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Die neue Welt · 1937-06-18 · Heft 664 (18.6.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 664 (18.6.1937)
Date
1937-06-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DÖ! NÄUE WELT Nr. 664 vom 18. Juni 1037; .,,.......... ......«' EHAM ANN I - RunAnn. i.; RABENSTE1Q 3 H1MMELPFORTQ. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und K Inder * Wäsche, Weiß, waren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wüsche, Damen- Kleine Preise nichts anderes wäre als die Karikatur eines autonomen Staatswesens — eines kranken, schmalen Körpers, eines Landstriches mit arabischer Majorität und jüdischer Minorität; eines Staates, dem das Herz Jerusalem und die Lunge Haifa weggenommen werden soll. Bei der Charakterisierung dieses „Judenstaates" erschraken sogar diejenigen, welche im Stillen bereits mit einem Judenstaat, „Klein, aber mein", kokettierten. Wird die englische Regierung, die von der Kgl. Kommission gemachten Empfehlungen annehmen und tatsächlich dem Teilungsprozeß nähertreten? Nach den zahlreichen Meldungen zu schließen, geht London daran, eine Entscheidung zu treffen. Aber wir dürfen nicht glauben, daß den Mandatarmacht-Gelüsten keine Schranken gesetzt sind. Es gibt eine öffentliche Meinung, es gibt den Völkerbund, es gibt Amerika, das ein gewichtiges Wort mitzureden hat. England ist ein vernünftiger Partner und wird die genannten Faktoren nicht beiseiteschieben. Es liegt an u n s, den Kampf aufzunehmen, die Kräfte des jüdischen Volkes zu mobilisieren, und jeder für uns ungünstigen, unser Recht vergewaltigenden Lösung Widerstand entgegenzusetzen. Unter den gegebenen Umständen wäre ein Statuts quo einer Zweiteilung, bzw. Dreiteilung Palästinas vorzuziehen. Die momentane Einstellung der Einwanderung und das weitere Verbleiben Englands als Mandatsmacht wäre unbedingt das kleinere Uebel. Regierungen gehen, das Volk bleibt. Im Gang der Geschichte gibt es «Augen-* blicke, wo man auf momentane Erfolge verzichten muß. Da wir nun der Ueberzeugung sind, daß das Recht auf unserer Seite ist, müssen wir den Mut aufbringen zu warten. Unsere substanzielle und moralische Position in Palästina hat sich gefestigt. Wir haben der Welt bewiesen, daß wir ein produktives, aufbauendes Element sind, das man nicht zugunsten des arabischen Banditismus unterminieren darf. Unsere Zurückhaltung während der Unruhemonate, die sogenannte Hawläga, war ein Zeichen von Kraft, nicht von Schwäche. Es kommt darauf an, ob das jüdische Volk, die zionistischen Massen, gewillt und fähig sind, den großen und nervenaufreibenden Kampf um dieses Recht zu führen. Einmal schon, als der Oberkommissär Sir Arthur Wauchope den Gesetzgebenden Rat, das Parlament, als „Beruhigungsmittel für die köchende arabische Volksseele" einführen wollte, machten die mobilisierte jüdische Widerstandskraft und die alarmierte englische Meinung dem Plan ein Ende. Was wir damals bewiesen, ist auch heute wieder möglich. Großmann sieht die Gefahr nicht seitens der Araber oder Engländer kommen, sondern seitens der Juden; der jüdischen Führer, die des Kampfes müde sind und ihre Ruhe haben wollen. Aber mit den müden Führern läßt sich nicht kämpfen. Es ist Pflicht der müden Führer zurückzutreten und glaubensstarken, mutigen und opferfreudigen Männern ihre Plätze zu überlassen. Die Judenstaatszionisten besitzen genug Optimismus, um den Kampf zu wagen, um die jüdischen Massen, deren Sehnsucht der Herzische Judenstaat ist, zu einem Kampf zu