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Die neue Welt · 1937-04-23 · Heft 650 (23.4.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 650 (23.4.1937)
Date
1937-04-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 ms neuss weht Nr. 650 vom 23. April 1937 3 x BEMHAHH, I RÄBENSTEIQ 3 HIMMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wäsche. Weißwaren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise Aktions»Komi'(ee*§itxung in Jerusalem et&lfaet Aus Jerusalem: Dienstag, den 20. April, wurde im Gebäude der Jewish Agency in Jerusalem die ordentliche diesjährige Session des Aktions-Komitees «er Zionistischen Organisation eröffnet. Der Präsident des Aktions-Komitees, M. lt. Ussischkin, gedachte in bewegten Worten der 100 jüdischen Todesopfer der letzten Unruhen in Palästina. Ussischkin betonte, daß das Hauptproblem, vor welches die zionistische Bewegung gestellt ist, die Abhängigkeit der politischen Entwicklung von dem Urteilsspruch der Kgl. Kommission sei; es muß darauf bestanden werden, daß dieses Urteil der jüdischen Sache voll gerecht werde. Es wurden sodann Telegramme vom Präsidenten der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann, und vom politischen Referenten der Exekutive Prof. Selig Brodetsky verlesen, in welchen diese das Bedauern aussprechen, infolge der politischen Entwicklung in London bleiben zu müssen und der Aktions- Komitee-Session nicht beiwohnen zu können. KIEVKA Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! Der Präsident der Exekutive, David Ben Gurion, umriß in einem längeren Referat die gegenwärtige politische Situation des Zionismus. Seine Mitteilungen wurden durch das Mitglied der Exekutive und Repräsentanten der Jewish Agency in Genf Dr. Nahum Goldmann ergänzt. Emir Abdulla will die Krone Palästinas Aus Jerusalem: Die in Nablus erscheinende arabische Zeitung „S u t-a 1-S h a h a b a" bezeichnet (Emir Abdulla von Transjordanien als den eigentlichen Initiator des Planes der Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Sektor und der Vereinigung des arabischen Teiles mit Transjordanien, wobei' Abdulla die Krone des neuen Königreichs erhalten soll. Die Zeitung wirft dem Emir vor, daß er die arabische Sache seinen persönlichen Ambitionen opfert. Die Zeitung stellt weiter fest, daß der Emir während seiner Anwesenheit in London zur Zeit der Krönungsfeiern seinen Teilungsplan den zuständigen Kreisen vortragen wird. Emir Abdulla, der am vergangenen Donnerstag in Jerusalem eintraf, hielt eingehende politische Beratungen mit arabischen Führern ab, unter ihnen mit Ragheb Bey Nashashibi, Bürgermeister Dr. Khalidi, dem Sekretär des Obersten Arabischen Ausschusses, Advokat Auni Bey Abdul Hadi und mit Hassan Sidki Dajani. Der Mufti blieb'den Besprechungen fern. Es wurde die Haltung der arabischen Parteien in Palästina zu den Plänen des Emirs Abdulla, die dieser während seiner Anwesenheit in London zur Sprache bringen will, behandelt. Keine Begegnung Lord Peels mit Leon Blum. Aus London (J. T. A.): Die palästinensische Tageszeitung „Haboker" hatte gemeldet, daß im Zusammenhang mit der bevorstehenden Veröffentlichung des Berichtes der Königlichen Kommission Beratungen der Vertreter von vier Ministerien mit dem Vorsitzenden der Königlichen Kommission, Lord Peel, stattgefunden hätten und daß dieser sich in den nächsten Tagen nach Paris begeben werde, um dort mit Ministerpräsident Leon Blum zusammenzutreffen. Diese Meldung des palästinensischen Blattes wurde vom Kolonialministerium auf eine Anfrage der Jüdischen Telegraphen- Agentur dementiert. Palästina-Frage und Völkerbund Aus Genf (J. T. A.): Amtlich wird bekanntgegeben, daß die außerordentliche Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes, die über die Lage in Palästina beraten soll, auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist. Die ordentliche Tagung der Kommission wird nicht, wie früher vorgesehen, am 14. Juni, sondern bereits am 31. Mai d. J. in Genf eröffnet werden. Ursprünglich war beabsichtigt, die außerordentliche Palästina-Tagung unmittelbar an die ordentliche Tagung anzuschließen. Daß sie jetzt verschoben wurde, dürfte darauf zurückzuführen sein, daß der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission noch immer nicht feststeht. Goldene Hochzeit. Wie wir erfahren, begeht das Ehepaar Franz und Henriette Leer am 24. April im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Feat der goldenen Hochzeit. Die