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Die neue Welt · 1937-06-25 · Heft 666 (25.6.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 666 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite" 2 DBB NEUE WELT Nr. 666 vom 25.. Juni 193? jr Simonsbrot nod) immer unerreicht aU ©g|uttbf)eit$. unb Ätaft* Brot. Keift) ait ben fo h>icf)ligeit ftä$r|ulaen. ©ef)t bequem: 8imon§brot*@d)mttenpäcfc^ett in (Stanniol, grücfjteitbrot: Aufbau» unt) $ormttöegulaiör. $u rja&ertitt getnfoft^Gnblungett mtb in Bielen ©äefereien. gSimoMbrotfabrif 2Bien*$agran55. $ägl.$ofiuer|., RUNDSCHAU Nur in Lebensgefahr ♦ ♦ ♦ Im „Deutschen Polizeibeamten", einem amtlichen Organ des deutschen Reichsrniniateriums des Innern, heißt es in einem Artikel über die „außerdienstlichen Pflichten des deutschen Beaniten" wie folgt: „Der deutsche Beamte und seine Angehörigen hatten im persönlichen Umgang mit Juden (Volljuden) bestimmte Grenzen zu ziehen und einzuhalten, um nicht gegen die nationalsozialistische Weltanschauung, gegen Grundforderungen des nationalsozialistischen Staates und damit auch gegen die Beamtenpflichten zu verstoßen. Jeder persönliche Verkehr des Beamten mit einem Juden (Volljuden), ist unzulässig»,,wenn er nicht,ausschließlich, in geschäftlichen Dingen (Jude als - Hauswirt) stattfindet. Das trifft für alle nicht durch einen persönlichen Notstand gerechtfertigte Inanspruchnahmen jüdischer Geschäfte und jüdischer Rechtsanwälte zu. Der Beamte hat die Pflicht — abgesehen von Notstand(sfällen, wie sofortige Heranholung eines Arztes ^ei drohender Lebensgefahr — yöfÄer festzustellen, ob das betreffende Geschäft oder der Arzt a r i s c h ist. Sonst hat er mit Dienste;n t I;a;Ss,ung zu rechnen."; Ja; .^enn es ums teure arische'Leben geht, darf man" zum Juden laufen, ist man gerettet, muß "man den Judea wieder rausschmeißen. So fordert es die „Weltanschauung'Vari' welcfier die Welt genesen soll.- „Jedenfalls mit Ausschluß der Juden" - ' Es - gibt In Wien einen- „Verband deütscharischer Rechtsanwälte", der sich u. a. zum Ziel gesetzt hat, cl'eh'jüdischen Anwälten die''Klientel wegzuschnappen, die 'deutschchristlichen und die jüdischen. Denn unter den deutscharischen Anwälten Oesterreichs findet sich eme Menge, die geradezu einen Zulauf jüdischer Klienten hat. Natürlich ist ..das oben erwähnte Ziel kein j)^jig'ram'm.ä'" t i s che s. 1 Der " Verband deütschfaiisäher Rechtsanwälte hat rin seinen Statuten nicht die. •Ausschaltung der „jüdischen Kollegen" vermerkt, Wer" verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß er eine lästige Konkurrenz ausschalten möchte. Vor nicht langer Zeit wendete sich dieser Verband an seine nordischen Kollegen mit dem Ansuchen, sich in Oesterreich nur. von ärisc-hen Anwälten vertreten zu lassen, bekamallerdings ein deutliches Nein zur Antwort'.-.. Jetzt geht der Verband einen Schritt weiter. Er bereitet die" ~ Gründung eines Weltverbandes arischer Rechtsanwälte vor und wendet sich in dieser Sache an die nichtjüdischen Rechtsanwälte in einem Brief, worin es heißt: „Es ist beabsichtigt, einen Weitverband der arischen und artverwandten Rechtsanwälte, jedenfalls mit Ausschluß der Juden, zur Pflege des wechselseitigen Stellvertretungsverkehres ins Leben zu.rufen, der den Zweck verfolgen'soll, die wirtschaftlichen Interessen der den verschiedenen Völkern angehörenden Berufsgenossen nach Kräften zu fördern. Wie sich schon aus dem Vorhergesagten