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Die neue Welt · 1937-06-01 · Heft 659 (1.6.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 659 (1.6.1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 859 vöm 1. Juni 1Ö37 DIE NEUE WELT Seite Ä In schicksalsschwerer Stunde Der Kampf der itideitsfaatspartei Wie wir in unserer Ausgabe vom 26. Mai berichteten, fand kürzlich im Tel-Aviver Beth Am die Landeskonferenz der Judenstaatspartei Palästinas statt. Das Eröffnungsreferat hielt der Vorsitzende Meir Großmann, der eine Bilanz Uber die vergangenen Geschehnisse zog und den Kampf der zionistischen Organisation für den Judenstaat forderte. Großmann führte nach dem uns zugekommenen Bericht aus: „Die zionistische Bewegung und die zionistischen Parteien stehen jetzt vor der Lösung schwerer und schicksalsvoller Probleme, Damit uns die Lage klarer werde, muß man sich der Vergangenheit zuwenden, aus der wir viel lernen können. Aus den Kongreßprotokollen können wir lernen, daß die Politik Dr. Weizmanns und der Linken eine völlige Niederlage erlitten hat. Die Versuche, unser Endziel zu verbergen, sind gescheitert. Die Politik des Nachgebens hat nur Schaden gebracht. Und während man auf dem Luzerner Kongreß nicht von einer jüdischen Mehrheit und vom Schutze des Jischuws sprechen wollte und verblendet war von der Prosperity, haben die Araber die Vorbereitungen für den Aufstand gemacht. Die Ereignisse haben uns nach verschiedener Richtung hin überzeugt; die Administration ist schwach und, mehr noch, sie ist Gegnerin des Zionismus; das Schutzwesen ist zurückgeblieben, befindet sich auf niederer Stufe; es hat keinen Sinn, unsere politischen Aspirationen im Land zu verbergen; die Araber sind stärker als wir geglaubt haben; es ist notwendig, unsere Lage der Regierung klar zu machen, mit Forderungen zu kommen und eine politische Offensive in großem Maßstabe zu organisieren. Wir haben einen gefährlichen Fehler darin gemacht, daß unsere Aufklärungsarbeit in defensiver Richtung geführt wurde, anstatt daß wir die Regierung und die Araber angingen und unser Recht verlangten. Während meines Aufenthaltes in New York und London wurde es mir klar, was alles von unseren Zielen und Forderungen die große Welt nicht weiß. Wenn. wir uns über die Geschehnisse des abgelaufenen Jahres Rechenschaft ablegen, müssen wir feststellen, daß der Jischuw die Krise überwunden hat und in mancher Hinsicht gestärkt hervorgegangen ist. Solch eine postitive Einschätzung ist für uns sehr wichtig, weil wir vor einer neuen Krise stehen und wissen müssen, ob wir genug Kräfte haben, um den Kampf gegen die für uns so gefährlichen Projekte zu führen. Ihre, falsche Politik haben unsere Führer auch nach der Ankunft der Kgl. Kommission fortgesetzt. Anstatt mit großen politischen Forderungen zu kommen und die Erfüllung der uns gemachten Zusagen zu verlangen, hat man begonnen, über „Parität" zu diskutieren, und die zionistische Exekutive ist mit der Forderung gekommen, die Formel der „Politischen Parität" zu akzeptieren, d. h. das Land politisch zu teilen, das .Mandat, nichtig zu machen und sich den Arabern zu unterwerfen. Und man muß die Wahrheit sagen, daß die Mehrheit für die Parität war, die Paritätsformel aber wegen der energischen Gegnerschaft der Minorität nicht zu beschließen gewagt hat. Und doch hat der Geist der Parität, des Kompromisses und der Nachgiebigkeit während des Auftretens unserer. Führer vor . der Kgl. Kommission geherrscht. Jetzt steht die Kgl. Kommission am Vorabend ihrer Entschließungen. Laut verschiedener Gerüchte und Informationen, wird die Kgl. Kommission ihre Empfehlungen auf folgenden Erwägungen aufbauen : 1. Die Juden sind eine konstruktive Kraft im Land. Die Araber haben durch die jüdische Aufbauarbeit in Palästina nicht gelitten. 