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Die neue Welt · 1937-04-30 · Heft 652 (30.4.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 652 (30.4.1937)
Date
1937-04-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Juden investiert. Bekanntlich hat der letzte Kongreß einen Plan zur Kolonisierung neuer 2200 Familien angenommen. Diese Kolonisation wird 1 Million Pfund erfordern. Es ist notwendig, hierfür auch andere Kapitalsquellen aLs die der nationalen Fonds zu mobilisieren. Der Mifal Bizaron hat bis jetzt 90.000 Pfund erbracht, nicht eingerechnet Amerika, wo die Aktion noch fortdauert, und die Eingänge aus Palästina. Aus diesem Fonds wurden bis jetzt allein für Sicherheitszwecke 40.000 Pfund ausgegeben. Kaplan wies auf die Kredittätigkeit der A n g 1 o- Palestine Bank im Interesse der Industrie und der Landwirtschaft hin und unterstrich die gesunde Grundlage der zionistischen Banken. Die politische Resolution Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Das Plenum Zionistischen Aktionskomitees nahm in seiner Sitzung am Montag, 26. April, einmütig die ihm von der Politischen Kommission unterbreitete Resolution an. In der Resolution wird die Haltung der Exekutive gegenüber der Kgl. Kommission gebilligt. Es wird sodann feierlich erklärt, daß das Mandat die historischen Rechte des jüdischen Volkes auf Paläst 1 a a anerkennt und daß England unter dem Mandat die klare Verpflichtung übernommen hat, diesen Rechten durch Ermunterung des Aufbaus des Jüdischen Nationalheims Geltung zu verschaffen. Der schrecklichen Not der jüdischen Massen in der Diaspora stehen die immensen Möglichkeiten Palästinas gegenüber, des Landes, weiches durch die Arbeit der Juden eine so hohe Prosperität erlangt hat. In der Resolution wird weiter erklärt, daß sich das jüdische Volk jedem Versuch, seine Rechte und Möglichkeiten in Palästina zu beschränken oder den Raum des Jüdischen Nation alheims zu schmälern, widersetzen wird; insbesondere den Versuchen, aus dem Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit ein Verbot von Bedenverkäufen an Juden abzuleiten oder das jüdische Territorium durch Teilung oder Kantonisierung zu beschränken. In der Resolution wird scharfe Kritik an der Schaukel- und Zauderpolitik der Palästina-RegferuH^^geübt und erklärt, daß diese Politik eine der Ursachen der letzten Unruhen sei. Zum Schluß wiederholt das A. C. die vom Kongreß gefaßte Resolution über die Bereitschaft der Juden, mit den Arabern in Frieden und Harmonie zu leben. (J. T. A.) Uensten ttkstem - SetHmemf Frage der Arbeitsvermittlung — ungelöst Ueber die Frage der Arbeitsvermittlung referierte das Mitglied der Exekutive Izchak Grünbaum. Er schlug die Errichtung von Arbeitsvermittlungen in Petach Tikwah und Reschowoth vor. Sein Antrag ging dahin, den organisierten Arbeitnehmern eine proportioneile Vertretung in Arbeitsämtern, d. h. die Majorität, zu geben. Sein Vorschlag wurde gegen die Stimmen der Allgemeinen Zionisten B, Misrachi und Judenstaatspartei angenommen. Er wird aber nicht zur Ausführung kommen, da die Arbeitgeber eine paritätische Zusammensetzung fordern und Arbeitsämter, in welchen sie majorisiert werden können, nicht beschicken werden. Zur religiösen Frage Das Mitglied der Exekutive Rabbi J. L. Fischmann beschäftigte sich in seinem Organisationsreferat mit der. Frage der Einhaltung der religiösen Vorschriften. Bei aller Würdigung des guten Willens der Arbeiterschaft müsse er erklären, daß die Nichteinhaltung der Sabbathruhe durch große Teile der Arbeiterschaft den Zionismus schädigt. Ihm trat J. Grünbaum entgegen. Er warnte davor, einen Kulturkampf innerhalb der Bewegung zu