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Die neue Welt · 1937-06-11 · Heft 662 (11.6.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 662 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 662 vom 11. Juni 1937 DIE NEUE WELT Seite 3 Juden§ taktier! Meldet euch zur Mitarbeit für den Wahlkampf. Anmeldungen: Täglich im Sekretariat, Zentralheim, II., Praterstraße 30, von 19 bis 22 Uhr, Telephon R-45-1-60-U. Letzter Termin für den Schekelkauf Ist der 18. funi. Benutzet die letzten Tage, tun alle Freunde der Judenstaatsidee mit dem Schekel zu versorgen, ihnen das Wahl- , recht zu sichern. Der Schekel ist erhältlich im Sekretariat, IX., Univcrsitätsstraße 8, täglich von 9 bis 15' Uhr, Tel. A-20-2-78, und im Zentralheim, II., Praterstraße 30, täglich von 10 bis 22 Uhr, Tel. R-45-1-6Ö-U. Die Weltkonferenz der Judenstaatspartei wurde für den 27. Juli d. J. einberufen. Die Konferenz wird in Paris zusammentreten. * Herzl-Grabgang. Sonntag, den 20. d. M., findet der diesjährige Herzl-Grabgang statt. Näheres wird zeitgerecht bekanntgegeben werden. {^otiteasfäe^d Arabien in weltpolitischer Beleuchtung Die Vorgänge in Arabien sind nicht von der größeren Blockbildung zu trennen, die von der Türkei in Fluß gebracht worden ist. Es besteht kein Zweifel, daß an einer politischen Annäherung zwischen Ankara und_ den arabischen Staaten gearbeitet wird. Auf dem Weg zu diesem Ziel sind allerdings Gegensätze zu überbrücken, die vor allem in Syrien bestehen. „Frankfurter Zeitung" (Mai 1937) Die Folgen volklidier Vergewaltigung Es war ein arger Fehler des spanischen Nationalismus, auch seiner vornehmsten Vertreter schon lange vor Franco, daß er der baskischen Fordertmg nach völkischer Selbtsverwaltung ungenügendes Verständnis entgegenbrachte, ja sich sogar in antibaskischen Manifestationen gefiel. „Sturm über Oesterreich" (Juni 1937) Hakenkreuzparagraph in der Wirtschalt Die Methoden, die sich die deutschen Verwaltungsstellen in den letzten Monaten für den Export österreichischen Schnittholzes ins Reich zurechtgelegt haben, können nicht mehr hingenommen. werden. Nebst Zahlungserschwerungen maßt man sich die Untersuchung der politischen Einstellung der österreichischen Lieferanten an und macht davon die Devisengenehmigung abhängig... Sin festes Eingreifen der (österreichischen) Regierung märe' dringend geboten.--------- - - '„Salzburger Chronik" ^Mai 1937) Untergang und Wiederaufstieg Wir können die Zähl der Juden beim Ausbruch des Bar-Kochba-Aufstandes mit etwa einer Million beziffern, von denen die Hälfte niedergemetzelt wurde. Um das Jahr lfiQ beträgt die jüdische Bevölkerung, die sich nur noch auf kleine Partien in Galiläa zusammendrängt, etwa 100.000. Die Jugend ist in diesen 150 Jahren ausgewan- 1SWMS-Klin9* bei Kauf einer'Werbe pack urg, aber nu bis 31. Juli d. J. Daher kauft jedermann— der es sich leisten kann : nur eine Swing dert und versucht auswärts ihr Leben zu fristen. Die Zahl der jüdischen Soldaten im römischen Militär war p. B. so groß geworden, daß die Kirchenväter dagegen vorgingen. Zwar. gibt, es auch eine Rückwanderung, besonders aus Babylonien, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse konnten Massen nicht anlocken, obwohl sich diese jüdischen Menschen . nach ihrem alten Vaterland sehnten. Felix A. Teilhaber (Tel-Aviv) Sensationen um Palästina San Retno. Penslone Felke Corso dell* lmo«ro 184. Unter Aufsicht des Hamburger Vereines. Direktion: Dr. med. Alex Schwan Die Kraft der Bibel Segen ist weder Spuk noch Magie. Der Mensch wird nicht von Menschen gesegnet, er ist von Gott gesegnet, oder er ist überhaupt nicht gesegnet, Daß die Thora überhaupt Worte findet, um diesen göttlichen Segenin menschliche Sprache zu gießen, zeigt die Größe und Kraft der biblischen Schriften. Daß hier das „Leuchten des Antlitzes" Gottes über den Menschen zu dem gewaltigen Schein wird, in den das Leben eingebettet wird und mit dem es sich umhüllt — das zeigt im Bilde die Größe des Segens und die Schönheit der Worte. Rabb. Dr. Joach. Prinz (Berlin) Der neue Oberrabbiner von Mukaöevo — Soldat Aus Mukaöevo (J. T. A.): Der, vor kurzem als Nachfolger des verstorbenen