ergibt, kommen für die Aufnahme in den ins Auge gefaßten Weltverband nur solche Berufsgenossen in Betracht, die die Erklärung abgeben können, daß sie nicht--jüdischer- Abstammung sind." ßefestafe Eckstein - Settunemf Daß die Magyaren weder arischer noch artverwandter Abstammung sind, sondern mongolischer, dürfte vielleicht den deutscharischen Rechtsanwälten bekannt sein. Tut nichts zur Sache. Hinein mit den Mongolen in den Weitverband arischer ■Rechtsanwälte, wenn man den jüdischen Konkurrenten ausschalten will. Eine notwendige Untersuchung Die Polizei der Palästina-Regierung haben wir zur Genüge kennengelernt, in ruhigen und in stürmi- sehen Zeiten. So oft seitens der Araber Mordtaten begangen wurden, konnte man der Mörder nicht habhaft werden. Verschollen und vergessen. Und sogar in Fällen, wo es bezüglich des Täters keinen Zweifel gab, versagte die Polizei — die britische und die arabische. Darum wurde immer wieder von Seiten des Jischuws die-Forderurig laut,'möglichst viele.jüdische Polizisten einzustellen, damit endlich Schluß gemacht werde mit dem Wohlwollen gegenüber Mördern und. Räubern und Banditen. Erst während der blutigen Unruhen des Jahres J936 stellte man ein paar hundert jüdische Polizisten | ein, die es ihren englischen, bzw. arabischen Polizisten erschwerten, ein Auge zuzudrücken. Nun meldet „Palastin", daß das Hauptkommando der Palä stina-Polizei im Zusammenhang mit der politischen Einstellung der Polizisten in verschiedenen Städten und Dörfern des Landes Untersuchungen eingeleitet hat. Die Untersuchung soll feststellen, ob die An gehörigen der Pölizei nicht mit irgendwelchen p o 1 i t i sehen oder Geheimorganisationen in Ver bindung stehen. Die Untersuchung ist sehr notwendig. Denn wenn sie gewissenhaft geführt werden sollte, dann wird sie zweifellos aufschlußreiche Resultate bringen; vor allem den Beweis für die Tatsache, däß die englisch-arabische Polizei in Palästina nur jene Uebeltäter findet, die sie finden will; oder anders gesagt: daß sie antijüdisch ist und die zionistischen Interessen im Lande schädigt Lob für die Juden, Aufträge für die Araber Die Jerusalemer Stadtverwaltung hat, wie so eben aus Jerusalem gemeldet wird, einen Auftrag auf öffentliche Arbeiten im Werte von 4000 Pfund zu 92 Prozent an arabische Firmen vergeben, WD- Restaurant Stefonie WS II, Tdborstraß« 12 Telephon HUGO und JULIE HERLINGER, geb. Zollner Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung ' Schöner, schattiger Garten / Angenehmer Aufenthalt . ~ während nur ein einziges jüdisches Unternehmen einen kleine-n Auf trag erhalten hat. Bekanntlich hat Jerusalem eine jüdische Majorität und'. 9 0 P r o z e n t der Gemeindesteuern werden von der jüdi» sehen Bevölkerung getragen. Es stellt sich also die Art der Arbeitsvergebung als eine Begünstigung der Araber und als Benachteiligung der jüdischen Steuer* träger dar. Das ist aber nicht alles. Der Fall wird noch krasser. Die Stadtverwaltung hat nämlich der jüdischen Firma die Bedingung gestellt, daß, sie mindestens 50 Prozent arabische Arbeiter beschäftigen müsse. Hingegen wurde den arabischen Firmen die Beschäftigung jüdischer Arbeiter nicht zur Bedingung gemacht. Wie man sieht; ist. die'.. J^rusalemer Stadtverwaltung — trotz des jüdischen Vizebürgermeisters— nicht gewillt, den. tatsächlichen; Verhältnissen Rechnung : zu tragen» .?Sie,&äJtft£ioh scheinbar an die Methode der Palästina-Regierung, die syste- Deine