mobilisieren. Großmanns Kampfparole wurde vom vollen Saal mit endlosem Jubel aufgenommen. Man hatte das Gefühl, daß hier eine treue Gefolgschaft des Herzischen Großzionismus am Werk ist, Zionisten, mit jugendlichem Feuer und einem Enthusiasmus, ohne den es keinen Kampf und darum auch keinen Sieg gibt. Als Auftakt zum -Kongreßwahlkampf berechtigt die Versammlung der Wiener Judenstaatszionisten zu den schönsten Hoffnungen. Verb« d* Judenstaatszionisten Oesterveisdis Herzl-Grabgang. Sonntag, den 20. Juni. Treffpunkt der Mitglieder halb 11 Uhr vormittags Ende Hartäckerstraße (Ecke Hans-Richter-Gasse). * Die Reklamationsfrist der Kongreßsvahlen läuft am 24. d. ab. Reklamationen führt auch das Sekretariat des Verbandes durch. Jeder Judenstaatler sieht daher die Wählerlisten durch und macht das Sekretariat auf etwaige Fehler aufmerksam. ¥r Judenstaatsjugend. Dienstag, den 22. ds„ %9 Uhr abend« im Helm, II., Praterstraße 80, wichtige Plenarversammlung. Donnerstag, den '24. ds., 9 Uhr abends im Helm Leitungssitzung. * Sommergartenfest. Samstag, den 3. Juli, veranstaltet der Verband und die Judenstaatsjugend am Konstantinhügel, Hauptallee, ein Gartenlest, dessen Reinerträgnis dem Sommerlager des Brith Hakanaim zufließt. Entree S 1.50. ________ Geschäft in der Karntnersfraße Zu bestehendem Hutsalon mit lebhaftem Kunden- \c.rkehr, wird in Regiegemeinschaft Kunstgewerblerin gesucht. Zuschriften unter „Zur Herbstsaison" an die Adm. dieses Blattes. >ii%i DTMip.i Zum XX« Zionfetenfcongreß 1. Büro-Eröffnung Das Büro des XX. Zionistenkongresses amtiert im Claridenhof, Claridenstraße 21. 2. Visa-Erleichterungen und Kongreß-Legitimationen * Das Kongreßbüro steht mit. den schweilerischen Behörden wegen der Gewährung der gleichen Vergünstigungen, wie bei den früheren Kongressen, in Verbindung. Es sollen abermals den Teilnehmern des Kongresses kostenlos Visa auf Grund der vom Kongreßbüro herausgegebenen Legitimationen erteilt werden. Diese T.,egltimationen dienen auch als Ausweis der Kongreßteilnehmer für verschiedene Vergünstigungen. Es ist daher im Interesse aller Kongreßteilnehmer, sich rechtzeitig solche Legitimationen bei der zionistischen Zentralstelle ihres Landes zu besorgen, (in dringenden Fällen direkt beim Kongreßbtirtfc), diese Legitimationen werden zum Preise von fiO Centimes abgegeben. Ueber die Erteilung von Pässen an Schriftenlose (Staatenlose, Inhaber von Nansenpässen, Laisser passers usw.), werden noch besondere Verlautbarungen erfolgen. 3. Gastkarten Im vorhinein werden nur Permanenzkarten abgegeben. Die Preise der Plätze sind wie folgt festgesetzt: Kategorie I. Fr. 100.—, H. 60.—, IH. 85.—, Zur Orientierung werden schon heute die Preise für die Eröffnungssitzung mitgeteilt, und zwar: Kategorie I Fr. 45.—, H. 30.—, IH. 20.—. Stehplätze werden nur an der Tageskasse abgegeben. 4. Teilnahme Jugendlicher Das Kongreßbtiro wird bemüht sein, durch Versorgung billiger Quartiere und Verpflegung Jugendlichen die Teilnahme am Kongreß zu erleichtern. 