Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 656 (20.5.1937)
- Date
- 1937-05-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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n vn Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 656 vom 20. Mai 1937 3 x BERGMANN.! RABENSTEIG 3 HlMMELPFOftTG. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder»Wäsche, WeiBwaren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise Die Judenstaatspartei Ihre Geschichte unfl ihr Programm Die Juden staatspartei wurde 1933 gegründet. Sie ist ein integrierender Bestandteil der Zionistischen Weltorganisation. Sie nimmt an der Arbeit auf allen zionistischen Tätigkeitsgebieten teil und ist in den leitenden Körperschaften der Bewegung, im Zionistischen Aktions-Komitee, im engeren Aktions- Komitee, in den Banken, Fonds usw. vertreten. Beim Zionistenkongreß in Prag 1933 war die Judenstaatspartei durch sieben Delegierte vertreten, beim folgenden Kongreß in Luzern 1935 stieg die Anzahl der Delegierten auf dreizehn (Stimmenzahl 28.000). Die Gründer der Judenstaatspartei sind alterprobte Zionisten. Ihre Weltexekutive setzt sich zusammen aus Meir Großmann, Richard Lichtheim, Dr. Jonah Machover, Dr. H. Rosenblum, Rotoert Stricker, Bar.uch Weinstein. Weifbewegung Die Zentrale der Judenstaatspartei befindet sich in Palästina. Sie hat eine Mitgliederzahl von über 2 0.0 0 0, abgesehen von den zahlreichen Jugendorgani- K I E V K A Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! sationen. Sie umfaßt heute zwanzig territoriale Organisationen, und zwar in Palästina, Argentinien, Oesterreich, Belgien, Brasilien, Tschechoslowakei, Kanada, Chile, Danzig, Estland, Frankreich, England, Holland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Polen, Rumänien,. Südafrika und in den Vereinigten Staaten von Amerika. Gesunde Opposition Die Judenstaatspartei ist derzeit die einzige organisierte oppositionelle Gruppe in der Zionistischen Weltorganisation. Obwohl sie zur jetzigen zionistischen Leitung in Opposition steht und deren Außen- und Innenpolitik sowie deren Methoden auf ökonomischem und sozialem Gebiet nicht billigt, ist die Judenstaatspartei innerhalb der Bewegung aktiv. Ihren demokratischen Prinzipien treu, unterwirft sie sich der Majorität bezüglich der Zusammenarbeit in Ausführung der Kongreßbeschlüsse. Die Judenstaatspartei hält es für ihre Pflicht, die Zionistische Organisation als die Grundträgerin der jüdischen nationalen Idee zu erhalten und zu stärken. Sie verteidigt die Organisation gegen alle Versuche, ihren international anerkannten Status als Repräsentanten des jüdischen zu schädigen. Sie bekämpft jeden Ver- San Remo, Penslone Feirce Corso dell1 Impero 184. Unter Aufsieht dos Hamburger Vereines. Besitzer: Dr. Math, Alex. Schwarz such, Herzig großes Werk zum Werkzeug einer Klasse oder einer Partei zu erniedrigen. Eine unabhängige Partei Die Judenstaatspa rteiist vom Kongreß als ■unabhängige Gruppe mit den Rechten, Pflichten und Privilegien anerkannt, wie sie für die älteren Teile der Bewegung (Poale Zion, Allgemeine Zionisten, Misrachi, Haschomer Hazair) gelten. Das Judenstaatsprogramm hat bereits Tausende von Zionisten um sich geschart, welche mit dem momentanen Zustand der Bewegung unzufrieden sind und mit der Art der Führung der zionistischen Angelegenheiten in Palästina und in der Diaspora nicht übereinstimmen. Eine gerechte Opposition Warum steht die Judenstaatspartei in Opposition zur jetzigen Zionistischen Exekutive und ihrer Majorität? Weil sie ständig die Judenstaatskonzeption Herzls zurückgewiesen haben. Weil sie sich als unfähig gezeigt haben, unsere Rechte zu verteidigen und sich ununterbrochen dem Druck der Mandatsmacht gefügt haben. Weil sie, ungeachtet günstiger ökonomischer Bedingungen, in Palästina eine unaufhaltsam zum ökonomischen Chaos führende Bodenspekulation nicht zu verhindern verstanden und sich als unfähig erwiesen, das Leben des Jischusw zu beeinflussen. Weil sie nichts für Kolonisation und Einwanderung des jüdischen Mittelstandes geleistet haben. Well ihre politischen Leistungen in keinem Verhältnis zur schweren Notlage des jüdischen Volkes stehen. Well sie die Verteidigung des J i s c h u w s vernachlässigt haben. Weil die das demoralisierende System bei Vorbildung der Jugend (Hachscharah) und Einwanderung (Alijah), das jetzt herrscht, dulden. Das Ziel des Zionismus Die Judenstaatspartei sieht die einzige Lösung des .Judenproblems, des Problems de? staatenlosen Minorität, in der Errichtung eines jüdischen Gemeinwesens innerhalb der historischen Grenzen Palästinas. Dieses Ziel des Zionismus, das von anderen Parteien entweder bekämpft oder verheimlicht wird, steht in vollem Einklang mit dem Geist des Mandats und den historischen Aspirationen des Judentums. Die jetzige tragische Situation des jüdischen Volkes macht es für die zivilisierte Welt unerläßlich, die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Heimatland durch eine internationale Aktion zu erleichtern. Deshalb fordert die Judenstaatspartei, daß die Zionistische Organisation offen und klar vor der Welt betone, daß das endgültige Ziel des Zionismus die Wiedererrichtung des jüdischen Staates ist. Sie weist alle Versuche der Verkleinerung des Zieles (arabisch-jüdische „Parität", „Kantonisierung" oder die Teilung des Landes und Schaffung eines „Judenstaates in Taschenformat") zurück. Nachgiebigkeit in dieser Richtung ist Verrat an den grundlegenden Prinzipien des Zionismus. Gegen Separatismus Der Wiederaufbau der jüdischen Heimat kann nur im gemeinsamen Zusammenwirken aller nationalen jüdischen Kräfte erreicht werden, ohne Spaltungen in Klassen oder politische Schichten. Daher weist die Judenetaatspartei auf das schärfste jeden Versuch zurück, die nationale Einigkeit durch Klassenkampf oder Kl EVK A Mottensacke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! Parteiseparatismus zu zerstören. Jedem Juden gebührt gleiches Recht auf Einwanderung und Arbeit in Palästina. Trotzdem ist das Klassenempfinden in Palästina im Ansteigen begriffen und der Wunsch gewisser organisierter Gruppen, hier die Vorherrschaft zu erringen, droht die Struktur des jungen .Tischuws schwer zu gefährden. Die Judenstaatspartei verteidigt die harmonische Zusammenarbeit aller Teile des Judentums, um das historische Werk des Wiederaufbaues Palästinas zu ermöglichen. Bahnbrechende Arbeit — Pflicht und Vorrecht aller Bahnbrechende Arbeit und Aufopferung für die Idee ist der kategorische Imperativ des Staatszionismus und die Vorbedingung seiner Realisierung. Daher fördert die Judenntaatspartei sowohl von Arbeitnehmern wie auch von Arbeitgebern, sowohl vom nationalen als auch vom privaten Kapital, daß sie ihren vollen und gleichen Anteil daran nehmen und ihre Pflichten dem Volke gegenüber erfüllen. Ein absoluter Ausgleich der politischen und ökonomischen Kräfte in Palästina und in der zionistischen Bewegung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Kampf um das Ziel des Zionismus. Organisierte Arbeit Die Judenstaatspartei bejaht das Prinzip der organisierten Arbeit und des gemeinschaftlichen Eintretens für eine fortschrittliche Entwicklung der wirtschaftlichen Position der Arbeiter. Aber sie kämpft gegen politische Mißbräuche auf diesem Gebiet. Sie verteidigt das gleiche Recht aller Gruppen jüdischer Arbeiter in Palästina, ungeachtet ihrer politischen Einstellung, sich in Gewerkschaften zu organisieren. Alle diese Gewerkschaften sollen gleichberechtigt sein. Die Judenstaatspartei fordert die Einführung unpolitischer nicht - klassenkämpferischer Arbeitsvermittlungsbüros in Palästina und obligatorischer, nationaler Schiedsgerichte für Arbeitsstreitigkeiten. Sie fordert ferner die Schaffung eines nationalen Wohlfahrtsdienstes, der allen Juden zur Verfügung stehen muß, die seiner bedürfen. Selbstschutz Die Judenstaatspartei betrachtet es als wichtigste Pflicht, der jüdischen Bevölkerung Palästinas das Recht zu sichern, sich für den Schutz von Leben und Eigentum zu organisieren. Die fortgesetzten arabischen Angriffe auf den Jischuw, deren Ergebnis ein ungeheurer Verlust an jüdischen Leben und jüdischem Eigentum i3t, machen eine Reorganisierung des Sicherheitswesens in Palästina unerläßlich. Direkte Beteiligung der Juden an den Sicherheitsformationen (Militär, Gendarmerie und Polizei) des Landes. Sicherheit und Selbstschutz sind unerläßliche Vorbedingungen der jüdischen politischen und wirtschaftlichen Aufbauarbeit in Palästina. (Schluß folgt.). wmmmammmammmmmmmmmmtmmmmmm^^^^^^^ Teilungsplan und Judenstaatszionisten Wir erhielten von der