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Die neue Welt · 1937-05-26 · Heft 658 (26.5.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 658 (26.5.1937)
Date
1937-05-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 658 vom 26. Mai 1937 DIE NEUE WEIA t Seite 5 Im Kampf um das jüdische Recht Die Landeskonferenz der Judenstaatspartei Palästinas Soeben hat die Judenstaatspartei Palästinas ihre diesjährige Landeskonferenz abgeschlossen. Im Beth Am von Tel-Aviv, das über 2000 Personen faßt, wurden die Reden der Tagung mit großer Begeisterung aufgenommen, insbesondere die Eröffnungsrede des Obmannes Meir G r o ß m a n n, der in einem ausführlichen Referat die Probleme der Judens-taatszionisten sowie alle aktuellen zionistischen Aufgaben erörterte und die Stellung seiner Gruppe zur Politik der offiziellen Leitung erörterte. Die Tagung, welche im ganzen Jischuw großem Interesse begegnete, nahm folgende Resolutionen an: Wien—Haifa.......S 188.— Wien-Haifa-Wien . . . S 359.- AHCTDfl.l I tiWn (Schedtwy) Wien i, Welhburga. 27 HU« I K V'IULU I W (Gartenbau) Telephon Nr. It-Üi-0-69 Aach sänitl. Inu. Auslandsreisen billigst. Verlangen Sic Prospekte 1. Die Konferenz drückt ihre entschlossene Gegnerschaft gegen jeden Plan aus, der zu einer Teilung Palästinas, in welcher Form immer, führen soll. Die Konferenz stellt fest, daß jede Verkleinerung des Landes und jede Einschränkung der historischen Grenzen ein Attentat auf das Recht des jüdischen Volkes auf Palästina bedeutet, und lehnt daher jeden Versuch dieser Art ab. Die Konferenz fordert das Exekutivkomitee ihrer Partei und ihre Leitung auf, auf dem Zionistenkongreß alle Kräfte zum Kampf gegen Parität, Kantonisierung oder Teilung des Landes zu mobilisieren. 2. Die Konferenz entbietet Gruß und Segen dem Jischuw für seine feste und einheitliche Stellung beim Schutz unserer Positionen im Land und ruft ihn zur Fortsetzung seiner Tätigkeit auf dem Gebiet des S e 1 b s tschutzes und der neuen Eroberungen auf. 3. Die Konferenz wendet sich mit ihrem Ruf an das jüdische Volk mit allen seinen Parteien und Richtungen, sich in dieser schicksalsschweren Stunde in der zionistischen Organisation zu vereinigen und das erhabene Ideal Theodor Herzls, den Judenstaat, in seinen historischen Grenzen zu verteidigen. Ein Unternehmen, daß so recht die verzweifelte Lage der Juden und insbesondere der jüdischen Jugend in Polen charakterisiert, war der vom Warschauer Rechtsanwalt Wilhelm R i p p e 1, einem ehemaligen österreichischen Offizier, im Herbst 1936 veranstaltete „Erlösungsmarsch nach Palästina". Rippel sammelte einige hundert jüdische junge Männer um sich und bildete sie zu einer „jungjüdischen Front" aus. Der Zweck war, mit einer körperlich durchtrainierten Schar zu Fuß nach Palästina zu marschieren. Der Marsch wurde auch im November 1936 tatsächlich angetreten, aber bereits einige Stunden von Warschau griff die Polizei ein und zersprengte die Schar. Nun hat sich Advokat Rippel wegen Beleidigung der Polizei zu verantworten. Er soll am 16. November v. J., als der von ihm geführte, mehrere hundert Mann starke Zug drei Stunden weit von Warschau aufgelöst wurde, den Polizisten „M ö rd c r" zugerufen haben. Der Angeklagte gibt dies zu. Er erklärt jedoch, daß er diesen Ausruf getan habe, als er sah, wie die Polizisten seine Leute mit Gewehrkolben bearbeiteten. Als der Ankläger Advokat Rippel fragte, ob er denn geglaubt habe, wirklich den Marsch nach Palästina durchführen zu können, oder ob es sich nicht bloß um eine Demonstration gehandelt habe, antwortete der Angeklagte mit fester Stimme: Ich war durchaus davon überzeugt, daß wir unser Ziel erreichen und vor die Tore Erez Israels gelangen werden. Eine solche Unternehmung ist ebensowenig Gut passende Herrenhemden nach Maß in allen Preislagen FISCHER, VIII, Feldgasse 1 Talephon A>27-2<47 Spezial-HerrenwUsche-Erzeugutiß eine Demonstration wie der heutige Prozeß. Auf weitere Fragen erklärt Rippel, es sei Vorsorge für