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Die neue Welt · 1937-06-11 · Heft 662 (11.6.1937) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 662 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 662 vom 11. Juni 1037 DIE NEUE WELT Seite T Emwanderungsitiöglidikeifen in Mittelaitierilca Bin Bericht der „Hfceiti" Frave'h-ße'Ttt'fs'Sc-fitikft um ßrkküCE R- HEIM" Telephon A<-48-0* 77 Wien, //., Ma/zgasse 7 Dreijänftee höhere Lehranstalt tut wirtschaftliche Frauenberuf ei Zweijährige Fachschule ftirKMdtrmache^fi undWäkhewareneKeuguitg/Zweijährige Kindergäff nerinnen-BUdungsänstait / Prospekt auf Wunsch / Internat / Streng religiöser Haushalt Die Gesellschaft für jüdische Wanderung, Hias-Ica- Emigration-Association (HICEM), veröffentlicht einen Bericht ihres Leiters in New York über die gegenwärtigen Einwanderungsmöglichkeiten in Venezuela, Curacao, Panama, Guatemala und Mexiko. In dem Bericht wird festgestellt, daß die Einwanderung von Juden in die genannten Länder fast völlig aufgehört hat. Als Grund dafür wird -vor allem angegeben, daß sich diese noch nicht vollkommen von den Folgen der jüngsten Wirtschaftskrise erholt haben. Ein weiteres Hindernis für die Einwanderung aus Süd- und Osteuropa ist die Furcht der Behörden vor dem Zuzug kommunistischer Elemente, die die der jetzigen Verwaltung feindlichen Kräfte stärken könnten. Es bedurfte einer speziellen Intervention bei den Behörden, um sie zu bewegen, dio von den jüdischen Auswanderungskomitees ausgewählten Bewerber zuzulassen. In allen diesen Ländern, außer Mexiko, sind die jüdischen Gemeinden sehr klein und besitzen kaum genügend Mittel, um den Religionsunterricht für ihre Kinder sicherzustellen. Diese Tatsache allein erklärt es, warum die Juden in diesen vier Ländern so sehr an einer breiteren jüdischen Einwanderung interessiert sind. Venezuela Die jüdische Bevölkerung von Venezuela zählt gegenwärtig rund 1000 Seelen, von denen 450 in der Hauptstadt Caracas leben. Alle sprechen spanisch, sogar die neu eingewanderten äschkanasischen Juden, die hauptsächlich aus Rumänien stammen. Die Einwanderung nach Venezuela ist auf eine geringe Zahl geschulter Arbeiter beschränkt, wobei die Regierung besonders landwirtschaftliche Einwanderer vorzieht, denen sie sogar Boden, lebendes Inventar und landwirtschaftliche Geräte zur Verfügung stellt. Dem Lande mangelt es sehr an Experten. Jüdische Ingenieure und Techniker aus Deutschland . sind daher willkommen. Dagegen ist die Regierung entschlossen, Emigranten aus Rußland, Polen und Rumänien fernzuhalten, da sie kommunistische Propaganda befürchtet. Gemäß den gegenwärtigen Einwanderungsbestimmungen dürfen sich nur Personen, die im Besitze eines Arbeitsvertrages sind, in Venezuela niederlassen. In Caracas wurde ein der HICEM angeschlossenes Einwanderer-Hilfskomitee geschaffen, um die Einwanderung ausgewählter Bewerber nach Venezuela zu erleichtern. Curacao .... Auf der Insel Curacao, die holländisches Schutzgebiet ist, lebt eine aschkenasische Gemeinde, die etwa 100 Mitglieder, meist aus Rumänien stammend, zählt und eine sephardische Gemeinde mit zirka 800 Mitgliedern. Zwischen den beiden Gemeinden besteht keinerlei Verbindung. Die Regierung von Curacao ist liberal. Antisemitismus gibt es dort nicht; Die Einwanderung ist allerdings beschränkt und jeder Einwanderungsanwärter muß im Besitze eines Arbeitsvertrages mit einer Firma in