Leitung des Verbandes der Judenstaatszionisten Oesterreichs folgende Zuschrift: Im Anschluß an die letzte Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees in Jerusalem entwickelte sich eine Diskussion Uber die Haltung der Judenstaatspartei in der Frage der Kantonisierung Palästinas oder Teilung in einen arabischen und einen jüdischen Zwergstaat. In Berichten über diese vertrauliche Sitzung war nämlich bemerkt, daß der einzige anwesende Vertreter der Judenstaatszionisten Richard L i c h t h e i m sich dahin ausgesprochen hätte, man möge auf den scharfen Kampf gegen den Plan der Bildung eines arabischen und eines jüdischen Staates in Palästina verzichten. Aus diesen Berichten wurden Schlüsse auf die Haltung der Judenstaatszionisten. gezogen. Demgegenüber sei festgestellt: Die Judenstaatspartei hat — was mit Hinsicht auf ihr Programm, welches die Bildung eines Judenstaates in den historischen Grenzen fordert, nur selbstverständlich ist — als erste Gruppe im Zionismus den schärfsten Kampf gegen alle Teilungspläne begonnen und alle Zionisten zu diesem Kampf aufgerufen. Sie hält natürlich an diesem Standpunkt unverrückbar fest. Die Prüfung des Sachverhalts im Falle Richard Lichtheim konnte, da der Präsident der Weltleitung Meir Großmann erst vor einigen Tagen nach Palästina zurückgekehrt ist, erst jetzt aufgenommen werden und ist im Zuge. Ohne dem Resultat der Prüfung vorzugreifen, soll schon jetzt festgestellt werden, daß eine den Berichten entsprechende Haltung Richard Lichtheims in der A. .C.¬ Sitzung im Gegensatz zum Willen der gesamten Judenstaatgpartei stehen würde. gmmnmii .mm | nwwnnriiaiiiiiMii/iirntiiiiiriniinff-T*1™*'*-—»™—' SC I E V K Ä M®tten$icke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! Verb* d* judenstaatszionisten ©esterr eisdfos In allen Ländern haben die Gruppen der Judenstaatszionisten die Schekelarbeit aufgenommen. Die Nachrichten beweisen, daß die Gg. diese Arbeit mit viel Erfolg durchführen. In Erez Jisrael hat die am 14. und 15. d. stattgefundene Landeskonferenz den Auftakt zur Arbeit gegeben. Auch in der Tschechoslowakei hat die Landeskonferenz vom 9. d., über die wir bereits berichtet haben, befruchtend auf die Arbeit gewirkt. Anfang Juni begibt sich Meir Grossman auf eine sechswöchige Propagandareise im Zuge des Kongreßwahlkampfes. Auf dieser Reise wird er die Länder Oesterreich, die Tschechoslowakei, Polen, Lettland,' Litauen und Rumänien besuchen. In allen größeren Städten werden Massenmeetings abgehalten werden. Auch Herr Weinstein wird Polen und Rumänien bereisen. * Judenstaatler! Die Schekelkampagne geht zu Ende. Sichert euch das Wahlrecht! Kauft den Schekcl und verbreitet ihn! Schekelhefte und einzelne Schckaltm sind anzufordern täglich von 9 bis 15 Uhr im Sekretariat, IX., Universitätsstraße 8, oder Tel. A-20-2-78. * Schckelabrechnung. Alle Gg. werden ersucht, die übernommenen Schekalim ehestens abzurechnen. Dadurch wird die Arbeit wesentlich erleichtert. Abrechnung täglich von 9 bis 15 Uhr im Sekretariat, IX., Universitätsstraße 8. PARKSANATORIUM SAUERBRUNN Burgenland, Dr.«Hotlmann-Strafle 3 ganzjährig geöffnet, waldige Höhenlage:für innere, nervöse und Stoffwechselerkrankungen. Mastu. Entfettungskuren, jedwede diätetische Behandlung. Zeitgemäße Preise Leitend? Aerzte: Or. Friedrich Weiss, Dr. Deszö Sleiner PROSPEKTE IN DER REDAKTION Weitere Auszeichnung von Juden in England Aus London (J. T. A.): Anläßlich der Krönung des englischen Königspaares sind außer Herbert Samuel, der zum Viscount ernannt wurde, eine Reihe weiterer führender jüdischer Persönlichkeiten in den Adelstand erhoben, bzw. ausgezeichnet worden. So wurde der Herausgeber des „Daily Herald", Julius Salter Elias, in den Adelsstand mit dem Titel eines Barons erhoben. Der frühere Generalgouverneur von Australien Sir Isaac Alfred Isaacs würde zum Ritter des Großkreuz e s des Bath-Ordons ernannt. Unter den neuernannten Offizieren des Ordens des British Empire befinden sich Emil Haus er (In Anerkennung seiner Verdienste um den musikalischen Unterricht in Palästina) und Chaim Solomon (in Anerkennung seiner Leistungen im öffentlichen Dienst Palästinas); ferner wurde Michael Allel niko ff in Würdigung ßcinor Leistungen im Öffentlichen Dienst Palästinas zun* Mitglied des Ordens des British Empire ernannt,