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Die neue Welt · 1937-06-04 · Heft 660 (4.6.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 660 (4.6.1937)
Date
1937-06-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 660 vom 4. Juni 19ST 1 3xBERGMANIü1 RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder• Wäsche, Weiflwaren, Bettwische, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise Das gludilidie Tran§jordanien Im Jahre 1922 wurde Transjordanien, das immer ein Teil Palästina war, von diesem losgetrennt, der jüdischen Kolonisation verschlossen und zu einem selbständigen Staate mit kaum 300.000 Einwohnern gemacht. Wie es um diesen „Staat", ein großes Land mit fruchtbarem Boden, der mehrere Millionen Menschen nähren könnte, jetzt bestellt ist, schreibt die wirtschaftliche Monatsschrift „Palestine and Middle East" (Tel Aviv): 30 Prozent ihres gesamten Budgets erhält die transjordanische Regierung als Subvention von England. Jeder Bewohner Transjordaniens kostete bis heute den englischen Staatsschatz 42 Pfund. Das Budget der Regierung des Staates Transjordanien für Erziehungund Gesundheit ist kaum zweimal so hoch wie die gleichen Posten im Budget des jüdischen Petach-Tikwa. Die Einnahmen des Staates Transjordanien sind um 45 Prozent niedriger als die Einnahmen der Stadtverwaltung Tel-Aviv. Die Säuglingssterblichkeit in Transjordanien ist um 50 Prozent höher als die Säuglingssterblichkeit unter den Arabern Palästinas. In g»nz Transjordanien gibt es 15 Aerzte, d. h. auf je 18.000 Einwohner kommt kaum ein Arzt. Unter den palästinensischen Arabern kömmt ein Arzt auf je 4000 Einwohner (Insgesamt kommt in Palästina ein Arzt auf je 600 Personen). Die transjordanischen Stämme leiden permanent Hunger. Hierbei muß darauf hingewiesen werden, daß in früheren Zeiten Transjordanien die Kornkammer ganz Palästinas war. Bei einer der letzten" Tagungen der Mandatskommission des Völkerbundes wurde Transjordanien als „ein parasitäres Land" bezeichnet. AUS PALASTINA General Dill bleibt in Palästina? Aus Jerusalem: Die arabische Zeitung „A d i f a" «meldet, das General Dill, der Führer der «britischen Streitkräfte in Palästina, vom britischen Kriegsministerium den Befehl erhalten habe, Palästina erst am 15. Iänner 1938 zu verlassen. * Anm. d. Red. Wie die „Neue Welt" berichtete, hatte General Dill vor drei Wochen als Chef der britischen Streitkräfte in Palästina demissioniert und seine Versetzung gefordert. Er war mit dem Auftrage ins Land gekommen, gegen den arabischen Terror energisch einzugreifen und Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Vom ersten Tage an legte ihm die proarabisch und a n t i j ü d i s c h eingestellte zivile Palästina-Regierung Hindernisse in den Weg und ging gegen ihn in einer Weise vor, die an Verrat grenzt. Als dann noch vom Hochkommissär der Plan einer Teilung Palästinas lanciert wurde, reichte General Dill, welcher; ein'starkes und geschlossenes Palästina als - Voraussetzung einer strategischen Sicherung Englands, im Orient betrachtet, zum Zeichen des Protestes seine Demission ein. Manöver bei Akko Aus Jerusalem: Im arabischen Dorf Ter Schicha und in der Gegend von Akko wurden unter dem Kommando General Dills große Manöver abgehalten. „Der künftige König Palästinas" Aus Jerusalem:.In Palästina wird gegenwärtig ein Film mit den Aufnahmen der Krönungsfeierlichkelten In London gezeigt. Der Film enthält auch Bilder von den fremden Gästen, die am Krönungszuge teilnahmen. Ein Ansager nennt in dem Begleittext des Tonfilms ihre Namen. Bei Emir Abdulla vön Trans Jordanien hat der FUmaprecher die Bezeichnung „der zukünftige König von Palästina" hinzugesetzt. Oberster Arabischer Ausschuß gegen eine Teilung Palästinas Aus Jerusalem: Der Oberste Arabische Ausschuß veröffentlicht eine Erklärung, in der er seiner kompromißlosen Opposition gegen eine Teilung Palästinas Auadruck gibt. Die Araber, heißt ea in der Erklärung, werden nicht einen einzigen Zoll des Bodens Palästinas aufgeben. Hilfspolizisten Aus Jerusalem: Eine Abordnung der jüdischen Kolonien im Schomron wandte sich an Distriktskommissär Morris Bailey mit der Bitte, die Zahl der jüdischen Hilfspolizisten im Schomron aus Sicherheitsgründen zu vergrößern. Der Distriktskommissär erwiderte, daß er dieser Forderung nicht entsprechen