Rabbi Spira in Mukaöevo gewählte Baruch Rabinowic, der Schwiegersohn des Verstorbenen, mußte sich als tschechoslowakischer Staatsbürger zur Assentierung melden. Der 23jährige Oberrabbiner wurde für tauglich befunden; er wird wahrscheinlich in die Ersatzreserve eingereiht, so daß er nur iiu halbes Jahr zu dienen haben wird. Das jüdische Volk, das sich seine Zukunft bauen will, wartet gespannten Herzens auf die Entscheidung, die betreffs des Schicksals Palästinas fallen soll. Der Bericht der Kgl. Kommission und die Deklaration der britischen Regierung über ihre künftigen politischen Absichten werden zweifellos den Zionismus vor ein schweres Problem stellen. Mit leidenschaftlicher Teilnahme verfolgen die jüdischen Massen alle Geschehnisse, die einen.Einfluß auf die künftige Entwicklung Palästinas haben. Ueberall in der Welt wird darüber debattiert, in welcher Weise die britische Palästina- Politik die Lösung der Judenfrage beeinflussen wird. In diese Stimmung platzen die Nachrichten einiger Blätter über das Projekt der TeilungPaläs t i n a s in einen arabischen und einen jüdischen Staat, ja, sogar Details werden gegeben. Menschen, die sich ihr Leben lang nicht um jüdische Fragen und Lebensnotwendigkeiten scherten, verbreiten Meldungen über einen jüdischen Staat, der vorbereitet werde, und Blätter, die auf Sensationen erpicht sind, bringen mit Balkentiteln versehene Darstellungen des künftigen Judenstaates, als hätten sie keine andere Sorge, als die um das Schicksal des jüdischen Volkes. Unverantwortlich und dilettantisch zugleich, schmücken sie die Berichte in einer Weise, als ob der Teilungsplan ein Sieg der zionistischen Sache wäre. Die breiten Massen, die derlei Zeug lesen, wissen nicht, daß sie aus einer trüben Nachrichtenquelle schöpfen, und die politisch interessierten, bzw. aktiven Kreise erhalten zweifellos ein falsches Bild der jüdischen Hoffnüngen' und Wünsche. Schon seit. Monaten gehen Nachrichten und Gerüchte über englische Teiiungspläne herum, die dem jüdischen Volke eine harte Nervenprobe auferlegen. r ©eiftige $lrfceiter % grauen, Merböfe, gueferfranfe, hartleibige effen im eigenen 3ntereffeiba§ buntle, aromat. Simonsbtflt» ©eljr 6eqiiem: <&imon3brotpä(f d&en in (Stanniol. 3>n allen guten ^einfoftfianblungen unb bielen 23äcfereien p fjaben. £>a§ erfte SSrot in f^gienifdjer Serpaäung. ^©imonSbrotfabrif Sßien-ffagran 55. £ägl. Sßoftöerf.^ Schon die Meldungen allein stören die jüdischen Dispositionen, lassen Wirtschaftsprojekte auf lange Sicht nicht zu, schädigen das Prestige des Zionismus. Von allen Seiten wird versucht, die englische Regierung zu beeinflussen. EINE SENSATIONSKOMÖDIE _ UM EINEN ALTEN GAUNER m.t büc &ndßM, Cacißia. vhhhfi ttühaJtetk.PatißASotL ELITE i. OPERN L Aber die Anerkennung der praktischen englischen Vorschläge ist keine Sache von heute auf morgen. Die englische Regierung wird zuerst die Empfehlungen der Kgl. Kommission prüfen und dann ihre — nicht richterliche, sondern politische — Entscheidung formulieren. Diese Formulierung wiederum wird zuerst vom englischen Unterhaus behandelt und dann vor das Forum der Mandatskommission in Genf gebracht werden. Auch die Haltung der amerikanischen Regierung zur Palästina-Frage wird hier von Belang sein. Es handelt sich also um eine lange Prozedur. Vom Teilungsvorschlag bis zur effektiven Teilung ist ein weiter Weg. Wir dürfen die Geduld nicht verlieren. Wir dürfen unverantwortlichen, sensationslüsternen Berichterstattern nicht unser Ohr leihen. Wir müssen ruhiges Blut bewahren und unsere Kräfte für den Kampf bewahren, wenn er uns auferlegt werden sollte. o. r. , Ein verlorener Prozeß Oer jüdfscrt~assimilatorische Kampf um die Gleichberechtigung Die Vertreter des Gedankens der Lösung der Judenfrage durch restlose Angleichung der Juden an ihre nichtjüdische Umgebung, also die jüdischen Assimilanten, rühmen sich, daß sie seit Jahrzehnten unentwegte Kämpfer für die Gleichberechtigung der jüdischen Bürger sind. Es ist nicht zu leugnen, daß die Assimilanten den Prozeß gegen die Antisemiten um die Gleichberechtigung sehr eifrig führen. Aber sie führen diesen Prozeß so, daß er von vornherein als verloren