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Die neue Welt · 1937-06-11 · Heft 662 (11.6.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 662 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 662 vom U. Juni 1937 DIB NEUE WELl: Seite | Zu den Teilungsplänen Aratn§die Stimmen Der Mufti Aua Jerusalem: In der Tageszeitung „El Liwaa", dem Organ des Großmufti, werden die Gerüchte über eine Teilung Palästinas als „Komödie" bezeichnet. Jeder Versuch, die Araber um ihr Recht au betrügen, werde von diesen zurückgewiesen. Die «»Öffentlichkeit wird aufgefordert, den T e i 1 u n g sgerücht. en, die noch immer verbreitet werden, obwohl die Regierung von arabischer Seite aufgefordert wurde, sie zu dementieren, keinen Glauben zu schenken. Die Araberseien keine politischen Kinder, die sich dadurch irreführen lassen, daß auch die Juden die Teilungspläne verurteilen und die Regierung zu diesen Veröffentlichungen schweigt. Nicht Teilung, sondern Parlament Aus Jerusalem: Die sonst gutunterrichtete arabische Zeitung „Saud el Schaab" -meldet aus London, daß in dem Bericht der Kgl. Kommission nicht der Vorschlag einer Teilung Palästinas, sondern der der Einsetzung eines Parlaments mit weitreichenden Befugnissen enthalten sein wird. Dieses Parlament werde aus jüdischen und arabischen Vertretern bestehen, die auf Grund eines Verhältniswahlrechtes gewählt werden. Ihm werde die Entscheidung über die Zukunft Palästinas zufallen. Ein weiterer Vorschlag der Kgl. Kommission soll dem Blatte zufolge dahingehen, daß die jüdische Einwanderung so eingeschränkt wird, daß die Juden niemal sd i e Mehrheit erlangen können. Die Befugnisse der Jewish Agency sollen bis zur Bedeutungslosigkeit eingeschränkt werden. Der Vertreter Ibn Sauds Aus New York: Der New-Yorker Rundfunk hat die Reden verbreitet, die aüf einem Bankett gehalten wurden, das die Arabische Nationalliga Amerikas zu Ehren des Vertrauensmannes König Ihn Sauds, Emin Rihani, veranstaltet hat. Sämtliche Redner lehnten mit Entschiedenheit den Zionismus ab. Emin Rihani sprach von dem „Scherz der Balfour-Deklaration und des Mandats" und verurteilte den Kantonisierungsplan als den „nichtigsten aller Notbehelfe und phantastischesten aller Ausbeutungspläne". Er versicherte, daß die Araber den Status quo in Palästina anerkennen und bei der Entwicklung des Jüdischen Nationaiheims mithelfen würden, wenn die drei Hauptforderungen <!er Araber, insbesondere die nach Einstellung der jüdischen Einwanderung, erfüllt werden. Zum Schluß schlug er vor, daß ein Nationalheim für die Juden in den Vereinigten Staaten errichtet werden solle. * Ein dinglicher Engländer Im Zusammenhang mit der Frage der Teilung Palästinas in Kantone Veröffentlicht ein Engländer im „Manchester Guardian" einen Brief, der das Teilungsprojekt, wie es in der internationalen Presse behandelt wird, ablehnt und dabei folgende Einwände macht: „Wenn man einen Blick auf die Landkarte wirft, welche die verschiedenen dichten jüdischen Besiedlungen in Palästina kennzeichnet* sehen wir, daß deren Verteilung im ganzen Lande derartig ist, daß es praktischerweise unmöglich sein wird, das Land in genau u mrissene arabische und jüdische Territorien zu teilen. Denn würde man dies tun, müßten die Juden und die christlichen Araber, welche in rein muselmanisch-arabische Gegenden versprengt sind, In schwere wirtschaftliche und politische Gefahren geraten. Ueberdies, so lehrt die Vergangenheit, hat es die Administration des Landes nicht verstanden, die semitischen Vettern — Araber und Juden — in einen freundschaftlichen Kontakt zu bringen, zumal die bisherigen Oberkommiasäre keinerlei Verständnis für die Psychologie der beiden Völker besessen haben. Derjenige, welcher nicht lange mitten unter den unwissenden arabischen Massen gelebt hat, kann nicht ahnen, zu welch hohem Grade des Terrors nicht nur die armen Bevölkerungsschichten, sondern auch die wohlhabende Klasse erzogen werden. Jeder Plan der Lösung des Palästina-Problems durch Teilung des Landes wäre schließlich nichts anderes als ein bedauernswertes G e-- ständnis der Schwäche und Hilfsbereitschaft, eine Art Vogel-Strauß-Politik, 'die zweifellos unheilvolle Erschütterungen