Philanthrop bekannt. In meinem Buche wird lediglich mitgeteilt, daß er von 1823 bis 1827 zahlendes Mitglied der Chewra Kadischa war und daß unter den Wählbaren, an die am 29. Mai 1848 die Aufforderung zur Wahl zweier Vertreter der hiesigen israelitischen Einwohner erging, auch Martin Unger (als mit Regierungsbewilligung selbständig ansässiger Einwohner Wiens) genannt wird. Am 19. September 1850 starb er als armer, völlig vermögensloser Mann. Berichtigung. Wir erhalten von Herrn Ernst Lissa u er folgende Zuschrift: „Mit Bezug auf den in Ihrem Blatte „Die Neue Weit" vom 26. Mai 1937, Nr. 658, erschienenen Artikel „Die Frage, um die sie sich h e ru rad rü ck e n...!".. .„D er Hausdichter der Union", fordere ich Sie gemäß § 23 des Bundesgesetzes vom 7. April 1922 über die Presse» B. G.-Bl. Nr. 118, auf, in der ersten oder zweiten nach Einlangen dieses Schreibens einlangenden Nummer, in demselben Teile Ihrer Zeitung und mit der gleichen Schrift wie die zu berichtigende Mitteilung folgend© Berichtigung ohne Entgelt zu veröffentlichen: Es ist unrichtig, daß ich in der 1912 im „Kunstwart" veröffentlichten Entgegnung auf den Goldsteinschen Artikel für die Formaltaufe plädiert habe. Richtig ist, daß ich in dieser Entgegnung den immer häufigeren TJebertritt zur Landeskirche als einen damaligen Zustand festgestellt habe." * Anm. der Red.: Der Passus des Lissauer-Artikels, aus dem wir den Schluß zogen, daß er für die Formal* taufe plädiert habe, lautet: „Ich fasse die Taufe, entsprechend der Verwaltungspraxis, die die Konfes« sion oft als Hindernis einer Läufbahn erklärt, als Akt des Uebertritts zur Landeskirche, als einen offiziellen, nicht bekennerischen auf." (Die Sperrungen stammen von der Red.) Heißt das nicht so viel, wie Appetit auf die Tauf© machen? Die Entscheidung hierüber überlassen wir dem Leser. Sommerlager des Brilh Hakanaim Der Brlth Hakanalm veranstaltet heuer sein Sommerlager in der Nähe von Kobersdorf (Burgen- Jand) in schöner waldreicher Gegend in der Zeit vom 19. Juli bis Ende August. Streng rituelle Kost. Freie Badbenützung. Preis für einen viexwöchigen Aufenthalt (ohne Fahrtspesen) S 70.—. Anmeldungen und Auskünfte bei Ch. A. Kupferberg jeden Dienstag und Donnerstag von 19 bis 20 Uhr im Zentralhehn, II., Praterstraße 3. Judenstaatsjugend. Montag, den 28. d.» halb 9 Uhr abends, im Heim, II., Praterstraße 30. Plenarversammlung: Die Kongreßwahl. Letzte Instruktionen für den Wahltag. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Verband der Judenetaatszlonlsten, Sektion XIIl—XTV EffllOdlinS zu dem am Samstag, den S.Juli, stattfindenden GARTENFEST in der Restauration „Grün", Wien XVI, Hellgasse Nr. 7 Als Einlagen: Mundl Hausknecht, H. Lang, 1VI,PoJnau usw. Straßenbahnlinien: C, J, 9, 48 eintritt S 1.20 / Beginn 8 Uhr / Ende 2 Uhr

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