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Die neue Welt · 1937-05-26 · Heft 658 (26.5.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 658 (26.5.1937)
Date
1937-05-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seit« 4 DIE NEUE WELT Nr. 658 vom 26. Mai 1937 3 x BERGMANN,!.: RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTQ. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wäsche, Weißwaren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise Die Judenstaatspartei (Schluß) Engli'sdirjüdi'sche Zusammenarbeit und Repafriierungsregime Die Judenstaatspartei ist für geschlossene Zusammenarbeit mit England ara Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina. Sie erstrebt ein sich selbst regierendes jüdisches Palästina im Rahmen des Britischen Imperiums. Großbritannien muß die historischen Rechte des jüdischen Volkes auf Palästina anerkennen und dieser 'Anerkennung praktischen Ausdruck geben durch Erleichterung der Einwanderung, Unterstützung der jüdischen Industrie, Bodenreform und Sicherung des gebührenden Anteils der jüdischen Bevölkerung an den öffentlichen A rbeiten und Institutionen. Die Judenstaatspartei fordert die Einführnug eines Systems gesetz- KI E V K A Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! licher und administrativer Maßnahmen in Palästina, eines Repatriierungsregimes, welches geeignet ist, die jüdische Kolonisation und die Errichtung des Judenstaates zu erleichtern. Weder die jetzige unentschiedene englische Politik in Palästina, noch die planlos betriebene Kolonisation der zionistischen Organisationen können Palästina zum Heim von Millionen Juden machen. Die arabisdiijüdisdien Beziehungen Das Palästina der Zukunft muß ein Land friedlicher Zusammenarbeit aller Bevölkerungsteile sein, basierend auf Rechtsgleichheit und gegenseitiger Achtung. Wir sehen in der wirtschaftlichen Befriedigung der nicht jüdischen Bevölkerung eines der ersten Erfordernisse für die Wohlfahrt des Landes. Diese Einstellung drückt das Verhältnis der Judenstaatspartei gegenüber den Arabern Palästinas aus. Wir' wünschen Fri'eden/Freundschaft und gutnachbarliche Be iehung mit der nichtjüdischen Bevölkerung. Aber wir können nicht das souveräne Recht des jüdischen Volkes auf Palästina aufgeben. Jüdische Arbeit Die zionistische Organisation und ihre Institutionen dürfen nicht aus billigerEingeborenen-Arbeit Gewinn ziehen. Das Ziel des Zionismus ist die politische und wirtschaftliche Wiedergeburt des jüdischen Volkes auf dem Boden seiner alten Heimat. Dieses Ziel kann nur durch jüdische Arbeit erreicht werden, deren Möglichkeiten durch die jüdische Landwirtschaft und die industriellen Unternehmungen vorgezeichnet sind. Die Judenstaatspartei sieht daher die Beschäftigung jüdischer Arbeiter auf allen Gebieten des palästinensischen jüdischen Wirtschaftslebens und der öffentlich-jüdischen Unternehmungen als Grundprinzip an. Einwanderung Maßgebend für die Einwanderung ist für die Judenstaatspartei das historische Recht des jüdischen Volkes, in seine alte Heimat zurückzukehren. Niemand darf das jüdische Volk dieses Rechtes berauben, welches im Geist des Mandats und unter Kontrolle und Leitung der zionistischen Weltorganisation In Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht auszuüben ist. Die Tore Palästinas müssen den verfolgten jüdischen Massen offengehalten werden, welche ihr Leben im Lande der Verheißung erneuern wollen. Demokratie und nationale Disziplin Wir sehen in der Demokratie die Form des politischen Lebens, welche für das jüdische Volk geeignet ist. Wir verurteilen alle Versuche, andere Formen in unser öffentliches Leben einzuführen, und wir bekämpfen jede Form der Diktatur im Judentum und im Jischuw — ob sie nun von einer Klasse, einer Partei oder einer Person ausgeht — als dem jüdischen Geiste und der jüdischen Tradition widersprechend. Wir erkennen das Prinzip der nationalen Disziplin an, sowohl nach innen, wie auch nach außen. Wir verlangen, daß die Interessen von Klassen und Parteien dem Interesse und dem Willen des Volkes untergeordnet werden. Ein größeres Palästina