anzusehen ist. Die Antisemiten erklären: Die Juden sind überall anders geartet als ihre Umgebung. Sie unterscheiden sich in Temperament und Denkart und auch in gewissen körperlichen Eigenschaften von uns. Sie sind anders als wir, d a h e r gebühren ihnen nicht die gleichen Rechte! Aus dem Anders-Sein wird den Juden der Strick gedreht. Das Anders-Sein wird als ein ausreichender Grund hingestellt, um einem Bürger, der sonst alle ihm vom Staate und-der Gesellschaft auferlegten Pflichten erfüllt, das für alle anderen geltende Recht zu verweigern. Wohlgemerkt: Das Anders-Sein. Nicht etwa das Schlechter-Sein. Und die antisemitischen Politiker wissen, warum sie mit dem Anders-Sein der Juden operieren und nicht mit dem Schlechter-Sein. Denn es ist sehr schwer, ja, unmöglich, zu beweisen, daß ein Mensch an sich schlechter - ist als die anderen, nur weil er einer anderen Rasse oder einem anderen Volke angehört. Hingegen ist es leicht, zu beweisen, daß er anders ist. Das haben auch die deutschen Nationalsozialisten erkannt. Ihre Agitatoren und wissenschaftlichen Lakaien sprechen zu Hause wohl vom verseuchten jüdischen Blut, vom angeborenen Verbrechertum der Juden und von anderen minderwertigen Völkern und Rassen, aber wenn sie sich vor einem internationalen Forum zu rechtfertigen haben, dann verwahren sie sich gegen den Vorwurf der Barbarei, andere Rassen, auch die jüdische, als schlecht oder minderwertig anzusehen, und reden nur von „anders gearteten". So haben sie auch vor dem Völkerbund gesprochen, als sie wegen ihrer Judenpolitik zur Verantwortung gezogen wurden. >!< . Es ist der schwerste Fehler, wenn man sich vom Prozeßgegner die Beweisführung um sein Recht vorschreiben läßt. Die Assimilationsjuden aber begehen diesen Fehler. Die Antisemiten sagen*. „Der Jude ist anders wie wir, daher gebührt ihm kein gleiches Recht." Statt den Grundsatz, daß das Anders-Sein rechtlos macht, als unsinnig und barbarisch abzulehnen, erkennen die Assimilanten diesen Grundsatz an und bemühen sich nun darum, zu beweisen,. d a % es zwischen Juden und Nicht j.ud.en —von religiösen Anschauungen abgesehen — keinen U n t e r s c h i e d g i.b t. Und in diesem hoffnungslosen Bemühen versteigen sich sonst gebildete. und intelligente Menschen zu einer direkt grotesken Argumentation, welche bei den Antisemiten siegesbewußtes Lachen und bei den Freunden der gerechten jüdischen Sache tiefes Bedauern hervorrufen muß. * Vor dem Siege Hitlers haben die deutschen Juden steif und fest behauptet, daß zwischen ihnen und den anderen kein anderer Unterschied besteht, als etwa Wir empfehlen die. guten, modernen HEUDEGGER ^iluto-u. Hotorraöschulen 'iiilHeiiiJjeggergassßlö i 'Jel. B-4r-5-72,iinil Iniersdorf,'N.-ö. der zwischen katholischen und protestantischen Deutschen. In deutsch-jüdischen Schriften und Zeitungen wurde allen Ernstes erklärt,' daß die im Reiche lebenden Juden' ein Stamm des deutschen Volkes sind, wie die Bayern, Franken, Westfalen, Friesen usw. Vor kurzem leistete sich ein in Oesterreich ziemlich bekannter Schriftsteller jüdischer Herkunft in einem Blatte, welches der Bekämpfung des Antisemitismus dient, folgende Auslassung: „Die Juden der verschiedenen Länder sind ganz verschiedene Menschen... Rassenmäßig weisen die Juden Oesterreichs die gleiche- Zusammensetzung wie andere seiner Bestandteile auf, daher z. B. die oft festgestellte Aehnlichkeit von Juden und Tirolern..." In der Vorwoche gab es im ungarischen Parlament eine Judendebatte. In Erwiderung der antisemitischen Angriffe kam der jüdische Abgeordnete Dr. Vazsony dazu, von der Herkunft der heute in Ungarn lebenden Juden zu sprechen: Seine Behauptungen liefen dahin aus, daß die ungarischen Juden nicht vom jüdischen Volke abstammen, also mit anderen Juden stammesmäßig nichts zu tun haben. Vor tausend Jahren ist das innerasiatische Reitervolk der Magyaren als Eroberer nach Ungarn gekommen und mit ihm noch ein zweites innerasiatisches Reitervolk, die C h a b a r e n. Die Chabaren aber waren ein Zweig der Cliazaren, die kurz vorher zufällig den jüdischen Glauben angenommen hatten. Daraua

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