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Die neue Welt · 1937-05-14 · Heft 655 (14.5.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 655 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 655 vom 14. Mai 1937 DIE NEUE WELT Seite 5 Judenstaatszionisten! Feindliche Mächte haben sich gegen das zionistische Aufbauwerk erhoben. Man will Palästina aufteilen und so dem Zionismus einen tödlichen Schlag zufügen. In diesem entscheidenden Zeitpunkt tobt ein verderblicher Br uderkämpf im Zionismus. Und an der Spitze der Zionistischen Weltorganisation steht eine Leitung, die im Kampf gegen den äußeren Feind versagt hat und auch nach innen hin versagen muß, weil sie der Exponent einer Partei ist, welche sich der Herrschaft über die Weltorganisation bemächtigt und so den Bruderkampf heraufbeschworen hat. Nur der kommende Zionistenkongreß kann den Ausweg aus dieser verhängnisvollen Lage bahnen. Nur er kann eine Leitung wählen, welche dem äußeren Feind standhält. Nur er kann der einseitigen Parteiherrschaft ein Ende machen und den Zerfall der von Theodor Hcrzl geschaffenen Weltorganisation verhüten. Judensf aafszi'onosten! Auf zur Sdiekelar bei't! Kaufei und verhieltet den Sdiekel! am Stkemtök, detljtydu j&disdm Uetfassukp Von Dr. Israel Zwi Kanner (Wien) D I E PERLEN OER KRONE SACHA GUITRYs neuestes Meisterwerk mit Sacha Guitry, Jacqueline Oelubac, Cecile Sorel, Ernete Caccone, usw. Ur- und Alleinaufführung Burg-Kino I., Imperial-Kinol. Feste können nicht konstruiert werden. Sie wachsen organisch wie die Bäume im Walde und die Blumen im Garten. Wenn man sie entwurzelt, verdorren sie. Ebenso würden die jüdischen Feste ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie auch nur eines Momentes ihrer Dreifaltigkeit beraubte. Diese Dreifaltigkeit setzt sich aus dem natürlichen (historischen), religiösen (sittlichen) und nationalen Moment zusammen. Diese Momente lassen sich mehr oder minder bei allen jüdischen Feiertagen feststellen. Auch das Schewuothfestist ein „dreifältiges": das Fest der Erstlinge, das Fest der Thoragesetzgebung und das Fest der Einigung des jüdischen Volkes. Große Geistes- und Seelenschätze birgt dieses Fest. Es vermag unser-Leben, zu erheben und zu heiligen, die Herzen zu stärken und den Geist der Gedrückten zu beleben. Der Gott, der uns am Schewuoth die zehn Gesetze gab, stellt sich uns nicht als' Schöpfer der Welt, sondern als Befreier Israels aus Aegypten dar. Er will damit andeuten, daß die Befreiung eines Volkes der Schöpfung einer neuen Welt gleichzusetzen ist. Andererseits heißt Knechtung eines Volkes: Rückfall in das vorweltliche Chaos. Wer ein Volk unterdrückt, gleicht dem Satan, der die Schöpfung der Welt verhindert; wer einem Volke zu seiner Befreiung verhilft, gleicht einem göttlichen Wesen, das sich an der Erschaffung des Lichtes erfreut. Die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Knechtschaft war ein genau so großes Ereignis wie die Schaffung der Welt aus dem Tohuwabohu. Völker der Wüste führen ein räuberisches Leben. Sie kennen keine Ethik, keine Moral, keinen Altruismus. Chamsin, Sand und Hitze sind die ständigen Begleiter des Wüstenbewohners. Der freundliche Verkehr mit Menschen ist ihm fremd. Daher die Nichtachtung jedes einzelnen Menschenlebens und die leichte Neigung zum Mord! Das ist das Gesetz d*er Wüste und jeder, der durch sie zieht, muß sich ihm unterwerfen. Wenn die Juden den Sinai umgangen hätten, wären sie zweifellos dem Gesetz der Wüste verfallen und als Räuber nach Palästina gekommen. Aber sie machten am Sinai halt und vernahmen hier ein Sittengesetz, kraft dessen sie Erez Israel erobern sollten: Mit dem Glauben an Gott, mit der Einführungtolles Ruhetages, mit Verehrung der Ahnen und mit vM»r Anerkennung der Lebensberechtigung jedes einzelnen Menschen. E E £ c % %m 3 * ENDLICH gelungen, die als Qualität bekannten EISEN-Wurstwaren äußerst billig zu verabreichen Raaberu.Cervelafe 40 g / Wurst-Aufschnitt 40 g Debrcz.und Frankf. 