5. Geldüberweisungen Geldüberweisungen an das Kongreßbüro können, falls in der zionistischen Presse Ihres Landes nicht besondere Verlautbarungen erschienen sind, vorgenommen werden auf das Schweizerische Postscheckkonto VDX 15598, Büro des Zionistenkongresses, oder beim Schweizerischen Bankverein, Paradeplatz, Zürich, zu Gunsten des Büros des XX. Zionistenkongresses. Sommerreisen nach POLEN u. CzeMitz Nächste Abreisetermine: 27. Juni Ferienreisen ab 4, Juli jeden Sonntag. D-Zug-Platzkarten, aufgelöste Rückfahrt möglich. Leitung Dr. S. TOCKER, Auskünfte und |n Hin UJnlt" W.M.Renner.WienIX,Liechtenstelnstr.2 Anmeldungen:,,!!! Ulli ncll Tel. A-14-504 (Nächst Schottenring) 1,250.000 Schekalim verkauft Aus Jerusalem: Auf Grund der letzten Nachrichten, die die Jewish Ägency erhalten hat, wird der XX. Zionistenkongreß 1,250.000 Schekel-Inhaber repräsentieren; eine Million Schekalim wurden allein im Jahre 1937 abgesetzt. Der XX. Zionistenkongreß wird somit der repräsentativste Kongreß in der Geschichte des Zionismus sein. Man nimmt an, daß die Zahl der Kongreßdelegierten größer sein wird als die zum XIX. Kongreß. Kein Kongreß-Wahlkampf in England Aus London: Mit Rücksicht auf die schwierige politische- Situation, in der «ich die zionistische Bewegung befindet, und auf die ernsten Gefahren, die die Zukunft des,Jüdischen Nationalheims bedrohen, sind alle zionistischen Parteien und Gruppen in Großbritannien und Irland übereingekommen, von einem Wahlkampf zu dem nächsten Zionistenkongreß abzusehen. In dem Wortlaut der getroffenen Vereinbarung wird betont, daß nur eine geschlossene zionistische Bewegung über die bevorstehende schwere Zeit mit Erfolg hinwegkommen könne. Deshalb ergehe an alle Zionisten der Appell, sich in dieser Stunde der Prüfung zur Unterstützung der Zionistischen Organisationen zusammenzuschließen. Die 14 Mandate, auf die Großbritannien und Irland Anspruch haben, sollen folgendermaßen aufgeteilt werden: Allgemeine Zionisten 7, Misrachi 3, Poale Zion 3„ Judenstaatspartei 1. Katastrophale Lage der jüdischen Emigranten in Prag Aus Prag: In dem von der Jüdischen Gemeinde Prag herausgegebenen „Vestnik" wird in einem Bericht „Wie leben die Emigranten?" ein erschütterndes Bild der sozialen und gesundheitlichen Verhältnisse gegeben, in denen die aus Deutschland emigrierten Juden leben. Es wird darauf hingewiesen, daß ein großer Teil dieser Emigranten, Aerzte, Anwälte und Kaufleute, die früher in geachteter Stellung wirkten und in Ihren Fünf- bis Sechszimmerwohnungen ein geordnetes bequemes Leben führten, jetzt unter den denkbar schlechtesten Verhältnissen leben müssen. Die Mittel der zentralen Flüchtlingsfürsorge reichen nicht im entferntesten hin, diesen Unglücklichen eine auch nur annähernd ausreichende Hilfe zu gewähren. Ja, sie sind in letzter Zeit vollkommen erschöpft, so daß die bisher geleistete kleine Unterstützung noch verringert werden mußte und neue Hilfesuchende gänzlich a b g e w i e'a e n werden müssen. Im Mai d. J. wurden vom Sozialamte der Prager jüdischen Kultusgemeinde 378 Emigranten unterstützt, Die materielle Unterstützung erreicht nicht einmal die Hälfte des Existenzminimums, d. s. monatlich 300 tsch. K. Es können höchstens 35 tsch. K wöchentlich an erwachsene Personen und 15 tsch. K an Kinder verteilt werden. In vielen Fällen sind aber keine Mittel für diese Zuwendungen vorhanden, so daß nur 20 bis 25 tsch.K pro Woche verteilt werden können. Für die Emigran tenfürsorge hat das jüdische Sozialamt 1936 über 600.000 tsch. K, in diesem Jahre bis 30. April' über 270.000 tsch. K verausgabt. Die soziale Verfassung der meisten Emigranten, unter welchen sich Schriftsteller, Aerzte, Advokaten, Kaufleute, Handwerker usw. befinden, ist Überaus schlecht. Der Fürsorgearzt stellt die Verbreitung der Tuberkulose, bei Kindern rachitische Krankheiten fest, Krankenhäuser lehnen die Annahme von kranken Emigranten oft ab, weil der Staat, dessen Angehörige sie sind, die Bezahlung der Heilungskosten ablehnt. Im „Vestnik" wird noch darauf hingewiesen, daß