könne, da die Regierung sogar eine Verringerung der Zahl der jüdischen Hilfspolizisten In Palästina beabsichtige; er werde sich jedoch bemühen, idea Status quo im Schomron auirechUuejhaJten, Die Einwanderung int ersten Vierteljahr 1937 Aus Jerusalem: Im ersten Vierteljahr 1937 sind nach Palästina 8166 Personen eingewandert, darunter 477 Nicht Juden. Im ersteh Quartal des Jahres 1986 betrug die Zahl der Einwanderer 9082, darunter 523 Nichtjuden. Die Zahl der Kapitaliste n-E 1 n w a n d c r e r bellet sich auf 854 in den ersten drei Monaten 1987, die Zqhl der Einwanderer mit Arbeiter Zertifikaten auf 662; durch Ihre bereits im Lande befindlichen Angehörigen wurden 1078 Personen angefordert. Bandenlcrieg in Palästina Aus Jerusalem wird berichtet: Die arabischen Banden haben zum Wochenende wiederum eine lebhaftere Tätigkeit entfaltet. An mehreren Stellen des Landes ist es zu Gefechten gekommen. Bei Akko ist es der Polizei gelungen, den berüchtigten libanesischen Bandenführer Ismain Ubd e 1 C h a k ausfindig zu machen, der seit dem Ausbruch der Unruhen an der syrisch-palästinesischen Grenze sein Unwesen trieb. Es kam zu einem bewaffneten Zusammenstoß, bei dem der Bandenführer fiel. Eine 18 Mann starke Bande hielt eine Reisegesellschaft von 25 Arabern bei H a i f a an und raubte sie aus. Die Polizei griff die Bande später im Jordantal Neii«ZiOHl«tiacha Organisation ■ Frauengruppe lamstag, 5. Juni, im i. Kaffeehaus (Prater-Hauptaiiee 4) GARTENFEST mit Akademie und Tanz £ Conference M.Luszato / Kapelle Wolislhal / Karten S 1.50 Bai achleohter Witterung findet das Fest Im Saal statt. auf. Nach einem kurzen Gefecht entflohen die Araber und ließen sechs Gewehre, einen Revolver und eine erhebliche Menge Munition auf dem Kampfplatz zurück. Mehrere Mitglieder einer arabischen Bande aus einem Dorf bei Jerusalem wurden ebenfalls von der Polizei verfolgt. Es gelang ihnen, nach einem kurzen Kugelwechsel zu entkommen. Auf ein jüdisches Viertel in Jerusalem sind aus dem arabischen Dorf Lifta fünfzehn Schüsse abgegeben worden. Es wurde niemand verletzt. Unbekannte drangen in H a i f a in ein arabisches Haus ein. Der Eigentümer wurde erschossen, seine Frau erlitt so schwere Verletzungen, daß sie im Krankenhaus starb. Die Täter legten den Toten und die Schwerverletzte, bei einer Haltestelle der jüdischen. Autobuskooperative „Egge d" nieder, um den Eindruck zu erwecken, daß der Mord von Juden verübt worden^ sei. Im Zusammenhang mit der Tat wurden mehrere Hauraner in Haifa verhaftet. Auf den Feldern von Mischmar Haemek bemerkten jüdische Hilfspolizisten zwei bewaffnete Araber, die das Getreide abschnitten. Als die Araber sich entdeckt sahen, eröffneten sie das Feuer, ergriffen aber die Flucht, als die Hilfspolizisten das Feuer erwiderten. In den Gartenanlagen der Heilbäder von T i b erias haben Beduinen mehrere Bäume ausgerissen. Die jüdischen Wächter vertrieben die Beduinen durch einige Warnungsschüsse. Mehrere Juden wurden in Tiberias von Arabern mit Steinen beworfen. Ein Jude wurde leicht verletzt. Das angebliche Attentat auf den Mufti Aus Jerusalem: Die Polizei hat folgende Erklärung herausgegeben: Eine jüdische Gesellschaft meldete, daß sie gestern spät abends auf der Straße beim St. Stephans-Tor von beiden Seaten beschossen worden sei. Es sind insgesamt 15 Schüsse abgegeben worden. Einige Minuten später kam der Mufti in Begleitung seines Leibwächters vorbei und bemerkte zwei bewaffnete Männer, die neben einem Auto standen. Da er einen Anschlag auf sein Leben befürchtete, nahm er seinen Turban ab, während sein Leibwächter das Auto durchsuchte. Er fand beiden Seiten beschossen worden sei. Es sind insgesamt jedoch keine Waffen darin. Inzwischen hatte sich eine große arabische Menge angesammelt und nahm gegen die Juden eine drohende Haltung ein; diese wurden jedoch vom Mufti beschützt. Zu dieser Erklärung wird ergänzend mitgeteilt, daß die jüdischen Insassen eines Autos bei der Polizei die Anzeige erstattet hatten, sie hätten beim Passleren des St. Stpehans-Tors einen Mann gesehen, der einen Schuß in die Luft abgab, worauf sofort 15 Schüsse gegen sie fielen. Sie hätten ihren Wagen angehalten und eine Gruppe bewaffneten Araber, juuter Anführung eines Scheichs habe den Wagen offenbar nach Waffen, durchsucht. In der Aussage, die der Mufti