entfachen. R. Fischmann dürfe nicht übersehen, daß die Nichtorthodoxen genau so an ihren Grundsätzen festhalten wie die Orthodoxen. Es ist ungerecht, diejenigen, die aus ihrem Mangel an Frömmigkeit kein Hehl machen, zu schlechten Juden zu stempeln. Rabbi Brod (Antwerpen) bezeichnete die Ausführungen Grünbaums als eine Beleidigung der Torah und geeignet, die Zionistische Organisation zu zerstören. Er sprach Grünbaum als Mitglied der Exekutive namens des Misrachi das Mißtrauen aus. Grünbaum protestierte energisch dagegen. Er erklärte, er habe in Polen ein Leben lang für die religiöse Freiheit aller gekämpft und werde diesen Kampf in Erez Israel weiterführen. A.*€«'Sifzung geschlossen Aus Jerusalem: In seinem Schlußwort faßte der Präsident des A. C., M. M. Ussischkin, die vom A. C. im gegenwärtigen kritischen Zeitpunkt geleistete Arbeit zusammen. Das A. C. gab seiner Genugtuung über die von der Exekutive und dem Direktorium des Jüdischen Nationalfonds bekundete Bereitschaft, die zur Errichtung neuer Siedlungen im Beisan-Gebiet erforderlichen Geldmittel und Menschen zu mobilisieren, Auadruck. Das A. C. nahm schließlich eine Reihe von Resolutionen an, in denen die Errichtung eines speziellen Wirtschaftsrates sowie der Ausbau und die Stärkung der Kolonisation im Galü (Nordpaiäatina), "beschlossen werden. (J, T, A.), DIE NEUE WELT Hildens* aaHxiomsten! Rüstet zum kommenden Zionistenkongreß! Aeußere Feinde bedrohen das jüdische Palästina. Sie wollen es zerteilen, zerreißen. In der zionistischen Organisation, welche die einigende Judenstaatsidee preisgegeben hat, wüten Kämpfe, gibt es Spaltung über Spaltung. Nur ein Zionistenkongreß im Zeichen der nationalen Einheit und des Judenstaatsgedankens kann die Gefahren bannen. Kauft und verbreite! den Scheie ei! Wieder eine Spaltung Eine neue sozialistische Partei im Zionismus Rede des Delegierten Robert Stricker auf dem Luzerner Zionistenkongreß am 24. August 1985: „... Erst war die Abspaltung der Revisionisten. Datin kam die Spaltung im Allgemeinen Z 1 o n l sm u s, dann die Spaltung Im Misrachi. Und nun, meine Herren von der Arbeiterpartei, wissen Sie, was jetzt kommt? Jetzt kommt die Spaltung bei Ihnen! Sie sind routinierte Politiker und Sie haben einen großen Apparat, daher ist es Ihnen bis jetzt gelungen, Ihre Organisation äußerlich zu halten. Aber täuschen Sie sich nicht, auch Ihre Kunst muß versagen, auch an Ihnen nagt der Wurm der Spaltung. Die Zionsltische Organisation muß sich auflösen, wenn sie keine Judenstaatsorganisation löt. Als Theodor Herzl die Juden aus allen politischen Lagern zusammenrief, hat man ihn für verrückt erklärt. Man dachte, diese Juden würden übereinander herfallen, wie wilde Tiere. Aber Theodor Herzl hat das Wort vom Judenstaat ausgesprochen und dieser Gedanke erwies sich stärker als alles. Weil dieser Gedanke großen Teilen der Zionistischen Organisation verlorengegangen ist, sind wir einander fremd geworden, muß es zu Spaltungen kommen. Nur der Gedanke des Judenstaates kann uns wieder zusammenbringen ..." * Kaum eineinhalb Jahre sind verflossen und die Voraussage ist erfüllt. Die bisher der zionistischsozialistischen Arbeiterpartei angehörige Gruppe „Haschomer Hazair" hat unter dem Namen „Liga sozialistic" (Sozialistische Ligä) eine neue Partei gebildet. Wohl können Mitglieder der neuen Organisation auch der alten Arbeiterpartei angehören, aber diese sieht darin nur ein gefährliches Manöver, welches bestimmt ist, die alte Organisation zu unterwühlen. So schreibt das Wiener Blatt v/Der Jude"; das Organ des arbeitenden Palästina, über die NeugFündung: ."