ausreichende Verpflegung für den ganzen Marsch getroffen worden. Es wurde sodann der Beamte vernommen, der mit der Auflösung des Zuges beauftragt worden war. Rippel, erklärte er, habe sich geweigert, die Aufforderung zur Auflösung des Zuges 4. Die Konferenz stellt fest, daß die Palästina- Regierung das Schutzwesen vernachlässigt, ihre elementare Pflicht auf dem Gebiet der Sicherung von Leben und Eigentum des Jischuws nicht erfüllt, den Juden nicht den entsprechenden Anteil am Beamtenapparat gegeben, den Arabern unberechtigtes Entgegenkommen gezeigt hat. Die Konferenz drückt ihre Erbitterung über diese Tatsachen aus und fordert von der bisherigen Regierung die Reinigung des Beamtenapparats von den a n t i j ü d isehen Elementen und eine radikale Aenderung in der Palästina-Administration, wodurch eine schnelle und ruhige Entwicklung des jüdischen Jischuws ermöglicht werde. 5. Die Konferenz drückt ihre Empörung über die schändliche Schedule aus, welche der Aufnahmsfähigkeit des Landes nicht entspricht, und verlangt die Zurückweisung der Zertifikate. 6. Die Konferenz drückt der Leitung der Zionistischen Weltorganisation, die in allen wichtigen Fragen versagt hat, ihr Mißtrauen aus. * Die Konferenz wurde nach Aufarbeitung ihres Programms in voller Einhelligkeit geschlossen. Verband der Juden§taats& zioin§ten Judonstaatsjugend: Dienstag, den 1. Juni, y-J) Uhr, äußerst wichtige Plenarversammlung im neuen Heim, II., Praterstraße 30. Erscheinen Pflicht! Sektion Prater, II., Erlafstraße 5. Samstag, den 29. d., ab Va9 Uhr abends im Heim Schekelabrechnung. Der Verband der Judenstaatszionisten gratuliert seinem verdienstvollen Parteiratsmitglied Fräulein Finy Schächter zu ihrer Vermählung mit Herrn Salomon Wilman aufs herzlichste. Die Judenstaatsjugend gratuliert Fräulein Finy Schächter zu ihrer Vermählung mit Herrn Salomon Wilmann. Vortragstournee Rabb. Dr. I. Z. Kanner. Rabb. Dr. I. Z. Kanner hat soeben eine Vortragsreihe beendet, die ihn nach Knittelfeld, 'Judenburg und Graz führte. In diesen Städten sprach Dr. Kanner mit großem Erfolg über die Probleme des bevorstehenden XX. Zionistenkongresses. ^M<MIMM>M.....MMMI.................IMMMMM« befolgen. Er habe gesagt, die Polizei möge die Auflösung selbst durchführen und aus dem Zuge habe man gerufen: „Ihr könnt auf uns schieße n." Der Zeuge erklärte, es sei schwierig gewesen, den Zug aufzulösen, kann sich aber nicht erinnern, welche Mittel hierzu angewendet wurden. Der Angeklagte 3<xf)ttbelag ift ebenfo häßlich h?ie gefä|?föd). S)er miBfarbige ßatjnbelag, ber nad) unb nad) ben 3a^n" fdjmetj angreift, femn auf bie.einfadjfte $rt entfernt toerben. Morgens als Erstes bie ßäfjne grünblid) mit QHjlorobont hufcen. ßljtorobont, bie tjerrftd) erfriftfjenbe ^feffermins- 3af)nfcafte, ntadjt burd) ttjre ftarfe, aber unfdjäblidje 9tom* gunaSfraft bie ßö^ne bfenbenb weife unb baburdj jebe§ ftnttifc anfhredjenb unb fd)ün. Abends als Letztes oor bem <3d)(afengct)en unbebtngt bie ©petferefte au§ ben 3afytt5Urifc§entäumen burd) nochmalige grünblid)e Reinigung mit (5f)(orobont=3al)nhafte entfernen, ßtjlorobont, fd)äumenb ober md)tfd)äumenb, beibe Dualitäten finb gleicfi gut. £ube S —.90. DefterreidjtfdjeS (Stjeugnte. 3 Spritzer Chlorodont-Mundwasser in das Mundspülglas erhohen die erfrischende Wirkung der regelmäßigen Zahn- und Mundpflege mit Chlorodont. beantragte, den Kommandanten der Polizeiabteilung hierüber zu vernehmen und wiederholte, daß es eben diese Mittel gewesen seien, die ihn zu seiner Aeußerung veranlaßt hätten. Gegen diesen Antrag sprach sich der Vertreter der Polizei mit dem Bemerken aus, daß der Angeklagte als Rechtsanwalt hätte wissen müssen, daß die Polizei im Notfall mit Gewehrkolben und Bajonett vorgehen muß, wenn ihren Anordnungen nicht Folge geleistet wird. Advokat Rippel ruft aus: „Als ich an der Spitze verzweifelter jüdischer Jugendlicher marschierte, fühlte ich mich nicht als Advokat, sondern als einfacher unglücklicher Jude wie alle anderen auch. Ich wollte mit aller Kraft die jüdische Jugend aus Polen fortbringen und es ihr ersparen, Dinge zu erleben wie die, die in Przytyk, in Minsk-Mazowieck und jetzt bei der unerhörten Vernichtung von Brest-Litowsk geschehen sin d." Diese Worte des Angeklagten machten auf alle, die der Verhandlung beiwohnten, einen tiefen Eindruck. Die Verhandlung wurde sodann zwecks Vorladung weiterer Zeugen vertagt. SIEGM. KORNMEHL GROSSFLEISCHHAUERE1 Zentrale: IX., Berggasse 19, Tel. A-17-5-99 u. 