Jubilare erfreuen sich seit jeher großen Ansehens in allen Kreisen der jüdischen Gesellschaft. Judenstaafspartet in II« §♦ A. Aus New York wird uns berichtet: Am 1. April fand im Hotel Claridge in New York eine Sitzung des Parteirates der Judenstaatspartei statt. Das erste Referat erstattete der Ehrenpräsident der Pa-rtei, Professor Tschernowitz, welcher über den politischen Zionismus und die Politik der Zionistischen Weltorganisation sprach. Er hob bedauernd hervor, wie sehr es den verschiedenen, heute im Zionismus maßgebenden Parteien an zionistischem Patriotismus mangelt. Es ist die Aufgabe der jungen Judenstaatspartei, in dieser Richtung propagandistisch zu wirken und insbesondere die jüdische Jugend wieder mit dem Herzischen Idealismus zu erfüllen. Nach ihm sprach Präsident Professor Lipzin über eine Reihe aktueller politischer, wirtschaftlicher und sozialer Fragen. An der Diskussion nahmen die Gg. Cahan. Sikow, Rubinstein, Fischbach, Dr. Findel, Rechel, Schick, Rabbi Schechet und Pilsky teil. Der Parteisekretär, Gg. Baraz, legte dem Parteirat folgende Resolution vor: „Der Parteirat weist energisch alle Vorschläge zurück, welche eine Verkleinerung des zionistischen Endzieles beinhalten. Das Ziel ist und bleibt der Judenstaat in seinen historischen Grenzen. Der Parteirat lehnt die Pläne, welche sich auf .arabisch-jüdische Parität', ,Kantonierung Palästinas' und ..binationalen Staat' .beziehen, als schädlich und nutzlos ab." Nach einstimmiger Annahme der Resolution wurde dem Präsidenten Professor Lipzln der Dank für seine aufopferungsvolle Arbeit im abgelaufenen Jahre ausgesprochen. Die neugewählte Leitung setzt sich wie folgt zusammen: Schick, Präsident; Doktor Sigel, Vizepräsident; Mitglieder: Dr. Reisin, Professor Tschernowitz, Professor Lipzin, Dr. Findel, Semport, Reichel, Fischbach, Cahan, Rabbi Schechet, Kwira, Richter; Baraz (Sekretär) und Rubinstein (Kassier). Der Weltexekutive der Judenstaatspartei, . insbesondere den Gg. Meir Großman und Robert Stricker, wurden herzliche Grüße entboten. Palästina 1 Aus Haifa wird uns berichtet: Vor kurzem fandim überfüllten Heim die diesjährige Generalversammlung der Ortsgruppe. Haifa der Judenstaatspartei statt. Seit einigen Monaten hat die Ortsgruppe in Herrn Ing. Avigdor J e o r i einen tatkräftigen und zielbewußten Führer, unter dessen Leitung eine eifrige und von Erfolg gekrönte Tätigkeit entfaltet wurde. Die wichtigste Aufgabe unserer KIEVKA Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! Ortsgruppe ist der Empfang und die Verteilung der durch den Hafen ankommenden Olim. So hatten wir auch diese Woche das leider jetzt durch die Zertifikateinschränkung seltener gewordene Vergnügen, zehn Chaluzim begrüßen zu können, die aus Polen kamen. Zwei Olim bekamen in Haifa sofort Arbeit, die übrigen gingen in die Plugah nach Herzliah zur landwirtschaftlichen Arbeit. In den Referaten wurde von den Werbeaktionen und der gemeinsamen Ansiedlung von Chawerim auf K.-K.-L.-Boden berichtet. Nach einer anregenden Debatte wurde ein siebengliedriger Vorstand gewählt, an dessen Spitze Herr Ing. J e o r i steht. L. A. In illustrer Gesellschaft Früher fanden die Antisemiten mit dem rituellen Blutmärchen ihr Auskommen. In den letzten Jahren bedienen sie sich aber des marxistischen Blutmärchens mit bestem Erfolg. Die Parole Marxismus Judentum schlägt überall ein. So gut, daß die Nationalsozialisten dazu übergegangen sind, die bewährte Methode nicht nur auf dem Gebiet des Judenturas, sondern auch auf dem Gebiet des Katholizismus in Anwendung zu bringen. Katholizisums Marxismus! Dadurch sind die Juden in die illustre Gesellschaft von Kardinälen und Bischöfen geraten und gewisse katholisch-antisemitipjksiou AtjtfHtaM, SemH&MQ HOCHSTRASSI / Tit. Nr. 109 Fließendes Kalt- und Warmwasser sehe Herrschaften in die größte Verlegenheit. Sie fühlen jetzt den Stock, mit dem sie bisher den Juden prügelten, auf dem eigenen Rücken tanzen. Wie es gemacht wird, zeigt ein Leitartikel des „Dan zig er Vorposten", Organ der Danziger Naziregierung, welcher „Juden, Emigranten, Bischöfe und Aristokraten" betitelt ist und Vorgänge in Oesterreich behandelt. Der „Vorposten" schreibt: „Auf einer Kundgebung der christlichen Arbeiter in Linz hat der Bischof Dr. Gföllner soeben Ausführungen gemacht, die sich ganz eindeutig als eine Propaganda für die Bildung einer Volksfront nach dem französischen Muster darstellen. Es wird immer deutlicher, daß der politische