„Trotz der Ableugnung des Haschomer Hazair steht es für die jüdische Arbeiteröffentlichkeit fest, daß es sich hier um eine politische Parteigründung handelt, und daß man unter den ehemaligen Schomrim, Unzufriedenen und radikalen Intelligenzlern für diese Partei werben wird." Zur Aufklärung sei bemerkt, daß der Haschomer Hazair, ursprünglich eine Jugendbewegung, heute den überwiegenden Teil* der Jugend in der Arbeiterpartei und die aus ihm hervorgegangenen Erwachsenen umfaßt. Er betont nachdrücklich das Programm des Klassenkampfes und steht aus diesem Grunde in Opposition zu gewissen Arbeiterführern, denen er Mangel an Treue zum Programm und Mangel an Radikalismus zum Vorwurfe macht. In Palästina übt Haschom Hazair großen Einfluß aus. Als im Jahre 1935 zwischen dem Arbeiterführer Ben Gurion und dem Führer der Revisionisten Jabotinsky ein Friedenspakt vereinbart und der Arbeiterpartei zur Ratifizierung durch Abstimmung vorgelegt wurde, gelang es dem Haschomer Hazair, die Stimmenmajorität für sich, d. h. gegen den Friedenspakt zu gewinnen. Bei Ischias, Rheuma, Nervenleiden modernste Heilbehelfe in der Kuranstalt H e 1 i a, T., Fleischmarkt 7. Alle Krankenkassen. E VerhandlungsvorsdiBag Jabofinskys Palcor meldet aus Jerusalem: Auf die von H. Farbstein im Laufe der Generaldebatte im A. C. gestellte Frage, ob die Exekutive geneigt sei, J a b o t i nskys Vorschlag betreffend eine Round-Table-Konferenz anzunehmen, welchen dieser in Süd-Afrika gemacht hatte, antwortete Ben-Gurion wie folgt: „Falls Jabotinsky wirklich den Wunsch hegt, mit Irgend einem Mitglied der Exekutive zusammenzukommen, so bestand gar keine Notwendigkeit dafür, daß er nach Südafrika geht und dort seine Bereltschaft zur Teilnahme an einer Konferenz um den runden Tis«h verkündet. Anscheinend will er damit diejenigen Juden erschrecken, die den Sinn dieses englischen Ausdrucks nicht verstehen. Er brauchte sich nur mündlich oder schriftlich an die Exekutive zu wenden, um eine Zusammenkunft zustande zu bringen. Im übrigen hat eine solche Besprechung bereits stattgefunden, als Dr. Weizmann auf Jabotinsky» Anregung mit ihm zusammentraf. Nach der Besprechung unterbreitete. Jabotinsky schriftliche Anträge, die darauf hinausliefen, daß die Zionistische Organisation der als Neue Zionistische Organisation' bekannten revisionistischen Vereinigung gleiche Rechte zuerkenne; daß eine zu gleichen Teilen von beiden Körperschaften beschickte Kommission einen allgemeinen jüdi- Nr. <£2 vom 30. April 1937 sehen Kongreß einberuft«, und daß auf diese Weis« die Zionistische Organisation aufgehoben werden soll. Nachdem dieser absurde Vorschlag formuliert worden war. mußten die Verhandlungen, abgebrochen werden. Die Zionistische Weltorganisation kann nicht aufgehoben werden, noch hat sie dl« Absicht, eine zweite Zionistische Organisation anzuerkennen." „Falls eine Aenderung der Struktur der Weltorganisation gewünscht wird, so können dahingehende Vorschläge dem Kongreß unterbreitet werden, der dänn zu beschließen habeh wird. Der Kongreß ist unser ständiger runder Tisch, bei dem sich sämtliche Zionisten jede zwei Jahre treffen können. Weder Jabotinsky noch sonst jemand kann daran verhindert werden, dem Kongreß beliebige Vorschläge zu unterbreiten. Versuche jedoch, die Zionistische Organisation zu vernichten oder die Anerkennung einer gleichberechtigten neuen Zionistischen Organisation herbeizuführen, werden keinen Erfolg haben. Falls Jabotinsky ehrlich bestrebt ist, die zionistische Einheit, die er selbst in den letzten Jahren über Bord Werfen wollte, wiederherzustellen, so steht ihm der gerade Weg dazu offen, nämlich, die Rückkehr zur Zionistischen Weltorganisation." Gegen Hämorrhoiden und