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In F e n s n o wurden jüdische Passanten überfallen, einige von ihnen verletzt. Im Städtchen Tloraacz in Ostgalizien kam es zu antijüdischen Ausschreitungen, in deren Verlauf zwei jüdische Bäckereien und mehrere jüdische Läden demoliert worden sind. — In Milatin-Nowi haben Huligans mehrere jüdische Häuser in Brand gesteckt. Drei Häuser brannten vollständig nieder. HOTEL-PENSION, orth. UM RESTAURANT Villa Dreibaum (Eisen) modernst renoviert, seit 20. Mai geöffnet Vorzügliche Küche / Mäßige Preise Arierparagraph „noch nicht aktuell" Aus Warschau: Bei Beratungen anläßlich der bevorstehenden Generalversammlung des polnischen Journalistensyndikats wurde auch die Frage der Einführung des Arierparagraphen erörtert. Man glaubt jedoch, daß die Verhältnisse im Journalistenberuf für eine solche Maßnahme noch nicht reif sind und deshalb ein entsprechender Antrag nicht zu erwarten ist. Dagegen dürften in die neue Leitung keine Juden, die in polnischen Redaktionen tätig sind,« gewählt werden. Die Redaktionsmitglieder der bewußtjüdischen Presse in jiddischer und polnischer Sprache haben bekanntlich seit langem eine eigene jüdische Sektion innerhalb des polnischen Journalistenverbandes organisiert. * Der Verband der Warschauer Krankenkassenärzte, der zum großen Teil nichtjüdische Aerzte umfaßt, hat einen Protest gegen die Einführung des Arier- Paragraphen im Allgemeinen polnischen Aerzteverband beschlossen. Ebenso hat die allgemeine Aerztevereinigung der Stadt Drohobycz eine Protestresolution gegen die Einführung des Arierparagraphen gefaßt. Sie verschweigen den jüdischen Verfasser Aus Berlin: Der Theaterzettel des Deutschen Opernhauses in Berlin kündigt das Musikdrama von Eugen d'Albert „Tiefland" an, wobei der Name des nichtarischen Textverfassers, Rudolf Lothar, verschwiegen wird. Gefährliche Nazi-Hetze in der Tschechoslowakei Aus Prag (J. T. A.): Das Prager Organ von Konrad Henleins Sudetendeutscher Partei, „Die Z e i t", das für gewöhnlich seine Aufgabe darin sieht, antisemitische Legenden aus dem Ausland nach Deutschland und. umgekehrt zu vermitteln, bringt unter der Ueberschrift „Gefährlicher Umgang mit Jüdinnen" die folgende Notiz: „Preßbur g. Zu den .T u d e n k r a w a 11 e n an den Pfingstfeiertagen in Munkacs gegen die dortige Dragonerkaserne erfahren wir, daß sich die Ursachen der Krawalle gegen einen jungen Offizier des dortigen Dragonerregiments richteten, weil er bei der weiblichen judischen Jugend in Munkacs viel Erfolg gehabt haben soll. Die Juden sollen daher den Jüdinnen den Umgang mit den Offizieren durch die Kultusgemeinde verboten haben. Der Haupträdelsfiihrer der Juden, ein gewisser Grünwald, wurde bereits gestellt und gestand auch seine Rolle bei den Demonstrationen ein. Er gab auch zu, auf der Straße Offiziere angespuckt zu haben. Seit den Unruhen zu Pfingsten fehlte in der Dragonerkaserne ein Soldat. Er wurde Freitag früh aus der Latorica gezogen. Es wurde festgestellt, daß er Emil Reinhold heißt. Der Leichnam weist Spuren von Gewaltanwendung auf." Wie der J. T. A. .authentisch mitgeteilt wird, ist von keiner verantwortlichen Seite der Tod des Soldaten Reinhold, der laut behördlicher Feststellung auf einen Unfall infolge Trunkenheit zurückzuführen ist, mit den Vorgängen an den Pfingstf eiertagen irgendwie in Verbindung gebracht worden. Es ist auch nicht wahr, daß der Leichnam Spuren von Gewaltanwendung aufweist»

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