Westpalästina und Transjordanien (Ostpalästina) sind historisch und wirtschaftlich e i n Land. Als untrennbarer Teil des palästinensischen Mandatsgebietes kann Transjordanien von der Landbesiedlung und der Entwicklung nicht ausgeschlossen bleiben. Die Judenstaatspartei erkennt die Teilung des historischen Palästina nicht an. Im Gegenteil, sie fordert die sofortige Oeffnung Transjordaniens für jüdische Einwanderung und ©«wirtschaftung, zur Wohlfahrt der ganzen Bevölkerung des Landes, sowohl der jüdischen wie auch der arabischen. Das Bodenproblem Die Judenstaatspartei verlangt eine radikale Aenderung der bestehenden Bodengesetgebung in Palästina, da diese die Erwerbung von Boden durch Juden hindert und die im Ausland lebenden Großgrundbesitzer begünstigt. Die Kleinbauern sollen unterstützt und die geschlossene jüdische Siedlung auf dem Lande erleichtert werden, wie dies ausdrücklich im Mandat vorgesehen ist. Durch eine angemessene Bodenreform sollen Landreserven für künftige Einwanderung geschaffen werden. Ebenso müssen Staatsländereien zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Pflicht der PalästinavRegierung Die jetzige Methode, zufolge welcher der Hauptteil der Staatseinkünfte den Arabern zugute kommt, darf nicht fortgesetzt werden. Die jüdische Bevölkerung muß den ihr gebührenden Anteil erhalten. Die Palästina-Regierung muß die volle finanzielle Verantwortung für das jüdische Schul- und Gesundheitswesen, ebenso für die jüdische soziale Fürsorge übernehmen, ohne in deren innere Autonomie einzugreifen. Das bestehende System hat es der KIEVKA Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! Regierung ermöglicht, ihre Verantwortung der jüdischen Bevölkerung gegenüber zu vernachlässigen und ihre Einkünfte hauptsächlich zum Wohle der nicht jüdischen Bevölkerung zu verwerten. Reform der zionistischen Fonds Die Judenstaatspartei tritt für eine fundamentale Aenderung in der Arbeitsweise der nationalen Fonds (Keren Hajessod und Ke'ren Kajemeth) ein, die jetzt hauptsächlich solchen Teilen des Volkes dient, welche einer bestimmtenpolitischenRichtung angehören. Die Aufgabe der nationalen Fonds soll-die Erweiterung und Beaufsichtigung der jüdischen Siedlungstätigkeit durch eigens dazu geschaffene Institutionen sein, die auf wirtschaftlicher Basis zu führen sind. Die Fonds sollen vor allem auch ihre Tätigkeit auf die bis jetzt völlig vernachlässigten Mittelstandssiedler erstrecken. Tozereth Haarez Die Judenstaatspartei kämpft für die Schaffung von neuen Märkten für Palästina -Produkte als wichtigstes Mittel für die Entwicklung jüdischer Produktion in Erez Israel. Sie verlangt daher die Schaffung eines Zentralrates für Tozereth Haarez (zur Propagierung der Palästina-Produkte) und die Gründung einer Exportbank, deren Pflicht es sein wird, Märkte für die Produkte der palästinensischen Industrie zu finden und zu erschließen. Jugendvorbereifung und Alija Die Judenstaatspartei verurteilt die jetzt geübte Erziehung der Jugend zum Extremismus und zum Klassenhaß. Der Staatszionismus betrachtet es als seine höchste Pflicht, eine mutige, ergebene, aufopferungsfreudige jüdische Jugend zu erziehen, für die es kein vornehmeres Ziel gibt, als die Unterstützung des jüdischen Volkes und die tätige Anteilnahme an dem Aufbau der jüdischen Heimat. Die Erziehung des künftigen palästinensischen Bürgers muß von Parteikontrolle und Parteirücksichten befreit werden. Die Judenstaatspartei fordert eine Reform und Revision der jetzigen veralteten Hachscharah. Reform der zionistischen Organisation Die wachsende Tragödie des jüdischen Volkes in der Galuth stellt die zionistische Bewegung vor Aufgäben besonderer Größe. Dies erfordert die Mobilisierung aller Kräfte in Israel und vor allem die Erweiterung der Grundlage der zionistischen Weltorganisation. Die Judenstaatspartei fordert eine Reform des Wahlsystems der zionistischen Organisation, um alle, die direkt oder indirekt mit dem PARKSANATO« SAUERBRUNN Burgenland! Dr.