fUr die kommenden Monate mit einem neuen Zustrom von jüdischen Flüchtlingen aus Deutsch- Oberschlesien zu rechnen sei, da mit dem 15. Juli in diesem Gebiet der Schutz der Juden nach den Minderheitsverträgen aufhört und rund 3000 jüdischen Familien der Verlust ihrer materiellen Existenz droht. Allein 350 jüdische Akademiker in Deutsch- Oberschlesien werden am 15. Juli ihre Stellungen verlieren. Der Bericht schließt mit einem Appell, nach Kräften mitzuhelfen, die Not der Unglücklichen zu lindern. (J. T. A.) Hakenkreuzlerfeche Ratschläge an Rumänien . Der „Völkische Beobachter" (Berlin) kündigt eine Serie von Aufsätzen über die Judenfrage in Rumänien, der Tschechoslowakei und Polen an und veröffentlicht zunächst Berichte seiner Korrespondenten in Bukarest über das Judentum in Rumänien. Der erste Bericht befaßt sich mit der „betont antisemitischen. Haltung" des rumänischen Volkes zum Judentum und dem gefühlsmäßigen Antisemitismus der Rumänen, dessen politische Form dem Prof. Cuza zu verdanken sei. Mit dem Namen Cuza ist bereits alles angedeutet, was man von der Darstellung des „Völkischen Beobachter" erwarten kann. Die nationalsozialistische These vom jüdische» Element, zu dem es keine Brücke der Verständigung gebe, während man sich mit <ien anderen Minderheiten verständigen könne, wird in der bekannten Art niedergelegt. Ein Kompliment erhält selbstverständlich Codreanu, der Führer der „Eisernen Garde", eine Kopie der hitleristischen SA., der sich durch einen Meuchelmord an einem hohen Staatsbeamten als dieser Gnade würdig erwiesen hat. Man wundert sich anfangs darüber, weshalb eigentlich der „Völkische Beobachter" alle Einzelheiten der rumänischen inneren Politik verzeichnet, bis man plötzlich erkennt, wo er "hinauswill. Der „Völkische Beobachter" unterstellt der rumänischen Regierung die Absicht, die Gleichberechtigung der Juden aufzuheben, welche Rumänien vom Ausland (gemeint sind die siegreichen Mächte des Weltkrieges, vornehmlich die demokratischen Staaten Amerika, England und Frankreich) aufgezwungen worden sei. Wenn nun Rumänien in der Judenfrage freie Hand bekommen wolle, müsse es Bindungen seiner Außenpolitik lösen, mit .anderen Worten: sich von den Westmächten abwenden und eich Hitler-Deutschland anschließen« Hitlers Leiborgan macht also Rumänien darauf aufmerksam, welche Vorteile es bei einem diplomatischen Anschluß an das Dritte Reich hätte, zunächst den einen: die Juden risikolos vernichten zu können. Ein schönes Angebot! Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes) England: Wien, Wien, nur Du allein! Ungarn: Der kleine Kavalier. Frankreich: Roman eines Schwindlers — Dia Perlea der Krone — Der geliebte Vagabund. Amerika: Die Insel ohne Sünde — Kopf in der Schlinge — Drei kleine Gangster —• Hochverrat — Sonnenmädel — Motiv unbekannt — Verfluchtes Gold — E» geschah zu Silvester — Golddiggers 1937 — Safari — Hokuspokus. Filme unter Arierparagraph Ernte — Der Herrscher — Die Kreutzersonate — Vor Liebe wird gewarnt — Der Hund von Baskervllta — Sein Modell —• Der verkannte Lebemann —, Männer Im Dunkel — Mai» sprlcjat über Jacqueline — Der Scheidungsgrund — Susanne im Bad — ConUottlerl -« Zurück In die Heimat —• Die ganz großen Torhelten — Amtsschimmel — Entführung an der Rivlera — Schwindeln ist keine Sünd'... — Etappenhase — Ich bleib* nicht Junggeselle — Die Göttliche — Das Mädel vom Ballett -—< Abenteuer in Lissabon — Heiratsinstitut Ida Wüst & Co< »Wie der Hase läuft.

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