2. Das Jüdische Nationalheim besteht bereits. Man hat den Juden keine jüdische Mehrheit und keinen Iudenstaat zugesagt. 3. Man muß das Mandat endgültig interpretieren. Es muß bemerkt werden, daß die Kgl. Kommission der vom offiziellen Zionismus geprägten Formel „Nicht herrschen und nicht beherrscht werden" keinen Wert beigelegt hat, weil es für sie, die geradlinig denkenden Engländer, klar ist, daß die Juden, wenn sie die Mehrheit geworden sind, ihr Leben im Einklang mit ihrem Willen ordnen werden. Und'noch etwas muß man zugeben : Die Mehrzahl der Gedanken und Pläne der Kgl. Kommission sind der Abklang der Gedanken und Pläne, welche durch Juden in die Welt gesetzt wurden. (Herbert Samuel, Achad Haam, Brith Schalom, Weizmann, die Linken, Ben Awi, Jacobson u. a.) Die Kommission erwägt ernst den Plan der Teilung des Landes und der Schaffung eines unabhängigen „Judenstaates". Leider ist mir bei meinem Aufenthalt in London klar geworden, daß gewisse zionistische Führer dem erwähnten Plan nicht abhold sind. Deswegen rede ich heute wegen der Gefahr der Teilung des Landes und drücke die Warnung aus : Die Gefahr ist groß und unsere Gegnerschaft gegen jedwede Teilung des Landes muß jetzt zum Ausdruck gebracht werden. Diejenigen, welche sich auf Kompromisse einlassen, können nicht für ein ungeteiltes, unteilbares Palästina kämpfen. Das jüdische Volk wird mit territorialen Kompromissen in Palästina nicht einverstanden sein. Man muß unverzüglich eine Gegenaktion gegen den Versuch einer Schädigung oder Begrenzung des jüdischen Nationalheims unternehmen. Wir haben schon einmal mit Erfolg gefährliche Pläne bekämpft — Passficlds Weißbuch — und jetzt, da unsere Position im Land viel stärker ist, können wir unseren Kampf noch erfolgreicher führen. Als ich die Pläne genau studierte, habe ich gesehen, daß auch im jüdischen Staat 350.000 Araber, daß 90 Prozent des Bodens in arabischen Händen verbleiben würden, daß die Juden auch in ihrem Staat eine Minderheit wären. Darum ist klar: Die Lösung des Palästina-Problems in Form der Kantonisierung oder Teilung des Landes steht in völligem Gegensatz zum Mandat und zur Balfour-Deklaration; damit ist nicht die jüdische und nicht die palästinensische Frage gelöst. Nichts darf uns dahin bringen, solch einem Plan zuzustimmen — im Gegenteil, solch ein Plan muß von uns aufs entschiedenste bekämpft werden. Bei meiner. Unterhaltung mit einigen zionistischen Führern in London bekam ich den Eindruck, daß sie sich in einer gedrückten Stimmung befinden und müde sind. Darum sage ich: Wenn ihr müde seid, könnt ihr nicht die Repräsentanten des Zionismus in historischer Stunde sein. Tretet euren Platz jenen ab, die kämpfen wollen und an ihren Endsieg glauben. Ich habe Angst nicht vor der englischen Ungerechtigkeit und nicht vor dem arabischen Terror, sondern vor der Stimmung bei den Juden. Außer der Gefahr der Teilung des Landes gibt es noch eine Gefahr : Die Spaltung in den Reihen des Volkes. Wir leiden jetzt schon genug unter dem Separatismus, dem Klassenkampf, und plötzlich soll ein neues Motiv für eine Spaltung kommen — der Teilungsplan. Wir müssen darum