Katholizismus in allen Ländern nach der gleichen politischen Linie arbeitet, nachdem in der Tschechoslowakei seine Führer sich bereits füjr ein Bündnis mit den Kommunisten ausgesprochen haben. Man darf dabei nicht übersehen, daß der Linzel? Bischof vor einiger Zeit Otto von Habsburg im Steenockerzeel besucht hat. Man darf also annehmen, daß seine Pläne sich mit denen des Thronaspiranten decken. Es ist gewiß grotesk, aber eine unabweisbare Tatsache, daß die Habsburger ihre ehrgeizigen Pläne heute mit Hilfe der Zweiten und Dritten Internationale verwirklichen möchten. Solche Pläne werden gewiß keinen Boden im österreichischen Volk finden. Sic spuken nur in den Köpfen Von Juden, Emigranten, politischen Pfaffen und Hocharistokraten ohne Volkstum. Ebenso interessant ist es aber, daß dieses offene) Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit den Marxisten, wobei sich in der Praxis die „Volksfront''' zwangsläufig auch auf die Kommunisten erstrecken müßte, von höchster kirchlicher Stelle in Oesterreich gerade nach Veröffentlichung der päpstlichen Enzyklika gegen die bolschewistische Gefahr erfolgt. Zweifellos läßt dieser Umstand Rückschlüsse zu, ebenso die Tatsache, daß der Bischof von Linz gerade jetzt mit seinem .Volksfront'-Geständnis offen hervortritt, nachdem bisher derartige Tendenzen ,unter der Hand' verfolgt wurden, zu denken geben dürfte. Welche Gründe mögen Seine Eminenz dazu bewogen haben, nun vor dem Forum der Oeffentlichkeit eine Zusammenarbeit zwischen Katholizismus und Marxismus zu empfehlen und damit die Quertreibereien gegen den Ballhausplatz gewissermaßen Öffentlich zum Programm zu erheben? Man wird auf das Wiener Echo auf den marxistischen Psalteraus der Bischofsburg in Linz gespannt sein dürfen." „Nieder mit dem Judentum und dem Christentum!" Aus Wien: Die katholische „Reichspost" teilt „aus dem Dritten Reich" mit: „In Balve (Westfalen) sind in der Karwoche fünf große , Kreuzwegstationen zerstört worden. Der Korpus des Gekreuzigten ist noch mit einem Messer zerschnitten worden. Kopf, Arme und Beine wurden vom Rumpf getrennt. Bei dem Zerstörungswerk fand sich ein Zettel, auf dem in Druckschrift stand: „Nieder mit dem Judentum und dem Christentum! Es lebe die Freiheit/" Die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit für die Danziger Juden Aus Brügge: Die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit richtete anläßlich ihrer Tagung in Brügge (Belgien) folgenden Brief an die Minister Anthony Eden, Yvon Delbos und Richard Sandler: „Das in Brügge versammelte Exekutivkomitee der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit hat mit tiefer Besorgnis von dem Vorhaben des Danziger Senats gehört, die in Deutschland bestehenden Rassen- KIEVKA Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! gesetze auf die Freie Stadt Danzig auszudehnen. Da wir wissen, wieviel Ungerechtigkeit und Elend diese Gesetze in Deutschland verursacht haben und uns bewußt sind, welche Rückwirkungen ihre Einführung auf die Einwohner der Freien Stadt Danzig, die auf den. Schutz des Völkerbundes vertrauten, haben müßte, bitten wir Sie inständig, Ihren ganzen Einfluß aufzubieten, um einen solchen Schritt zu verhüten." Unterzeichnet sind: C. Ragaz, G. Baer, C. Rainondt- Hirschmann, Internationale Vorsitzende; B. Duncan Harris, Vorsitzende der Britischen Sektion; G. Duchene, Vorsitzende der Französischen Sektion; Dr. N. Sahlbom, Vorsitzende der Schwedischen Sektion. Festkonzert des Palästina-Symphonie-Orchesters Aus London (J. T. A.): Der weltberühmte Dirigent Dr. Malcolm Sargent hat sich bereit erklärt, eine Reihe von Konzerten des Palästina-Symphonieorchesters in Jerusalem, Tel-Ayiv und Haifa zu leiten, Dr. Sargent begibt sich am 6. Mai nach Palästina. Wie Dr. Malcolm Sargent der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitteilt, stehen diese Konzerte im Zusammenhang mit der Feier der Krönung Georgs VI. Das erste Konzert findet in Jerusalem statt und wird dann in T e 1 - A v i v und Haifa wiederholt. Dr. Sargent will vom 8. bis zum 20. Mai in Palästina bleiben. Er sei, so sagte er, sehr glücklich darüber, mit dem bereits berühmt gewordenen Palästina-Orchester arbeiten zu können. Toscanini sei von den außerordentlichen Qualitäten des Orchesters überrascht gewesen, denn auch die letzten Pulte seien mit Musikern besetzt, die früher in den hervorragendsten Orchestern führend tätig waren»

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