hervorrufen und das Prestige und den Ä ü f . Englands als Meister . eines Kolonisationsvolkcs sehr schwer beeinträchtigen würde. Aber das Hervorstechendste dieser bedauernswerten Angelegenheit besteht darin, daß gerade die große Mehrheit der armen arabischen Bevölkerungsteile, wie die Fellachen und Kleinbauern, mit ihren jüdischen Vettern sympathisiert und bereit ist, in v ö 11 e r Freundschaft mit ihnen zu leben. Unglücklicherweise sind diese armen Schichten nicht organisiert, haben keinen Führer, und die Regierung Palästinas leidet an dem irrigen Eindruck, daß die Stimme einer Handvoll Unzufriedener (das ist die Oligarchie der Effendis) die Stimme des Volkes sei. Ich bin Engländer, weder jüdischer noch mohammedanischer Religion oder Herkunft. Ich Habe mehrere Jahre unter der armen arabischen Bevölkerung gelebt und gelernt, für ihr hartes Schicksal Sympathie zu empfinden. Ich kann bezeugen, daß die unwissenden arabischen Massen eine Abneigung haben gegen ihre sogenannten „Chefs" (die sich die Macht usurpiert haben), welche sich nicht um die Interessen des armen Volkes, sondern nur um ihre eigenen kümmern. Daher ist zu hoffen, daß man im Falle der Teilung Palästinas — bevor dieser Beschluß endgültig und unwiderruflich gefaßt wird — zuerst einen Versuch machen wird, indem man nach Ablauf einer Versuchsperiode eine Volksabstimmung macht, um feststellen zu können, ob die einzelnen Bewohnergruppen in ihren Distrikten verbleiben oder diese verlassen wollen. Käme solch ein System zur Durchführung, würden die Juden gut daran tun, die Administration ihrer Kantone so zu gestalten, daß . sie für die armen arabischen .Bewohner-an-, ziehend wäre. Auf diese Weise würden die Juden durch ein praktisches Beispiel . ihren steten Wunsch, mit den Arabern in. Frieden zu leben und. zu arbeiten, dokumentieren und in. ihrer jüdischen Einflußsphäre den währen palästinensischen Bürger, unabhängig von Abstammung und Religion, schaffen." ..... Leicht«, poröse SOMMERHEMDEN fertig und nach Maß, in allen Preislagen Spezial - Herren «Wäsche Erzeugung FISCHER, VIII, Feldgasse 1 A-27-2-47 Emir Abdullah in London Aus Jerusalem: Dem „Haarez" wird aus Amman, der Hauptstadt von Transjordanien, mitgeteilt: In maßgebenden Kreisen Transjordaniens vez'lautet, daß Emir Abdullah in London gute politische Resultate erzielt' habe. Obwohl keine Einzelheiten über seine politischen Verhandlungen In London bekannt sind, glaubt man doch annehmen zu können, daß sie auf der Basis des Planes geführt worden sind, wonach der arabische Teil Palästinas mit Transjöräanlen vereinigt werden soll. Dem Besuoh dea Emirs in Ankara, der türkischen Hauptstadt, wird ebenfalls große Bedeutung beigemessen. Die politisierte Schule in Palästina Die gefährlichste Auswirkung der Klassenkampf- , Ideologie ist wohl die auf die Schule. .Wenn bereits die Kinder gegeneinander verhetzt werden, so ist das eine kaum wieder gutzumachende Versündigung am Volke. Leider muß festgestellt werden, daß der Prozeß der Politisierung des Schulwesens gerade in Palästina sehr fortgeschritten ist und weiter um sich greift. Die hebräische Tageszeitung „Haboker" (Tel-Avlv) schreibt dazu: „Das parteilose Schulwesen in Palästina ist im Niedergang begriffen. Zwar besuchen jetzt noch 68,7 Prozent aller Hebräisch lernenden Schüler die Knesset-Israel-Schulen, aber das bedeutet ein Sinken der Schülerzahl, im Verhältnis zur nahen Vergangenheit. Gleich nach dem Kriege umfaßten die allgemeinen Schulen über 70 Prozent der Gesamtschülerzahl. Nach und nach verschob sich dieses Verhältnis. Die Schulen der Linken sind die bedeutendsten Konkurrenten der allgemeinen Schulen. Vor acht Jahren umfaßten die Arbeiterschulen 6 Prozent aller hebräischen Schulen; heute sind es 17 Prozent, Im Jahre 1928/29 lernten in den Sctttlen der Histadrut WARNER BAXTER (Die Abenteuer einet Löwtnjfigers) * mit June Lar»9 - Call Patrick Ab heut«: Kreuz-Kino I. — Votivpark-Kino IX. 1272 Schüler; heute sind es ungefähr 8000. Das bedeutet eine Erhöhung von über 500 Prozent in acht Jahren. Der Prozentsatz der parteilosen Schulen sinkt immer mehr. Wenn das in demselben Tempo weiter andauert, dann werden sie in wenigen Jahren zu einer