sehr vorsichtig sein, damit wir den Plänen unserer Feinde nicht entgegenkommen. Und gerade deshalb, weil wir eine starke Körperschaft organisieren und unsere Kräfte mobilisieren müssen, sind wir verpflichtet, die zionistische Organisation zu starken. Gerade jetzt müssen wir sie stärken, die nötigen Reformen des Wahlsystems durchführen (Hachschara und Alijah), mit der Monopolherrschaft einer Partei Schluß machen. Die Judenstaatspartei hat eine große Aufgabe vor sich : sich zum Kampf für den Großzionismus und gegen die Teilungspläne zu stellen. Ich bin überzeugt, daß wir in diesem Kampf siegen und das Ziel, den, Judenstaat in den historischen Grenzen Palästinas, erreichen werden." Zur Teilung Palast mm Im revisionistischen Organ „Medina Iwrit" erhebt ein Korrespondent I. Awi-Dan (London) offen gegen Präsidenten Weizmann die Anklage, daß, er hinter dem Rücken des jüdischen Volkes und der zionistischen Bewegung für die Teilung Palästinas gearbeitet und die Kgl. Kommission in ihrem Plane bestärkt habe. Er schreibt: „Weshalb ist die Kommission zum Plane der Teilung gelangt? Das Mitglied Prof. Coopland bewies die ganze Zeit über ein kollossales Verständnis für den. Zionismus im vollsten Sinne des Wortes! Und gerade e r wurde als Referent für den Teilungsplan bestimmt!! Wo liegt der Grund dafür?" „Die englischen Araberfreunde haben eine Teilung Palästinas nicht vorgeschlagen. So hat mir vor einigen Tagen Lord Winterton, der Schutzpatron der Araber im englischen Parlament, mitgeteilt, daß er, von der Kommission über den Teilungsplan befragt, geantwortet habe : Man möge das heutige Palästina den Juden für die Schaffung ihres Staates geben und den Arabern Transjordanien überlassen... Zur Ehre von Herbert Samuel muß gesagt werden, daß er der Kommission in bezug auf die Teilung Palästinas mit einem deutlichen Nein geantwortet hat... Winston Churchill (der frühere Außenminister) sprach sich ebenfalls sehr deutlich gegen die Teilung aus, teils aus ökonomischen Gründen, weil ein so kleiner Staat sich nicht wird entwickeln können, teils aus politischen Gründen, weil das Imperium ein starkes jüdisches Palästina benötige... Sowohl Churchill als auch Lloyd George haben die Kommission gewarnt, mit den erbitterten jüdischen Gefühlen nicht zu spielen ... Selbst der Vater des Kanton-Gedankens C u s t, der langjährige Beamte der Palästina-Regierung sagte mir in Anwesenheit seines Schwiegervaters General Storrs, daß er sich vor der Kommission gegen den Teilungsplan stelle, denn dieser stelle eine dauernde uud völlig unnötige Zerbröckelung des Landes dar." „Wer also war doch der treibende und einflußreiche Faktor? Mit tiefem Bedauern müssen wir feststellen, daß der Führer der Jewish Agency Prof. Chaim Weizmann hiebei die Hauptrolle gespielt hat... Er vermeidet es mit Absicht, an irgendwelcher Konferenz oder Versammlung teilzunehmen, welche er verdächtigt, daß sie einen Beschluß gegen den Teilungsplan annehmen werde. So ist es kein Geheimnis mehr, daß auf seine Forderung hin das A. C. aus London nach Jerusalem verlegt wurde und Doktor Weizmann dann in London blieb. Auch gehörte es zum alljährlichen Brauch, daß Dr. Weizmann an der Jahreskonferenz der englischen Zionisten teilnimmt. Diesmal wird er n i c h t teilnehmen. Ganz einfach deshalb, weil er es vermeiden möchte, sich gegen den Plan wenden zu müssen, und weil er ihn andererseits nicht verteidigen kann, ohne den Zorn des Volkes auf sich zu ziehen. Aber den englischen