bei der Polizei gemacht hat, werden die Schüsse nicht erwähnt. Er behauptete, er habe zwei Juden gesehen, die neben einem Wagen standen, der beim Tor geparkt hatte; einer habe einen Revolver gehabt. Er habe dann Anweisung gegeben, daß man den Wagen ohne weitere Belästigung welterfahren lasse. Die aus Aegypten eingetroffenen Zeitungen melden bereits den Vorfall, den sie als einen von Juden versuchten Anschlag auf das Leben des Mufti darstellen. Diese Meldungen haben auch bereits in ' die Presse der europäischen Länder Eingang gefunden. Politischer Schwebezustand schadigt die Wirtschaft Aus London: Auf der Generalversammlung der Anglo-Pälestlne Bank in London äußerte sich der Vorsitzende. L. Istorik, über die Zusammenhänge zwischen politischer Lage und Wirtschaftskon junkt ü r in Palästina. Er sagte, solange keine endgültige und mehr oder weniger zufriedenstellende Politik in Palästina festgelegt worden sei, müsse das Land in einem Zustand der Ungewißheit bleiben, was sich sehr ungünstig auf die Investitionsfreudigkeit und den Geschäft sverlauf im allgemeinen auswirke. Diese Ungewißheit und die in ihrem Gefolge auftretende Stagnation beherrsche das Bild und es gebe wenig Hoffnung für eine Belebung, ehe nicht ein zufriedenstellendes politisches Arrangement getroffen worden ist. Wenn nur die feste Entscheidung getroffen würde, die Verpflichtungen des Mandats loyal und ohne Schwanken durchzuführen, würden die meisten Schwierigkeiten verschwinden. Man würde dann sehen, daß das Land imstande ist, eine sehr große Einwanderung aufzunehmen, die in Zukunft wie in der Vergangenheit der Hauptfaktor der Entwicklung des Landes sein wird. Präsident Istorik erklärte sodann, daß die Anglo- Palestlne-Bank in keiner Weise von den Unruhen des vor-' gangenen Jahres betroffen worden sei. Selbstverständlich habe man im Jahre der Unruhen nicht so vorteilhaft abschneiden können, wie in den früheren Jahren. Das Kreditgeschäft habe nachgelassen und der Reingewinn, der im vergangenen Jahre 130.000 Pfund betragen hat, sei auf 96.000 Pfund zurückgegangen. Dennoch könne man unter Berücksichtigung aller Umstände sagen, daß die Bank nicht schlecht gearbeitet habe. Die Verwaltung der Bank hat der Generalversammlung die Verteilung von 8 Prozent Dividende vorgeschlagen. Sechs Millionen Pfund Investitionen im Jahre 1936 Aus Jerusalem (Palcor): Nach einer vorläufigen Berechnung haben Juden im Laufe des Jahres 1936 annähernd 6,0 0 0.0 0 0 Pfund in Palästina investiert, hievon im Bauwesen zirka 2V» Millionen Pfund. Trotz dieser Investitionen hat sich der Betrag der Depositen in den palästinensischen Banken, die Ende Jänner 1937 17,070.759 Pfund betrugen (vor Ausbruch der Unruhen, im April 1936, betrugen die Depositen 17,159.503 Pfund), nicht verringert. Die Depositen bestehen aus zwei Kategorien: aus laufenden Geldern, die jederzeit von den Banken zurückgefordert werden können und aus Depots, die für längere Zeit eingelegt werden. Aus den jetzt veröffentlichten Regierungsziffern ist zu ersehen, daß in der jüngsten Zeit in den palästinensischen Banken die Depots auf längere Zeit zugenommen haben. Im April 1936 umfaßte diese Kategorie von Depositen 3,458.759 Pfund, Ende Jänner 1937 4,047.132 Pfund. Diese Zunahme der sogenannten „festen" Depots ist ein weiterer Beweis für die Festigkeit der palästinensischen Banken. Um das Arbeitsabkommon Aus Jerusalem: Wie der J. T.-A.-Vertreter erfährt, ist bisher nur ein Teil des zwischen der sozialistischen Histadruth und dem von den Revisionisten gegründeten Nationalen Arbeiterverband getroffenen Arbeitsabkommens veröffentlicht worden. Der unveröffentlichte Teil enthält Bestimmungen über das Recht der (revisionistischen) Minderheit, sich an einem von der Mehrheit proklamierten Streik nicht zu beteiligen. In der Sitzung des Zentralrates der Hiatadruth in Haifa wurde nach einer längeren Debatte gegen die Stimmen des Hapocl Hazalr und der linken Poale Zion beschlossen, das mit dem Nationalen Arbeiterverband getroffene Abkommen zu akzeptieren. Telephonverblndung Griechenland—Palästina eröffnet Aus Saloniki: Am 1. Juni wird eine Telephon- Verbindung zwischen Griechenland und Palästina eröffnet werden. Ein Dreiminutengespräch wird 120 Goldfrane* oder 4800 Drachmen kosten,

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