besten Begleiter I.Reise u.Weekend sind die altbekannten Feinwursl- und Selchwaren Spezialitaten Zentrale und < Postversand: Wien Ij Botensterngasse 12 O matisch die Rechte der Juden im Lande unbeachtet läßt und den Arabern entgegenkommt, auch wenn dadurch die Mandatspflichten gröblich verletzt werden. Von einer Berücksichtigung aller Interessen des Landes, deren Herr Wauchope sich jeweils rühmt, kann keine Rede sein. Die Juden Palästinas haben nichts davon, wenn ihre produktive Arbeit zwar gelobt, aber nicht gehütet wird.' Die „Staatizionisfen" Iii Deutschland Vor einigen Tagen wurde vin Tageszeitungen mitgeteilt,, daß die „Staatszionistische Organisation Deutschland«"' seitens der Hitler-Regierung als einzige vertretüpgflberechtigte jüdische Organisation anerkannt worden 'ist *und dadurch alle anderen jüdischen Vertretungskörper (Gemeinden, Rciohsvertretung usw.) ausgeschaltet sind. Hiezu meldet jetzt die J. T. A. aus Berlin: Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister hat am 31. Mai 1937 einen Erlaß betreffend die Vertretung vor den Versorgungsbehörden veröffentlicht, in dem es heißt: Auf Grund des Gesetzes über . V e r s o r g u n g s- Sachen bestimme ich: Mitglieder der Staats zionistischen Organisation e. V. werden als Bevollmächtigte und Beistände jüdischer Antragsteller bei den Versorgungs-. behörden zugelassen, wenn sie von dieser Organisation mit der Uebernahme von Vertretungen jüdischer Antragsteller allgemein beauftragt sind. Wie die J. T. A. seinerzeit gemeldet hat, ist der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten schon am 27. August 1934 zur Vertretung von Antragstellern nichtarischer Abstammung durch folgenden Erlaß zugelassen worden: ..Mitglieder des Reichsbu.ndes .jüdischer Frontsoldaten werden als"Bevollmächtigte und Bei- **■ 3tände (von Antragstellern nichtarischer Abstammung bei den Versorgungsbehörden zugelassen, wenn 9ie von diesem Verbände mit der Uebernahme von Vertretungen nichtarischer Antragsteller allgemein beauftragt sind." Sommer reisen nach POLEN ii. Ciernofflltz Nächste Abreisetermine: 27* Jürll Ferienreisen ab 4. Juli jeden Sonntag. D-Zug-Platzkarten, aufgelöste Rückfahrt möglich. Leitung Dr« f. tOtKIft, Auskünfte und |n Hin llfnlf" W. M. Stenner,Wien IX. Liechtenstetnstr.2 Anmeldungen . ».III Ulc nBIl Tel. A-14-804 (Nächst Schottenring) MWHMIMMMMMnMaMaaatMMMlIMMMI^^ Dieser Erlaß ist nach wie vor in Kraft. Der neua Erlaß bedeutet, daß neben dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten auch Mitglieder der Staatszionistischen Organisation als Bevollmächtigte und Beistände jüdischer! Antragsteller auftreten können. * (Anmerkung der Red.) Zur Aufklärung sei festgestellt, daß die unter Führung Direktor Kareakia stehende „Staatszionistische Organisation Deutschlands" mit der Welt-Judenstaatspartei nichts gemein hat. Bei der Spaltung zwischen Judenstaatspartei und Revisionisten im Jahre 1933 sind Herr Kareski und seine Freunde in Deutschland bei den. Revisionisten geblieben und haben mit diesen die Zionistische Weltorganisation verlassen. Sie haben sich nach der Machtergreifung durch Hitler selbständig gemacht und den Namen „Staatszionistische Organisation" an-« genommen. Aus Ws'en Dr. Jakob Ehrlich wieder Rat der Stadt Wie*» Dr. Jakob Ehrlich ist wiederum als Vertreter der Judenschaft in den Rat der Stadt Wien berufen worden. Die Ernennung dieses lange bewährten zionistischen Führers und Kämpfers