Leberanschwcltung wird das natürliche „Franz-Josef'-Bitterwasser, insbesondere von starken Essern, die eine sitzende Lebensweise führen und oft hartleibig sind, in Tagesgaben von einem Glas, in etwas angewärmtem Zustande getrunken. Es wird ärztlich bestens empfohlen. Emir Abdullah zum Teilungsplan Aus Jerusalem: Die Tageszeitung „A1 if- Ba" (Damaskus) veröffentlicht ein Interview mit dem Herrscher von Transjordanien, Emir Abdullah, in dem er erklärt, daß er persönlich sowie andere gemäßigte Araber bereit wären, einen Teilungsplan zuzustimmen, unter der Voraussetzung, daß in dem den Arabern zugewiesenen Teil Palästinas jüdische Einwanderung und Bodenverkauf an Juden verboten werden. Er soll hinzugefügt haben, daß, falls die Araber den Teilungsvorschlag zurückweisen, es befürchtet werden müsse, daß die Juden ihren Einfluß über das ganze Land ausdehnen. (Palcor.) Ein Seier-Thora und eine Megillat Esther für König Georg "VI. Aus Jerusalem: Als Krönungsges c h e nk für König: Georg »VL werden im? Auftrag des Jüdischen;N a t i o n a 1 r a t e..s (Waad Leumi), der das öffentlich-rechtlich anerkannte Vollzugsorgan der palästinensischen Judenheit ist, ein S,efer- Thora und eine Megillat Esther geschrieben. Die beiden Rollen sind aus kostbarstem Pergament und erhalten künstlerisch ausgeführte Hüllen aus Silberfiligran, die nach. Entwürfen von Raban in der jüdischen Kunstgewerbeschule Bezalal in Jerusalem angefertigt werden. BiroffBidsdian kein Palästina Aus Moskau wird gemeldet: Wie jetzt bekannt wird, sind der Präsident und der Generalsekretär des Exekutivkomitees für das jüdische autonome Land Biro-Bidschan im russischen Fernen Osten, Professor Liberberg und Chawkin, ihrer Stellen enthoben und in Strafuntersuchung gezogen worden. Anfangs hieß es, die beiden Leiter des jüdischen Landes hätten sich trotzkistische Umtriebe zuschulden kommen lassen, jetzt heißt es wieder, Liberberg und Chawkin hätten einem „k ä m p f e r i s c h evri jüdischen Nationalismus" gehuldigt. Gegen Liberberg, der 1934 zum Präsidenten des Exekutivkomitees von Biro-Bidschan gewählt wurde, erhebt die jiddische kommunistische Presse die Beschuldigung, daß er sich die Rolle eines „Chefs des jüdischen Staates" angemaßt habe. Er habe Anstalten getroffen, das Jiddische Kulturinstitut in Kiew, das Mendele-Mocher-Sforim-Museum in Odessa sowie eine Reihe jiddischer Institutionen aus Zentral- und aus Weißrußland nach Biro-Bidschan zu überführen, um „die nationalen jüdischen Schätze aus dem Sowjet- Exil zu retten und sie in Liberbergs Palästina sicher aufzubewahren". Statt ein jüdisches autonomes Land im Sinne der Nationalitätenpolitik Lenins oder Stalins schaffen zu helfen, hätten Liberberg und Chawkin — so führt die Presse weiter aus — alles getan, um diese Politik zu liquidieren. Sie maßten sich das Recht an, „im Namen des jüdischen Volkes zu reden". Dazu noch intrigierten sie gegeneinander, und nach der Beseitigung Liberbergs hätte Chawkin geglaubt, es sei nun für ihn die Zeit gekommen, der „j ü dlsche nationale Führer" zu werden. Chawkin wollte einen jüdisch-nationalistischen Staat statt einer von bolschewistischer Kultur durchtränkten jüdischen nationalen Republik. Er sprach von „unangreifbaren Grenzen des jüdischen Landes", als ob den Juden in der Sowjetunion die Grenzen Sowjetr rußlands nicht ebenso heilig sein müßten. Die Sowjetpresse spricht ihre Genugtuung darüber aus, daß dieser nationalistische Geist demaskiert wurde, beklagt es aber, daß das Gift tief in die Ge* müter der verantwortlich;". Führer des jüdischen autonomen Landes eingedrungen ist, so daß sie nicht

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