politischen Faktoren erklärt Dr. Weizmann, daß das Judentum den Plan akzeptieren werde... So in den letzten Tagen einer hoch angesehenen politischen und militanten Persönlichkeit." „In der Kommission gingen die Meinungen scharf auseinander. Besonders der schon genannte Professor Coopland und Sir-Horace Rumbold wandte sich entschieden gegen die Pläne Prof. Cooplands aus „zionistischen" Gründen... Da wurde auf einen Wink des Kolonialministeriums eine private Zusammenkunft Cooplands mit Dr. Weizmann arrangiert , die sich dann wiederholte und bei welcher Prof. Weizmann dem nackensteifen „Großziomsten" Coopland den Weizmann-Zionismus beibrachte. Auf diese Art hat Lord Peel, der Vorsitzende der Kgl. Kommission, zweifellos einen Erfolg zu verzeichnen, da nun eine e i tili cit Ii che Meinung der Kommission geschaffen wurde..." Die englischen Zionisten protestieren gegen die Teilung Aus London: Die Zionist Federation of Great Britain and Ireland hat ihre 37. Jahreskonferenz abgehalten. An den Beratungen nahmen über 400 Delegierte teil. Dr. Chaim Weizmann hatte an die Konferenz ein Schreiben gerichtet, in dem er sein Bedauern darüber ausdrückt, der Konferenz nicht beiwohnen zu können, da er sich auf ärztliche Anordnung im Ausland aufhält. v Der Vorsitzende Rev. G o 1 d b 1 o o m ging in seiner Eröffnungsansprache von der Huldigung der Juden des Britischen Reiches für den König anläßlich der Krönung aus. Die Zionisten beten, daß die Regierungszeit des Königs mit Frieden und Gedeihen gesegnet und das Jüdische Nationalheim sich unter seinem Schutz entwickeln möge. Gegenüber den Presseäußerungen aber, in denen Pläne einer E i nschränkung .der jüdischen Arbeit in Palästina, ja sogar des, Gebietes d e s N ä t i onalheims angedeutet werden,' erklären 'die englischen Zionisten, daß sie zu den Beschlüssen des Aktionskomitees stehen. In den politischen Resolutionen, welche: die Jahreskonferenz gefaßt hat, stellt sie sich rückhaltlos hinter die vom Aktionskomitee in Jerusalem beschlossene Erklärung, daß das jüdische Volk jedem" Versuch einer Kürzung seiner Rechte, einer Einschränkung der Möglichkeiten und des Ausmaßes des Jüdischen..Nationalheims und der Verletzung der Mandatsverpflichtungen, jedem Abweichen von dem Grundsatz der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit, jeder Einschränkung des Bodenerwerbs und jeder Politik, die darauf abzielt, das Jüdische Nationalheim in seinem jetzigen Umfang festzulegen, jeder Einengung seines: Territoriums durch Teilung, Kantonisierung oder auf andere Weise, die das Tempo des Aufbaues beschränkt, heftigsten Widerstand entgegensetzen wird. Verb« d« Judenstaatfszionisten OesCerrefcdts J u d e n s t a'a t s j u g e n d. Dienstag, den l. Juni, halb 9 Uhr abends, Zusammenkunft im neuen Heim, IL, Praterstraße 30, Scheitel-Abrechnung. Letzter Termin. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Die Sektion Prater der Judenstaatszionisten gratuliert ihrer Gg. Frl. Finy Schächter zu ihrer Vermählung mit Herrn Salomon Wilmann aufs herzlichste. Der Verband der Judenstaatszionisten spricht seiner treuen Gg. Frau Cilli B i e 1 i t z sein tiefgefühltes Beileid anläßlich des schweren Verlustes, den sie durch das Ableben ihrer. Mutter erlitten hat, aus. KINO.PROGRAMME i Freddy Bartholomeo, Mickey Rooney, Jackie Coopar in CHWEDEN »•«»•••«» „3 Kleine Gansster" V«*» 7a6> 7a8» 7*1° mit Jon Hunter, Pcggy Conklin

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