für das jüdische Recht ist in des weitesten Kreisen mit tiefster Befriedigung und Freude aufgenommen worden. Der beste Mann auf verantwor« tungsvollem Posten! Denunziation und ihre Folge Seit langer Zeit führt das Organ der;,Ünlon östert reichischer Juden" mit dem unlauteren Mittel der versteckten und offenen Angeberei einen Kampf gegen alle$ Bei stockendem Stuhlgang, aufgetriebenem Unterleib und allgemeinem Unwohlbeiinden leitet eitt Glas natürliches „Franz-Josef "-Bitterwasser die im' Nahrungskanal angesammelten Rückstände der Ver* dauung rasch ab und verhütet in vielen Fällen die Ent>< stehung von Blinddarmentzündungen. Aerztl. emp£. was sich jüdischnational und zionistisch betätigt. Wer zionistisch oder jüdischnational arbeitet oder nicht gegen1 .die jüdische Renaissance ankämpft, wird in den Verdacht gebrächt, n I c h t v a t e r 1 ä n d ische.r Gesinnung und religionslos zu seim Nachstehend Auszüge aus einer, und zwar der letzten, Nummer des Organs der „Union". Sperrdruck und Fettdruck wie im Original. In einem Bericht über eine Lehrerkonferenz der „Union" heißt es „Lehrer Markus Pick fordert, mit der Kulturarbeit bereits beim schulmäßigen ReIiglohsunte)> rieht zu "beginnen, -der sehr Wertvolles schaffen kann^ leider aber gegenwärtig vielfach von jüdischnation'alen Lehrern auch zu parteipolitischer Agitation mißbraucht wird. Man müsse dahin wirken, daß die Schüler nicht von den Religionslehrern in politische Jugendbühde gepreßt werden, wo sie von wissen- und gewissenlosen' Führern verhetzt werden..." „An der Diskussion beteiligten sich ferner die Lehrer, Josef Pick... und Gotthold AntScherl, der gegen die Bevorzugung und Zurücksetzung von Lebrettt aus parteipolitischen Gründen Stellung nahm. <— Ük scharfen Worten wandte sich Herr Dr. Feldaberg gegen die jüdischnationalen Religionslehrer, die ihrefi Beruf in den Dienst der nationalen Politik stellen und Katheder und: Kanzel zu Agitationszwecken miß* brauchen." Im Zusammenhang mit diesen Aeußerungen Ige* winnt auch folgendes Zitat aus der Rede des Vorsitzenden Dr. Josef TI c h o besondere Bedeutung: „Die einseitig nationale Beeinflussung der Jugend hat eine indifferente, wenn nicht gar negative Einstellung zur Religion zur unausbleiblichen Folge. Die Lehrerschaft muß dafür sorgen, daß dem Wunsche der unpolitischen Eltern Rechnung getragen werde, die Jugend im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen, die mit dem „Uniön"-Gedanken identisch sind, auch außerhalb der Schule religiös-sittlich und vaterländisch zu erziehen." In einer Entgegnung auf einen Artikel In der. „Neuen Welt** steht: „Und so möchte der Präsident der. Oesterreichischen Judenstaatspartei (nur das Papier duldet solche [Widerspruche: Österreichische und Judenstaat) die Kluft zwischen Juden und andersgläubigen Mitbürgern aufreißen und unüberbrückbar machen.* * So ist es um die Schreibart de» ,,Union"-BIattea bestellt. Sie hat vor wenigen Tagen ihre Früchte gezeitigt. Ein tadelloser, von seinen Vorgesetzten ausgezeich* net qualifizierter jüdischer Religionslehrer Ist In seiner Existenz bedroht worden. Unter Hinweis auf Denunziationen aus der Lehrerschaft und verdächtigende Artikel im „Union'VBlatt, hat die Aufsichtsbehörde seine Entlassung zu verfügen beabsichtigt. Der empörende und tief beschämende Vorfall ist jetzt Gegenständ der Erhebungen. Wir werden auf ihn zurückkommen,

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