60 9 / Wurst-Aufschnitt la 60 9 Großer Umsatz — kleiner Nutzen SELCHWAREN-RESTAURANT S. HÖNIGSBER II, HAIDGASSE 5, TEL. A-45-7-98 Auch sonntags v. 7 Uhr früh bis 20 Uhr offen; großer, eleganter Speisesaal 35 =r 3 In dem erhabenen Stil, in dem die Thora die Einheit Gottes verkündete, verkündete sie auch die besondere geistige, nationale Einheit des jüdischen Volkes. Und so zogen die Juden mit einem Glauben im Herzen als geschlossene Einheit nach Palästina. Am Sinai wurden nicht nur Gesetze ihnen gegeben, sondern auch Gesetze zugunsten des Fremdlings, des Ger. Der Schutz der Minderheiten wurde ihnen anbefohlen. Dieser Schutz war eine jüdische Erfindung und ein jüdischer Segen. Am Schewuoth wird das Buch Ruth gelesen, damit uns die darin enthaltenen erhabenen Gedanken des Schutzes der Fremden, der Nichtjuden, vor Augen geführt werden. So wurde Palästina von den Juden nicht nur durch kriegerische Tugenden, sondern auch durch Kultur und Menschlichkeit erobert, und so wurde dem Lande der jüdische Stempel aufgedrückt. Zuerst eroberten wir Transjordanien. Da uns aber ein Judenstaat in Taschenformat nicht genügte, überschritten wir auch den Jordan. Und in Zisjordanien trugen die Juden die Sinaikultur von Ort zu Ort, von Kanton zu Kanton, bis die vielen Zonen Palästinas zu beiden Seiten des Jordans durch die einheitliche Kultur und durch das einheitliche Gesetz zu einem einheitlichen, unteilbaren Lande wurden, zu einem jüdischen Staat. Als die Juden später aus diesem Staat vertrieben wurden, fingen sie v o n n e u e m an, sich mit Hilfe des Sinaigesetzes die Freiheit zu erobern. An allen Fronten kämpften sie für die menschliche Frei- ■■■■■■■■■■■^■■■■■■■MHHMNMNMHnMHHBMHHHIHnHHMMHBHIHHHHHHHBH Bei Ischias, Rheuma, Nervenleiden modernste Heilbehelfe in der Kuranstalt H e l i a, I., Fleischmarkt 7. Alle Krankenkassen. E heit, auf allen Schlachtfeldern der Unterdrückten, bei allen „Auszügen aus Aegypten", unter allen Völkern und in allen Generationen: Auf dem Schafott und auf dem Scheiterhaufen, im Kerker und auf den Barrikaden. Der Kampf hat Früchte getragen. Juda zieht mit der flatternden Fahne der Freiheit und Menschlichkeit in sein Altneuland. In diesem Lande hat das jüdische Volk nicht nur die Freiheit hochzuhalten, sondern auch allen anderen religiösen Gesetzen zu dienen. Denn ohne Sinai ist der Zionismus bloß eine Nachahmung der anderen nichtjüdischen Nationalismen/' also Assimilation. Erst das Sinaigesetz gibt dem jüdischen Nationalismus seine besondere jüdische Form und Berechtigung: Religion und Nation sind bei uns in eins verschmolzen. Nur durch diese Einheit kann „Zion" geschaffen werden. passieren, werden gruppenweise von einer Polizeieskorte begleitet. Bei Petach Tikwa wurden vier Araber verhaftet, die einen jüdischen Arbeiter überfallen und verletzt haben. In Haifa wurden Schüsse auf ein jüdisches Auto abgegeben, verletzt wurde niemand. Arbeitsabkoramen Aus Jerusalem: Die Histadruth und die revisionistische Arbeiterorgan i satio n haben einen Vertrag abgeschlossen, der die Schaffung von einem gemeinsamen Arbeitsamt zwecks Verteilung von Arbeitsstellen laut einer festgesetzten Skala vorsieht. Die Revisionisten haben sich verpflichtet, keine Streikbrecher zu stellen. (Palor.) Die zweite Landeskonferenz der Judenstaats* partes an der Tschechoslowakei Die zweite Landeskonferenz der Judenstaatspartei, Sonderverband für die Tschechoslowakei, fand am 9. März 1937 in Prostejov statt. An der Konferenz nahm in Vertretung der Weltexekutive der Judenstaatspartei OBR. Ing. Robert Stricker (Wien), ferner der Vizepräsident der Oesterreichischen Judenstaatspartei Fritz Richter und deren Generalsekretär Theodor Grubner teil. Die Landeskonferenz war von Delegierten aus allen Teilen der Republik beschickt. In den Debatten, Resolutionen und Beschlüssen kam volle Uebereinstimmung zum Ausdruck. Der Sitz der Landesleitung wurde von M.-Ostrau nach Prag verlegt. Die neugewählte Landesleitung besteht aus: Ing. Jakob Fränkel-Prag (Vorsitzender), Heinrich Barber-Mr.