Curäcaö sein. Panama Die jüdische Bevölkerung von Panama ist hauptsächlich in Colon, der zweitgrößten Stadt der Republik, konzentriert und besteht aus rund 110 aschkenasischen und 150 sephardischen Juden. Sämtliche aschkenasischen Juden stammen aus Polen. Die meisten von ihnen betreiben eigene Geschäfte; die Lebensbedingungen sind sehr schwer. Die einzige jüdische Organisation in Panama ist das Jüdische Kulturzentrum in:Colon, dessen Hauptaufgabe darin besteht, jüdischen Durchwanderern mit Ratschlägen und Hilfe beizustehen. In Panama) der Hauptstadt der Republik, gibt es keine jüdische Organisation. Die Einiwanderungsgesetze in Panama sind nicht sehr hart. Um ein Visum zu erhalten, muß ein Immigrant 120 Dollar bei der Regierung hinterlegen. Wenn er das Land vor Ablauf eines Jahres verläßt, wird ihm das Geld zurückerstattet; falls er sich jedoch dauernd im Lande niederläßt, verfällt die Kaution. Nach Ansicht maßgebender Kreise des Jüdischen. Kulturzentrums in Colon gibt es trotz der Gesetze, die vorsehen, daß 75 Prozent aller in lokalen Unternehmungen Angestellten der Landeabevölkerung entnommen werden müssen, für eine gewisse Zahl jüdischer Einwanderer, allerdings gelernte Arbeiter, Arbeitsmöglichkeiten. Im allgemeinen jedoch kann Panama nicht als Einwanderungsland im großen Maßstabe angesehen werden. Guatemala Die jüdische Bevölkerung von Guatemala besteht aus 22 aschkenasischen und 80 sephardischen Familien, insgesamt etwa 300 Seelen, und einer ansehnlichen Kolonie deutscher Juden, die bereits vor den erstgenannten beiden Gruppen eingewandert waren. Die aschkenasischen und sephardischen Juden haben eine eigene Gesellschaft, „Magen David", gegründet, die soeben den Bau einer gemeinsamen Synagoge hat durchführen lassen. Eine jüdische! Einwanderung nach Guatemala kommt gegenwärtig nicht in Frage, da die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes eine Aufnahme neuer Einwanderer nicht zuläßt. Die jüdische Bevölkerung leidet noch immer unter dem vor zwei Jahren erlassenen Gesetz, welches Ausländem polnischer, palästinensischer und türkischer Herkunft die Gründung neuer Unternehmungen und neuer Z^ftige bestehender! &ntarnehmungen verbietet. Das ^Verbot trifft auch die Kinder von Einwanderern, ob sie nun naturalisiert Sind oder nicht, und hat bereits eine beträchtliche Anzahl von Juden veranlaßt, Guatemala zu verlassen und In die Nachbarländer auszuwandern. Mexiko' Mexiko zählt rund 7000 Juden. Die aschkenasische Gemeinde umfaßt zwölf Ortsgemeinden. Sie unterhält eine moderne jüdische Schule, die von der Regierung subventioniert wird. Der Unterricht erfolgt in Spanisch und in Jiddisch. Wegen des generellen Verbots des Religionsunterrichts in Mexiko gibt es auch keinen jüdischen Religionsunterricht. Die antisemitische Bewegung in Mexiko wird von den Juden selbst energisch bekämpft. Obwohl die Einwanderung aus wirtschaftlichen Gründen fast vollständig aufgehört hat, rechnet man doch mit einer baldigen Aufhebung der Einwanderungsbeschränkungen. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, daß am 12. März d. J. ein Gesetz erlassen wurde, das von jedem Einwanderer vor seiner Zulassung die Bekanntgabe seiner "rassischen Abstammung verlangt. Ob dieses Gesetz sich besonders gegen die Juden richtet, ist schwer feststellbar. Restoutcutt Bittet 'WS Bestrchomm ier le Küclie ^3 REICHHALTIGE MENÜS ä S 1.90 UNO 2.60 tCHWEU»! hk BR AI lt,Hqmmer-Purgstall-Gq«e 3 (nSdist Salztorbfüdte) «Iel.HI-0-25 AUS PALXSTINA EnfwiäVIungsmöglidtkeilen der Landwirtschalt Palästinas Aus J e r u s a 1 e m: Die in Tel-Aviv erscheinende ökonomische Monatsschrift „Palestin e and Midd 1 e Eas t" bringt ein interessantes Gespräch - mit dem Direktor des Landwirtschaftsdepartements der Palästina-Regierung; Mr.. M. T. Dawe, über aktuelle Fragen der p'arästinensischen Landwirtschaft. Mr. Dawe teilt mit, daß die Regierung sich jetzt mit dem Projekt befaßt, eine Regierungskommission einzusetzen, mit der 'Aufgabe, den Orangenexport zu r e ge l n.'' Dieser Vorschlag wurde bereits vor einiger Zeit-erörtert;-jedoch infolge mangelnder Einigkeit unter '■'den Pläntagenbesitzern des, Landes" nicht verwirklicht. Jetzt wird der Vorschlag erneut erörtert und' hat bessere Aussichten, verwirklicht zu werden. Hr.-Dawe weist auf die große Möglichkeit hin, Tomaten und Kartoffeln, efte in Palästina früher als in. anderen Ländern reifen, zu exportieren, Er betonte, daß, wenn Palästina in: England Vorzugszölle genösse, es für einen Export von Braugerste, Weintrauben, Mandeln, Tabak, Zigaretten, Wassermelonen, Honig, Orangensaft und besonders Olivenöl, für das Palästina im ganzen britischen Imperium der einzige wichtige Produzent ist, große Möglichkeiten gäbe, so daß alle seine Produkte nicht nur in England, semdern auch in anderen Ländern des Imperiums verkauft werden könnten. Die Frage eines entsprechenden Schutzzolles für die palästinensischen landwirtschaftlichen Produkte ist durch die „offene Tür" in Syrien schwierig. Jetzt wird die Frage der Handels- und Zollbeziehungen zwischen Palästina und Syrien von einer besonderen Kommission untersucht. Auf dem Gebiete der V i e h z u c h t ist eine starke Besserung wahrnehmbar, besonders in der M i 1 c h p r 0 d u k t i o n; Ferner sind gute Ergebnisse bei dem Versuche, in Palästina C a r a c 01 - S c h a f e zu züchten, erzielt worden. Endlich sind für die Hühnerzucht gute Bedingungenvorhanden. Mr. Dawe behandelte auch die Frage des Fischfanges in Palästina und teilte mit, daß in Kürze aus England ein besonderes Schiff für den Fischfang nach Palästina* eingeführt werden wird, das die Möglichkeit bieten wird, beim Fischfang im Lande neue Methoden einzuführen. , Die Juden in der Palästina-Polizei Aus Jerusalem: Ueber den Anteil der Juden iii der palästinensischen Polizei gibt eine soeben veröffentlichte Statistik Aufschluß. Danach sind von den 24 höheren Polizeiinspektoren im Lande nur 2 Juden (die überwiegende Mehrzahl sind Araber); von den 35 Polizeiinspektoren zweiten Ranges sind 11 Juden. Von den 65 Hilfsinspektoren sind 16 Juden, davon 8 in Tel-Aviv. Die Zahl der jüdischen Polizei-Sergeanten beträgt 12, davon 4 in Tel-Aviv; insgesamt gibt es 85 Sergeanten. Von den 140 Polizeikorporalen sind 21 Juden (11 davon in Tel-Aviv); schließlich sind von den 600 Mann der Pöllzeimannschaft 200 Juden. Fremdenverkehr Aus Jerusalem: Der Fremdenverkehr Palästinas hat im ersten Vierteljahr 1937 gegenüber dem gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres eine kleine Erhöbun,g erfahren. Es reisten rund 20.400 Personen gegenüber 19.200 ein. Der Anteil der J u d e n hat sich dabei etwas vermindert, die Zahl der nichtjüdischen Fremden dagegen von 13.600 auf 15.800. Personen erhöht. Bemerkenswert sind die neuerdings zusämtnengesUllten Ziffern über die Reiseausgaben der