Minderheit zusammenschrumpfen. Voriges Jahr besaß die linke Histadrut 125 Schulen und Kindergärten. Sie bemüht sich ständig, diese Zahl zu steigern. Die .allgemeinen' Knesset-Israel-Schulen sind auch ziemlich stark links beeinflußt. Der Großteil der Lehrer gehört der Linken an und verbreitet die Grundsätze dieser Partei in den allgemeinen Schulen, obwohl diese Lehrer im Prinzip gegen die Gründung separater Schulen durch die Histadrut sind. Auch viele Schüler gehören der linken Organisation an und auch die Pfadfinderbewegung, die durch den Waad Leumi unterstützt wird, hat eine linke Tendenz." Gegen die Arbeit am Sabbat Aus Jerusalem wird uns berichtet: In palästinensischen Zeitungen wird jetzt der Inhalt einer Rede wiedergegeben, welche der Chefredakteur der Tageszeitung „Haarez", Glicksohn, auf der A.-K.- Sitzung gehalten hat. Glicksohn erinnerte an das vor zwei Jahren abgeschlossene „Luzerner Abkomme n", in welchem sich die Arbeiterführer dafür zu sorgen verpflichteten, daß in den Arbeiterkolonien am Sabbat keine Feldarbeit verrichtet werde. Glicksohn, sonst ein treuer Gefolgsmann der Arbeiterpartei, machte ihr den Bruch des Luzerner Abkommens zum Vorwurf. Er stellte fest, daß in den vom Gelde der zionistischen Fonds errichteten Arbeitersiedlungen die Arbeitsruhe am Sabbat in provokatorischer Art verletzt wird. Er sagte u. a.: ■ „Der Sabbat ist ein Protest gegen die Ausbeutung des Menschen durch Menschen. Gerade von euch (den Linken) darf Verständnis für den großen nationalen und sozialen Wert der Sabbatruhe gefordert werden. Niemand von uns verlangt von euch ein Glaubensbekenntnis für den Sabbat. Unsere Forderung ist viel einfacher und bescheidener: „Am Sabbat sollst du nicht ackern und nicht ernten!" Darüber aber gibt es eine verpflichtende Abmachung. Das ist das Substrat unserer Luzerner Abmachung, welcher alle Parteien zugestimmt haben." Man ist nicht berechtigt, vom traditionstreuen Juden zu fordern, daß er seine Unterstützung Aktionen und Werken biete, die seinen religiösen Anschauungen diametral entgegenstehen. Man darf von dem gottesfürchtigen Juden nicht fordern, daß er sich an dem Aufbau des Landes beteilige, daß er sich für den Keren Hajessod besteuere, sich an dem KKL. beteilige, wenn bei der Aufbauarbeit, die' auf dem Boden des KKL. und mit dem Gelde des Keren Hajessod geschieht, alles, . w a s ih m heilig und teuer ist, untergraben wird." < Ich will nicht hetzen. Das liegt mir gar nicht. Aber... Ich war am Sabbat in einer Kwuzah und sah, wie die Genossen die Wagen bespannten und aufs Feld zur Arbeit gingen. Ich kam dann in eine zweite, naheliegende Kwuzah. Die wenigen Genossen im Speisesaal entschuldigten sich. Die übrigen seien bei der Arbeit auf dem Feld. Ich kam in eine dritte Kwuzah und begegnete einem Genossen, der häufig mit uns am Beratungstisch sitzt, wie er mit dem beladenen Wagen vom Felde kam: Diese Dinge werden am Sabbat ganz selbstverständlich betrieben. Der Zustand hat sich nach dem Luzerner Abkommen kaum geändert. Es gibt kardinale Dinge, die die unentbehrliche Grundlage einer Koalition bilden. Auf der Erfüllung dieser Bedingungen müssen wir bestehen." 'i 111 11 M n i ..... Chewra Kadischa, Wien, I. Im Genesungsheim in Baden bei Wien finden Kur- und Erholungsbedürftige unter günstigen Bedingungen Aufnahme. Im Rahmen einer Veranstaltung der „Politischen Zionisten in Prag" spricht Samstag, 12. Juni 1936, Herr Dr, EMIL MARGÜLIES DIE PLÄNE ZUR TEILUNG PALKSTINAS um 20 Uhr im Wintergarten des KAFFEE ASCHERMANN mmmmmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm ^1 „feto entstidtenbe junge $ame... ober" mm£mm^/mmm 111 "'. "l" ".bem. mifefotbi* gen SBclag ihrer 3äi)ne. SBarum jold)eÄritifberausf orbern? Raufen Sie nod) heute eine Zubt (ft)torDuont=3af)npaiie; \k bejtefot aus einem $ufofötper oon rmfrojtopijdjet getabelVber ben fiafelitfien 3öl)n&eta0 oft jdjon itarf) einmaligem $ufcen bejeitigt. Stu&erbem hat (Shlorobönt einen töunbcrooll erfrifdjenben <5ef<rjmö(f. fflerlaitgen Sie ttad) 3btem ©elie&en Ctfjlotöbont f Aäumenb ober nicntfcbSumenb. beibe EluoHtafeit Knb aletrn dut. Tube S. -.90. Öftere. (Erzeugnis.

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