-Hotlmann-Straße 3 ganzjährig geöffnet, waldige Höhenlage; für innere, nervöse und Stoffwechaelerkrankungen. Mastu. Entfettungskuren, jedwede diätetische Behandlung. Zeitgemäße Preise Leitende Aerzte: Dr. Friedrich Weiss, Dr. Oeszö Steinor PROSPEKTE IN DER REDAKTION Aufbau Palästinas verbunden sind, gleichermaßen an Rechten und Pflichten des Werkes teilhaben zu lassen. Ein Name - ein Programm Der Name der Juden staatspartei spricht alles aus. Aber außer ihrer Hauptaufgabe — der Wiedererrichtung des Judenstaates in Palästina — ist es auch Ziel der Partei, das jüdische Volk zu einem Staatsvolke zu erziehen, harmonische Zusammenarbeit aller Klassen innerhalb des Judentums zu propagieren. Erfordernis des wahren Zionismus ist, das eigene Wohl hinter dem Gemeinwohl zurückzustellen, und seine Pflichten gegenüber der Gemeinschaft zü erfüllen, ist die Vorbedingung für die Wiedererrichtung des Judenstaates. Die Grundlagen des Sfaatszionismus Es ist die Pflicht jedes Zionisten, welcher der Herzl-Idee treugeblieben ist, in die Partei einzutreten, welche für den Judenstaat in Palästina kämpft, für starke zionistische Politik, Massenimmigration, nationale Disziplin, Demokratie, jüdische Arbeit, eine starke zionistische Organisation, Gleichheit der Pflichten und Rechte für alle Juden, für gesunde und wohldurchdachte Kolonisationsmethoden. Die Judenstaatspartei lädt alle jüdischen Männer und Frauen ein, mit ihr an der Entwicklung der zionistischen Bewegung und am Aufbau des Judenstaates zu arbeiten. Vermisdhie Na dir achten au§ Palästana Nach längerer Beratung hat die Stadtverwaltung von Tel-Aviv das Budget für das Jahr 1937/38 beschlossen. Die Einnahmen wurden mit 550.125, die Ausgaben mit 525.226 Pfund voranschlagt. In den Einnahmen ist auch eine Regierungssubvention vorgesehen. * Die gegenwärtige schwierige Lage der Z i t r u s- Industrie und die Mittel, die angewendet werden müssen, um eine Besserung herbeizuführen, sind in KI E V K A Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! Jerusalem in einer Konferenz besprochen worden, an der die Vertreter der jüdischen Plantagenbesitzer und Mitglieder der Zionistischen Exekutive teilnahmen. * Die größte jüdische Konservenfabrik Palästinas, „Peri Mason" in Natania, kann in diesen Tagen auf die Arbeit des ersten Betriebsjahros zurückblicken. Die Fabrik ist mit einem Kapital von 23.000 Pfund von einem französischen und zwei deutschen Juden begründet worden. Die Zahl der Arbeiter, die im Anfang 75 betrug, konnte bereits auf 150 gesteigert werden. Gearbeitet wird jetzt in zwei Schichten* Die Fabrik stellt Obst-, Gemüse- und Fischkonserven her. Es ist ihr bisher nicht nur gelungen, ausländische Produkte vom palästinensischen Markt fast völlig zu verdrängen, sondern auch den Anfang eines Exports zu organisieren, der in die entferntesten Länder, auch nach Amerika, geht. * Der Tel-Aviver Stadtrat hat beschlossen, eine große Sammlung von Vögeln und Schmetterlingen anzukaufen, die den Grundstock für ein städtisches naturkundliches Museum bilden sollen. * Die Jeschlwa „Ez Chajim", die größte Tnora- Lehranstalt Palästinas, feiert in den nächsten Tagen ihr hundertjähriges Jubiläum. Gegenwärtig werden 1300 Kinder und Jugendliehe au der Jeschiwa unterrichtet. Das Monatsbudget der Anstalt beträgt 1500 Pfund, ist aber nur zu etwa 50. Prozent gedeckt. Der Leiter der Jeschiwa wendet sich anläßlich des Jubiläums an die Oeffentlichkeit mit dem Aufruf, das Fortbestehen der Jeschiwa durch Deckung des Fehlbetrages im Budget zu sichern. * Die städtische Kommission, die die Errichtung von Gräbdenkmälern für Max N o r d a u und Meir ü i z e ng o f f vorbereitet, hat ein Preisausschreiben für künstlerische Entwürfe zu diesen Denkmälern veranstaltet. Erklärung Anläßlich des 50jährigen Jubiläums hat die Kultusgemeinde Innsbruck als einzige Kultusgemeinde durch ihren Vorsteher, Herrn Julius Pasch, die Union österreichischer Juden beglückwünscht. Wir stellen fest, daß dies ohne unser Wissen geschehen ist, und daß wir hlezu unser Einverständnis nicht erteilt hätten. Hochachtungsvoll: Für die zionistischen Mandatare der Kultusgemeinde Innsbruck: Ingenieur Richard Berger.

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