-Ostrau, Dr. Erwin Fischel- M.-Ostrau, Otto A. Fischel-Prag, Leo Glückselig, Ing. Josef Mandl, Fritz Sborowitz-Prostejov, Willy Stricker-Prag, Fritz Steckelmacher-Prostejov. Die Konferenz faßte folgende Resolutionen: Die Judenstaatspartei ist gemäß dem Beschluß des A. C. (Zürich, 1936) ein Sonderverband. Sie ist daher in allen politischen und organisatorischen Fragen lediglich ihren eigenen Instanzen unterworfen. 3eto' S)eine 3öhne, Meine @oa! K'ÄS ■innMiifiiMiiiii ........wmmwmammv 11 im............... mobernen ^h^n: raifien, baÖ bie OTä)3<H)ne forgfatiig gepflegt werben muffen, toenn bie bleibenben 3ä*)ne gefunb unb träftig werben foflen. ÜJlutter, gib Deinem Äinbe (£&lorobont=3al)nPflfte, bie ftd) burdj ihren mitroflopifä) feinen ^Jutotorper unb ihren 2Bof)Igefdjmarf in befonberem 9HaDe für bie Äinber3nhnpflege eignet. Gblorobont fdjäumenb ober nidjtfdjäumenb^ beibc Qualitäten aleid) gut. £ube'S.—.90. Öfterr. (Sneuanis. U Chlorodont-Zahnpaste ^BT^'-" ■ _■_-•___ ' •■ ''.tuV'g.yj. <iT;'J*Vwgii-V.vAv-^,v^t,ifAH?.y,^j<>..-'. ■rS^^'y-^ A ... •■ ..y; Unruhe im Norden Palä§li'nas Die Sicherheitsvorhältnisse Aus arabischen Quellen verlautete, daß unter dem Einfluß der arabischen Fürsten von Hedschas, Jemen, Saudia und Transjordanien sich die Terroristen verpflichtet hätten, bis zum Entscheidung über den Bericht der Kgl. Kommission von weiteren Gewalttaten Abstand zu nehmen. Dieses befristete Versprechen warf ein besonderes Licht auf das Prestige der Palästina- Verwaltung, die von sich aus nicht imstande, bzw. nicht fähig oder nicht willens war, die Unruhen zu ersticken. Aber die Ruhe dauerte nur kurze Zeit. Seit einigen Wochen mehren sich die Ueberfälle der arabischen Banditen hauptsächlich im Norden des Landes. Man hört von Schießereien und Bombenwürfen auf Juden, Araber und Engländer. Wie die J. T. A. meldet, wurde nach einem Bericht des neuen Chefredakteurs Battershill in S a f e d ein aus jüdischen und englischen Polizisten bestehender Polizeitrupp von Arabern angeschossen. Ein jüdischer Polizeiinspektor und ein englischer Polizist erlitten Schußverletzungen. Die Angreifer flüchteten. Ueber Safed wurde der Ausnahmezustand verhängt. Der verwundete englische Polizist hatte im Vorjahr in der Nähe von Tul* karem einen Eisenbahnzug vor einem Bombenanschlag durch rechtzeitiges Eingreifen gerettet. Im Gebiet von Tulkarem herrscht unter der Einwohnerschaft Erregung. Die Bevölkerung eines arabischen Dorfes protestiert insbesondere gegen eine Geldstrafe von 150 Pfund Sterling, die ihr die Regierung im Zusammenhang mit der Beschießung jüdischer Autos auferlegt hatte. Jüdische Autos, welche die Gegend Daraus folgt die Unabhängigkeit und Entschlußfreiheit der Judenstaatspartei auch in Fragen der Landespolitik. Die Judenstaatspartei wird auf dem 20. Zionisteukongreß in Anbetracht der großen Judennot und getreu ihrer Haltung auf den Kongressen in Prag und Luzern für einen ungeteilten Judenstaat in Erez Israel eintreten. Die Judenstaatspartei lehnt alle Gedanken und Tendenzen einer Teilung oder Kantonisierung auf das entschiedenste ab und fordert alle Zionisten in der Gut passende Herrenhemden nach Maß in allen Preislagen FISCHER, VIII, Feldgasse 1 Telephon A«S7-S<47 Spezial-Herrenwäsche-Erzeugung Tschechoslowakei auf, mit ihr gemeinsam den Kampf gegen dieses Attentat auf die lebenswichtigsten Grundlagen unseres jüdischnationalen Aufbauwerkes zu führen. Die zweite Landeskonferenz stellt fest, daß die volle Verantwortung für die derzeitigen verworrenen politischen Zustände in London und Jerusalem die zionistische Exekutive trifft, und wird gegen das System der fruchtlosen und verderblichen Verzichtspolitilc den schärfsten Kampf führen. Juden staatler! Die Schekelkampagne geht zu Ende. Sichert euch das Wahlrecht! Kauft den Schekel und verbreitet ihn! Sohekelhefte und einzelne Schekalim sind anzufordern täglich von 9 bis 18 Uhr im Sekretariat, IX., Universitätsstraße 8, oder Tel. A-20-2-78.

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