Fremden, die aller-" dings auf sehr ungenauen Grundlagen beruhen. Es ist festgestellt worden, daß der Durchschnittsäuf enthalt der Juden im März i934 3'4,6, der Araber 15,3 und der Übrigen Fremden 9,4 Tage betragen hat. Die Du'rChschnittsaus gaben stellten sich auf täglich 0,688 Pfund bei den jüdischen Fronden, Auf 0,415 Pfund bei den' Arabern und auf 1,383 Pfund beiden übrigen Besuchern des Landes. (J. T. A.) Neue hebräische Zeitung Iii Palästina Aus Tel-Aviv: Der bekännte hebräische Publizist Benzion Katz erhielt von der Palästina-Regierung die Erlaubnis, eine hebräische Zeitung herauszugeben. Die neue Zeitung, die den Namen „Chadaschot" tragen wird, soll zweimal täglich erscheinen. Jüdische Siedler verlangen Schutzzoll Aus Jerusalem: High Commissiörier Sir Arthur Wauchope stattete den Kolonien im Schomron am 6. Jvini einen Besuch ab. Bei dieser Gelegenheit ersuchten' tfie Kolonisten den High Commissioner, darauf; hinzuwirken, daß die Politik der „offenen Tür" fällengelässen und gegen die syrische Konkurrenz auf dem Gebiet landwirtschaftlicher Produkte mit Einführung eines Schutzzolls eingeschritten werde; ferner' solle von ,der Erhebung landwirtschaftlicher Steuern abgesehen werden. Die Arbeiterschaft der Agudas Jisröel Aus Jerusalem (J-. T. A.): Aus . e^em Soeben veröffentlichten Bericht der Agudas Jisroel geht hervor, daß es in Palästina gegenwärtig 2000 "im" ägudistischen Arbeiterverb'and o r g a n i s i e r t e A rbe'i t e r gibt, die in 18 Ortsgruppen gegliedert und in sämtliche^!; Berufszweigen beschäftigt sind. Außerdem verfügt die Aguda .über.drei. Kibhuzim, davon einen in Chederä mit 60, eihenzweiten in Kfar Saba mit 50 Mitgliedern Und einen dritten in Machane Jisrael (Emek Jesreel). Klage gegen die Regierung Aus Jerusalem: Zwei kibbuzim im Emek haben gegen die' Regierung im Bezirksgericht zu Haifa einen Prozeß angestrengt. Sie fördern 1600 Pfund S ch ad e ne r s a t z für abgebrannte Felder, die während der' .Unruhen von a r a bis c h e n L o k 0 m 0 t i y. f ü h r e r n .Absichtlich in Brand gesteckt wurden. , Einfuhr von Rindern Aüä J e r ü S al e m: Die Einfuhr von M1 I chun d Sch 1 achtrindern nach Palästina betrüg im. Jähre 1936 32.660 Stück im Werte von 332,763 Pfund gegenüber 28.535 Stück für 296.990 Pfund im Jahre 1935. Die Vieheinfuhr im ersten Vierteljahr 1937 betfüg 9063 Stück gegenüber 11.549 in der gleichen Zeit des vorigen Jähreä. Der Rückgang der Einfuhr betrifft in erster Linie den Import aus Nachbarländern Palästinas, die Einfuhr aus Uebersee hat sich ungefähr'auf-dem gleichen Stand des Vorjahres behauptet. Streik . Aus Jerusalem: Nach Entlassung einiger " Arbeiter' sind 130 Arbeiter der größten Bäckerei von Tel-Aviv in den Ausstand getreten. Es arbeiten im Betriebe nur noch 20 Arbeiten . Terrorakte gegen Araber Aus Haifa: Auf das Haus eines arabischen Scheichs an der Peripherie von Haifa wurden mehrere Schüsse abgegeben, weil dieser sich geweigert hätte, eine Summe von 40 Pfund, die zwei bewaffnete Araber am Tage vorher von ihm gefordert hatten, zu erlegen. — In dem arabischen Dorfe Kakun wurde ein Araber an der Schwelle seines Hauses ermordet. Der Ermordete stand bei den arabischen Terroristen in dem Verdacht, einige Araber, die verbrecherische Anschläge verübt hatten, bei der Polizei angezeigt zu haben. £(ff&&£^f4t&to9t9ff 3^^^^tfft5^jf#. " ' 1 V [Hl im

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